In der Saison 1991/92 der 2. Bundesliga erreichten der 1. FC Saarbrücken und Bayer 05 Uerdingen den Aufstieg in die Bundesliga. Es war die erste Saison mit Beteiligung der Mannschaften aus der ehemaligen DDR.
Modus Diese Saison stand im Zeichen der Wiedervereinigung. In der letzten Saison der DDR-Oberliga hatten sich insgesamt sechs Mannschaften für die 2. Liga qualifiziert. Auf direktem Wege war dies Rot-Weiß Erfurt, dem Halleschen FC, dem Chemnitzer FC und dem FC Carl Zeiss Jena, über die Aufstiegsrunde dem 1. FC Lokomotive Leipzig (das sich zur neuen Saison in VfB Leipzig umbenannte) und dem BSV Stahl Brandenburg gelungen. Mit den drei Absteigern aus der Bundesliga, zwei Aufsteigern aus den Oberligen sowie den 13 in der 2. Liga verbliebenen Vereinen bestand die 2. Bundesliga somit aus 24 Teams, die in eine Nord- und eine Südstaffel aufgeteilt wurden.
Zunächst wurde eine normale Punktspielrunde (22 Spiele) durchgeführt. Im Anschluss wurden die beiden Ligen jeweils in eine Meister- und eine Abstiegsgruppe geteilt; die Punkte aus der ersten Punktspielrunde blieben dabei erhalten. Die beiden Meister stiegen auf. Die letzten beiden Mannschaften in jeder Staffel mussten direkt absteigen. Die jeweils Drittletzten spielten eine Relegation mit dem Zweiten der Oberliga Nord (der Meister der Oberliga Nord spielte, wie die Meister der übrigen neun Oberligen, in einer gesonderten Aufstiegsrunde). Der Sieger qualifizierte sich für die folgende Saison in der 2. Bundesliga.
Nord
Saisonverlauf In der Staffel Nord waren alle drei Bundesliga-Absteiger vertreten, weswegen der Titelkampf nur schwer vorherzusehen war. Alle drei Mannschaften wurden ihrer Favoritenrolle auch gerecht und spielten sich in die Aufstiegsrunde. Uerdingen hatte sich dabei nach einem holprigen Saisonstart am 13. Spieltag auf den ersten Tabellenplatz gesetzt und konnte diesen bis zum Ende der regulären Saison sowie über die gesamte Aufstiegsrunde hinweg verteidigen, womit der direkte Wiederaufstieg gelang. Ärgster Konkurrent in der Endphase war Oldenburg, wobei ein Sieg des FC St. Pauli am letzten Spieltag gegen Uerdingen den VfB in die 1. Liga katapultiert hätte. Die Krefelder sicherten sich mit einem Punkt am Millerntor das Ticket für die Elitespielklasse. Über weite Phasen der Saison hatte auch der SV Meppen wie ein Aufstiegsaspirant gewirkt und die Tabelle lange Zeit angeführt. In der Aufstiegsrunde sammelten sie aber nur noch fünf Punkte und landeten somit nur auf Platz 6.
Im Abstiegskampf hatten sich Fortuna Köln und Stahl Brandenburg, der einzige Verein aus der ehemaligen DDR in der Nord-Staffel, recht früh als sportliche direkte Absteiger herauskristallisiert. Während Fortuna Köln von Saisonstart an in der unteren Tabellenhälfte verbrachte, davon lange Zeit auch auf dem letzten Platz, hatte Brandenburg noch zur Hälfte der regulären Saison um einen Platz in der Aufstiegsrunde mitgespielt, dann aber immer mehr den Anschluss verloren. Stahl stieg drei Spieltage vor Schluss ab. Den Relegationsplatz belegte Blau-Weiß Berlin, das bis zum 15. Spieltag durchgängig unter den ersten Sechs gestanden hatte, dann aber auf den 10. Platz abrutschte und diesen in der Abstiegsrunde nicht mehr verlassen konnte. Weil dem Verein zum Ende der Saison aber die Lizenz entzogen wurde, rutschte Fortuna Köln auf den Relegationsrang vor. Der Klassenerhalt gelang den Kölnern im Duell mit 1860 München und dem TSV Havelse.
