American Psycho ist die filmische Adaption des gleichnamigen Buches von Bret Easton Ellis. Premiere hatte der schwarzhumorige Film im Jahr 2000 auf dem Sundance Film Festival. In den Hauptrollen sind neben Christian Bale als Patrick Bateman auch Jared Leto, Justin Theroux, Josh Lucas, Bill Sage, Chloë Sevigny, Reese Witherspoon, Willem Dafoe und Samantha Mathis zu sehen.

Handlung Der Film schildert Episoden aus dem Leben des New Yorker Investmentbankers Patrick Bateman in den späten 1980er Jahren. Sein Leben ist bestimmt von Luxusgütern, Äußerlichkeiten und dem Bewusstsein, der gesellschaftlichen Elite anzugehören. Zudem betreibt er einen hohen Aufwand, um dem Schönheitsideal zu entsprechen. Seine Kollegen der Wall-Street-Investmentfirma „Pierce & Pierce“ scheinen ihn des Öfteren mit Kollegen zu verwechseln.

Bateman fühlt sich in seinem Selbstwertgefühl verletzt, als ihm seine eigene Visitenkarte weniger repräsentativ erscheint als die seines Kollegen Paul Allen, was er durch den Mord an ihm kompensiert. Anschließend begibt er sich in Pauls Wohnung und inszeniert dessen scheinbare Abreise nach London. Einige Zeit später wird Bateman von Detective Donald Kimball aufgesucht, der das Verschwinden von Paul Allen untersucht. In den Nächten wird Bateman von einer Gier nach Blut und Gewalt zu einem immer exzessiveren Lebenswandel getrieben. Er zieht mit Kollegen und Bekannten nachts durch die Clubs und konsumiert immer mehr Drogen. Seine Gier nach Blut beginne, in seine Tage überzugreifen, so Bateman im Film. Er tötet wahllos Obdachlose und mehrere Prostituierte, die er zu sich nach Hause bestellt. Einzig bei seiner Sekretärin Jean kann er sich dazu überwinden, sie nicht zu töten. Später hat Bateman Sex mit seiner Bekannten Elizabeth und der Prostituierten Christie in Pauls Wohnung. Dabei tötet er Elizabeth und später noch die flüchtende Christie im Treppenhaus mit einer Kettensäge.

Nachdem sich Bateman von Evelyn getrennt hat, sucht er einen Geldautomaten auf. Auf dem Display erscheint der Text „Feed me a stray cat“ („Füttere mich mit einer streunenden Katze“). Als er die Katze vor der „Verfütterung“ erschießen will, unterbricht ihn eine Frau und er erschießt sie. Bateman wird daraufhin von der Polizei verfolgt, wobei er vier Polizisten erschießt. Bateman will in sein Büro fliehen, verwechselt jedoch das Gebäude, wo er einen Wachmann sowie einen Hausmeister ermordet. In seinem Büro ruft er seinen Anwalt Harold an und hinterlässt auf dessen Anrufbeantworter ein ausführliches Geständnis, bei dem offenbart wird, dass die tatsächliche Anzahl von Batemans Opfern noch sehr viel höher gewesen sein muss als gezeigt.

Als Bateman an seinem Verstand zweifelt und noch einmal nach den Opfern sehen will, die er in Paul Allens Apartment zurückgelassen hat, findet er eine frisch renovierte Wohnung vor, die gerade Interessenten vorgeführt wird. Die Maklerin, der er unheimlich ist, fordert ihn auf zu gehen und nicht wiederzukommen.

Bateman trifft sich anschließend mit einigen Arbeitskollegen, die darüber diskutieren, wo sie für das Abendessen reservieren sollen. Dort trifft er auf Harold, seinen Anwalt, der ihn mit Davis anspricht, und spricht ihn auf die auf dem Anrufbeantworter hinterlassene Nachricht an. Bateman muss jedoch feststellen, dass Harold ihm keinen Glauben schenkt. Harold sieht das Ganze als Scherz und verweist darauf, dass Bateman Paul Allen gar nicht ermordet haben könne, weil er selbst diesen vor einigen Tagen in London zweimal zum Abendessen getroffen habe.

Bateman wird nun klar, dass seine Handlungen keinerlei Konsequenzen haben und es somit keine Katharsis geben kann. Das wirft für den Zuschauer die Frage auf, ob die Morde tatsächlich oder nur in Batemans Kopf stattfanden.

