Digimon Frontier (jap. デジモンフロンティア, Dejimon Furontia) aus dem Jahr 2002 ist die vierte Anime-Fernsehserie des Digimon-Franchises. Sie hat keinen direkten Bezug zu den drei vorherigen Serien, da sie in einer von diesen unabhängigen, grundlegend anderen Welt spielt. Sie umfasst 50 Folgen und wurde vom Studio Tōei Animation produziert und in Japan sowie mehreren anderen Staaten im Fernsehen ausgestrahlt, darunter auch in Deutschland.

Inhalt Welt Wie in den Vorgängerstaffeln existiert auch in Digimon Frontier eine Digiwelt, in der Wesen namens Digimon leben. Ob diese allerdings wie die Vorgängerwelten in den Kommunikationsnetzwerken der Erde existiert oder ob es sich um ein Paralleluniversum handelt, wird nicht näher beschrieben.

Die Digiwelt in Digimon Frontier ist in zehn Regionen unterteilt, die je eines der zehn Elemente (Feuer, Licht, Eis, Wind, Donner, Erde, Holz, Wasser, Stahl und Finsternis) darstellen. Verbunden werden sie von einem den gesamten Planeten umfassenden Schienennetz, durch das zug-ähnliche Digimon, genannt Trailmon, Fahrgäste von einem Ort zum nächsten befördern. Die Regionen selbst sowie sämtliche belebten und unbelebten Objekte darin bestehen aus sogenannten D-Codes (デジコード Dejikōdo, Digicodes). Diese sind für die Gestaltung der Digiwelt verantwortlich und üblicherweise nicht offen zugänglich. Sobald die D-Codes, z. B. durch das Zerstören eines Gegenstandes oder das Verletzen eines Lebewesens, enthüllt werden, können sie von anderen Lebewesen aufgenommen werden. Die Aufnahme der D-Codes eines Lebewesens führt dazu, dass sich dieses wieder zu einem DigiEi zurückentwickelt, das anschließend zur „Stadt des ewigen Anfangs“ zurückkehrt, wo es vom Vogeldigimon Swanmon gepflegt wird, bis es ausschlüpft und sein Leben von vorn anfangen kann.

Über die Digiwelt herrschen die drei großen Engel: Cherubimon, Seraphimon und Orphanimon. Cherubimon schützt das Wissen und die Wahrheit, Seraphimon wahrt Gesetz und Ordnung und Orphanimon sorgt sich um die Liebe und das Leben. Seraphimon und Orphanimon repräsentieren gemeinsam die humanoiden Digimon, während Cherubimon für die tierischen Digimon steht.

Digimon und Technik Die Technik von Digimon basiert im Wesentlichen auf der der Vorgängerserien und baut diese aus.

Das Digivice, das die Hauptfiguren dieser Serie besitzen, heißt D-Tektor (jap. „D-Scanner“) und kann als Handsprechfunkgerät und Radar dienen. Außerdem können damit D-Codes eingescannt und die enthaltene Information wiederhergestellt werden.

Die Digimon in der Welt von Digimon Frontier können zwar wie die der Vorgängerstaffel digitieren, um so ein neues Level zu erreichen und an Macht gewinnen, die klassische Digitation spielt aber eine eher untergeordnete Rolle und wird in der Serie nicht im Detail erläutert. Entscheidender ist die Verwandlung der menschlichen Hauptpersonen zu sogenannten Hybrid-Digimon. Diese ist mit Hilfe von Artefakten, genannt Spirits, die das Vermächtnis einer Gruppe von zehn legendären Urdigimon sind, möglich. Es gibt insgesamt zwanzig Spirits – zwei für jedes der zehn Elemente, bestehend aus jeweils einem H-Spirit (ヒューマン スピリット Hyūman Supiritto, Human Spirit) und einem B-Spirit (ビースト スピリット Bīsuto Supiritto, Beast Spirit). Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Digimon können die Hybrid-Level-Digimon ihren Typus ändern, um sich ihrem Gegner anzupassen, was auch der Grund dafür ist, dass sie dem Typus Variabel zugeordnet sind. Nur Susanoomon zählt nicht zu den Hybrid-Digimon, sondern ist als Mega-Level-Digimon klassifiziert und dem Typus Serum zugehörig.

Die Hauptcharaktere führen im Laufe der Serie folgende Digitationen aus:

H- bzw. L-Spirit-Digitation Die H-Spirit-Digitation ist die erste in der Serie vorkommende und kann von allen Hauptcharakteren durchgeführt werden. Bei ihr digitiert der jeweilige Mensch mit Hilfe seines H-Spirits zum H-Hybriden (ハイブリッド体H Haiburiddotai H), die vom Aussehen her stark an Menschen erinnern.