Abschlusstabelle
! colspan="9" align="center"| Meisterrunde
! colspan="9"| Abstiegsrunde
(A) Absteiger aus der Bundesliga 1990/91 (N) Aufsteiger aus der Oberliga 1990/91 (Q) Qualifikant aus der DDR-Oberliga 1990/91
Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe.
Staffel Nord 1991/92 25px|FC Bayer 05 Uerdingen 22px|VfB Oldenburg 22px|Hertha BSC 22x22px|FC St. Pauli 22px|Hannover 96 22px|SV Meppen 22px|Eintracht Braunschweig 22px|FC Remscheid 22px|VfL Osnabrück 22px|Blau-Weiß 90 Berlin 22px|SC Fortuna Köln 22px|BSV Stahl Brandenburg Bayer 05 Uerdingen 0:0 1:0 2:1 1:1 0:2 3:1 4:1 2:1 2:0 4:0 2:1 0:1 2:3 1:1 1:0 0:1 VfB Oldenburg 2:1 4:1 1:1 3:2 3:3 4:1 2:2 6:1 0:0 2:1 0:0 1:1 1:0 2:0 5:0 1:0 Hertha BSC 0:0 1:0 4:2 0:1 2:0 1:1 3:2 1:1 1:1 3:2 3:0 0:5 2:2 2:1 1:1 3:1 FC St. Pauli 3:1 3:1 1:0 0:0 2:1 0:2 2:1 0:0 2:0 2:0 2:2 0:0 3:2 0:3 0:3 1:0 Hannover 96 1:3 2:2 2:2 1:0 1:1 1:1 2:0 2:1 2:0 0:1 1:0 1:1 1:1 2:1 0:2 1:1 SV Meppen 0:1 1:1 2:1 0:0 1:1 2:1 2:2 2:0 2:1 1:0 1:1 0:1 0:2 0:1 0:2 3:0 Eintracht Braunschweig 1:1 4:1 2:1 3:2 1:3 0:2 0:0 2:2 2:0 1:1 3:2 2:0 6:1 2:3 1:0 3:1 FC Remscheid 1:1 1:1 0:0 0:0 0:0 1:1 2:1 0:1 2:0 1:1 3:1 0:0 1:1 2:0 0:1 0:1 VfL Osnabrück 3:1 2:2 3:1 0:1 0:1 1:3 3:0 0:4 1:1 4:1 1:1 3:1 1:1 1:1 2:5 3:2 Blau-Weiß 90 Berlin 1:0 3:2 0:3 1:5 1:1 2:0 2:1 5:2 2:4 2:1 3:1 0:2 2:2 1:1 0:1 2:0 SC Fortuna Köln 1:2 1:1 1:1 1:1 0:0 3:3 3:3 0:2 0:1 2:1 2:4 2:2 1:2 2:0 0:1 2:1 BSV Stahl Brandenburg 0:3 1:0 0:1 4:0 3:0 1:0 1:4 1:3 1:2 1:3 2:0 1:0 1:1 0:0 2:2 0:3
Torschützenliste Spieler Verein Tore 1. Radek Drulák VfB Oldenburg 21 2. Fred Klaus VfL Osnabrück 15 Markus Sailer FC St. Pauli 15 4. Holger Aden Eintracht Braunschweig 13 5. Stefan Holze Eintracht Braunschweig 12 6. Theo Gries Hertha BSC 11 Mike Lünsmann Hertha BSC 11 Carsten Pröpper FC Remscheid 11 Claus-Dieter Wollitz VfL Osnabrück 11 10. Ihor Bjelanow Eintracht Braunschweig 10 Carsten Linke VfB Oldenburg 10
Süd
Saisonverlauf Den Aufstieg sicherte sich der 1. FC Saarbrücken. Nach einer guten regulären Saison, in der man Platz 2 erreichte, sprang der 1. FC Saarbrücken mit Beginn der Aufstiegsrunde auf den Spitzenplatz. Dort leistete man sich nur eine Niederlage und konnte sich am vorletzten Spieltag die Meisterschaft sichern. Engste Verfolger waren der SC Freiburg, Bester der regulären Saison, und der SV Waldhof Mannheim. Mit dem Chemnitzer FC und dem FC Carl Zeiss Jena hatten sich auch zwei ehemalige DDR-Vereine für die Aufstiegsrunde qualifiziert. Der CFC lag am 30. Spieltag sogar nur zwei Punkte vom Spitzenreiter entfernt, konnte aber letztlich nicht entscheidend in den Aufstiegskampf eingreifen.
