mini|hochkant=2.0|Tombolo von Ness of Sound (Yell) Ein Tombolo (Plural Tomboli) ist ein Sand- oder Kiesstreifen, der eine Insel mit einer anderen Insel oder mit dem Festland verbindet; im letzteren Fall wird die Insel zur Halbinsel oder Gezeiteninsel. Tomboli entstehen durch Ablagerung, verursacht durch Flussmündungen, Küstenströmungen und Wellenbrechung im Inselumfeld.
Der Tombolo ist dabei ein Grenzfall zwischen dem ständig über der Wasserlinie liegenden Isthmus und der ständig überfluteten Meerenge, seine Höhe ist dem Wasserspiegel so nahe, dass er zeitweise – je nach Wasserstand (See, Fluss) bzw. Gezeitenwasserstand – über oder unter dem Wasserspiegel liegt.
Die fast 50 Kilometer lange Adamsbrücke, die Sri Lanka (Ceylon) über die Palkstraße mit Indien verband, war früher der weltweit größte Tombolo. Sie wurde vor einigen tausend Jahren durch eine Änderung des mittleren Meeresspiegels zerstört. Heute existiert nur noch eine Kette von Sandbänken. Chesil Beach in Dorset ist laut der Royal Geographical Society mit 29 km der längste Tombolo des Vereinigten Königreichs; diese Einordnung ist jedoch umstritten, manche Fachleute bevorzugen die Klassifizierung als Barrier Beach (Barrierestrand). Auf den Northern Isles in Schottland werden Tomboli als Ayres (altnordischen eyrr „Kiesstrand“) bezeichnet.
Beispiele von Tomboli Europa mini|hochkant=2.0|Von zwei Tomboli eingeschlossener See, Giens, Côte d’Azur (Frankreich) mini|Tombolo di Giannella, Monte Argentario (Italien) mini|Tombolo zwischen Eilean Gharb und Gigha (Schottland) mini|Fora Ness: The Ayres of Swinister, Shetland mini|Blick auf den Tombolo zwischen Sainte-Marie (Martinique) und der Gezeiteninsel Îlet Sainte-Marie
Frankreich Er Yoc’h, Bretagne Gâvres, Bretagne Giens, Côte d’Azur – Doppeltombolo Île de Pors Scaff, Bretagne Miquelon-Langlade, Saint-Pierre und Miquelon Quiberon, Bretagne Sainte-Marie, Martinique Sept Îles, Bretagne
Irland Howth Head, Dublin
Italien Isuledda, Sardinien Monte Argentario, Toskana – dreifacher Tombolo
Spanien Illas Cíes Kap Trafalgar
Türkei Kapıdağ Yarımadası
Vereinigtes Königreich England: Chesil Beach, Dorset – Klassifizierung als Tombolo umstritten Gugh (Scilly-Inseln) Hugh Town (Scilly-Inseln) Wales: Llandudno Ynys y Fydlyn Schottland: Boatin Island, Shetlandinseln Fora Ness, Shetlandinseln Gigha, Innere Hebriden Kaliman Island, Shetlandinseln Kettla Ness – West Burra, Shetlandinseln Kirk Ness, Shetlandinseln Michelsen Island, Orkneyinseln Ness of Sound (Yell), Shetlandinseln Shiant Islands, Äußere Hebriden St Ninian’s Isle, Shetlandinseln Sty Wick, Orkneyinseln Taransay, Äußere Hebriden Uyea (Mainland), Shetlandinseln Huney, Shetlandinseln
Amerika Costa Rica Parque Marino Ballena
Kanada Presqu’ile Provincial Park, Ontario
Saint-Pierre und Miquelon Miquelon-Langlade
USA Cana Island, Wisconsin Nahant, Massachusetts Silver Sands State Park, Connecticut
Asien Hongkong Cheung Chau
Japan Enoshima, Fujisawa
Jemen Isthmus von Aden
Pakistan Gwadar Ormara
Weitere Australien Barrenjoey Headland Pittwater, New South Wales Bruny Island, Tasmanien Maria Island, Tasmanien Red Island, Heard und McDonaldinseln
Neuseeland Aupōuri Peninsula Mount Maunganui
Somalia Ras Hafun
Siehe auch Gezeiteninsel Isthmus Meerenge Nehrung
Weblinks
Webseite von Geology.About.com über Tomboli (englisch, mit vielen Fotos)
Einzelnachweise Tombolo. Merriam-Webster (englisch), abgerufen am 13. Januar 2026 Tombolo. Britannica (englisch), abgerufen am 13. Januar 2026 Michel Michaelovitch de Mahiques: Tombolo. In: Encyclopedia of Estuaries (englisch), verfügbar im Web Archive, abgerufen am 13. Januar 2026 Edward H. Owens: Tombolo. In: Beaches and Coastal Geology (englisch), verfügbar im Web Archive, abgerufen am 13. Januar 2026 Chesil Beach. Royal Geographical Society (englisch), abgerufen am 16. Januar 2026 Andy Owen: Barrier beaches. Geography Southwest (PDF, englisch), abgerufen am 16. Januar 2026 Tombolos or ayres Orkney Landscapes (englisch), abgerufen am 16. Januar 2026
Kategorie:Geomorphologie