American Psycho als Charakterstudie eines Serienmörders Die US-amerikanische Fachzeitschrift Psychology Today erörterte 2012 den Zusammenhang zwischen Narzissmus und Kriminalität, wobei American Psycho gleich in der Überschrift als Prototyp eines Narzissten genannt wird. In dem Artikel wird außerdem auf eine Studie der University of Surrey verwiesen, die das psychologische Profil Strafgefangener mit dem von leitenden Führungskräften verglich. Bei den Führungskräften wurden noch häufiger als bei den Kriminellen Persönlichkeitsstörungen wie Narzissmus festgestellt, da diese oft mit einem sehr hohen Anspruch an sich selbst sowie der Fähigkeit, Menschen und Situationen zum eigenen Vorteil zu gestalten, einhergehen.Narcissism American Psycho: Can Narcissism Be Good for You? (engl.) Psychology Today, abgerufen am 27. Mai 2021.

Der Psychologe Isaac Tylim bestätigt der Figur Patrick Bateman, ähnlich wie dessen Vorbild Norman Bates aus Psycho, massive psychische Störungen. Beide Figuren wiesen deutliche Merkmale der Misogynie sowie der Misanthropie auf und hätten ihre eigenen Moralvorstellungen entwickelt, nur dass Bateman schicker gekleidet und ein von Neid und Gier motivierter Karrierist sei. Beide weisen Merkmale des „malignen“ bzw. komplexen Narzissmus auf, der zusätzlich Elemente der antisozialen und der paranoiden Persönlichkeitsstörung sowie einen Hang zu Sadismus miteinander vereint.American PsychoMalignant Narcissism on the Screen by Isaac Tylim Institute for Psychoanalytic Training and Research, New York University Postdoctoral Program in Psychoanalysis and Psychotherapy, abgerufen am 27. Mai 2021.

Die Figur von Bateman bringt dies sehr deutlich zum Ausdruck, da er offensichtlich Freude daran hat, Frauen (wie die Prostituierten, die bei ihm zu Gast sind) zu quälen. Die Referenz zum Kannibalismus wird durch Szenen wie das Beißen bis aufs Blut beim Sex hergestellt. Es wurde bereits nachgewiesen, dass Serienmörder im Vergleich zu Einzeltätern öfter sadistische Neigungen haben und ihre Opfer oft nach gewissen Vorstellungen auswählen. Bereits das reale Vorbild für Patrick Bateman, Ed Gein, verband all diese Elemente. Weitere Gemeinsamkeiten zwischen realen Serienmördern und der Figur des Patrick Bateman sind eine gute Planung (z. B. Präparation des designierten Tatortes, an dem er Paul Allen ermordet) sowie eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, psychopathisch veranlagt zu sein und zu Gewaltexzessen zu neigen.Necrophilic and Necrophagic Serial Killers: Understanding Their Motivations through Case Study Analysis (auf Englisch) von Christina Molinari Florida Gulf Coast University, abgerufen am 29. Mai 2021. Bret Easton Ellis, Autor der Romanvorlage American Psycho, ist es somit gelungen, ein schlüssiges Porträt eines psychopathischen Serienmörders zu entwerfen, das mit großem Erfolg umgesetzt wurde, obwohl das Buch lange als „nicht verfilmbar“ galt.Brutal komisch Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 27. Mai 2021.

Synchronisation Die deutsche Vertonung fand in der Synchronabteilung des Studios Babelsberg statt. Sven Hasper, der die Rolle des Paul Allen sprach, schrieb auch das Dialogbuch und führte die Dialogregie.

+RolleSchauspielerSynchronsprecherPatrick BatemanChristian BaleDavid NathanTimothy BryceJustin TherouxCharles RettinghausPaul AllenJared LetoSven HasperDet. Donald KimballWillem DafoeWolfgang CondrusJeanChloë SevignyMaud AckermannEvelyn WilliamsReese WitherspoonDascha LehmannLuis CarruthersMatt RossMarius ClarénDavid Van PattenBill SageDennis Schmidt-FoßCourtney RawlinsonSamantha MathisBianca KrahlCraig McDermottJosh LucasOliver RohrbeckChristieCara SeymourHeidrun BartholomäusElizabethGuinevere TurnerGundi EberhardHarold CarnesStephen BogaertTill Hagen

Kritiken Das Lexikon des internationalen Films beschrieb den Film als „formal bestechende Adaption eines Bestsellers, deren schwarzer Humor ebenso wie die ironischen Anklänge der Inszenierung von der Ausstattung erschlagen werden. Übrig bleiben mehr Klischees als psychologische Motive oder soziale Kritik.“

Das Dirk Jasper FilmLexikon bezeichnete den Thriller als „schockierend“ und „emotional“.

JoBlo’s Movie Reviews wertete den Film mit 10 von 10 möglichen Punkten. Damit zählt er zu einer Gruppe von bis dato 39 Filmen – aus insgesamt 2307 Rezensionen – die diese Wertung erhielten (Stand 6. Dezember 2012).