Der FC Rot-Weiß Erfurt stand vom 4. Spieltag an auf dem letzten Tabellenrang und hatte nach dem 27. Spieltag schon keinerlei Chancen mehr auf den Klassenerhalt. Die Abstiegsrunde war insgesamt von einer hohen Fluktuation geprägt, sodass sich kein Verein entscheidend absetzen konnte. Noch am 30. Spieltag konnten bis auf Erfurt alle Vereine den direkten Klassenerhalt schaffen, aber auch direkt absteigen. Letztlich erwischte es den Halleschen FC. In die Relegation musste der TSV 1860 München nach einer Niederlage beim VfB Leipzig am letzten Spieltag und konnte sich dort nicht gegen Fortuna Köln durchsetzen, sodass man nach einer Saison wieder abstieg.
Abschlusstabelle
|- style="background-color: #FFFFFF" ! colspan="9" | Meisterrunde
|- style="background-color: #FFFFFF" ! colspan="9" | Abstiegsrunde
(N) Aufsteiger aus der Oberliga 1990/91 (Q) Qualifikant aus der DDR-Oberliga 1990/91
Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe.
Staffel Süd 1991/92 22px|SV Waldhof Mannheim 22px|Chemnitzer FC 20px|FC Carl Zeiss Jena 22px|FC 08 Homburg 22px|VfB Leipzig 22px|SV Darmstadt 98 22px|FSV Mainz 05 22px|TSV 1860 München 25px|Hallescher FC 20px|FC Rot-Weiß Erfurt 1. FC Saarbrücken 2:1 1:1 3:1 1:0 2:0 2:2 2:2 1:1 1:1 3:0 4:0 4:0 2:0 1:0 1:0 2:0 SV Waldhof Mannheim 2:1 2:0 1:1 2:0 0:0 1:0 3:1 1:1 0:0 3:0 2:1 1:1 6:2 1:1 2:1 1:1 SC Freiburg 1:0 2:2 4:0 1:0 0:0 3:1 3:1 2:0 2:1 3:1 6:0 0:0 0:0 3:1 2:0 1:3 Chemnitzer FC 0:0 0:0 2:1 0:2 0:0 3:1 2:0 1:0 4:0 3:0 2:1 1:3 1:2 0:0 1:0 1:0 FC Carl Zeiss Jena 1:1 1:1 4:3 1:1 3:1 2:3 3:1 2:1 2:1 2:0 1:0 0:0 3:2 1:2 1:2 3:1 FC 08 Homburg 4:1 2:2 3:0 1:3 0:0 4:1 1:2 2:1 0:0 0:0 1:0 4:0 0:2 3:1 0:1 2:2 VfB Leipzig 1:1 1:0 3:3 0:0 0:1 1:1 1:1 1:1 2:3 2:0 3:0 3:0 0:1 1:0 1:1 0:0 SV Darmstadt 98 1:4 0:0 1:3 0:0 3:1 0:3 2:1 1:3 2:0 1:1 1:0 2:0 2:1 3:1 2:1 4:1 1. FSV Mainz 05 1:2 3:1 0:0 0:0 1:1 0:0 1:1 1:0 3:1 1:3 2:2 1:2 1:0 0:2 1:0 3:1 TSV 1860 München 0:0 1:0 0:0 0:0 0:0 3:0 0:0 0:2 1:1 1:1 3:0 0:2 3:0 1:1 2:0 2:0 Hallescher FC 3:0 0:0 1:1 1:1 0:0 0:1 3:1 2:2 2:2 2:2 4:1 3:2 0:0 2:1 0:0 1:2 FC Rot-Weiß Erfurt 1:6 0:3 2:2 3:2 0:1 3:3 1:3 2:2 0:5 2:1 2:3 1:2 2:2 3:0 1:1 4:0
