Jens Härtel (* 7. Juni 1969 in Rochlitz) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler.
Spielerkarriere mini|links|Jens Härtel (Mitte) und Holm Pinder (links) als Spieler des FC Sachsen Leipzig im Duell gegen Heiko Scholz (rechts) von Dynamo Dresden (1990) Härtel wuchs in Großbothen auf und spielte als Schüler für die erste Kindermannschaft der BSG Chemie Großbothen. Von dort wechselte er in die Jugend der BSG Motor Grimma.Artikel vom 15. Oktober 2020: Grimmaer schreibt Fußballgeschichte, In: lvz.de, abgerufen am 15. November 2022.Artikel vom 31. März 2021: Wurzeln im Muldental: Rostocks Trainer Jens Härtel will mit Hansa aufsteigen, In: sportbuzzer.de, abgerufen am 15. November 2022.
Seine fußballerische Ausbildung schloss Härtel beim 1. FC Lokomotive Leipzig ab, zu dessen Juniorenoberligamannschaft er 1986/87 und 1987/88 zählte. 1989 schloss er sich der BSG Chemie Böhlen an und schaffte mit der Mannschaft in der Saison 1989/90 den Aufstieg in die NOFV-Oberliga. Nach der Wende verpasste Härtel, mit dem zum FC Sachsen Leipzig fusionierten Verein, in der letzten Spielzeit des DDR-Fußballs, die sportliche Qualifikation für die Bundesliga und 2. Bundesliga. Ab der Saison 1991/92 bespielte er mit den Leutzschern die drittklassige NOFV-Oberliga Süd. Ein Jahr später wurde Sachsen Leipzig Staffelmeister. Jedoch verweigerte der DFB dem wirtschaftlich schwer angeschlagenen Verein die Lizenz für die 2. Liga.Vereinschronik: Der FC Sachsen Leipzig von 1990 bis 2011, In: chemie-leipzig.de, abgerufen am 15. November 2022. Nach dieser Enttäuschung verließ Härtel im Sommer 1993 den Verein.Interview vom 5. Juni 2015: Nachspielzeit, der Leipziger Fußballtalk, In: youtube.com, abgerufen am 15. November 2022.Interview vom 31. März 2021: Top-Thema - Episode 13: Jens Härtel | 3. Liga | MAGENTA SPORT, In: youtube.com, abgerufen am 15. November 2022.
Gemeinsam mit seinem Mitspieler Oskar Kosche wechselte er zum 1. FC Union Berlin. Dort spielte er unter den Trainern Eckhard Krautzun und Hans Meyer. Aber auch in Berlin-Köpenick wurde dem Verein wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit die Lizenz verweigert. 1994 gewann Härtel mit Union den Berliner Landespokal. Er spielte bis Juni 1996 im Stadion An der Alten Försterei. Anschließend wechselte er zum Zweitligisten FSV Zwickau und spielte unter Gerd Schädlich, Joachim Streich und Karl-Heinz Körbel.Artikel vom 7. November 2018: Magdeburg: FCM-Idol Joachim Streich teilt gegen Trainer Härtel aus, In: mz.de, abgerufen am 15. November 2022. In der Saison 1996/97 schaffte er mit Zwickau den Klassenerhalt. Nach dem Abstieg kehrte er 1998 zum 1. FC Union Berlin zurück. 1999 wurde Härtel von den Fans zum „Unioner des Jahres“ gewählt. In der Saison 1999/2000 wurde er mit den Eisernen Meister der Regionalliga Nordost und qualifizierte sich für die Relegationsspiele zur 2. Bundesliga gegen den Meister der Regionalliga Nord VfL Osnabrück. In der anschließenden Aufstiegsrunde des unterlegenen Staffelsiegers, gegen die Vizemeister der Regionalliga Süd und Regionalliga West/Südwest, konnte sich Union nicht gegen den SC Pfullendorf und LR Ahlen durchsetzen.
