Die 1947 gegründete United States Air Force (USAF) ist die Luftstreitkraft der Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika. Sie ist die zweitstärkste der fünf Teilstreitkräfte und einer der acht Uniformed Services of the United States. Hauptaufgabe der USAF ist die „Verteidigung der Vereinigten Staaten durch die Kontrolle und Ausnutzung von Luftraum und Weltall“. Das Hauptquartier (Headquarters United States Air Force) befindet sich im Pentagon in Virginia.

Im Jahr 2026 gehören der US Air Force 321.500 Soldaten an.US-Verteidigungsministerium: FISCAL YEAR 2026 BUDGET REQUEST (PDF), S. A-4, abgerufen am 17. Februar 2026 Hinzu kommen die 106.300 Angehörigen der Air National Guard sowie 67.500 Angehörige der Air Force Reserve.US-Verteidigungsministerium: FISCAL YEAR 2026 BUDGET REQUEST (PDF), A-5, abgerufen am 17. Februar 2026 Zusammen mit diesen beiden Reserveeinheiten kommt die Airforce auf 495.300 Soldaten. Sie beschäftigt zudem 163.449 zivile Mitarbeiter.US-Verteidigungsministerium: FISCAL YEAR 2026 BUDGET REQUEST (PDF), Kapitel 4, S. 28, abgerufen am 17. Februar 2026

Im Geschäftsjahr 2022 gehörten 5.451 Luftfahrzeuge, zuzüglich 406 Interkontinentalraketen, wodurch sie einen Teil der US-Atomstreitmacht bildet, zum Inventar. Die USAF unterhält weltweit 85 große Militärflugplätze (Air Force Base), davon 72 auf amerikanischen Territorien und acht in Europa, dazu noch einmal 82 kleinere Stützpunkte und fast ebenso viele Basen der Reservestreitkräfte.

Mit Hinblick auf ihr Aufgabenspektrum, ihre globale Aufstellung, ihre Vorreiterrolle im All und ihre Schlagkraft gilt die USAF in den Strategischen Studien als die am besten aufgestellte Luftstreitmacht weltweit.Hammond, Grant T.: The U.S. Air Force and the American Way of War, in: McIvor, Anthony: Rethinking the Principles Of War, Annapolis, MD: Naval Institute Press 2005, S. 109.

Geschichte

Vorgeschichte Die United States Air Force geht auf eine experimentelle Fliegertruppe der Fernmeldeeinheit der United States Army zurück, die 1907 die Bezeichnung Aeronautical Division, U.S. Signal Corps erhielt. Das Kriegsministerium der Vereinigten Staaten vergrößerte den Verband, der ab 1914 unter dem Namen Aviation Section, U.S. Signal Corps firmierte, im Ersten Weltkrieg massiv und verbesserte seine Ausrüstung, allerdings geschah dies zu spät, um im Rahmen der US-Kriegsbeteiligung 1917/18 mit den Fliegertruppen der europäischen Großmächte konkurrieren zu können. 1918 erhielt die militärische Luftfahrt der Vereinigten Staaten die Bezeichnung Air Service, United States Army. mini|hochkant|Kokarde des Army Air Corps

Die Zwischenkriegszeit war von der Institutionalisierung verschiedener Aspekte geprägt, weil das – von Juli 1926 bis Juni 1941 – US Army Air Corps trotz geringer Größe wesentliche Aspekte der Luftkriegsführung professionalisierte. Dies betraf vor allem die Beschaffung von Ausrüstung, die Ausbildung der Soldaten und deren Stationierung. Hiermit ging die Schaffung regionaler und aufgabenbezogener Zuständigkeitsbereiche, beispielsweise der militärische Schutz der Küsten der Vereinigten Staaten einher.

Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor Anfang Dezember 1941 zogen die US Army Air Forces (USAAF) in den Zweiten Weltkrieg gegen die Achsenmächte. Innerhalb der folgenden fast vier Kriegsjahre mit einem riesigen finanziellen und personellen Aufwand auf enormen Umfang erweitert, erkämpften sie auf dem europäischen wie pazifischen Kriegsschauplatz zusammen mit den Marinefliegern der US Navy die Luftherrschaft bis hin zur völligen Dominanz. Am Ende dieses Krieges eröffneten Flugzeuge der USAAF einen neuen Abschnitt in der Geschichte der Menschheit, als sie im August 1945 mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki zum ersten und bislang einzigen Mal Atomwaffen zum Einsatz gegen ein anderes Land brachten. Die US-Luftwaffe behauptet bis heute ihre Position als mit Abstand stärkste Luftstreitmacht der Welt.

