Das Uplift-Universum ist der Handlungsort diverser Romane und Kurzgeschichten von David Brin aus dem Uplift-Zyklus. Es basiert auf dem Konzept des „Liftens“ – der genetischen Veredelung präintelligenter Spezies zur Vernunftbegabung durch technologisch überlegene „Patrone“. Da die Menschheit eine „Wölflingsrasse“ ohne bekannte Patrone ist, muss sie sich gemeinsam mit ihren Klienten (Neo-Delfinen und Neo-Schimpansen) in einem streng hierarchischen, oft feindseligen galaktischen Umfeld behaupten.
Werke 1. Uplift-Trilogie Sonnentaucher (Sundiver), Heyne 1995 Sternenflut (Startide Rising), Heyne 1993 Entwicklungskrieg (The Upli.f), Heyne 1992 2. Uplift-Trilogie (Die amerikanischen Ausgaben wurden für den deutschen Markt in jeweils zwei Bände gespalten) Brightness Reef Sternenriff, Goldmann 1997 Fremder der fünf Galaxien, Goldm97 Infinity's Shore Das Ufer der Unendlichkeit, Goldmann 1998 Die Botschaft der Delphine, Goldmann 1998 Heaven's Reach Ring der Sonnen, Goldmann 1999 Am Grenzpunkt der Ewigkeit, Goldmann 1999 Anderes Contacting Aliens: An Illustrated Guide To David Brin's Uplift Universe, Bantam 2002 Aficionado, Bestandteil der Kurzgeschichtensammlung Tomorrow Happens, Nesfa Pr 2003 Temptations, Bestandteil der Anthologie Far Horizons: All New Tales from the Greatest Worlds of Science Fiction, Harper-Voyager 2005
Aficionado handelt von den Anfängen des Liftens auf der Erde, Temptations spielt nach den Ereignissen von Ring der Sonnen und Am Grenzpunkt der Ewigkeit und greift einige der offen gelassenen Handlungsstränge auf. Beide Geschichten kann man kostenlos auf der offiziellen Seite von David Brin lesen.
Hintergrund Geschichte Die Menschheit ist im Kontakt und regen Austausch mit der Zivilisation der Fünf Galaxien, einem losen Verbund aus sauerstoffatmenden Spezies, die einander alle in den Status der Intelligenz und Empfindungsfähigkeit erhoben haben. Die Menschen selbst haben diesen Prozess bereits bei zwei eigenen Spezies, den Delfinen und Schimpansen begonnen. Nur steht die Erde mit ihrem Standpunkt alleine, denn seit vielen Jahren bereits ist keine Wölflingsrasse mehr in den Blickpunkt der vielen Völker gerückt. Meistens hat man nach einigen hundert Jahren bei diesen einen früheren Patron ausfindig machen können, aber das ist bis jetzt bei den Menschen noch nicht geglückt. Nur durch geschicktes Verhandeln, einige gönnerhafte ältere Rassen und viel Glück ist der Erdenclan noch nicht ausgerottet oder selbst anderen Spezies als Klient zugeteilt worden.
Das Liften Alle raumreisenden Spezies wurden durch eine sogenannte Patronatsrasse von einem präintelligenten Zustand über genetische Manipulation zu höherem Bewusstsein und Verständnis und damit auch zu Intellekt gebracht. Die Klientenrasse verpflichtet sich durch dieses Geschenk üblicherweise zu Dankbarkeit und Ergebenheit gegenüber ihrer Patrone (siehe auch Schuldknechtschaft). Ist diese in der Regel nach 100.000 Jahren abgegolten, den genauen Zeitpunkt setzen die Patrone fest, sind die Klienten frei andere Spezies zur Intelligenz zu ‚erheben‘ (daher der Ausdruck ‚Uplift‘) und weitere genetische Veränderungen durch die Patrone sind untersagt. Das Liften ist reglementiert, so dass kein Patron seine Schützlinge zu weit verändert. Sollte dies dennoch durchgeführt werden, so wird die Patronatsrasse geächtet und die galaktischen Institute können einen Dschihad gegen die Rasse ausrufen. Die erste Rasse, die diesen Zyklus begonnen hat, waren die Progenitoren. Sie sind auch die einzige Rasse, der evolutionär entstandene Intelligenz nachgesagt wird.
