Die französischen Luft- und Weltraumstreitkräfte (), bis 2020 französische Luftstreitkräfte (französisch Armée de l’Air), sind eine der fünf Teilstreitkräfte der französischen Streitkräfte. Mit etwa 40.000 Angehörigen ist sie die drittgrößte Teilstreitkraft Frankreichs.

Geschichte Die Armée de l’air et de l’espace zählt zu den ältesten Luftstreitkräften der Welt. Ihre Anfänge reichen zurück bis ins Jahr 1909, formell bis 1912, als die neugeschaffene Aéronautique Militaire in die Streitkräfte eingegliedert wurden. Sie hatte zu Beginn des Ersten Weltkriegs 132 Flugzeuge. Beim Waffenstillstand im Jahr 1918 war die Aéronautique Militaire mit 90.000 Mann, 350 Staffeln und 3222 Flugzeugen die stärkste Luftwaffe an der Westfront. Sie hatte 2049 Feindflugzeuge und 357 Fesselballons vernichtet und dabei 3500 Piloten verloren; 3000 weitere waren vermisst oder verwundet worden. Bei Unfällen waren 2000 Soldaten ums Leben gekommen.

Mit Gesetz vom 2. Juli 1934 wurde die Aéronautique Militaire eine eigenständige Teilstreitkraft unter dem Namen Armée de l’air.Loi n°1934-07-02 du 2 juillet 1934 fixant l’organisation générale de l’armée de l’air.

Im Mai 1940, als die Wehrmacht den Westfeldzug begann, hatte sie über 5000 Flugzeuge, darunter 2400 Jagdflugzeuge, 1160 Bomber und 1464 Aufklärer. Am 10. Mai 1940 war nur etwa ein Viertel der verfügbaren Ressourcen der Armée de l’air an der Front im Einsatz. Die Koordination der Kampfführung zwischen ihr und den kämpfenden Bodentruppen war völlig unzureichend. Bei entscheidenden Kämpfen (z. B. Überquerung der Maas bei Sedan) spielte die Armée de l’air keine Rolle.

Als eine deutsch-französische Kontrollkommission nach dem Waffenstillstand von Compiègne (1940) im unbesetzten Frankreich 4268 einsatzbereite Flugzeuge vorfand (in Nordafrika gab es weitere 1800 Maschinen), erhob sich die Frage, warum nur so wenige von ihnen eingesetzt worden waren. Offenbar hatte die Armée de l’air sich auf eine längere Kriegsdauer eingestellt und nur eine Teilmobilisierung gemacht (näheres und Quellen im Artikel Westfeldzug#„Armée de l’air“).siehe auch den frz. Artikel L’action de l’armée de l’air en 1939–1940 : facteurs structurels et conjoncturels d’une défaite, Guerres mondiales et conflits contemporains 2/2001 (n° 202-203), ISBN 978-2-13-052721-3, S. 7–31. doi:10.3917/gmcc.202.0007.

Organisation mini|Die Rafale der französischen Luftwaffe

Die französischen Luft- und Weltraumstreitkräfte gliedern ihre Einsatzkräfte in drei große Kommandos:

Kommandos Der Plan Plan Altaïr führtre zu diversen UmorganisationenFranzösisches Verteidigungsministerium: Une page se tourne pour l'armée de l'Air et de l'Espace, abgerufen am 1. August 2026. LuftwaffeneinsatzkommandosFranzösisches Verteidigungsministerium: Les forces aeriennes, abgerufen am 22. Oktober 2017.: Generalstab der Luft- und Weltraumstreitkräfte (État-major de l'Armée de l'air et de l'espace) (EMAAE)n(Paris) Jagdfliegerbrigade (Brigade aérienne de l'aviation de chasse) (BAAC) (Base Aérienne 133 Nancy-Ochey) – enthält die Jäger, die taktischen Jagdbomber, die unbemannten Fluggeräte (beide die bewaffneten und die Aufklärungsdrohnen) und die bodengebundene Flugabwehr; die vier Boden-Luft Staffeln (Luftverteidigungslenkflugkörperabteilungen mit je zwei SAMP/T-Batterien und einer Crotale-Batterie). Die bodengestützten Luftraumüberwachungsradarsysteme sind in den vier Zentren für Luftzielortung und Luftraumkontrolle (Centre de détection et de contrôle) (CDC) des Luftverteidigung- und Lufteinsatzkommandos eingegliedert. Unterstützungs- und Transportbrigade (Brigade aérienne d'appui et de projection) (BAAP) (Base Aérienne 105 Évreux-Fauville) – enthält die Flugzeuge und Hubschrauber für taktischen Lufttransport; Regierungsflüge und für Spezialeinsätze (inklusiv Luftsuche und Kampfrettung, Terrorbekämpfung und Unterstützung von Militär- und Spezialeinheiten der Direction Générale de la Sécurité Extérieure) Spezialeinsatzbrigade (Brigade des Forces Spéciales Air (BFSA)) (Base Aérienne 115 Orange-Caritat) – Hauptquartier der Luftwaffenspezialkräfte und Kommandos, die Luftwaffenspezialkräfte (commandos parachutistes de l'air, 3 Einheiten: die eliteste Commando parachutistes de l'air N° 10 (CPA.10), die im Commandement des opérations spéciales integriert ist, die Commando parachutistes de l'air N° 20 (CPA.20), die hauptsächlich als Forward Air Controller operieren und die Commando parachutistes de l'air N° 30 (CPA.30), die hauptsächlich in der Combat-Search-and-Rescue-Rolle operieren) und die Luftwaffensicherungsstaffeln/-detachements (Escadron de Protection (EP) / Détachement de Protection (DP), 34 Einheiten inklusive Wachpersonal, Sprengstoffpioniere, Wachhund- und Sprengstoffspürhundeführer), sowie auch eine Ausbildungsstaffel (Escadron de formation des commandos de l'air (EFCA)). Luftverteidigung- und Lufteinsatzkommando (Commandement de la Défense Aérienne et des Opérations Aériennes (CDAOA)) (Paris) – Kräfte von dem Luftstreitkräftenkommando werden ihm operationell unterstellt. Frühwarnbrigade (Brigade d'Aide au Contrôle et à l'Anticipation) (BACA) (Base Aérienne 942 Lyon-Mont Verdun) – führt u. a. das Boeing E-3-Luftraumüberwachungsgeschwader sowie diverse bodengebundene Überwachungs- und Ausbildungszentren Luftraumüberwachungsbrigade (Brigade aérienne du contrôle de l'espace aérien (BACEA)) (Base Aérienne 106 Bordeaux-Mérignac) – enthält die Luftwaffenfernmelde- und Informationstruppen Kommando der Strategische Luftstreitkräfte (Commandement des Forces Aériennes Stratégiques (CFAS)) (Base Aérienne 107 Vélizy-Villacoublay) – für die Nuklearjagdbomber- und die Luftbetankungseinheiten verantwortlich. Territoriales Unterstützungskommando der Luftstreitkräfte (Commandement territorial de l’armée de l’Air et de l’Espace (CTAAE)) (Base Aérienne 106 Bordeaux-Mérignac) – für allgemeine Unterstützung, verantwortlich für Instandhaltung und Schutz der Infrastruktur, die Infrastrukturstaffeln der Luftstützpunkte.

Teilstreitkraftübergreifendes Kommando: Weltraumkommando (Commandement de l'espace (CDE), beheimatet seit 2019 in Toulouse auf einem Gelände der CNES und zuvor als Commandement interarmées de l'espace (CIE) auf der Base Aérienne 117 Paris) – u. a. für die französischen Militärsatelliten verantwortlich. Operiert für die französischen Streitkräfte und Nationalsicherheitsbehörden. Der Kommandeur und die meisten Angehörigen des Kommandos kommen aus der AdlA. Am gleichen Standort befindet sich auch das Center for Excellence in Military Space der NATONATO names location for new military space center. Defense News, 5. Februar 2021..

Alle aufgeführten Kommandos und Einheiten sind dem Chef d’état-major de l’Armée de l’air (CEMAA; in Deutschland vergleichbar mit dem Inspekteur der Luftwaffe) und seinem Stab in Paris unterstellt.

Einsatzverbände Die fliegenden Einsatzverbände auf den Stützpunkten bestehen ähnlich denen anderer Luftstreitkräfte wie der deutschen Luftwaffe oder der United States Air Force im Allgemeinen aus drei organisatorischen Ebenen. Escadre: Geschwader, ihnen unterstehen die fliegenden und die sie unterstützenden Verbände. Diese Ebene wurde Anfang der 1990er Jahre abgeschafft und 2014 wieder eingeführt. Groupe, Regiment und Escadron: Verschiedene Bezeichnungen für die Organisationsebene zwischen Geschwader und Staffel bzw. die operative Organisation auf einer Basis. Ihnen unterstehen im Falle der fliegenden Verbände lediglich die jeweiligen in der Regel zwei bis drei fliegenden Staffeln, die Unterstützungsbereiche unterstehen ihnen nicht. Die gebräuchlichste Bezeichnung ist Escadron. Die beiden übrigen existieren heute eher selten. Groupes gab es insbesondere vor der internationalen Harmonisierung in Folge der NATO-Gründung 1949. Escadrille: Staffel, die unterste permanent existierende Organisationseinheit.