Nach dem Krieg wurden die Streitkräfte neu organisiert und am 21. März 1946 drei neue Luftwaffenkommandos gegründet: Zur Unterstützung der Bodentruppen das Tactical Air Command, für die Reservestreitkräfte und Heimatverteidigung das Air Defense Command und für die strategischen Bomber und Aufklärer das Strategic Air Command, das später auch mit landgestützten Interkontinentalraketen ausgerüstet wurde. Es entwickelte sich in den Folgejahren zum mächtigsten Militärverband der westlichen Welt.

Die Luftstreitkräfte der USA mit Ausnahme der Marineflieger wurden mit der Gründung der United States Air Force (USAF) durch den National Security Act vom 26. Juli 1947, der am 18. September des Jahres in Kraft trat, schließlich zur selbstständigen Teilstreitkraft.

Kalter Krieg

Während der Berlin-Blockade 1948–1949 versorgten „Rosinenbomber“, überwiegend aus den Reihen der USAF und der britischen Royal Air Force, die Stadt fast ein Jahr lang über eine Luftbrücke, mit 278.000 Flügen und 2,1 Millionen Tonnen befördertem Material die bis heute größte Lufttransport-Operation überhaupt. Dabei verwendete die Air Force in der Operation Vittles getauften Operation vor allem Transportflugzeuge der Typen Douglas C-47, Douglas C-54 Skymaster und Lockheed C-121 Constellation.

1949 führten Marine- und Luftkriegsstrategen eine intensive Debatte darüber, auf welcher Teilstreitkraft die Vereinigten Staaten ihre Strategie aufbauen sollten, da das Budget für einen simultanen Aufbau einer strategischen Bomberflotte und die Aufstellung weiterer Flugzeugträgerverbände nicht ausreichte. Die Marine argumentierte mit dem erfolgreichen Einsatz der Flugzeugträger im Pazifikkrieg, während die Air Force das kaum einzugrenzende Potenzial der Luftkriegsführung betonte. Die Kündigung einiger Flugzeugträgeraufträge veranlasste hohe Marineoffiziere zum so genannten Aufstand der Admirale, der eine Aufspaltung der Nuklearkapazitäten der Vereinigten Staaten auf beide Teilstreitkräfte führte. Demgegenüber setzte sich die Air Force mit dem Aufbau einer strategischen Bomberflotte durch.

Der Koreakrieg 1950–1953 war der erste Kriegseinsatz der Air Force als eigenständige Teilstreitkraft. Sie ordnete alle im Fernen Osten stationierten Flugzeuge und Formationen dem Oberkommando Far East Air Forces (FEAF) unter dem Befehl von Lieutenant General George E. Stratemeyer. In Korea erlebte die USAF die ersten Luftkämpfe zwischen Düsenflugzeugen untereinander. Das Verteidigungsministerium zog aus dem dreijährigen Einsatz die Lehre, dass ein aufwändiger Aufbau der Sollstärke zu Kriegszeiten eine Zeit- und Ressourcenverschwendung darstellte. Insgesamt hatte die Air Force 721.000 Einsätze geflogen und 476.000 t Material befördert. Während des gesamten Krieges schoss sie über 900 gegnerische Flugzeuge ab, verlor aber selbst 1466 Maschinen und erlitt darüber hinaus über 600 anderweitige Verluste.According to historians William T. Y’Blood and Walter J. Boyne, FEAF alone flew a total of 720,980 sorties, including over 92,000 close air support, 192,581 interdiction, over 20,000 bombing, 210,000 cargo, and thousands of reconnaissance and air superiority sorties. FEAF delivered 476,000 tons of ordnance (68 percent of the total amount of ordnance delivered during the war by the United Nations) and destroyed over 900 enemy aircraft. The fight for air supremacy also exacted incredible losses. FEAF lost some 1,466 aircraft (about half or 757 to enemy action). The Navy, Marines, and other United Nations forces lost another 520 aircraft. FEAF also lost 1,180 personnel, with an additional 600 non-fatal casualties reported, aus: . Zugriff am 11. Mai 2008.

Seit dem Ende des Kalten Krieges haben die Vereinigten Staaten stetig ihren Bestand an Flugzeugen abgebaut. Zusammen mit der Marine und der Marineinfanterie verfügte die Luftwaffe 1992 über 5783 Kampfflugzeuge, im Jahr 2000 waren es noch 3985 und 2008 3542. Die strategische Bomberflotte verringerte sich von 276 (1992) über 208 (2000) auf 189 Maschinen (2008).

