Mit Rheinuferpromenade wird das gestaltete Rheinufer in Höhe der Düsseldorfer Stadtteile Altstadt, Carlstadt und Hafen bezeichnet. Auch andere Städte haben Rheinuferpromenaden; hier umfasst sie die Straßen Tonhallenufer, Schlossufer, Rathausufer und Mannesmannufer.

Die Promenade entstand im Laufe der Rheinufervorschiebung in den Jahren 1898 bis 1902. Damals wurden zwei Ebenen errichtet. Die untere diente zum Abfertigen des Schiffsverkehrs und bot Platz für die dafür notwendigen Einrichtungen. Auf der oberen Ebene bestand damals bereits eine Promenade.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Rheinufer für die Bundesstraße 1 umgestaltet. Neben, teilweise auch anstelle der Promenade entstand eine mehrspurige Straße, die durch ihre Barrierewirkung die Innenstadt vom Rhein abtrennte.

Nach dem Bau des Rheinufertunnels in den 1990er Jahren, bei dem die komplette Bundesstraße unter die Erde verlegt worden war, erfuhr das Rheinufer nach den Plänen der Architekten Niklaus Fritschi, Benedikt Stahl und Günter Baum eine Neugestaltung. 1995, zwei Jahre nach der Fertigstellung des Tunnels, wurde die neue Promenade von einer Million Besucher mit einem großen Fest gefeiert. Seitdem ist sie ein beliebtes Ausflugsziel von Düsseldorfern und Touristen. Die Freitreppe in Höhe des Burgplatzes ist häufig von Altstadtbesuchern besetzt. In Höhe des ehemaligen Mannesmannhochhauses befindet sich seit 2007 das Museum KIT. Weiter südlich wurde unterhalb der Rheinkniebrücke das neue Apollo Varieté errichtet. Der Ausbau als Promenade endet am südlichen Teil am Landtagsgebäude von Nordrhein-Westfalen.

Die Gestaltung der Rheinuferpromenade wurde mehrfach prämiert, u. a. 1998 mit dem Deutschen Städtebaupreis.

Geographie Name Seit der Neugestaltung des Rheinufers wird es Rheinuferpromenade genannt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen offiziell verliehenen und genutzten Straßennamen. Es befinden sich im Verlauf der Rheinuferpromenade, die im Wesentlichen den neugestalteten Bereich oberhalb des Rheinufertunnels umfasst, insgesamt vier Straßen.

Die Promenade beginnt, vom Norden her gesehen, am Tonhallenufer. Der Name weist auf die nördlich der Oberkasseler Brücke gelegene Düsseldorfer Tonhalle hin. Das daran südlich anschließende Schlossufer erinnert an das früher in Höhe des Burgplatzes gelegene Düsseldorfer Schloss. Es folgt das Rathausufer mit dem Düsseldorfer Rathaus. Am Mannesmannufer befinden sich neben Wohngebäuden mehrere Bürohäuser, die bis ins Jahr 2001 die Verwaltung des Düsseldorfer Traditionskonzernes Mannesmann beherbergten. Nach dessen Übernahme durch Vodafone war dort bis 2012 die Vodafone D2 GmbH angesiedelt.

Lage und Umgebung mini|Rheinuferpromenade, Abschnitt zwischen Altestadt und Mannesmannufer Die Rheinuferpromenade führt vom Tunnelmund des Rheinufertunnels in Höhe des Gebäudes der Düsseldorfer Kunstakademie am Burgplatz vorbei entlang der Düsseldorfer Altstadt und der Carlstadt bis zum Landtag Nordrhein-Westfalen ins Zentrum des Regierungsviertels. Dabei passiert sie die historische Keimzelle der Stadt im Bereich zwischen der Einmündung der Straßen Reuterkaserne, Ritterstraße, Altestadt und dem Burgplatz. Die beiden Stadtteile Altstadt und Carlstadt bilden das historische Zentrum Düsseldorfs, das bis ins 19. Jahrhundert durch eine Stadtbefestigung eingefasst war. Durch die bevorzugte Lage am Rhein sind viele geschichtsträchtige und repräsentative Bauwerke entlang der Rheinuferpromenade gelegen. Dazu zählen neben der bereits erwähnten Kunstakademie und dem Landtag zwei Wahrzeichen der Stadt, der Schlossturm und die St.-Lambertus-Kirche. Dahinter folgen das Rathaus und weiter südlich die Konzernzentrale des ehemaligen Mannesmannkonzerns. Ein Ministerium des Landes Nordrhein-Westfalen und die Villa Horion, der frühere Sitz des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und vormalige Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens. Daneben sind hier viele kulturelle Institutionen beheimatet. Direkt am Rheinufer sind dies das Apollo Varieté und das KIT sowie die Galerie der Kunstakademie. In der Altstadt befinden sich weitere zahlreiche Museen, welche vom Rheinufer nicht weit entfernt liegen. Aufgrund ihrer exponierten Lage am Rheinufer eröffnet die Promenade weiträumige Ausblicke auf die Stadtlandschaft und die Silhouette der Landeshauptstadt. Daher spielt sie eine große Rolle für den Tourismus.

