Seewölfe, Korsaren der Weltmeere ist eine Heftroman-Serie, die von 1975 bis 1990 beim Pabel-Moewig-Verlag in insgesamt 760 Ausgaben erschien.

Die ersten elf Hefte dieser Serie waren noch Übersetzungen eines Großteils der Fox-Romane von Adam Hardy (Kenneth Bulmer) aus dem Englischen, in denen es um den Marine-Offizier George Abercrombie Fox ging, vergleichbar z. B. den maritimen Buchserien Hornblower von C. S. Forester (Cecil Lewis Troughton Smith) oder Bolitho von Alexander Kent (Douglas Reeman).

Die Serie wurde mit Ausgabe zwölf auf eigene Romane des Verlages umgestellt, die, von 1975 bis 1990 in 749 Heften verschiedener Autoren, die Abenteuer von Phillip Hasard Killigrew, genannt der Seewolf, beschrieben. Unfreiwillig begann dieser seinen Dienst 1576 an Bord der „Marygold“ unter dem Kommando von Sir Francis Drake.

Die Reihe erschien bis Band 28 im Taschenheft-Format mit einem Umfang von 130 Seiten und einem Preis von DM 1,80, danach im üblichen Heftromanformat mit 64 Seiten und einem Preis, der von anfangs DM 1,50 auf DM 3,00 zuletzt stieg. Die Ausgaben erschienen bis Band 52 einschließlich 14-täglich, danach wöchentlich.

Die Einstellung der Serie erfolgte 1990 überraschend ohne Ankündigung, was die laufende Handlung nicht abgeschlossen zurückließ. Trotzdem muss man sie angesichts der erreichten Ausgabennummer wohl zu den erfolgreichsten oder doch zumindest langlebigsten Heftromanserien auf dem deutschen Markt zählen.

Von 1979 bis 1985 erschien eine parallel vertriebene Taschenbuch-Reihe unter dem Titel Seewölfe, Abenteuer auf sieben Weltmeeren, die jedoch anders als die Heftserie von den Abenteuern des Schiffsjungen Howard Bonty in einer etwas späteren Epoche handelte. Es erschienen 57 Titel in der Reihe, Band 1 bis 29 erschien beim Moewig-Verlag, die folgenden Titel bei Pabel. Der Preis stieg von anfangs DM 4,80 auf zuletzt DM 5,80. Die Taschenbücher erschienen bis Band 41 monatlich und danach alle zwei Monate.

Außerdem erschienen 1976 sechs Bände einer Hardcover-Ausgabe und 1976/1977 sieben Bände als zweite Auflage. 1997/1998 erschienen sieben Bände in der Maritim-Reihe der Ullstein-Taschenbücher. Alle diese Titel sind von Adam Hardy aka Kenneth Bulmer.

Inhaltsangabe Das Abenteuer von P. H. Killigrew begann 1576, als er in einer Spelunke in Plymouth der Pressgang (damals wurden „brauchbare“ Männer zum Dienst an Bord der Schiffe „überredet“, bzw. einfach entführt) der „Marygold“ in die Hände fiel. Killigrew – der während der Schlägerei mit der Pressgang den Beinamen „Seewolf“ erhalten hatte – erhielt bereits nach sehr kurzer Zeit (im ersten Roman) den Befehl über ein Prisenkommando, das ein erbeutetes spanisches Schiff nach England segeln sollte. Mit diesem überfiel er allerdings ein spanisches Sklavenschiff und befreite die aus Westafrika stammenden Sklaven, wobei ein Afrikaner – Batuti – sich seiner Mannschaft anschloss. Anschließend büßte er zwar seine erste Prise ein, kaperte dafür aber ein spanisches Silberschiff – die «Isabella» – und brachte dieses nach Plymouth, um es Drake und der Königin – Elisabeth der I. – zu übergeben. Nach Zusammenstößen mit lokalen Autoritäten, die versuchten, die Silberladung zu entwenden und zu unterschlagen, schlossen er und sein Prisenkommando sich wieder Francis Drake an. Sie nahmen an einem Landeunternehmen gegen irische Aufständische in der Dungarvanbai, die von Spanien unterstützt und mit Waffen beliefert wurden, teil. Bei dieser Gelegenheit wurde die «Isabella» versenkt, und ein Großteil von P. H. Killigrews Crew geriet in spanische Gefangenschaft. Killigrew reiste in der Folge – mit Francis Drakes Erlaubnis – heimlich nach Spanien und befreite seine Mannschaft von einer spanischen Galeere. Bei dieser Gelegenheit erbeutet er eine weitere Silberladung, die er nach England bringt.

