Geretsberg ist eine ländlich geprägte Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Braunau im Innviertel in Oberösterreich. Der zuständige Gerichtsbezirk ist der Gerichtsbezirk Mattighofen, bis 2004 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Wildshut.
Geografie Geretsberg liegt auf 495 Meter Seehöhe im Innviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 7,5 Kilometer und von West nach Ost 9 Kilometer.. Die Gesamtfläche beträgt 37,52 km², von denen 68,9 Prozent bewaldet sind und 27,1 Prozent landwirtschaftlich genutzt werden. Die Gemeinde ist flächenmäßig die sechstgrößte Gemeinde im Bezirk Braunau und erstreckt sich im Oberen Innviertel zwischen dem Weilhartsforst und dem Ibmer Moor. Die Moränenlandschaft der Gemeinde Geretsberg wurde hauptsächlich vom Salzachgletscher der letzten Eiszeit geprägt, der bis nach Geretsberg reichte. Endmoränen dieses Gletschers bilden eine Geländekante, die sich durch das gesamte Gemeindegebiet zieht. Eine der höchsten Erhebungen davon ist der Gipfelberg, dessen Südseite eine freie Sicht vom Höllengebirge bis in die Bayerischen Alpen gewährt.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende 19 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Geretsberg, Lehrsberg und Werberg.
Nachbargemeinden
Geschichte Seit Gründung des Herzogtums Bayern war der Ort bis 1779 bayrisch und kam nach dem Frieden von Teschen mit dem Innviertel (damals „Innbaiern“) zu Österreich. Während der Napoleonischen Kriege wieder kurz bayrisch, gehört er seit 1814 endgültig zu Oberösterreich. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs.
Im östlichen Teil des Weilhartsforsts wurde 1953 bei Ausschachtungsarbeiten eine Münze aus der mittleren römischen Kaiserzeit gefunden.
Einwohnerentwicklung
1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.084 Einwohner, 2001 dann 1.063 Einwohner. Der Rückgang erfolgte trotz positiver Geburtenbilanz, da die Abwanderung stärker war. Bis 2011 blieb zwar die Wanderungsbilanz negativ, konnte aber durch die Geburtenbilanz wettgemacht werden, sodass die Bevölkerungszahl auf 1.073 zunahm und im Jahr 2025 einen neuen Höchstwert von 1.193 erreichte.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Geretsberg
Katholische Pfarrkirche Geretsberg Hll. Peter und Paul Trachtenmusikkapelle Geretsberg: Gegründet 1924, feierte sie von 22. bis 24. Mai 2009 ihr 85-jähriges Gründungsjubiläum mit Marschmusikbewertung. Dabei ist die Gastgeberkapelle erstmals in der höchsten Stufe „E“ angetreten und hat mit 93,15 die höchste Punktezahl erreicht.Trachtenmusikkapelle Geretsberg Bei den Wertungsspielen in Uttendorf am 24. Oktober 2009 wurde unter Kapellmeister Georg Fuchs mit 91,00 Punkten erstmals ein ausgezeichneter Erfolg auch in der Konzertwertung erreicht.
Wirtschaft und Infrastruktur Tourismus mini|Ausblick Richtung Dachstein Geretsberg ist Teil der Tourismusregion Seelentium. Der große Anteil am Weilhartsforst macht Geretsberg zu einem beliebten Ausflugsort für Wanderer und Radfahrer. Das 2011 eingeweihte Geretsberger Friedenspanorama bietet einen Ausblick auf die österreichischen und bayerischen Alpen.
Bildung In Geretsberg gibt es eine Volksschule mit momentan vier Schulstufen und drei Lehrern. Projekte sind „Gesunde Schuljause“, Schwimmen (jedes Kind hat mindestens einen Schwimmschein des ÖJRK, wenn es aus der Volksschule kommt) und „Lesen ist wieder in“ sowie freiwillig Flötenunterricht und Einführung in die EDV.
Sport In Geretsberg gibt es den Fußballverein Sportunion Geretsberg. Insbesondere die Frauenmannschaft ist über einen längeren Zeitraum mit Erfolgen hervorgetreten und spielt derzeit in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Bürmoos in der 2. Österreichischen Bundesliga. Die Männermannschaft spielt aktuell in der 2. Klasse Südwest des Oberösterreichischen Fußballverbands und konnte zuletzt in der Saison 2023/2024 den Meistertitel in der 2. Klasse Südwest erreichen.Sport Union Geretsberg
Über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist das Geretsberger Fußballnachwuchsturnier, genannt Grenzland-Pfingstturnier, das erstmals 1996 ausgetragen wurde.Barbara Ebner: Union Geretsberg lädt zum 29. Grenzland-Pfingstturnier. In: Bezirksblätter Braunau, 4. Mai 2026, online veröffentlicht unter: https://www.meinbezirk.at/braunau/c-sport/union-geretsberg-laedt-zum-29-grenzland-pfingstturnier_a8621891, abgerufen am 8. Juni 2026.
Politik mini|Gemeindeamt Geretsberg Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder. Nach den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Oberösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen: 2003: 9 ÖVP, 2 SPÖ und 2 FPÖ. 2009: 9 ÖVP, 3 FPÖ und 1 SPÖ. 2015: 8 ÖVP, 4 FPÖ und 1 SPÖ. 2021: 7 ÖVP, 4 FPÖ und 2 SPÖ.
Bürgermeister
bis 1990 Alois Silberer 1990–2014 Josef Lechner (ÖVP)Valentina Dirmaier: Geretsberg. Bürgermeister Josef Lechner (VP) hängt seinen Zweitberuf an den Nagel und übergibt die 15 Quadratmeter kleine, mintgrüne Amtsstube im Herbst an seinen Nachfolger. OÖN, 24. Juli 2014. seit 2014 Johann Brunthaler (ÖVP)
Wappen rechts|150px Blasonierung: In Silber auf grünem Dreiberg ein blauer, gefranster Enzian mit grünem Kelch und zwei grünen Blättern. Die Gemeindefarben sind Grün-Weiß-Blau.
Das 1979 verliehene Gemeindewappen zeigt mit dem Enzian eine für die Gegend typische Pflanze und verweist insbesondere auf das zum Naturschutzgebiet erklärte Jackenmoos auf dem Mühlberg.Robert Krisai: Das Jackenmoos bei Geretsberg. Ein Kleinod im Sterben. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 117a, 1972, S. 292–300 (). Der Dreiberg steht für den Gemeindenamen und die Lage in der hügeligen Moränenlandschaft des Weilhart.Herbert Erich Baumert: Die Wappen der Städte, Märkte und Gemeinden Oberösterreichs (5. Nachtrag 1977–1979). In: Oberösterreichische Heimatblätter. Heft 3/4, 1980, S. 122 ().
Literatur Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Geretsberg. Endbericht. Gutachten Naturschutzabteilung Oberösterreich. 2005, S. 1–68 ().
Weblinks
Webpräsenz der Gemeinde Geretsberg
Einzelnachweise