Die Autocesta A1 (kroatisch für „Autobahn A1“), auch Dalmatinska autocesta oder schlicht Dalmatina genannt,Slobodna Dalmacija, Ceste – putovi u civilizaciju, 14. September 2003 (kroatisch) ist die längste und wichtigste Autobahn in Kroatien und verbindet die Hauptstadt Zagreb mit Karlovac, Gospić sowie den Hafenstädten Zadar, Šibenik, Split und seit 2013 auch Ploče. Die A1 ist bis zum Kreuz Metković ausgebaut und geht derzeit nahtlos als A10 in die A1 von Bosnien und Herzegowina Richtung Mostar über. Der Weiterbau der kroatischen A1 vom Kreuz Metković nach Dubrovnik soll 2025/2026 fortgesetzt werden.^

Die Autobahn ist Teil der Europastraßen E65 und E71. Von der rund 570 km langen Strecke ist derzeit der rund 481,6 km lange Abschnitt zwischen Zagreb und Metković in Betrieb. Der Abschnitt von Ravča bis Vrgorac wurde am 30. Juni 2011 eröffnet. Ein weiterer 15 km langer Abschnitt von Vrgorac über Ploče bis nach Metković wurde am 20. Dezember 2013 eröffnet. Im Mai 2009 begann der Bau des Abschnitts Doli–Dubrovnik kurz vor lokalen Kommunalwahlen nur formal und wurde wieder abgebrochen. Die Baukosten der Autobahn betrugen bisher drei Milliarden Euro.

Am Abschnitt Zagreb–Vrgorac wurden insgesamt 351 Straßenbauwerke, u. a. Brücken, Tunnel, Überführungen, Unterführungen etc., errichtet, die rund 20 % der Länge dieses Autobahnabschnittes darstellen.

Die Maut wird an der Mautstelle Lučko bei Zagreb und an den jeweiligen Ausfahrten erhoben. Der Autobahnabschnitt von Zagreb bis zum Autobahndreieck Bosiljevo II wird vom Autobahnbetreiber Autocesta Rijeka-Zagreb d.d. (ARZ) verwaltet, der Rest von der Betreibergesellschaft Hrvatske autoceste d.o.o.

Verbindungen Die A1 hat (geplante) Verbindungen zu folgenden anderen Autobahnen und Schnellstraßen:Stadtgebiet von Zagreb 19px(1) Kreuz LučkoPosavska autocesta 19px(1) Kreuz LučkoPrimorsko-goranska autocesta19px(7) Dreieck Bosiljevo IIKvarnerska autocesta19px(10) Dreieck Žuta Lokva (in Planung)Neretvanska autocesta19px(37) Dreieck MetkovićJadranska Magistrala19px(43) Dreieck Doli (voraussichtlich ab 2029)Weiterführung in Bosnien und Herzegowina20x20pxGrenzübergang Nova Mokošica – Ivanica (voraussichtlich ab 2029)

Geschichte mini|Der Viadukt neben der Ortschaft Jezerane Das erste Teilstück der heutigen A1 von Zagreb bis Karlovac wurde 1972 fertiggestellt, doch wurde der Bau in den folgenden Jahren nicht fortgesetzt. Nach der Unabhängigkeit Kroatiens wurde zunächst mit dem Bau der Verbindung Rijeka-Karlovac begonnen. Die im Krieg zerstörte Maslenica-Brücke wurde an anderer Stelle weiter nördlich neu gebaut und später in die A1 integriert. Es folgte der Bau einer Tunnelröhre bei Sveti Rok durch das Velebit-Gebirge.

Erst 1999 wurde der Weiterbau der Autobahn von Zagreb Richtung Split beschlossen. Ursprünglich sollte die Trasse über Bihać (Bosnien-Herzegowina) und Knin nach Split führen. Die Bauarbeiten von Karlovac bis Split begannen 2001/2002. In 2003 wurden die ersten Teilstücke für den Verkehr freigegeben. Ab 2005 war die Strecke Zagreb-Split durchgängig befahrbar, nachdem der Lückenschluss bei Šibenik mit der Brücke über die Krka fertiggestellt wurde.

Weiterer Ausbau Nach Dubrovnik Die Autobahn A1 von wird vom Kreuz Metković bis zum Kreuz Dubrovnik, welches bei Osojnik entstehen soll, verlängert. Der Baubeginn ist für 2025/2026 anvisiert. Eine Verfügung des Verkehrsministeriums von 2022 sieht eine Streckenführung über das Festland durch den Neum-Korridor in Bosnien und Herzegowina vor. Der Bau durch Bosnien-Herzegowina wird derzeit zwischen den Staaten abgestimmt und wird erst als letzter Bauabschnitt realisiert. Vorher werden die Teilstücke von Metković bis zum Kreuz Pelješac sowie von Doli bis Osojnik in zwei getrennten Abschnitten gebaut. Die beiden Teilstücke werden durch neue Verbindungsstraßen sowie die bereits bestehende Schnellstraße über die Halbinsel Pelješac und die Pelješac-Brücke verbunden. So wird der Neum-Korridor umfahren. Dies hat den Vorteil, dass dadurch die Grenz- und Zollkontrollen an den Staatsgrenzen zu Bosnien und Herzegowina umfahren werden. Seit dem Beitritt Kroatiens zur Europäischen Union am 1. Juli 2013 bilden diese Grenzen eine EU-Außengrenze und werden daher strenger kontrolliert. Seit dem 1. Januar 2023 ist Kroatien außerdem Mitglied des Schengen-Raum, was die Situation noch komplizierter macht.