Kurzer historischer Überblick mini|Flugzeuge des 379th Air Expeditionary Wing und Jets der Koalitionsstreitkräfte über der irakischen Wüste, 14. April 2003. Die Gruppe besteht aus den Typen KC-135 Stratotanker, F-15E Strike Eagle, F-117 Nighthawk, F-16CJ Falcon, einem britischen Tornado GR4 und einer australischen F/A-18 Hornet. 1947–1992 Einsatzbereitschaft mit kernwaffenbestückten Bombenflugzeugen und später mit Boden-Boden-Raketen im Kalten Krieg. 1950–1953 Koreakrieg. 1964 Simba-Rebellion in der Kongo-Krise 1964–1973 Vietnamkrieg. 1973 Operation Nickel Grass, Luftbrücke mit Waffen nach Israel während des Jom-Kippur-Krieges. 1980 Operation Eagle Claw, Geiselrettungsversuch im Iran. 1986 Operation El Dorado Canyon, Bombenangriff in Libyen. 1990–1991 Operation Desert Shield, Schutz von Saudi-Arabien vor dem Irak. 1991 Operation Desert Storm gegen den Irak. 1991–1996 Operation Provide Comfort, Flugverbotszone Nord für 36°N im Irak. 1991–2003 Operation Southern Watch, Flugverbotszone Süd für 33°N im Irak. 1993–1995 Operation Deny Flight, Flugverbotszone über Bosnien-Herzegowina. 1995 Operation Deliberate Force, Bombenangriff in Bosnien-Herzegowina. 1996 Operation Desert Strike, Bombenangriff im Irak. 1997–2003 Operation Northern Watch Flugverbotszone Nord für 36°N im Irak 1998 Operation Desert Fox, Bombenangriff im Irak. 1999 Operation Allied Force, Bombenangriff im Kosovo und Serbien. 2001–2014 Operation Enduring Freedom, Bombenangriff in Afghanistan. 2003–2010 Operation Iraqi Freedom, Invasion und Bombenangriff im Irak. 2011 Operation Odyssey Dawn, Flugverbotszone über Libyen.

Auftrag und Doktrin Verfassungsrechtliche Grundlage Die Existenz der United States Air Force ist im Gegensatz zum Heer und der Marine nicht wörtlich in der Verfassung der Vereinigten Staaten legitimiert. Den Sätzen 12–14 in Artikel I, Abschnitt 8 zufolge hat der Kongress das Recht, „Armeen aufzustellen und zu unterhalten“ und „Reglements für Führung und Dienst der Land- und Seestreitkräfte zu erlassen“.Deutsche Fassung der Verfassung (PDF; 201 kB) auf der Internetpräsenz der amerikanischen Botschaft in Deutschland, Seite 3. Zugriff am 1. März 2008. Auch Satz 1 der Sektion 2 des Artikels II, der Einzigen weiteren Passage, die militärische Kräfte erwähnt, besagt, dass „[d]er Präsident […] Oberbefehlshaber der Armee und der Flotte der Vereinigten Staaten und der Miliz der Einzelstaaten“ ist.Seite 5 des deutschen Verfassungstexts. Den Aufbau von Luftstreitkräften verweigern jedoch ausschließlich die beiden wörtlichen Lesarten der Verfassungsinterpretation, während zwei andere, Modernisten und Normativisten sie zulassen. Vertreter des Originalismus sind über die Frage gespalten, je nach Stärke ihrer Ansichten. Den befürwortenden Strömungen dient das Beispiel der Air force häufig als Widerlegung wörtlicher Verfassungslesarten.Somin, Ilya: Who claims that textualism and originalism lead to the conclusion that teh Air Force is unconstitutional? beim Blog The Volokh Conspiracy vom 29. Januar 2007, abgerufen am 1. März 2008 (englisch). Die Befürworter der Zulässigkeit der Luftstreitkräfte argumentieren darüber hinaus in drei anderen Strängen. Zum einen seien Luftstreitkräfte unter dem Dach des Heeres oder der Marine zulässig, zum anderen könne auch eine zunächst verfassungsgetreue Benennung des militärischen Luftfahrtministeriums das Problem nominalistisch lösen.Rappaport, Michael: Why the Air Force Is Not Unconstitutional. In: Discourse.net, 17. November 2005, abgerufen am 1. März 2008 (englisch). Von wesentlich größerer Bedeutung ist jedoch die Argumentation, dass es bis zu einem gewissen Grad dem Urteil der Bundesregierung unterliege, welche Behörden zur Regierungsführung vonnöten sind (Necessary and Proper Clause).

Bundesgesetz