Verkehr mini|Fahrradrikscha Durch die Verlegung des Nord-Süd-Autoverkehrs in einen Tunnel sind die Flächen entlang der Rheinuferpromenade heute in erster Linie den Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Für diese bestehen mehrere Möglichkeiten der Nutzung. Die Flächen der Promenade stehen den Fußgängern vollständig zur Verfügung. Für die Radfahrer ist auf dem Oberen Werft parallel zur Platanenallee ein Radweg ausgewiesen.

Entlang der Bebauung führt zu großen Teilen eine Erschließungsfläche für den motorisierten Verkehr. Diese steht den Anwohnern und Anlieferern zur Verfügung. Die Düsseldorfer Rheinbahn betreibt hier eine Buslinie, welche die Altstadt mit dem Medienhafen verbindet.

In Höhe der Rheinkniebrücke befindet sich eine Haltestelle der Straßenbahn, welche die Rheinuferpromenade mit dem Düsseldorfer Hauptbahnhof verbindet. Am nördlichen Ende, in Höhe der Oberkasseler Brücke, befindet sich der U-Bahnhof Tonhalle/Ehrenhof. Hier besteht die Möglichkeit, das Düsseldorfer Stadtbahnnetz zu nutzen. Eine besondere Art der Fortbewegung ermöglichen zeitweilig Fahrradrikschas, die vor allem sommers auf der Promenade verkehren.

Geschichte mini|Abbildung der Werft als Kaihafen vor der noch befestigten Stadt bei einem festlichen Theater mit Feuerwerk auf dem Rhein anlässlich der Hochzeit Johann Wilhelms von Jülich-Kleve-Berg mit Jakobe von Baden-Baden im Jahr 1585, Stich von Frans Hogenberg mini|Der Düsseldorfer Hafen oder Das Rheinwerft zu Düsseldorf,„Ansicht der Düsseldorfer Rheinwerft von Norden. Im Hintergrund rechts die Silhouette des Neusser Münsters. Blick aus dem alten Schloßgebäude in Düsseldorf stromaufwärts. Im Vordergrund rechts die Mündung der Düssel in den Rhein und der massive Kai, bis hin zum alten Kran, der auf dem Bild nicht mehr zu sehen ist. Dahinter die Trümmer der ehemaligen Thomas-Bastion; die Pappelreihe im Süden wohl identisch mit denen auf der Berger Allee. […]“ – Wend von Kalnein (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule, Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, ISBN 3-8053-0409-9, Kat.-Nr. 262, S. 494 f. Gemälde von Johann Velten, 1832 mini|Rheinufer im Bereich der Zitadelle, 1838

Im 16. Jahrhundert erfolgte schrittweise der Bau eines Werft als befestigter Kaihafen am Rheinufer der Altstadt. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts kam es im Zuge der Rheinufervorschiebung zur Neugestaltung der Düsseldorfer Rheinfront. Bis zu diesem Zeitpunkt standen die dortigen Häuser, zum Teil eingebunden in historische Anlagen der Festung Düsseldorf, direkt am Rheinufer. Die häufigen Rheinhochwasser überschwemmten Keller und ganze Gebäude, welches zu dauerhaften Schäden an der Bausubstanz und zu unbewohnbaren Häusern führte. Der hart am Rheinufer stehende Häuserblock der ehemaligen Krämerstraße vor der St.-Lambertus-Kirche wurde 1898 zwecks Anlegung einer hochwasserfreien Uferstraße abgebrochen.

Das neu entstandene Untere Rheinwerft wurde für den Bedarf der Rheinschifffahrt als Anlegeplatz ausgebaut. Das zur Stadt hin gelegene Obere Rheinwerft hingegen gestaltete man als repräsentative Promenade. Dabei wurde in Höhe des Burgplatzes das Düsselschlösschen errichtet. Das darin untergebrachte Weinlokal entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt in der Altstadt.