Die am 26. Juli 2022 eröffnete Pelješac-Brücke und die bereits errichteten Zubringerstraßen sind nur mit einem Fahrstreifen je Richtung ausgestattet. Ein vierstreifiger Ausbau ist hier nicht vorgesehen. Bis zum endgültigen Lückenschluss der A1 über das Territorium von Bosnien und Herzegowina wird die Route nach Dubrovnik als Autobahn unterbrochen bleiben bzw. über die Staatsstraße D8 über die Halbinsel Pelješac führen, um dann wieder als Autobahn bis nach Osojnik bei Dubrovnik fortgeführt zu werden.

Zusammenfassung: Bis zur Fertigstellung der Autobahn A1 über das Territorium von Bosnien und Herzegowina wird die Route nach Dubrovnik übergangsweise über die Halbinsel Pelješac führen.

Von Dubrovnik bis zur Staatsgrenze zwischen Kroatien und Montenegro Die weitere Trassenführung der Adriatisch-Ionischen Autobahn (kroat. Jadransko-jonska autocesta) nach Montenegro ist bislang nicht bekannt. Eine Planung sieht vor, dass die Autobahn 30 km durch Bosnien und Herzegowina (Trebinje) führen und dann Montenegro erreichen soll. Nach einer anderen Version soll die Autobahn durch Kroatien bis zum Debeli Brijeg an der Grenze zu Montenegro verlaufen.

Verkehrsfreigaben Baujahre Abschnitt Länge Verkehrsübergabe Gesamtlänge 1970 Beginn der Bauarbeiten 0,000 km 1970 – 1972 Zagreb – Karlovac 39,280 km 39,280 km 1972 Bauarbeiten werden aus politischen Gründen von der damaligen jugoslawischen Zentralregierung eingestellt. 1999 – 2001 Karlovac – Vukova Gorica 18,160 km 57,440 km Insgesamt für die Jahre 1972–2001 57,440 km 2001 – 2003 Vukova Gorica – Bosiljevo 2 7,810 km 26.06.2003 65,250 km 2001–2003 Bosiljevo 2 – Mala-Kapela-Tunnel 39,289 km 30.06.2003 104,539 km 20011– 2003 Gornja Ploča – Zadar istok 54,422 km 30.06.2003 158,961 km Insgesamt für die Jahre 2001–2003 101,521 km 2002 – 2004 Tunnel Mala Kapela – Gornja Ploča 100,873 km 15.–24.07.2004 259,834 km 2002–2004 Zadar istok – Pirovac 37,010 km 30.06.2004 296,844 km 2002–2004 Vrpolje – Dugopolje 44,743 km 30.06.2004 341,587 km 2001 – 2005 Tunnel Mala Kapela 5,250 km 26.06.2005 346,837 km 2002–2005 Pirovac – Vrpolje 33,511 km 26.06.2005 380,348 km Insgesamt für die Jahre 2004–2005 221,387 km 2005 – 2007 Dugopolje – Šestanovac 36,872 km 27.06.2007 417,220 km Insgesamt für die Jahre 2005–2007 36,872 km 2006 – 2008 Šestanovac – Ravča 40,270 km 22.12.2008 457,490 km Insgesamt für die Jahre 2006–2008 40,270 km 2008 – 2011 Ravča – Vrgorac 10,330 km 30.06.2011 468,500 km Insgesamt für die Jahre 2008 – 2011 10,330 km 2011 – 2013 Vrgorac – Ploče – Metković 12,200 km 20.12.2013 480,700 km 1 – Tunnel Sveti Rok und Maslenica-Autobahnbrücke ab dem Jahr 1993

Die Strecke Tunnel Mala Kapela – Gornja Ploča ist mit 101 km das längste Teilstück, das in Kroatien jemals an einem Tag für den Verkehr freigegeben wurde.

Mautsystem mini|Mautstelle bei Ravča Das Mautsystem der kroatischen Autobahnen ist, ein sternförmig-geschlossenes System mit dem Zentrum Zagreb. Mautabrechnungen erfolgen jeweils stets bei Zagreb oder der jeweiligen Auffahrts- oder Abfahrts-Mautstelle. Die größte Mautstelle Kroatiens ist Lučko an der A1 vor Zagreb.

