mini|Der Arne-Karlsson-Park mini|Kinderspielplatz, hinten das Aufnahmegebäude des Bunkers mini|Die Hundeauslaufzone mini|Im Park mini|Die Bürgerversorgungs-Anstalt, 1860 (links: Währinger Straße, rechts: Spitalgasse) Der Arne-Karlsson-Park ist mit rund 12.500 m² eine der größten Parkanlagen des 9. Wiener Gemeindebezirks Alsergrund. Er befindet sich an der Kreuzung von Spitalgasse und Währinger Straße.
Park Benennung Die Grünanlage wurde 1932, dem Jahr der Freigabe, Bürgerpark benannt. Mit Gemeinderatsbeschluss vom 10. Juli 1947 wurde dieser nach Arne Karlsson (1912–1947) in Arne Carlsson-Anlage umbenannt:Gemeinderatsbeschluss vom 10. Juli 1947 zur Umbenennung des bisherigen „Bürgerparks“ in „Arne Carlsson-Anlage“ zu Aktenzeichen „A. Z. 63/47; M.Abt. 7 – 1924/47“ In: Amtsblatt der Stadt Wien, 9. August 1947, S. 10 (Digitalisat in der Wienbibliothek Digital).
In der Zeit seit der Umbenennung 1947 parallel bis noch in die 2020er Jahre finden sich die Schreibweisen mit C, also „Arne Carlsson“, „Arne Carlsson-Anlage“, „Arne Carlsson-Park“ und „Arne-Carlsson-Park“,Suche „Arne Carlsson“: 56 Treffer. In: Digitalisierter Bestand in der Wienbibliothek Digital, abgerufen am 17. August 2026. aber auch mit K, also „Arne Karlsson“ „Arne Karlsson-Anlage“, „Arne Karlsson-Park“ sowie bis zuletzt, nunmehr auch als amtliche Schreibweise, „Arne-Karlsson-Park“.Suche „Arne Karlsson“: 35 Treffer. In: Digitalisierter Bestand in der Wienbibliothek Digital, abgerufen am 17. August 2026. Auch außerhalb der Zuständigkeit der Stadt Wien ist vielfach immer noch die Schreibweise mit C zu finden, beispielsweise in einer Programmankündigung des im September 2018 im Park abgehaltenen 120-jährigen Jubiläumskonzerts der nahegelegenen Volksoper.. Pressemeldung des Pressebüros der Volksoper Wien, August 2018.
Die gelegentlich zu findende Darstellung, dass der Park zwischenzeitlich oder bereits zu Beginn nach dem Radiologen und Universitätsprofessor Guido Holzknecht, dessen Büste sich im Park befindet, als Guido-Holzknecht-Park benannt war,Vgl. zum Beispiel: , 12. September 2025, abgerufen am 17. August 2026. ist der oben zitierten Faktenlage von 1947 entsprechend wohl nicht zutreffend.
Arne Karlsson Der Schwede Arne Karlsson (geb. am 4. oder 8. August 1912 in Stockholm), fälschlich oft Arne Carlsson geschrieben, war Leiter der schwedischen Hilfsorganisation „Rädda Barnen“ („Rettet das Kind“) für Wien. Während einer gemeinsamen Dienstfahrt mit dem Leiter für gesamt Österreich, Torsten Arneus, die sie von Ungarn über Österreich in die Tschechoslowakei führte, gelangten sie auf der Preßburger Straße im niederösterreichischen Berg an eine Absperrung nahe der tschechoslowakischen Grenze. Nachdem Karlsson als Lenker gewendet hatte, um zurückzufahren, wurden sie von einem Militärposten der sowjetischen Besatzung von hinten beschossen; Karlsson wurde tödlich in den Hinterkopf getroffen, Arneus wurde schwer verletzt. Untertitel: . Nach weiteren Angaben sollen sich auch Karlssons Ehefrau und beider Kind im Auto befunden haben, die beiden seien unverletzt geblieben. (hier mit Geburtsdatum 8. August 1912; siehe auch, dass sich Gattin und Kind im Auto befunden hätten). 18. Oktober 2023, abgerufen am 17. August 2026.Siehe auch die beim Arne-Karlsson-Denkmal an der Preßburger Straße im niederösterreichischen Berg angebrachte Informationstafel: hier ebenfalls mit dem Geburtsdatum 4. August 1912 für Arne Karlsson, der Information, dass Gattin und Kind im Auto gewesen seien sowie der Beschreibung von Örtlichkeit und Ablauf: Fotografie der Informationstafel auf Google Maps.
Die „Leichenfeier“ zu Karlssons Einäscherung fand am 19. Juni 1947 im Vorhof des Wiener Wiener Krematoriums im Beisein der „hohen“ Politik und anderer statt. Die Asche wurde später zur Beisetzung nach Schweden verbracht.Die Einäscherung Arne Karlssons. In: Rathaus-Korrespondenz, 19. Juni 1947, Blatt 683 (Digitalisat in der Wienbibliothek Digital).
Grundstücksgeschichte An der Stelle des heutigen Parks (Adresse: Währinger Straße 45) befand sich das im Mittelalter gegründete Lazarett Johannes in der Siechenals sowie 1679 eine Pestgrube für etwa 1000 Seuchenopfer. Zwischen 1858 und 1860 erbaute die Stadt Wien dort nach Plänen von Ferdinand Fellner (1815–1871) ein dem Bürgerspitalfonds gehörendes Bürgerversorgungshaus (Bürgerversorgungs-Anstalt).