Humor Humor ist eine in den Fünf Galaxien selten anzutreffende allgemeine Eigenschaft einer Rasse. Man findet gelegentlich eine Spezies mit einem Sinn für Ironie, doch Humor ist rar gesät. Vielen galaktischen Völkern entzieht sich der Grund für dieses Gefühl. Zu den wenigen Spezies, die einen Sinn für Humor haben gehören die Kanten, Terragenen und Tymbrimi, obwohl den Thennanin ein sehr träger Sinn für Humor nachgesagt wird, der ihnen zumindest teilweise individuell erlaubt, Handlungen der ‚Humorvollen‘ nachzuvollziehen.
Die Galaktischen Institute Es gibt verschiedene Institute, die ein loses Regelwerk für das Zusammenleben der sauerstoffatmenden Spezies stellen. Allerdings sind sie im Allgemeinen nicht stark genug, dieses auch wirklich durchzusetzen. Neben der Bibliothek gibt es noch weitere Institute, die beispielsweise eine zivilisierte Kriegführung sicherstellen sollen, oder sich der Suche nach neuem Wissen widmen. Im Wesentlichen stellen sie eine gemeinsame Handlungsbasis und Protokolle zum gegenseitigen Umgang zur Verfügung.
Die einzige effektive Form der Exekutive, die die Institute haben, ist die Möglichkeit zum Dschihad aufzurufen, sollte sich eine Rasse zu ungebührlich oder ignorant verhalten haben. In einem solchen Fall sind sehr umfangreiche kriegerische Handlungen gegen sie erlaubt. Zur Illustration der tatsächlichen Ohnmacht der Institute sei erwähnt, dass durch ungebührliche Stärke des Dschihad bereits die versehentliche Ausrottung mehrerer raumfahrender Rassen vorgekommen ist.
Die Galaktische Bibliothek Das wichtigste galaktische Institut. Sie enthält und verwaltet das gesammelte Wissen aus etwa zwei Milliarden Jahren, zusammengetragen von tausenden intelligenter Spezies. Sie umfasst Sternenkarten, Technologien, kulturelle Informationen und weiteres. In ihrer Hand liegt auch die Entscheidung, wie viel und welche Informationen in den Zweigniederlassungen auf Raumschiffen und Planeten zur Verfügung gestellt werden. Doch gerade die Verfügbarkeit der Bibliothek ist der Grund für die Trägheit der großen Clans, neue Technologien zu erforschen, schließlich sind die meisten erwünschten schon erfunden worden.
Das Uplift-Institut Diese Behörde verteilt die Lizenzen zum Uplift an alle Rassen. Im Allgemeinen wird diese Lizenz der Rasse erteilt, die die Präsophonten entdeckt hat. Sie legt auch die Kriterien für das Liften fest, die gleichwertig nebeneinander gelten: Ein Klient muss ein Raumschiff steuern können. Ein Klient muss urteilen und logisch handeln können. Ein Klient muss ein Patron werden können.
Diese Anforderungen werden durch Zeremonien getestet, bei denen zugleich ein Stufenhüter gewählt werden kann, der die Klienten für die kommende Phase des Uplifts als eine Art Mentor begleitet und beratend in den Prozess eingreifen kann.
Das Institut für Migration Die Aufgabe dieses Instituts ist die Verwaltung der verschiedenen Planeten und Sonnensysteme. Es verteilt Pachtverträge über verschiedene Welten, die einige tausend bis über Millionen von Jahren laufen können. Zudem lässt es absichtlich Welten brach liegen, damit sich auf diesen neue upliftfähige Spezies entwickeln können. Eine Größenordnung weiter sorgt es für eine beständige Wanderung der Rassen durch die Spiralarme der Galaxien, wobei penibel darauf geachtet wird, dass Kontakte mit der Zivilisation der Wasserstoffatmer sehr unwahrscheinlich sind. In der Macht des Instituts für Migration liegt es auch, eine ganze Galaxie brach zu stellen.
Sprache Die galaktische Zivilisation kennt mehrere Sprachen, die alle durch ein galaktisches Institut normiert sind. Je nach Veranlagung kann eine Spezies mehrere dieser Sprachen beherrschen, wobei beim Liften üblicherweise Wert darauf gelegt wird, dass mindestens eine problemlos gesprochen werden kann. Die Sprachen sind alle strikt logisch aufgebaut und kennen nur wenige mehrdeutige Begriffe und Interpretationsebenen. Die Erdsprachen teilen diese Eigenschaft nicht und sind zumeist sehr interpretations- und kontextabhängig. Dadurch gestaltet sich die Übersetzung zwischen den galaktischen und Erdsprachen als relativ schwierig.