B- bzw. K-Spirit-Digitation Die B-Spirit-Digitation wird den Hauptcharakteren kurz nach der H-Spirit-Digitation möglich. Der jeweilige Mensch digitiert bei ihr mit Hilfe seines B-Spirits zu einem tierartigen B-Hybrid-Digimon (ハイブリッド体B Haiburiddotai B), das anfangs schwer zu kontrollieren ist.

Anmerkung: In der japanischen Originalfassung werden H- und B-Spirit-Digitation nur als Spirit Evolution (スピリット・エボリューション Supiritto Eboryūshon) bezeichnet.

Slide-Digitation (スライド・エボリューション Suraido Eboryūshon, Slide Evolution) Die Slide-Digitation ist eigentlich keine wirkliche Digitation. Stattdessen wechseln die Hauptfiguren zwischen ihren menschlichen und tierischen Digimon-Formen hin und her.

Doppelte Spirit-Digitation (ダブル スピリット エボリューション Daburu Supiritto Eboryūshon, Double Spirit-Evolution) Die Doppelte Spirit-Digitation wird in der Serie nur von zwei der Hauptcharaktere durchgeführt, Takuya und Kōji. Bei ihr verbindet der Mensch seinen B- mit seinen H-Spirit und digitiert so zu seiner vereinten Form, auch A-Hybrid (ハイブリッド体A Haiburiddotai A) genannt.

Hyper-Spirit-Digitation (ハイパー・スピリット・エボリューション Haipā Supiritto Eboryūshon, Hyper Spirit-Evolution) Die Hyper-Spirit-Digitation wird in der Serie nur von zwei der Hauptcharaktere durchgeführt, Takuya und Kōji. Bei ihr nutzt der Mensch nicht nur sein eigenes, sondern gleich fünf Spirit-Paare zur Digitation zur übersteigenden Form, auch Z-Hybrid (ハイブリッド体Z Haiburiddotai Z) genannt.

Legendäre Spirit-Digitation (エンチェント スピリット エボリューション Enchento Supiritto Eboryūshon, Ancient Spirit-Evolution) Die Legendäre Spirit-Digitation kann, da für sie alle zehn Spirit-Paare benötigt werden, nur von allen Hauptcharakteren gemeinsam, oder von Takuya und Kōji stellvertretend für die fehlenden durchgeführt werden. In jedem Fall erscheint letztlich das legendäre Götter-Digimon Susanoomon, das alle anderen Hybride an Kampfkraft übertrifft.

Vorgeschichte Einst lebten die tierischen und die humanoiden Digimon friedlich nebeneinander in der Digiwelt. Dann kam es jedoch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten, die beinahe zu Zerstörung der Digiwelt führten. Da erschien Lucemon und schaffte es, beide Seiten zum Frieden zu führen. Allerdings wurde sie immer machtgieriger, grausamer und tyrannischer in ihrer Herrschaft, sodass die tierischen und die humanoiden Digimon sich zusammenschlossen und zehn legendäre Digi-Krieger (伝説の十闘士 Densetsu no Jūtōshi), welche die zehn Regionen der Digiwelt repräsentierten, aussandten, um Lucemon zu stürzen. Diese waren AncientBeetlemon (エンシェントビートモン AncientBeetmon), AncientGarurumon (エンシェントガルルモン), AncientGreymon (エンシェントグレイモン), AncientKazemon (エンシェントイリスモン AncientIrismon), AncientMegatheriumon (エンシェントメガテリウモン), AncientMermaimon (エンシェントマーメイモン), AncientSphinxmon (エンシェント ス フィンクモン), AncientTroiamon (エンシェントトロイアモン AncientTrojamon), AncientVolcamon (エンシェントボルケーモン) und AncientWisemon (エンシェントワイズモン). Die Tyrannin wurde von den Urdigimon besiegt und in ein Gefängnis im Inneren der Digiwelt eingeschlossen. Dabei ließen die Digi-Krieger ihr Leben. Doch bevor sie starben, schufen sie aus ihren eigenen Daten die Spirits. Diese setzten sie frei und vertrauten diese den drei großen Engel-Digimon an, die dauerhaft für Frieden und Gerechtigkeit sorgen sollten. Cherubimon bekam die Spiritpaare der Erde, des Holzes, des Wassers, des Stahls und der Finsternis. Seraphimon erhielt die des Windes und des Lichts. Und schließlich bekam Orphanimon die Spirits des Feuers, des Eises und des Donners.

