alternativtext=|mini|Das JAKO Teamcenter, die 2016 erbaute Firmenzentrale in Hollenbach mini|Früheres Logo
Die Jako AG (Eigenschreibweise JAKO) ist ein deutsches produzierendes Unternehmen für Textilbekleidung, das sich auf die Herstellung von Teamsportbekleidung spezialisiert hat.
Unternehmenssitz ist Hollenbach, ein Ortsteil der Gemeinde Mulfingen im baden-württembergischen Hohenlohekreis.
Namengebender Ursprung für das Unternehmen sind die Flüsse Jagst und Kocher, zwischen denen der Gründungsort der JAKO AG Stachenhausen liegt und diesen nach benannt ist.
Unternehmensgeschichte Jako wurde am 1. November 1989 in einer Stachenhausener Garage von Rudi Sprügel gegründet. Ziel der Unternehmung war es, alle Fußballvereine zwischen den namensgebenden Flüssen Jagst und Kocher auszustatten. Die Idee kam Sprügel, der selbst in einem Sportgeschäft arbeitete, um den mangelnden Service und langen Lieferzeiten größerer Marken, die ihm aufgefallen waren, etwas entgegenzubieten.
Jako wirtschaftete zu Beginn seiner Geschäftstätigkeit deutlich besser, als es Sprügel erwartet hatte. Im ersten Jahr übertraf seine Firma den Planumsatz um 300 %. Es folgten weitere Jahre starken Wachstums, 1994 setzte das Unternehmen bereits zweistellige Millionenbeträge um. Der SC Freiburg lief ab 1999 in Jako-Trikots auf – als erster Verein in der höchsten deutschen Fußball-Liga. 2014 war Jako Partner von mehr als 100.000 Vereinen aus dem Amateur- und Profibereich in verschiedenen Sportarten. Seit 2008 steht ein blaues Logo, das vorangestellt neben der Wortmarke JAKO zwei blaue Balken in einem Kreis zeigt, für die Sportmarke. Diese Elemente symbolisieren die Flüsse Jagst und Kocher.
Im April 2016 befand sich ein neues Logistik- und Verwaltungszentrum in Bau. Mit Bayer Leverkusen trug ab Sommer 2016 zum ersten Mal eine Spitzenmannschaft der Bundesliga und regelmäßiger Teilnehmer an internationalen Wettbewerben Bekleidung von Jako. Die Zeitung Handelsblatt titelte: „JAKO – vom Mittelstand in die Champions League“. 2018 erzielte Jako zum ersten Mal 100 Millionen Euro Jahresumsatz. Seit der Saison 2019/20 stattet das Unternehmen auch den VfB Stuttgart aus.Neuer Ausrüster beim VfB – Jako kleidet den VfB ab 2019 ein. In: Stuttgarter Zeitung. 14. Mai 2018. 2022 stieg Jako zudem als Investor beim VfB ein. Für zunächst 1,16 % der Anteile an der ausgegliederten Profiabteilung des VfB zahlte das Unternehmen ungefähr vier Millionen Euro.
Philosophie Jako versteht sich als Spezialist für Teamsportausrüstung, als Markenclaim wählte das Unternehmen im Jahr 2015 deshalb „We are Team“. Jako führt heute mehr als 300 Artikel und mehr als 30.000 mögliche Varianten an Sportbekleidung.
Engagement Das Unternehmen ist Mitglied bei amfori und im Bündnis für nachhaltige Textilien. In diesem Rahmen engagiert sich Jako gemeinsam mit anderen Unternehmen, Verbänden und politischen Organisationen für eine Verbesserung der sozialen und ökologischen Standards in der Textilproduktion. Durch eine hauseigene Solaranlage produziert das Unternehmen mehr grüne Energie, als es für den Eigenbedarf benötigt.
Produkte Der Fokus in der Produktpalette von Jako liegt auf der Sportart Fußball. Das Unternehmen vertreibt in mehrere sogenannte Teamlines aufgeteilte Kollektionen, die aus Trainingsanzügen, Kapuzenjacken, T-Shirts und weiterer funktioneller Trainingsbekleidung bestehen. Auch Hartwaren wie geklebte, hand- und maschinengenähte Bälle, Torwarthandschuhe sowie Schienbeinschoner gehören zum Sortiment, unter anderem stellt Jako die offiziellen Spielbälle der englischen National League her. In der Kollektion Indoor fasst Jako Teamsportausrüstung für die Sportarten Hand-, Volley- und Basketball zusammen. Eine Running-Kollektion komplettiert die Ausrüstung für Training und Wettbewerb. Charakteristisch für Jako-Produkte ist seit 2014 das Design-Element Jako-Dots, die Punkte sollen in Verbindung mit dem Markenlogo einen Wiedererkennungswert sicherstellen. Den kleineren Teil der Produktpalette macht sportliche Freizeitkleidung aus. Unter dem Kollektionsnamen Basic produziert Jako T-Shirts, Polos und Jacken für den alltäglichen Gebrauch abseits des Sportfeldes. In jüngerer Vergangenheit hat Jako seine Produktpalette um die Freizeitkollektion Jako-Premium erweitert.
Sponsoring Das Unternehmen ist Ausstatter einiger namhafter Mannschaften verschiedener Sportarten. Die Tabelle zeigt eine Auswahl der verschiedenen Sponsoringaktivitäten geordnet nach Land, Sportart, Verein und Sponsoringzeit. Die Liste ist wahrscheinlich nicht vollständig.