Die Hauptverkehrssprachen der Erde sind Englik und Trinär. Ersteres ist eine konstruierte Sprache, die zu weiten Teilen auf dem Englischen basiert, aber zugleich starke Anpassungen und Normierungen in Phonetik, Semantik und Grammatik erfahren hat. Das Gleiche trifft auf Rossik und Nihanik zu, die jeweils Russisch und Japanisch als Grundlage hatten. Alle drei sind während der Zeit der Bürokratie auf der Erde entwickelt, normiert und durchgesetzt worden.
Trinär im Gegenzug ist eine von und für Delfine entwickelte Sprache, die auf ihren Artikulationsfähigkeiten basiert, aber zugleich von Menschen gesprochen werden kann. Sie besitzt eine dreigeschachtelte Logik, die von Galaktikern nur sehr schwer zu verstehen ist. Sie basiert auf der ursprünglichen Proto-Sprache der Delfine, Primal, und ist aufgrund ihrer Struktur und ihres Aufbaus noch interpretationsabhängiger als Anglik. Die meisten Individuen, die mit dem Erdenclan längerfristig zu tun haben, erlernen Englik.
Ideologien Die Ideologien der verschiedenen Clans unterscheiden sich vor allem in der Auslegung von Fakten, die als mehr oder weniger gegeben akzeptiert sind: Die Progenitoren waren die erste intelligente Spezies. Die Progenitoren haben sich selbst und die ersten anderen Rassen geliftet. Anschließend sind die Progenitoren verschwunden. Da die Galaktische Bibliothek mit ihrem Fundus an Wissen mehrere Milliarden Jahre alt ist, darf man davon ausgehen, dass sich mit der Zeit einerseits Fehlinformationen eingeschlichen haben und andererseits Daten verloren gegangen sind. Daher ist alles Weitere, was die Progenitoren betrifft, wohlüberlegtes Raten, und fällt im Wesentlichen in die Bereiche des Glaubens. Bereits bei der Art und Weise sowie den Gründen, die für das Verschwinden der Progenitoren verantwortlich sind, streiten sich die verschiedenen Glaubensrichtungen. Hier eine Aufzählung der vorherrschenden Auslegungen:
Abdikatoren Diese Ideologie basiert darauf, dass Rassen, die längst nicht mehr auf dieser Ebene der Existenz verweilen, sich gelegentlich gewollt als präsophonte Spezies zeigen und den Uplift-Kreislauf ein weiteres Mal durchlaufen. Die Progenitoren gelten als älteste und erhabenste Rasse aus dem Kreis der Großen Geister (so bezeichnet man jene Rassen, die nicht mehr auf dieser Daseinsebene verweilen).
Affirmatoren Die Bestätiger gehen davon aus, dass die Progenitoren sich selbst durch Evolution entwickelt haben und eigenständig volle Intelligenz und Empfindungsfähigkeit erlangten. Dieser an sich menschenfreundliche Glaube wird dadurch ins Gegenteil gekehrt, dass sie den Erdclan als anmaßend, ketzerisch und arrogant betrachten, da dieser von sich selbst das Gleiche behauptet.
Befolger Dieser Glaube ist aufgrund seiner Wurzeln dem der Abdikatoren sehr ähnlich. Sie vertreten eine aggressivere Variante des Abdikatorenglaubens und wollen diesen überall durchgesetzt sehen. Es gibt regelmäßige Scharmützel und Kriege zwischen diesen beiden verwandten Ideologien, da sie sich gegenseitig der Ketzerei beschuldigen.
Erwarter Sie glauben, dass die Progenitoren eines Tages wiederkehren werden und ihre Weisheit und Wissen mit den anderen Spezies teilen werden.
Inheritoren Laut den Erben werden die Progenitoren eines Tages wieder auftauchen und sie selbst werden auserkoren sein, all die unwürdigen Rassen aus den Galaxien zu tilgen.
Rassen Quasi alle Rassen stammen aus diversen Patronatslinien, die ihren Rang in der galaktischen Hierarchie bestimmen. Entsprechend dieser Hierarchie ist auch ihr Umgang mit anderen Spezies, sowohl ihrer Klienten als auch Angehöriger anderer Patronatslinien. Beispielsweise zeigt eine im Dienstkontrakt befindliche Klientenrasse Menschen mitunter sehr viel Respekt, obgleich sie einer sehr viel mächtigeren Linie entstammen kann. Beim offiziellen Protokoll werden oft die wichtigsten Patrone und Klienten aufgezählt. Beispielsweise wurde Bubbacub folgenderweise vorgestellt: Bubbacub, a-Pil (a indiziert die angehörige Rasse), ab-Kisa-ab-Soro-ab-Hul-ab-Puber-ul-Gello-ul-Pring (ab kennzeichnet den Verlauf der Patrone, ul die Klientenrassen).