Wieder zurück in Plymouth brach er an Bord von Francis Drakes Schiff «Pelican», das später in «Golden Hind» umbenannt wurde, in die Neue Welt auf. Diese Fahrt, die um Kap Hoorn und die südamerikanische Westküste entlang bis Panama führte, wurde mit dem erklärten Ziel unternommen, dort spanische Schatzschiffe zu kapern. Während dieser Fahrt fühlen sich der Seewolf und seine Männer zunehmend von den Grausamkeiten der Spanier gegenüber den indianischen Ureinwohnern abgestoßen, mit denen sie konfrontiert werden. Gleichzeitig kommt es zu Auseinandersetzungen innerhalb der englischen Besatzungen, namentlich mit den mitfahrenden Adligen, die sich teilweise als verbrecherisch und verantwortungslos erweisen. Als einer von diesen den Profos Francis Drakes – Edwin Carberry – zu ermorden versucht, indem er ihn bei Nacht über Bord stößt, und Drake die Bestrafung des Übeltäters verweigert, trennt sich der Seewolf Killigrew mit seiner Crew im Streit von Drake. Carberry schließt sich dem Seewolf an.

Bei einem Intermezzo auf der Insel Mocha rettet Hasard mit seinen Männern zahlreiche Einheimische vom Stamm der Araukaner vor der spanischen Versklavung. Er hat eine leidenschaftliche Nacht mit deren Anführerin Arkana. Aus dieser Verbindung entspringt eine gemeinsame Tochter, Araua.

Phillip Hasard Killigrew und seine Anhänger kapern mehrfach spanische Schiffe, die jeweils in «Isabella II» bis IV umbenannt und später wieder versenkt werden. Sie durchqueren Panama auf dem Landweg, kapern in der Karibik erneut ein Schiff und geraten mit äußerst brutalen Piraten unter Führung des Schwarzen Caligu aneinander, finden aber in der «Roten Korsarin» Siri Tong – der Tochter eines Portugiesen und einer Chinesin – und Thorfin Njal – einem Skandinavier, der sich wie ein Wikinger kleidet – neue Verbündete. Einige ehemalige Karibikpiraten, unter ihnen der Hugenotte Jean Ribault, treten der Crew bei.

In der Karibik befreien sie mehrere Einwohner von P. H. Killigrews Heimatort Falmouth, die von den Spaniern verschleppt und zur Zwangsarbeit in deren lateinamerikanischen Besitzungen verfrachtet worden waren, ehe sie mit einer immensen Schatzbeute die Heimreise nach England antreten. Unter den Geretteten befinden sich sowohl der Vater als auch die Schwester eines von Killigrews Bordkameraden – Donegal Daniel O'Flynn – und Big Old Shane, der Schmied von Arwenack Castle, aber auch ein korrupter und verbrecherischer Friedensrichter. Killigrew heiratet noch während der Überfahrt die junge Frau, Gwendolyn O’Flynn. Als er und seine Männer mit der für die Königin bestimmten Schatzbeute England erreichen, sehen sie sich Unterschlagungsversuchen und mörderischen Intrigen ausgesetzt, die sowohl von seinem Ziehvater – Sir John Killigrew – als auch von dem verbrecherischen Richter und den korrupten örtlichen Autoritäten in Plymouth und London ausgehen. Hasards ältester Stiefbruder kommt dabei ums Leben.

Schließlich kann Killigrew Elisabeth die Schatzbeute übergeben und erhält einen Kaperbrief, der aber kurz darauf widerrufen wird. In Irland und Cádiz spürt der Seewolf anschließend seiner wahren Herkunft nach und findet heraus, dass er in Wahrheit nichts mit den Killigrews von Arwenack zu tun hat, sondern vielmehr der uneheliche Sohn einer Spanierin aus der Familie de Coria und eines deutschen Malteserritters namens Godefroy von Manteuffel ist. Infolge von Verleumdungen und fortgesetzten Anschlägen müssen der Seewolf und seine Besatzung danach aus England fliehen, und segeln mit einem neuen Schiff – der «Isabella VIII» – die sie sich für ihren Anteil an der Schatzbeute gekauft haben, wieder in die Karibik.