Stand Mai 2019 gibt es an wenig frequentierten Abfahrten (z. B. der Ausfahrt Vučevica) zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr ausschließlich die Möglichkeit, die Autobahn per ENC-Zahlweise (ENC, , ‚elektronische Mautabrechnung‘) zu verlassen, da die Mautstationen in dieser Zeit unbesetzt sind. Dies wird mehrmals vor der Abfahrt auf Schildern angekündigt.

Im Juni 2009 wurde etwa zwei Kilometer von der Mautstelle Lučko die zusätzliche Mautstelle Demerje fertiggestellt, an der nur bargeldlos mit Kreditkarte oder einer Prepaidcard bezahlt werden kann. An allen kroatischen Mautstellen befinden sich zudem sogenannte ENC-Durchfahrten, die für Fahrzeuge mit eingebautem elektronischem Mautabrechnungssystem (automatisches Funksystem) vorgesehen sind.

Ab 2026 soll die Maut ausschließlich mittels Kennzeichenerfassung erhoben werden. Die Mautstellen sollen dann wegfallen.

Probleme beim Autobahnbau

Ingenieurbauwerke mini|Der Mala-Kapela-Tunnel mini|Der Tunnel Sveti Rok (2007) Auffällig sind die vielen Ingenieurbauwerke, die durch die schwierige Topografie bedingt sind. Sie machen etwa 10,8 % der Strecke aus. Auf dem 460 km langen Weg von Zagreb nach Ploče fährt man insgesamt durch 23,9 km Tunnel und überquert auf 25,6 km Brücken. Besondere Bauwerke sind (Tunnel nur mit mehr als 1.000 m Länge angegeben) Drežnik-Viadukt über die Kupa (mit 2.485 m die längste Brücke in Kroatien) Mala-Kapela-Tunnel 5.801 m/5.761 m (längster Tunnel Kroatiens, auf lotsberg.net) Tunnel Brinje 1.561 m/1.540 m Tunnel Plasina 2.300 m/2.300 m Tunnel Grič 1.244 m/1.244 m Sveti-Rok-Tunnel 5.727 m/5.679 m (zweitlängster Tunnel Kroatiens) Tunnel Konjsko 1.198 m/1.198 m

Bei allen Tunneln mit Ausnahme der beiden längsten wurden beide Röhren zur gleichen Zeit fertiggestellt und freigegeben. Am 30. Mai 2009 wurden die zweiten Röhren der Tunnel Mala Kapela und Sveti Rok für den Verkehr freigegeben.

Sonstige bautechnische Probleme Der kalkhaltige Boden (Karst) macht beim Bau einige Probleme.

Die kroatische Tageszeitung Slobodna Dalmacija schrieb in einer Reportage vom 24. September 2006 über den fortschreitenden Autobahnbau: Das schwierigste Teilstück der A1 betrifft den Bau von Šestanovac bis Vrgorac. Die Bauarbeiter müssen sich in diesem Bereich gegen sehr steiniges Gebiet durchsetzen. Häufige Probleme bereitet außerdem die große Präsenz der Europäischen Hornotter, die zu den giftigsten Schlangen auf dem europäischen Kontinent gehört.

Streckenverlauf Von Zagreb nach Bosiljevo Die Autobahn beginnt im weiten Savetal bei Zagreb am Autobahnkreuz Lučko, wo sie von der Autocesta A3 abgeht. Vorbei an der Mautstelle Lučko und der Raststätte Stupnik in Fahrtrichtung Dalmatien sowie der zusätzlichen Mautstelle Demerje in Fahrtrichtung Zagreb führt sie durch einen Wald, das Stupnički Lug, bis sie die Stadt Zagreb verlässt. Wenig später erreicht sie dann die Ausfahrt Donja Zdenčina, worauf die Autobahn dann in die Jastrebarski Lugovi einmündet. Innerhalb dieses Waldes befindet sich die Raststätte Desinec sowie die Ausfahrt Jastrebarsko. Nicht viel später befindet sich die Grenze zwischen der Gespanschaft Zagreb und der Gespanschaft Karlovac. Noch vor der Raststätte Draganić geht es dann wieder zurück in die Jastrebarski Lugovi, wo unter anderem auch der Fluss Kupa überquert wird. Bei der Ausfahrt Karlovac geht es auf die längste Brücke Kroatiens (Drežnik, Länge von fast 2.500 Meter). Ab hier wird auch die Landschaft immer komplizierter, daher findet man auf der weiteren Fahrt schon den ersten Tunnel vor. Nach der ersten Überquerung des Flusses Dobra erreicht man auch Ausfahrt Novigrad. Entlang weiterer Waldgebiete gelangt man zur Raststätte Vukova Gorica, worauf etwas später die Ausfahrt Bosiljevo I folgt. Bosiljevo II ist ein Autobahndreieck, wo die Autocesta A6 beginnt, auf der auch die Europastraße 65 weiter verläuft.

Von Bosiljevo nach Otočac