Basierend auf der Auswertung von 246 Rezensionen weist Rotten Tomatoes für den Film eine Positivquote von 68 % aus (Stand 29. Juli 2025).

Eine Rezension der Süddeutsche Zeitung kam zu dem Ergebnis, die Regisseurin Mary Harron habe die satirischen Elemente der Buchvorlage von Bret Easton Ellis gekonnt umgesetzt. Man glaubt einer schwarzen Komödie über die amerikanischen Werte jener Tage beizuwohnen, wobei das Grauen der blutrünstigen Momente gekonnt mit der eiskalten Ausstrahlung kombiniert wurde.Brutal komisch Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 27. Mai 2021.

Der Spiegel schrieb in einer Rezension, die Verfilmung nehme den „Tötungsorgien der literarischen Skandalvorlage nichts an Härte“, suche jedoch nach Erklärungen und mache den Amokläufer dadurch zu einer „comicartigen Witzfigur“. Die Stärke der Regisseurin bestehe vor allem darin, viele kleine Fährten zu legen, die suggerierten, dass es eben doch einen tieferen Grund geben müsse, warum Bateman tötet. Allerdings werde in diesen Erklärungen nicht sehr tief vorgedrungen; American Psycho bilde letztlich nur eine „gefühlskalte Welt des Waren- und Markenfetischismus“ ab. Lobend erwähnt wird jedoch die Kameraführung, die mit ihren zahlreichen langen Schwenks eine Filmästhetik schaffe, die den Zuschauer unmittelbar in die 1980er Jahre zurückversetze.Mary Harron: „American Psycho“ - Amoklauf eines Börsenmaklers. In: Der Spiegel, 18. Februar 2000. Abgerufen am 24. Juni 2014.

Andreas Borcholte bemängelte in einer weiteren Rezension im Spiegel, dass Harron mit der Verfilmung des kontroversen Romanstoffs zwar die „Bebilderung eines Alptraums […] entfalten“ habe können, aber auch das Mahnmal American Psycho auf Kinoleinwandgröße geschrumpft habe. Die Regisseurin gebe sich bei eigentlicher Unverfilmbarkeit des Stoffes „alle Mühe, insbesondere die von Ellis akribisch beschriebene Ästhetik der vorvergangenen Dekade kaltglänzend aufleben zu lassen, und auch Hauptdarsteller Christian Bale liefert mit ausdrucksloser Miene und aalglatter Performance seine bisher beste Arbeit ab. Und doch ist die Bestie eindeutig gezähmt.“ Der Thrill des Buches sei ein ganz anderer gewesen, „viel tiefer gehendes Nervenkitzeln als jene Kino-Effekte, die zum hinlänglich bekannten Grusel- und Schock-Repertoire besserer Horrorstreifen gehören.“Ein Maulkorb für die Bestie; Spiegel Online vom 6. September 2000; abgerufen am 11. Januar 2020

Hintergründe Die Regisseurin Mary Harron, die zuvor bei I Shot Andy Warhol Regie geführt hatte, schrieb das Drehbuch zusammen mit Guinevere Turner. Für das Drehbuch gab es drei Alternativen, wovon eine von Bret Easton Ellis selbst stammte. Laut Turner endete Ellis’ Drehbuchversion mit einer aufwändigen Musikeinlage. Als sie Ellis danach fragte, gestand er, dass er sich kein anständiges Ende für das Skript habe vorstellen können.

Während der frühen Phase der Filmproduktion wurden viele Namen mit dem Film in Verbindung gebracht. Ursprünglich waren Mary Harron für die Regie und Christian Bale als Hauptdarsteller vorgesehen, aber auch Leonardo DiCaprio bekundete Interesse an der Hauptrolle. Die Produktionsfirma Lions Gate gab eine Pressemitteilung heraus, wonach DiCaprio die Hauptrolle in dem Film spielen werde. Mary Harron verließ daraufhin die Produktion, da sie an dieser Entscheidung nicht beteiligt gewesen war und die Hauptrolle mit Christian Bale besetzen wollte. Daraufhin wurde Oliver Stone mit der Regie in Verbindung gebracht. Als jedoch DiCaprio, dessen Interesse an dem Film überbewertet worden war, und Oliver Stone das Projekt verlassen hatten, kamen Harron und Bale zurück.

Mögliche andere Konstellationen Edward Norton wurde die Rolle des Patrick Bateman angeboten. Er lehnte sie jedoch ab. Brad Pitt wurde mit der Rolle des Patrick Bateman unter der Regie von David Cronenberg in Verbindung gebracht. Bret Easton Ellis selbst sollte dazu das Drehbuch schreiben.