Leider war der Frieden von kurzer Dauer, denn Cherubimon wurde immer zorniger auf die beiden anderen Engel, da sie der Meinung war, die tierischen Digimon würden benachteiligt. Eines Tages wurde diese von den dunklen Kräften Lucemons besessen und begann, die Digiwelt zu zerstören und Seraphimon und Orphanimon zu bekämpfen. Nachdem Seraphimon in seinem Schloss in eine Starre versetzt wurde und Orphanimon ins Schloss von Cherubimon verschleppt wurde, beschloss sie, Menschenkinder in die Digiwelt zu rufen, die nach einer alten Prophezeiung die Spirits der legendären Digi-Krieger wieder erwecken sollten.

Handlung Takuya Kanbara erhält eines Vormittags eine SMS auf seinem Mobiltelefon, ob er ein Spiel spielen möchte, das über sein Schicksal entscheiden könnte. Neugierig entschließt er sich, mitzuspielen und wird so zum Bahnhof von Shibuya, einem Bezirk von Tokio geschickt, wo er nichtsahnend in einen geheimnisvollen Zug, ein Trailmon, in die Digiwelt steigt. In diesem trifft er Zoe Ayamoto, J.P. Shibayama und Tommy Hyomi, die alle ebenfalls per SMS zu einem Spiel um ihr Schicksal eingeladen wurden. Noch während sie sich vorstellen, verwandeln sich ihre Mobiltelefone in D-Tektoren. In der Digiwelt angekommen begegnen sie Bokomon und Neemon, die von einem bösartigen Digimon angegriffen werden. Takuya findet einen H-Spirit, digitiert und wehrt den Angriff ab. Eine Stimme in seinem D-Tektor sagt ihm daraufhin, er sei einer der zehn legendären Krieger und solle zum Waldbahnhof gehen. Ab diesem Moment wird die Gruppe von Bokomon und Neemon begleitet.

Kurz stößt auch Kōji Minamoto zur Gruppe. Auch er und die anderen Kinder finden H-Spirits. Die ersten wirklichen Gegner der Gruppe sind vier verbleibende Krieger, Grumblemon, Arbormon, Lanamon und Mercurymon, die für das böse Cherubimon arbeiten und versuchen, Takuya und seine Freunde zu besiegen. Als die Kinder nach mehreren ergebnislosen Kämpfen beim Waldbahnhof ankommen, entdecken sie das Schloss des Digimon-Engels Seraphimon und schaffen es, diesen mit Hilfe des Digimons Sorcerymon aus seiner Starre zu erwecken. Allerdings tauchen nun wieder die feindlichen Krieger auf und töten durch eine List Seraphimon, der wieder zu einem Digiei wird. Takuya und seine Freunde sind gezwungen schnell den Rückzug anzutreten.

Während sie sich zum Stern der Rosen aufmachen, unter dem das Schloss von Cherubimon liegt, gelingt es den Kindern vier der fünf gegnerischen Krieger zu besiegen und deren Spirits an sich zu nehmen. Dabei helfen ihnen auch ihre B-Spirits, die sie unterwegs nacheinander finden. Der verbleibende gegnerische Krieger namens Duskmon stellt sich jedoch als Kōjis verschollener Zwillingsbruder Kōichi heraus, der von Cherubimon manipuliert wird. Nachdem Kōji die Doppelte Spirit-Digitation durchführt, kann er ihn schließlich besiegen und zum Guten bekehren. Er erhält daraufhin später die wahren Spirits der Finsternis und kann aktiv an Kämpfen teilnehmen.

Nachdem die Gruppe bei Cherubimons Schloss angelangt ist, befreien die Kinder die gefangene Orphanimon und es wird klar, dass diese hinter der Stimme in den D-Tektoren steckte und auch die Kinder in die Digiwelt geholt hatte. Allerdings stirbt Orphanimon im folgenden Kampf gegen Cherubimon, um die Kinder zu beschützen. Takuya und Kōji schaffen es, mit Hilfe ihrer Freunde die Hyper-Spirit-Digitation durchzuführen und besiegen schließlich Cherubimon.

Nun tauchen die zwei königlichen Ritter Dynasmon und Crusadermon auf, die die gesamte Digiwelt nach und nach zerstören wollen, um Lucemon aus ihrem Gefängnis zu befreien. Alle Versuche der Kinder, die königlichen Ritter aufzuhalten, scheitern, sodass letztlich nur noch die Monde der Digiwelt übrigbleiben und Lucemon befreit wird. Da die königlichen Ritter nun aber die Grausamkeit ihrer Meisterin erleben, beginnen sie, an ihr zu zweifeln und die Kinder schaffen es letztlich, beide zu besiegen.