Härtel kehrte aus familiären Gründen zum FC Sachsen Leipzig zurück.Vereinsmitteilung vom 1. Mai 2003: Jens Härtel kehrt in die Heimat zurück, In: fc-union-berlin.de, abgerufen am 15. November 2022. In der Saison 2000/01 spielte er mit der Mannschaft kontinuierlich gegen den Abstieg und konnte erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt schaffen. Jedoch hatten sich die finanziellen Probleme der Leipziger in der Zwischenzeit verschärft. Dem Verein wurde am 13. Juni 2001 die Zulassung für die folgende Spielzeit verweigert, was den Zwangsabstieg in die viertklassige Oberliga Nordost zur Folge hatte.Artikel vom 13. Juni 2001: Keine Lizenz für Ulm, Leipzig und Göttingen, In: spiegel.de, abgerufen am 15. November 2022. Härtel wechselte zum Zweitligisten SV Babelsberg 03, bei dem Kosche mittlerweile als Sportdirektor tätig war. Mit Babelsberg verpasste er in der Saison 2001/02 den Klassenerhalt. Wegen angehäufter Schulden mussten auch die Potsdamer im April 2003 Insolvenz anmelden. Härtel erlebte als Spieler bei vier unterschiedlichen Vereinen Lizenzentzüge. Er wechselte in die Verbandsliga Brandenburg zum SV Germania 90 Schöneiche, bei der er seine Karriere ausklingen ließ und nach einem Kreuzbandriss im rechten Knie im Mai 2005 beendete. In Schöneiche absolvierte Härtel parallel zu seiner Spielerlaufbahn eine kaufmännische Ausbildung im Autohaus des Vereinschefs und Hauptsponsors Günter Neumann, der ihn später auch zum Cheftrainer machte. Artikel vom 13. Juni 2009: Alte Gefühle gelten morgen nicht mehr, In: tagesspiegel.de, abgerufen am 11. November 2022.Artikel vom 6. Juni 2019: Hansa Rostocks Trainer Jens Härtel wird 50, In: sportbuzzer.de, abgerufen am 14. November 2022.
Trainerkarriere Anfänge in Schöneiche und Babelsberg In Schöneiche übernahm Härtel die Mannschaft zunächst interimsweise vom freigestellten Trainer Jürgen Piepenburg. Anschließend wurde er zum Cheftrainer ernannt. In seiner ersten Saison stieg Härtel mit Schöneiche in die viertklassige Oberliga auf. Dort gelang ihm, unterstützt von seinen ehemaligen Mitspielern Jörg Schwanke und Tom Persich, der Klassenerhalt. Im Oktober 2007 kehrte er zum SV Babelsberg 03 zurück und wurde Co-Trainer von Dietmar Demuth. In der Saison 2009/10 stieg er mit Nulldrei in die 3. Liga auf.
Im März 2011 erhielt Härtel an der Hennes-Weisweiler-Akademie seine Fußballlehrerlizenz. Er absolvierte den 57. Fußballlehrer-Lehrgang, unter der Leitung von Frank Wormuth, mit den späteren Bundesliga-Übungsleitern Markus Gisdol, Tayfun Korkut, Sascha Lewandowski, Roger Schmidt, Thomas Schneider, Markus Weinzierl und Michael Wiesinger.Artikel vom 17. März 2011: DFB zeichnet 25 neue Fußball-Lehrer aus, In: spox.com, abgerufen am 14. November 2022.
Berliner AK 07 und RB Leipzig (U19) Härtel wechselte im Sommer 2011 zum Berliner AK 07.Artikel vom 2. Juni 2011: Berliner AK baggert an Union-Idolen, In: bz-berlin.de, abgerufen am 14. November 2022.Artikel vom 30. August 2011: "Die große Euphorie haben wir noch nicht entfacht", In: tagesspiegel.de, abgerufen am 11. November 2022. Er erreichte mit dem Regionalliga-Aufsteiger im ersten Jahr den siebten Platz. Außerdem gewann die Mannschaft den Berliner Landespokal und qualifizierte sich für den DFB-Pokal. In der ersten Hauptrunde schlug der BAK sensationell den Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim mit 4:0.Artikel vom 22. Mai 2022: Das Wunder von Berlin: Viertligist BAK deklassiert Hoffenheim, In: dfb.de, abgerufen am 11. November 2022.Artikel vom 22. Mai 2022: BAK-Trainer Härtel: "Der absolute Wahnsinn", In: dfb.de, abgerufen am 11. November 2022. In der Regionalliga verbesserte sich die Mannschaft und schloss die Saison 2012/13 auf dem 4. Platz ab. Härtel verlängerte seinen auslaufenden Vertrag mit dem Berliner AK, aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige Ausrichtung des Vereins, nicht und verließ den Verein im Sommer 2013.Artikel vom 15. November 2012: Unerwartet: Härtel verlässt Berlin - nur wann?, In: kicker.de, abgerufen am 11. November 2022. Er wechselte zu RB Leipzig und übernahm die U19.
