mini|Fehmiu, 1967 Bekim Fehmiu (, * 1. Juni 1936 in Sarajevo; † 15. Juni 2010 in Belgrad) war ein jugoslawischer Schauspieler.

Leben

Fehmiu wurde in Sarajevo in eine albanische Familie, die aus Đakovica kam, geboren. Sein Vater Ibrahim Imer Halili absolvierte eine Lehrerschule in Skopje. Während seiner Schulzeit bekam er den Spitznamen Fehmiu, was auf Arabisch ausgezeichnet bedeutet. Diesen Namen nahm er später als Familienname an. Er wuchs später in Shkodra und vor allem in Prizren auf. Er war Amateurboxer und studierte in den Jahren 1956 bis 1960 an der Belgrader Filmakademie. Er wurde in den 1960er und 1970er Jahren berühmt. Er spielte in vielen Filmen, besonders aus italienischer Produktion, mit. Im Film Roj aus dem Jahr 1966 spielte er die Rolle von Halil Beg, für die er 1966 mit einem Preis des Festival Jugoslovenskog Igranog Filma u Puli ausgezeichnet wurde. Seinen Durchbruch hatte er 1967 mit seiner Rolle in dem Film I even met happy gypsies (Skupljači perja), der in Cannes ausgezeichnet und für den Oscar nominiert wurde. In der italienisch-deutsch-jugoslawischen Mini-Fernsehserie Die Odyssee (1968) spielte er die Hauptrolle des Odysseus.

Fehmiu ging nach Hollywood, wo er eine Zeit lang auch lebte. Im Film Schwarzer Sonntag (1977) von John Frankenheimer trat er als Mohammad Fasil neben Bruce Dern auf. Im Film Ein Kind mit Namen Jesus (1987) spielte er die Rolle von Joseph.

Inzwischen in Belgrad lebend, war er in den 1980er Jahren ein gefragter Theaterschauspieler. 1987 unterbrach er aus Protest gegen die Politik Slobodan Miloševićs eine Theateraufführung und trat danach nicht mehr am Theater auf. Danach spielte er nur noch in wenigen ausländischen Spielfilmen mit. Er heiratete die serbische Schauspielerin Branka Petrić. Er hat zwei Kinder; der 1968 geborene Sohn Uliks Fehmiu ist ebenfalls Schauspieler. Bekim Fehmiu erlitt Anfang 2010 einen Schlaganfall und starb im Juni 2010 durch einen Suizid.

Filmografie (Auswahl) 1960: Dan četrnaesti (Der Vierzehnte Tag) 1964: Pod isto nebo – Regie: Ljubisa Georgijevski, Miomir Stamenković 1966: Roj – Regie: Miodrag Popović 1966: Protest (Morgan: A Suitable Case for Treatment) – Regie: Karel Reisz 1967: Ich traf sogar glückliche Zigeuner (Skupljači perja) – Regie: Aleksandar Petrović 1968: Die Odyssee (L'odissea) (Miniserie) 1969: Playboys und Abenteurer (The Adventurers) – Regie: Lewis Gilbert 1970: Die Höllenhunde (La spina dorsale del diavolo) 1971: Der Doktor stellt eine Falle (Klopka za generala) – Regie: Miomir Stamenković 1973: Der letzte Schnee des Frühlings (L'ultima neve di primavera) – Regie: Raimondo Del Balzo 1973: Der Zeuge muß schweigen (Il testimone deva tacere) 1974: Cagliostro – Im Schatten des Todes (Cagliostro) – Regie: Daniele Pettinari 1974: Die Nacht auf dem Revier (Deps) 1975: Libera, Amore mio (Libera, amore mio) 1975: Vollmacht zum Mord (Permission to Kill) – Regie: Cyril Frankel 1976: Salon Kitty – Regie: Tinto Brass 1977: Ich war ihm hörig (Disposta a tutto) – Regie: Giorgio Stegani 1977: Schwarzer Sonntag (Black Sunday) 1977: Man nennt sie schwer erziehbar (Specijalno vaspitanje) 1979: Luftschlacht über der Sutjeska (Partizanska eskadrila) – Regie: Hajrudin Krvavac 1982: Wettlauf mit der Sonne (Sarâb) – Regie: Abdelhafidh Bouassida 1982: Mutter Teresa: Die Stimme (La voce) 1987: Ein Kind mit Namen Jesus (Un bambino di nome Gesù) (Fernseh-Miniserie) 1989: Giulia (Italienische Fernsehserie) 1998: Tristan und Isolde – Eine Liebe für die Ewigkeit (Il cuore e la spada) – Regie: Fabrizio Costa

Veröffentlichungen Blistavo i strašno (Glänzend und angstmachend). 2001, ISBN 86-7464-027-3 (Autobiographie).

Weblinks

Der Abschied eines Heimatlosen. Nachruf. In: Tages-Anzeiger. 18. Juni 2010 Bekim Fehmiu. Nachruf. In: Daily Telegraph. 7. Juli 2010.

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Jugoslawe Kategorie:Geboren 1936 Kategorie:Gestorben 2010 Kategorie:Mann