Aktuelles Sponsoring Land Sportart Verein Sponsoringzeit Fußball 1. FFC Turbine Potsdam seit 2005SCR Altachseit 2007SC Heerenveenseit 2008EishockeyAugsburger Pantherseit 2014FußballNationalmannschaft NordmazedonienRoyal Antwerpenseit 2016FK Schachzjor SalihorskNationalmannschaft MoldauRot-Weiss Essenseit 2017FC Würzburger KickersBaltika KaliningradRubin Kasanseit 2018BasketballBayer Giants Leverkusenseit 2019FußballVfB StuttgartSC Preußen MünsterTurnenSchweizerischer Turnverbandseit 2020Fußball1. FSV Mainz 05seit 2023Dynamo Dresden seit 2024MMAChristian Jungwirthseit 2025FußballNationalmannschaft Irakseit 2011
Ehemaliges Sponsoring Land Sportart Verein Sponsoringzeit Fußball SC Freiburg 1999–2009 Hansa Rostock 2000–2006 Eintracht Braunschweig 2002–2007 Eintracht Frankfurt 2003–2014 Greuther Fürth 2007–2013 Dynamo Dresden 2008–2011 FC Augsburg 2010–2014 FC St. Gallen 2011–2023 SV Darmstadt 98 2015–2018 Hannover 96 2015–2019 Karlsruher SC 2015–2019 Bayer 04 Leverkusen 2016–2022 FC Energie Cottbus 2017–2023
Auszeichnungen Im Jahr 2014 erhielt Jako den vom Fernsehsender n-tv verliehenen „Hidden Champion Award“ in Silber. Die Jury teilte zur Begründung mit: „Jako (…) verfolgt ein kontinuierliches und gesundes Wachstum. Aber nicht nur die Markenführung überzeugt, auch das gesellschaftliche Engagement ist Teil der Unternehmensphilosophie.“
Im Jahr 2014, 2016 und 2018 wählten die deutschen Sportfachhändler das Unternehmen auf den ersten Platz im „Leistungsspiegel“ des Fachhandelsmagazins „markt intern“. Die Sportfachhändler vergaben die Noten in verschiedenen Kategorien wie Design, Betreuung und Lieferfähigkeit. Im vergleichbaren Ranking „Die Besten“ des Fachhandelsmagazins SAZ belegte Jako im Jahr 2020 ebenfalls Rang 1 vor allen anderen Marken aus der Teamsport-Branche.
Medienpräsenz Im Herbst 2009 erregte Jako mediale Aufmerksamkeit. Jako hatte einen Blogger abgemahnt, der sich abfällig über ein neues Logo äußerte. In weiterer Folge verlangte Jako die Zahlung einer Vertragsstrafe, nachdem der beanstandete Text von einem Nachrichtenaggregator reproduziert wurde.Geballte Blogpower. In: Süddeutsche Zeitung, 3. September 2009.Wie das Netz Öffentlichkeitsarbeit verändert. In: Spiegel Online, 2. September 2009, abgerufen am 27. Oktober 2009. Nach öffentlicher Kritik hauptsächlich in Online-Medien und der Blogosphäre verzichtete Jako auf finanzielle Forderungen gegenüber dem Blogger.Jako gibt sich geschlagen. In: Die Zeit Online, 7. September 2009, abgerufen am 27. Oktober 2009. Bei einem Besuch des Bloggers in Hollenbach schlossen das Unternehmen und der Blogger mit dem Fall ab. Das Weblog „Netzpolitik.org“ schrieb Ende 2009 in einer Nachbetrachtung: „Rudi Sprügel bedauerte, dass sich die ‚Auseinandersetzung unnötigerweise so aufgeschaukelt hat‘. Es sei unglücklich gewesen, nicht sofort auf die Anfragen von Bloggern und Journalisten zu reagieren: ‚Wir haben ja schließlich nichts zu verbergen‘“.
Schadstoffe Die Stiftung Warentest untersuchte am 6. November 2009 Fußball-Fantrikots, darunter auch die Trikots des von Jako ausgestatteten Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Die Stiftung Warentest hatte im aufgeschäumten Sponsorenaufdruck auf den rot-schwarzen Heimtrikots der Saison 2009/2010 Weichmacher beanstandet, die für Textilien zwar zulässig, für Spielzeug aber in der EU verboten sind. Aufgrund dieser hohen Schadstoffbelastung schnitten die Trikots mit „mangelhaft“ abStiftung Warentest: Rote Karte für Mainz und Frankfurt. In: Test. Nr. 11/2009, abgerufen am 14. Dezember 2012. und wurden daher von Eintracht Frankfurt kurzfristig aus dem Verkauf genommen. Da im Test ausschließlich Kindertrikots bewertet wurden, wiesen die Tester darauf hin, dass ihrer Meinung nach die Verwendung von Phthalaten (Weichmachern) auch auf diesen verhindert werden sollte. Das Trikot war ansonsten unbedenklich und erhielt in allen weiteren schadstoffrelevanten Untersuchungen die Note „sehr gut (0,5–1,5)“.Stiftung Warentest: Fußball-Fantrikots (Heimtrikots). In: Test. Nr. 11/2009, abgerufen am 1. Februar 2013.
Literatur
Weblinks Offizielle Website der Jako AG
Einzelnachweise
Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Hohenlohekreis) Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Textilbekleidung) Kategorie:Schuhhersteller Kategorie:Sportartikelhersteller Kategorie:Mulfingen Kategorie:Unternehmensgründung 1989