Personal mini|General André Lanata, Chef des Stabes der Luftwaffe (2015–2018)

Das Personal der französischen Luft- und Weltraumstreitkräfte umfasst 65.000 Männer und Frauen (18 %) (Stand 2005) 10 % Offiziere 55 % Unteroffiziere 25 % militaires techniciens de l’air (MTA, dt. technisches Personal der Luftstreitkräfte) 1 % freiwillige Wehrdienstleistende und Offizieranwärter 9 % zivile Angestellte

Folgende Verwendungsbereiche werden in den Luft- und Weltraumstreitkräften abgedeckt: Fliegendes Personal Kampfpiloten Piloten für Transport- und Verbindungsflugzeuge Hubschrauberpiloten Waffensystemoffiziere und Navigatoren Begleitmannschaften

Nicht fliegendes Personal Wartungspersonal für die Luftfahrzeuge Fluglotsen Personal für administrative Aufgaben Infanterie der Luftstreitkräfte Informatik Infrastruktur Geheimdienst Prüfungskommissare (Verwaltung)

Stützpunkte mini|Stützpunkte der Luftstreitkräfte in Frankreich

Die Stützpunkte der Luft- und Weltraumstreitkräfte beherbergen nicht zwangsläufig Kampf- oder Transportflugzeuge. Die Radarstationen, z. B. Lyon Mont-Verdun, Drachenbrunn, Cinq-mars-la-pile, Nice Mont-Angel dienen der Luftraumüberwachung sowie der Leitung des militärischen Luftverkehrs. Andere Standorte dienen als Materiallager oder als Kommandoposten. In Ausland und Übersee wird die Ausstattung an Luftfahrzeugen und Bodendiensten den jeweiligen Einsätzen angepasst: Transportflugzeuge in Duschanbe (Tadschikistan, Operation „Herakles“), Kampfflugzeuge in N’Djamena (Tschad, Operation „Epervier“ [Sperber]).

Die Stützpunkte sind nummeriert, wobei die größeren Basen das Präfix BA (Base aérienne) und die kleineren Stützpunkte das Präfix DA (Détachement air) führen.Eine Übersicht weiterer ehemaliger Basen befindet sich verlinkt auf der entsprechenden Seite der französischsprachigen Wikipedia.

Aktive Stützpunkte mini|Militärflugplatz Nancy-Ochey

Im Mutterland befinden bzw. befanden sich: BA105 Évreux-Fauville (C-160G/R, AS532/EC725, CN235-200/300) BA106 Bordeaux-Mérignac (TBM.700, AS555) BA107 Vélizy-Villacoublay (AS322, AS555, TBM.700, A319ACJ, Falcon 50, Falcon 900) BA110 Creil (Flugbetrieb wurde Ende August 2016 eingestellt, Flugzeuge operieren von Roissy CDG) BA113 St Dizier-Robinson (Rafale) BA115 Orange-Caritat (Mirage 2000B/C RDI) BA116 Luxeuil-St Sauveur (Mirage 2000-5F) BA117 Paris BA118 Mont-de-Marsan (Rafale C) BA120 Cazaux (SA330, EC725) BA123 Orléans-Bricy (C-160R, C-130H, C-130H-30, A400M) BA125 Istres-Le Tubé (C-135FR, A330MRTT, AS555) BA126 Solenzara (SA330, SA332, SA532) BA133 Nancy-Ochey (Mirage 2000D) DA204 Bordeaux-Beauséjour

DA273 Romorantin-Pruniers (kein regulärer Flugbetrieb mehr) BA278 Ambérieu-en-Bugey BA701 Salon-de-Provence (Alpha Jet, verschiedene Schulflugzeuge wie TBM.700) BA702 Avord (E-3, EMB-121) BA705 Tours BA709 Cognac-Châteaubernard (verschiedene Schulflugzeuge) BA721 Rochefort-St Agnant (zum Zivilflugplatz umgewidmet) BA722 Saintes-Thénac (technische Schule) BA749 Grenoble BA901 Drachenbronn (Radarstation) BA942 Lyon-Mont Verdun (Radarstation) Roissy-Charles de Gaulle (Airbus A310, A330)

Geschlossene Stützpunkte BA101 Toulouse-Francazal BA102 Dijon-Longvic BA103 Cambrai-Épinoy BA104 Dugny-Le Bourget BA110 Creil (Flugbetrieb Ende August 2016 eingestellt) BA112 Reims-Champagne BA119 Pau BA122 Chartres-Champhol BA124 Strasbourg-Entzheim BA128 Metz-Frescaty BA129 Saint Jean d'Angély-Fontenet BA132 Colmar-MeyenheimThomas Borchert: . In: Fliegermagazin. Nr. 3, März 2010, Zugriff am 17. Dezember 2011. BA136 Toul-Rosières BA217 Brétigny-sur-Orge BA218 Persan Beaumont DA277 Varennes sur Allier (geschlossenFermeture du détachement air de Varennes-sur-Allier, Franz. Verteidigungsministerium, 3. Juli 2015.) EAR279 Châteaudun BA745 Aulnat BA921 Taverny (2011) BA943 Nice-Mont Agel (2012)In Übersee befinden sich: BA102 Sévaré, Mali (diverse) BA104 Al Dhafra, Vereinigte Arabische Emirate (Rafale) BA160 Dakar-Yoff, Senegal (AS555) DA181 Saint-Denis, Réunion (CN235-300La Réunion : arrivée du 1er CASA CN 235-300, Franz. Verteidigungsministerium, 8. Juni 2015., AS555)