Die aserbaidschanische Fußballnationalmannschaft () ist die Auswahl der besten Fußballspieler aus Aserbaidschan.
Die Mannschaft konnte sich bisher weder für eine Fußball-Weltmeisterschaft noch für eine Fußball-Europameisterschaft qualifizieren. Obwohl das Land geographisch in Asien liegt, ist der Verband Mitglied der europäischen UEFA, weswegen die Nationalmannschaft an den europäischen Wettbewerben teilnimmt.
Geschichte Bis Ende 1991 war Aserbaidschan Teil der Sowjetunion, weswegen Spieler aus der Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik nur in der Fußballnationalmannschaft der UdSSR spielen konnten.
Der aserbaidschanische Fußballverband wurde 1992 gegründet und trat 1994 der UEFA und der FIFA bei. Ihre ersten Pflichtspiele bestritt die aserbaidschanische Fußballnationalmannschaft im Rahmen der Qualifikation zur Europameisterschaft 1996 und beendete diese mit einem Punkt aus 10 Spielen abgeschlagen auf dem letzten Platz. Aus Sicherheitsgründen wurden alle Heimspiele in Trabzon in der Türkei ausgetragen.
In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1998 gelang ihnen ein überraschender 1:0-Sieg gegen die Schweiz, waren dies doch die einzigen Punkte, die sie in dieser Gruppe holen konnten.
Eine weitere Überraschung gelang ihnen in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2000 mit dem 1:1 gegen den späteren EM-Halbfinalisten Portugal. Allerdings holte Aserbaidschan auch in jener Qualifikationsrunde nur vier Punkte und verlor 1:2 gegen Liechtenstein.
In der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2002 gelang der erst dritte Pflichtspielsieg für Aserbaidschan, ein 2:0 gegen die Slowakei. Dem folgte in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2004 ein 2:1 gegen Serbien-Montenegro.
Dennoch gehört Aserbaidschan immer noch zu den Fußball-Entwicklungsländern. Auch die Nominierung des Brasilianers Carlos Alberto Torres, einstiger Weltmeister von 1970, zum Nationaltrainer änderte daran nichts. Er ist mittlerweile schon wieder entlassen. Im November 2005 wurde Şahin Diniyev zum neuen Nationaltrainer ernannt. Er legte einen Dreijahresplan zum Aufbau einer neuen Mannschaft vor und setzte den Wechsel der Trikotfarben in blau-rot-grün (Nationalfarben) durch. In der Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 wurde man erneut Gruppenletzter, es gelang aber ein Sieg gegen Finnland (1:0). Von April 2008 bis Oktober 2014 war Berti Vogts Nationaltrainer der aserbaidschanischen Elf. Mit dem ehemaligen deutschen Bundestrainer belegte man in der WM-Qualifikation für 2010 den vorletzten Platz und ließ Liechtenstein hinter sich. Gegen Liechtenstein gab es den einzigen Sieg und ein Unentschieden. Eine große Sensation gab es im letzten Spiel zu bejubeln. Gegen den Gruppenzweiten, EM-Halbfinalisten und Erzrivalen Russland erreichte man in Baku ein 1:1.
In der Qualifikation zur Europameisterschaft 2012 gelang dem Team nach dem 1:6 gegen Deutschland und 0:3 gegen Österreich am 12. Oktober 2010 ein 1:0-Sieg gegen die Türkei. Auch mit einem 1:1 gegen Belgien am 2. September 2011 konnte die Mannschaft überraschen.
In der WM-Qualifikation 2018 spielte Aserbaidschan auch gegen Deutschland. Durch den Sieg gegen Norwegen am zweiten Spieltag und das 0:0-Unentschieden gegen Tschechien stieg die Nationalmannschaft in der FIFA-Weltrangliste (Ausgabe Oktober 2016) auf Platz 88, den besten Platz in der Geschichte des Landes.
Weltmeisterschafts-Teilnahmen 1930 bis 1994 – Nicht teilgenommen, war Teil der Fußballnationalmannschaft der UdSSR. 1998 bis 2022 – Nicht qualifiziert
Europameisterschafts-Teilnahmen Aserbaidschan nahm als Teil der UdSSR bzw. der GUS an den Europameisterschaften 1960 bis 1992 teil. In der sowjetischen Nationalmannschaft spielten aserbaidschanische Spieler aber keine große Rolle. Nur wenige aserbaidschanische Spieler kamen zu EM-Einsätzen, so 1972 Anatoli Banischewski. Nach der Auflösung der Sowjetunion in mehrere selbständige Staaten nahm Aserbaidschan erstmals an der Qualifikation zur EM 1996 teil, konnte sich aber nie qualifizieren und es reichte höchstens zum vorletzten Gruppenplatz.
Jahr Gastgeberland Ergebnis Bemerkungen und Besonderheiten 1996 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien und Frankreich gescheitert. 2000 Niederlande und Belgien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien und Portugal gescheitert. 2004 Portugal nicht qualifiziert In der Qualifikation an Italien und Wales gescheitert. 2008 Österreich und Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an Polen und Portugal gescheitert. 2012 Polen und Ukraine nicht qualifiziert In der Qualifikation an Deutschland und der Türkei gescheitert. 2016 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Italien, Kroatien und Norwegen gescheitert. 2021 Europa nicht qualifiziert In der Qualifikation an Kroatien und Wales gescheitert. 2024 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Belgien und Österreich gescheitert.