Ab 18. Juli 1904 wurde ein Großteil der Pfleglinge in das am 12. April 1904 eröffnete Versorgungsheim Lainz gebracht, und am 2. August des Jahres wurde mit der Demolierung (von Teilen) der Anlage begonnen.
Am 13. Juli 1927 beschloss der Wiener Gemeinderat, den Betrieb des Bürgerversorgungshauses (insbesondere aus sanitären Gründen) aufzulassen, und erteilte am 12. September 1927 den Auftrag zum Abriss. Im Juni 1928 wurden die letzten noch verbliebenen Pfleglinge in das Versorgungsheim Lainz gebracht. Am 10. September 1928 wurde der Einspruch des Bundesdenkmalamts von der zuständigen Magistratsabteilung mit der Begründung abgewiesen, dass durch die Abtragung des Gebäudes weder kulturelle noch künstlerische Interessen verletzt würden. Nach dem vollständigen Abbruch 1929 sowie dem Anfang Februar 1931 erklärten (finanzbedingten) vorläufigen Verzicht der Gemeinde auf Umsetzung eines durch Wettbewerb gefundenen Wohnungshochbauprojekts (erstprämiert: Rudolf Frass) wurde der heutige Park angelegt.Suche nach Rudolf Frass, unter Eingrenzung von 1930 bis 1930, im WAIS – Wiener Archivinformationssystem erbringt als Suchergebnisse: Signatur: 3.3.2.FC1.[nnnn]M mit Titel: Fotosammlung C [nnnn]M: 9., Währinger Straße 45; Spitalgasse (= 12 Datensätze). Abgerufen am 17. August 2026.Arne-Carlsson-Park. In: Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Band 2: De–Gy. Kremayr & Scheriau, Wien 1993, ISBN 3-218-00544-2, S. 160.
1941 wurde mitten im Park ein 760 m² großer Luftschutzbunker errichtet. Dieser Tiefbau bestand aus 40 Kammern, ausgelegt für 300 Personen wurde er aber oft von bis zu 700 Menschen genutzt. Der Zugang zum unterirdischen Bunker erfolgte über ein parkseitiges Aufnahmegebäude, dessen Wände heute zahlreiche Graffiti zieren.
Nach dem Krieg diente der Bunker dem Stadtgartenamt (MA 42) als Lager, das jedoch langsam verfiel und 2008 wegen Baufälligkeit gesperrt werden musste. Die Anlage wurde 2008/10 renoviert und dem Bezirksmuseum Alsergrund übergeben.9. Bezirk: Gedenken an Karlsson am 16.11. im Bunker. APA-OTS-Aussendung der PID-Rathauskorrespondenz, 14. November 2022, abgerufen am 17. August 2026. Der Bunker ist fallweise von den aktuellen Veranstaltern im Rahmen von Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich.Führungen durch den Erinnerungsbunker im Arne-Karlsson-Park. In: Website der Stadt Wien, abgerufen am 17. August 2026.
U-Bahn-Station Im Rahmen des zweiten Teils des Ausbauprojekts Linienkreuz U2/U5 wird unter dem Kreuzungsbereich Währinger Straße / Spitalgasse die U-Bahn-Station Arne-Karlsson-Park der Linie U5 entstehen. Die Detailplanungen haben im Jahr 2018 begonnen, Baustart soll nach Stand 2026 im Jahr 2028 sein; mit der Inbetriebnahme ist demnach nicht vor Mitte der 2030er Jahre zu rechnen.
Mit der Station werden die Straßenbahnlinien 5, 33, 37, 38, 40, 41, 42 an die U5 angebunden und die stark frequentierte U-Bahn-Station Schottentor entlastet. Rund 10.000 Menschen leben und arbeiten im Einzugsgebiet der neuen Station.
Die Nachbarstationen im Verlauf der U5 werden die U-Bahn-Station Frankhplatz (erster Bauabschnitt) und die U-Bahn-Station Michelbeuern (zweiter Bauabschnitt) sein.
Kunst und Kultur im Park mini|hochkant|Guido Holzknecht mini|hochkant|Elsa-Brändström-Denkmal
Eine Nachbildung der von Josef Heu geschaffenen, am 6. November 1932 im neuen Bürgerpark von Bürgermeister Karl Seitz enthüllten Bronzebüste des 1931 verstorbenen Röntgenologen Guido Holzknecht Ein Wandbrunnen an der Mauer des Luftschutzbunkers, 1953 gefertigt von Mario Petrucci Elsa-Brändström-Denkmal der Künstler Hans Jaksch und Robert Ullmann, enthüllt 1965 Im Erinnerungsbunker genannten Luftschutzbunker befindet sich seit 2005 die Dauerausstellung „Durch die Dunkelheit und wieder zurück“.
Literatur Michael Altmann: Das Wiener Bürgerspital. Zur Erinnerung an die Eröffnung des neuen Bürger-Versorgungshauses in der Alservorstadt. Auf Grundlage mehrerer Manuscripte des Bürgerspital-Amtsdirectors Herrn Joseph Holzinger (…). L(udwig) C(arl) Zamarski & C(arl) Dittmarsch, Wien 1860. – .
Weblinks
Parks und Gärten am Alsergrund – Arne-Karlsson-Park in wien.gv.at (nur mit Verlinkung zur Weiterleitung auf den Stadtplan der Stadt Wien) Erinnerungsbunker im Arne-Karlsson-Park:
Einzelnachweise
Kategorie:Parkanlage in Wien Kategorie:Alsergrund