Dort müssen sich P. H. Killigrew und seine Crew erneut mit brutalen Piraten und den Spaniern auseinandersetzen. Seine Frau, die ihm daheim, in England inzwischen zwei Söhne – Philip und Hasard genannt – geboren hat, wird ermordet, und P. H. Killigrews englische Feinde verschleppen die Kleinkinder ins Mittelmeer, bis an die Küste der Levante. Der Seewolf verfolgt die Entführer seiner Kinder, kann seine Söhne aber nicht retten und hält sie – beinahe zwangsläufig – für tot. Es gelingt ihm, seinen Vater von einer türkischen Galeere zu befreien, doch auch dieser stirbt gewaltsam.

Hasard kehrt in die Karibik zurück und bricht mit seinen neuen Verbündeten und einem mysteriösen schwarzen Segler, den die Freibeuter am Strand einer Karibikinsel gefunden haben, zu einer Reise nach China auf. An Bord dieses Schiffes, das als Mittelding zwischen Dschunke und Galeone beschrieben wird, befinden sich die mumifizierten Überreste eines chinesischen Mandarins, die Siri Tong unbedingt in seine Heimat überführen will. Die beiden Schiffe – die Isabella VIII und der Schwarze Segler – umrunden Kap Hoorn, überqueren den Pazifik und erreichen China, wo sie eine Vielzahl von Kämpfen und Abenteuern überstehen müssen, ehe sie ihre selbstgewählte Mission erfüllen können. Anschließend reist der Seewolf durch den Indischen Ozean und um Afrika herum zurück nach Europa. Dabei kommt es zu Kämpfen mit dem Portugiesen do Velho, der den Sonderauftrag von der spanischen Krone erhalten hat, den Seewolf auszuschalten.

In Tanger, wo die Crew des Seewolfs notwendige Ausbesserungsarbeiten am Schiff vornimmt, entdecken sie überraschend die Kinder Philip und Hasard wieder, die keineswegs tot sind, sondern sich – als inzwischen fünfjährige – in den Händen einer Gauklertruppe befinden. Es gelingt dem Seewolf, die Kinder, die zunächst gar nicht wissen, dass er ihr Vater ist, zu sich auf die Isabella zu holen. Während die kleinen Jungen erst langsam Englisch lernen müssen (sie sind mit der türkischen/arabischen Sprache aufgewachsen), und für zahlreiche lustige Szenen gut sind, stößt der Seewolf vor Cadiz wieder auf Francis Drake. Er nimmt an dessen Angriff auf die spanische Hafenstadt teil und bringt seine Söhne in die englische Heimat, wo er von der Königin für seine Verdienste zum Ritter geschlagen wird. Der Seewolf kämpft auch in der Schlacht gegen die spanische Armada an der Seite Englands. Allerdings zerstreitet er sich erneut mit Drake und verlässt mit seinen Söhnen England im Zorn.

Mit den Kindern und Siri Tong – die ihn in der Erziehung der beiden Jungen unterstützen soll – segeln er und seine Männer von der Schlangeninsel – ihrem Stützpunkt in der Karibik, auf dem sich der Stamm der Araukaner angesiedelt hat – nach Norden, um die Nordwestpassage zu suchen. Mit sehr viel Glück gelingt es den Korsaren. Sie finden und durchfahren diese gefährliche Route und kreuzen anschließend durch den Pazifik, um schließlich – lange vor der historischen Entdeckung – Australien zu erreichen. Siri-Tong trennt sich auf Bora Bora von den Seewölfen, da sie eine ehemalige englische Kriegsgaleone, die sie in Roter Drache umbenannt hat, übernimmt.

Durch den Indischen Ozean und um die Südspitze Afrikas herum segeln die Seewölfe anschließend zurück in die Neue Welt. Dort geraten sie dann prompt mit Piraten von Tortuga aneinander, die ihnen ihren Stützpunkt und ihre Schätze auf der Schlangeninsel entreißen wollen. Nachdem diese Bedrohung abgewehrt ist, stürzen sich der Seewolf und seine Männer ins nächste Abenteuer: Während ihrer Fahrt durch den Indischen Ozean haben sie eine antike Karte erbeutet, die den sogenannten «Kanal der Pharaonen» zeigt, eine Wasserstraße, die den Nil mit dem Roten Meer und damit mit dem Indischen Ozean verbindet. Also brechen sie mit ihrer «Isabella VIII» auf, um diese unbekannte Schifffahrtsroute zu erkunden.