Ralf Rangnick hatte den aufstrebenden Fußballlehrer 2013 an den Cottaweg geholt. In Leipzig schaffte Härtel mit der U19 souverän den Aufstieg in die A-Junioren Bundesliga.Artikel vom 26. März 2013: Härtel übernimmt U19 von RB Leipzig, In: kicker.de, abgerufen am 11. November 2022. Er trainierte für 2 Spiele den späteren Nationalspieler Joshua Kimmich.Artikel vom 13. November 2021: Weit davon entfernt, ein Traditionsverein zu sein, In: rblive.de, abgerufen am 11. November 2022. Im Sommer 2014 wurde der noch bis Juni 2015 gültige Vertrag vorzeitig aufgelöst und Härtel wechselte ablösefrei zum 1. FC Magdeburg.Vereinsmitteilung vom 16. April 2014: , In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 14. November 2022.Artikel vom 16. April 2014: Jens Härtel ist neuer FCM-Trainer, In: volksstimme.de, abgerufen am 14. November 2022. Die Gründe für seinen Wechsel waren die Chance bei einem ambitionierten Traditionsverein arbeiten zu können und Disharmonieren mit dem damaligen Sportdirektor Rangnick.Artikel vom 16. April 2014: RB-Trainer Jens Härtel wechselt zum 1. FCM - Rose vor Rückkehr, In: sportbuzzer.de, abgerufen am 14. November 2022. In Magdeburg prägte Härtel in den folgenden Jahren eine Ära. Er unterschrieb zunächst einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2016.
1. FC Magdeburg In Magdeburg trat Härtel die Nachfolge von Andreas Petersen an. Sein Co-Trainer wurde Ronny Thielemann. Als Ziel wurde der Aufstieg in die 3. Liga ausgegeben. Der Staffelfavorit legte in der Saison 2014/15 mit nur elf Punkten aus den ersten zehn Spielen einen Fehlstart hin. Nach der Heimniederlage gegen die TSG Neustrelitz am 10. Spieltag forderten die Fans Härtels Entlassung. Sportdirektor Mario Kallnik zog eine Trennung nicht in Erwägung.Artikel vom 21. Oktober 2014: Härtel muss Lösungen finden, In: volksstimme.de, abgerufen am 14. November 2022. Im Anschluss konnte die Mannschaft eine Serie starten. In der ersten Runde des DFB-Pokals schlug die Mannschaft Bundesligist FC Augsburg (1:0). In der zweiten Runde unterlag der FCM nach großem Kampf Bayer 04 Leverkusen im Elfmeterschießen (6:7). In der Liga war die Saison geprägt durch ein Kopf-an-Kopf Rennen mit dem FSV Zwickau um den Staffelsieg. Am 17. Mai 2015 stand der FCM als Meister der Regionalliga Nordost fest. Anschließend setzte sich die Mannschaft in den Aufstiegsspielen gegen den Meister der Regionalliga Südwest Kickers Offenbach durch. Härtel führte den FCM 25 Jahre nach der Wende in den Profifußball.
Die Saison 2015/16 und Saison 2016/17 wurde jeweils mit dem vierten Platz abgeschlossen. 2017 gewann Härtel mit seiner Mannschaft den Landespokal Sachsen-Anhalt. Diesen Erfolg konnte er ein Jahr später wiederholen. In der Saison 2017/18 führte Härtel Magdeburg zur Meisterschaft in der 3. Liga und zum für den Verein historischen erstmaligen Aufstieg in die 2. Bundesliga.Artikel vom 18. Juni 2018: Akribie, In: mdr.de, abgerufen am 20. November 2022. Er erhielt am Ende der Spielzeit die Auszeichnung Trainer des Jahres.
Da der FCM nach 13 Spieltagen der Saison 2018/19 mit nur neun Punkten auf dem 17. Tabellenplatz stand, wurden Härtel und Thielemann am 12. November 2018 freigestellt.Vereinsmitteilung vom 12. November 2018: , In: 1.fc-magdeburg.de, abgerufen am 20. November 2022.
Hansa Rostock mini|Jens Härtel (2019) Anfang Januar 2019 verpflichtete der neue Sportvorstand von Hansa Rostock, Martin Pieckenhagen, Härtel als Nachfolger des kurz zuvor freigestellten Pavel Dotchev.Vereinsmitteilung vom 9. Januar 2019: Offiziell: Jens Härtel wird neuer Chef-Trainer des F.C. Hansa Rostock, In: fc-hansa.de, abgerufen am 14. November 2022. Er wurde von Ronny Thielemann begleitet. Härtel erreichte mit der Mannschaft am Ende der Saison 2018/19 den 6. Platz und gewann den Mecklenburg-Vorpommern-Pokal. In der folgenden Spielzeit scheiterte er mit den Hanseaten in der ersten Runde des DFB-Pokals am VfB Stuttgart (0:1). In der 3. Liga beendete die Mannschaft die Saison 2019/20 auf dem 6. Platz. Außerdem gewann Hansa den Landespokal. Am 3. Januar 2020 wurde Härtels Vertrag bis zum 30. Juni 2021 vorzeitig verlängert.Vereinsmitteilung vom 3. Januar 2020: F.C. Hansa Rostock verlängert mit Trainer Gespann, In: fc-hansa.de, abgerufen am 20. November 2022.