Die Maßnahmen am Rheinufer erstreckten auch auf den Bereich der Golzheimer Insel, den späteren Rheinpark Golzheim. Hier wurde durch eine Aufschüttung das Gelände für die Industrie- und Gewerbeausstellung Düsseldorf 1902 vorbereitet.

mini|Promenade nach Umgestaltung durch Rheinufervorschiebung, Postkartenmotiv nach 1900 In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg begann in der gesamten Stadt der Ausbau des Straßennetzes. Eine Maßnahme davon war der Ausbau der Bundesstraße 1. Als Teil der Baumaßnahmen wurde zur Verbreiterung der Straße das vom Krieg beschädigte Düsselschlösschen abgerissen.

Für die nächsten 40 Jahre war die Innenstadt baulich vom Rhein abgetrennt. Der stetig wachsende Verkehr auf der B1 verursachte eine Abwendung der Stadt vom Fluss. Zu Spitzenzeiten wurde die Bundesstraße 1 täglich von bis zu 60.000 Pkw genutzt.Heike Becker-Baumann: Die Umgestaltung des Rheinufers, in: Harald Frater, Günther Glebe, Clemens von Looz-Corswarem, Birgit Montag, Helmut Schneider, Dorothea Wiktorin: Der Düsseldorf Atlas – Geschichte und Gegenwart der Landeshauptstadt im Kartenbild. Grupello Verlag, Düsseldorf 2002, S. 56f Um diesen Zustand zu beenden, wurde die 1,9 km lange Rheinuferstraße unter die Erde verlegt. Auslöser hierfür war die Umgestaltung des Berger Hafens und die Errichtung des Landtages, der dort 1988 eröffnet wurde. Die B1 führte dort über eine Hochstraße direkt am Landtagsgebäude vorbei. Der Rheinufertunnel wurde dem Verkehr am 15. Dezember 1993 übergeben.

Um die Altstadt nach dem Tunnelbau endgültig wieder an den Rhein heranzuführen, wurde damit begonnen, die nun freigewordene Fläche zu gestalten. Der umgesetzte Entwurf dafür stammt von den Architekten Niklaus Fritschi, B. Stahl und G. Baum. Sie orientierten sich an der historischen Gestaltung des Architekten Johannes Radke aus dem Jahr 1900. So wurde die Trennung in ein Oberes und ein Unteres Werft beibehalten. Am Oberen Werft erfolgte das Aufstellen von 120 Bänken und das Pflanzen von 600 Platanen, welche eine Allee säumen. Diese trennt einen Geh- und einen Radweg voneinander. Die verbliebenen Elemente der historischen Ufergestaltung, wie zum Beispiel die Pegeluhr oder die großen Terrassen, wurden in die Pläne übernommen.

Das Projekt der Neugestaltung der Rheinuferpromenade, welches 1995 abgeschlossen werden konnte, wurde in Fachkreisen viel beachtet. Dies zeigen die Auszeichnungen, die das Projekt im Laufe der Jahre erhalten hat. So erhielt die Gestaltung der Rheinuferpromenade bereits in der Planungs- beziehungsweise Bauphase im Jahr 1994 den 1. Preis des Waterfront Centers Washington.

Der in die Gestaltung des gesamten Rheinufers miteinbezogene Burgplatz wurde 1996 bei einem Wettbewerb der Deutschen Bank mit dem ersten Preisrang in der Kategorie „Gestaltung öffentlicher Plätze“ ausgezeichnet. Der Bund Deutscher Architekten Nordrhein-Westfalen verlieh wiederum der Gestaltung der Gesamtanlage Rheinuferpromenade 1997 im Rahmen der „Auszeichnung guter Bauten“ einen Preis. Den Abschluss des Reigens der bisherigen Auszeichnungen bildete der von der Bank für Gemeinwirtschaft unterstützte Deutsche Städtebaupreis (Walter-Hesselbach-Preis) im Jahr 1998.

Verlauf Die Rheinuferpromenade führt entlang der eigentlichen Innenstadt von Düsseldorf, bestehend aus den Stadtteilen Altstadt und Carlstadt. Sie passiert auf ihrem Verlauf vom Tunnelmund des Rheinufertunnels in Höhe der Düsseldorfer Kunstakademie am Burgplatz vorbei, zum nordrhein-westfälischen Landtag viele Sehenswürdigkeiten und Orte der Stadtgeschichte.

Schlossufer