Torschützenliste Spieler Verein Tore 1. Michael Preetz 1. FC Saarbrücken 16 2. Steffen Heidrich Chemnitzer FC 12 3. Andree Fincke SC Freiburg 11 Bernd Hobsch VfB Leipzig 11 Daniel Jurgeleit FC 08 Homburg 11 Uwe Spies SC Freiburg 11 7. Wolfgang Schüler 1. FC Saarbrücken 10 Janusz Turowski VfB Leipzig 10 Thomas Weiß SV Darmstadt 98 10
Relegation, Abstieg Blau-Weiß 90 Berlin wurde die Lizenz entzogen und stieg gemeinsam mit Brandenburg, Halle und Erfurt ab. Dafür rückte im Norden Fortuna Köln auf den Relegationsplatz. Fortuna Köln und 1860 München spielten gemeinsam mit dem Dritten der Oberliga Nord (TSV Havelse) eine Relegationsrunde, die Fortuna Köln gewann und somit in der 2. Bundesliga blieb. 1860 München musste zurück in die Bayernliga, Havelse blieb in der Oberliga Nord.
Spiele
Abschlusstabelle
Aufsteiger 1. Nord FC Bayer 05 Uerdingen 60px|Logo des FC Bayer 05 Uerdingen Bernd Dreher (32 / -) – Torsten Chmielewski (8 / -), Robert Holzer (14 / -), Alexander Kutschera (28 / 1), Stephan Paßlack (30 / 6), Heiko Peschke (31 / 1), Helmut Rahner (14 / -) – Markus Bayertz (7 / -), Axel Jüptner (29 / 2), Michael Klein (25 / -), Dirk Krümpelmann (27 / 1), Nermin Mahmutovic (1 / -), Thomas Puschmann (8 / 1), Andreas Sassen (31 / 7), Daniel Timofte (13 / 1), Richard Walz (23 / 3) – Thomas Adler (31 / 9), Günter Bittengel (29 / 5), Uwe Hartenberger (1 / -), Heiko Laeßig (30 / 9).(Spiele/Tore) – dazu ein Eigentor von Sturm (FC Remscheid)
Trainer: Friedhelm Funkel
ohne Einsatz blieben: Edmund Rottler, Stephan Küsters
1. Süd 1. FC Saarbrücken Marco Kostmann (6/-), Alfred Wahlen (26/-) – Bernd Eichmann (28/1), Wenanty Fuhl (31/2), Matthias Hönerbach (22/-), Nasko Schelew (4/-), Michael Kostner (26/4), Michael Nushöhr (30/-) – Heikko Glöde (11/1), Eugen Hach (24/1), Thomas Kristl (1/-), Jürgen Lange (23/-), Christiaan Pförtner (31/4), Bernhard Rohrbacher (1/-), Wolfgang Schüler (32/10), Brian Skaarup (1/-), Thomas Zechel (30/2) – Jonathan Akpoborie (23/4), Michael Krätzer (27/5), Michael Preetz (32/17), Jörg Reeb (3/-).(Spiele/Tore) – dazu ein Eigentor von Simon (Darmstadt 98)
Trainer: Peter Neururer
Literatur Kicker-Sportmagazin: Jahrgang 1992, Olympia-Verlag GmbH, ISSN
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#1991 92 Kategorie:Fußballsaison 1991/92