UEFA Nations League 2018/19: Liga D, 2. Platz mit 3 Sieg, 3 Remis und 1 Niederlage 2020/21: Liga C, 3. Platz mit 1 Sieg, 3 Remis und 2 Niederlagen 2022/23: Liga C, 2. Platz mit 3 Siegen, 1 Remis und 2 Niederlagen 2024/25: Liga C, 4. Platz mit 1 Remis und 5 Niederlagen
Kleinere Turniere Jahr Position Sp. S U N Tore Pkt. 1993 1. 4 2 1 1 8:5 5
Länderspiele gegen deutschsprachige Mannschaften
Datum Ort Heimmannschaft Resultat Gastmannschaft 1. 31. August 1996 Baku Aserbaidschan 1:0 2. 11. Oktober 1997 Zürich 5:0 Aserbaidschan 3. 14. Oktober 1998 Vaduz 2:1 Aserbaidschan 4. 5. Juni 1999 Baku Aserbaidschan 4:0 5. 8. September 2004 Wien 2:0 Aserbaidschan 6. 7. September 2005 Baku Aserbaidschan 0:0 7. 10. September 2008 Baku Aserbaidschan 0:0 8. 12. August 2009 Baku Aserbaidschan 0:2 9. 9. September 2009 Hannover 4:0 Aserbaidschan 10. 10. Oktober 2009 Vaduz 0:2 Aserbaidschan 11. 3. März 2010 Luxemburg 1:2 Aserbaidschan 12. 7. September 2010 Köln 6:1 Aserbaidschan 13. 8. Oktober 2010 Wien 3:0 Aserbaidschan 14. 7. Juni 2011 Baku Aserbaidschan 1:3 15. 7. Oktober 2011 Baku Aserbaidschan 1:4 16. 6. Februar 2013 Dubai Aserbaidschan 1:0 17. 22. März 2013 Luxemburg 0:0 Aserbaidschan 18. 7. Juni 2013 Baku Aserbaidschan 1:1 19. 26. März 2017 Baku Aserbaidschan 1:4 20. 8. Oktober 2017 Kaiserslautern 5:1 Aserbaidschan 21. 1. September 2021 Luxemburg 2:1 Aserbaidschan 22. 11. November 2021 Baku Aserbaidschan 1:3 23. 24. März 2023 Linz 4:1 Aserbaidschan 24. 16. Oktober 2023 Baku Aserbaidschan 0:1
Rekordspieler Stand: 23. September 2026 Rang Name Einsätze Tore Position Zeitraum 1. Rəşad Sadıqov 111 5 Abwehr 2001–20172. Badavi Hüseynov 82 1 Abwehr 2012– 3. Maksim Medvedev 81 4 Abwehr 2009–2022 4. Aslan Kərimov 80 0 Mittelfeld 1994–2008 5. Kamran Ağayev 79 0 Tor 2008–2018 6. Qara Qarayev 77 0 Mittelfeld 2013–2022 7. Mahir Şükürov 76 4 Abwehr 2004–2014 8. Mahmud Qurbanov 75 1 Mittelfeld 1992–2008 Tərlan Əhmədov 75 0 Abwehr 1992–2005 10. Ramil Şeydayev 69 10 Angriff 2016– 11. Qurban Qurbanov 68 14 Angriff 1992–2005 12. Emin Ağayev 65 1 Abwehr 1992–2005 13. Emin Mahmudov 64 16 Mittelfeld 2016– 14. Mahir Emreli 62 6 Angriff 2017– 15. Vüqar Nadirov 61 4 Angriff 2004–2015 16. Rahid Əmirquliyev 60 3 Mittelfeld 2007–2018 Quelle: eu-football.info
Rekordtorschützen Stand: 23. September 2026
Rang Name Tore Einsätze Quote Zeitraum 1. Emin Mahmudov 16 64 0,25 2016–2. Qurban Qurbanov 14 68 0,21 1992–2005 3. Ramil Şeydayev 10 69 0,14 2016– 4. Vaqif Cavadov 9 58 0,16 2006–2014 5. Dimitrij Nazarov 8 46 0,17 2014–2022 6. Elvin Məmmədov 7 37 0,19 2008–2017 Branimir Subašić 7 40 0,18 2007–2013 Rauf Əliyev 7 47 0,15 2010–2018 Renat Dadashov 7 46 0,15 2017– 10. Mahir Emreli 6 62 0,10 2017– Zaur Tağızadə 6 40 0,15 1997–2008 Quelle: eu-football.info
Trainer (1992) (1993) (1994) (1994) (1994–1995) Kazbek Tuayev (1995–1996) Vaqif Sadıqov (1997–1998) Əhməd Ələsgərov (1999) (2000, Interimstrainer) (2001–2002) Kazbek Tuayev (2002) Əsgər Abdullayev (2002–2003) Carlos Alberto (2004–2005) Vaqif Sadıqov (2005) (2006–2007) (2007–2008) (2008, Interimstrainer) Berti Vogts (2008–2014) (2014, Interimstrainer) Robert Prosinečki (2014–2018) Qurban Qurbanov (2018) Nikola Jurčević (2018–2019) Gianni De Biasi (2020–2023) Arif Əsədov (2024, Interimstrainer) Fernando Santos (2024–2025) Aykhan Abbasov (seit 2025, Interimstrainer)
Quelle: eu-football.info
Siehe auch Liste aserbaidschanischer Fußballnationalspieler
Weblinks
Website der AFFA (Azerbaycan Futbol Federasiyaları Assosiasiyası; englisch) Alle Länderspiele Aserbaidschans Infos zur aserbaidschanischen Nationalmannschaft auf fifaworldcup.yahoo.com Infos auf de.uefa.com
Einzelnachweise
Kategorie:Fußballnationalmannschaft (UEFA)
Fussball Kategorie:Nationalmannschaftsgründung 1992