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Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung von Leipzig tabellarisch wieder.

Einwohnerentwicklung

Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit wuchs die Bevölkerung Leipzigs nur langsam und ging durch zahlreiche Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So starben 1639 bei einer Pestepidemie 4.229 Menschen. Im Jahr 1800 hatte die Stadt 32.000 Einwohner, bis durch die industrielle Revolution ein starkes Bevölkerungswachstum einsetzte. Mit der Hochindustrialisierung in Deutschland wurde Leipzig im Jahre 1870 zur Großstadt.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Wachstum durch Eingemeindungen verstärkt und die Stadt hatte 1895 rund 400.000 Einwohner. Einen weiteren bedeutenden Zuwachs erhielt die Stadt, als Anfang 1910 die früheren Umlandortschaften Möckern, Probstheida, Stünz, Stötteritz, Dölitz und Dösen eingemeindet wurden. Leipzig wuchs damit auf eine Einwohnerzahl von 580.000 Personen, was höher war als die der damaligen Landeshauptstadt Dresden.Jahreschronik 1910 auf www.dhm.de. Am 1. Dezember 1910, dem Stichtag der Volkszählung im Deutschen Reich, waren es fast 590.000 Leipziger. Nach weiteren Eingemeindungen erreichte die Bevölkerungszahl 1930, in der Zeit der Weimarer Republik, mit 718.200 ihren historischen Höchststand.

Im „Großdeutschen Reich“ stand Leipzig im Mai 1939 mit 707.365 Einwohnern auf Rang 6 der Liste der größten deutschen Städte, wobei Wien mit berücksichtigt ist. Im Zweiten Weltkrieg sank die Einwohnerzahl um fast 18 Prozent (125.000 Personen) im Wesentlichen durch Flucht und Evakuierungen wie der „erweiterten Kinderlandverschickung“, bei der Schulkinder sowie Mütter mit Kleinkindern aus vom Luftkrieg bedrohten Städten längerfristig in weniger gefährdeten Gebieten untergebracht wurden.

Bei den Luftangriffen auf Leipzig sind etwa 6.000 Menschen ums Leben gekommen, davon allein 1.800 bei dem schwersten Angriff am 4. Dezember 1943. Zwischen 1942 und 1945 wurden aus der Stadt etwa 2.000 jüdische Menschen deportiert, von denen rund 1.800 ermordet wurden.Steffen Held: Juden in Leipzig. Ein geschichtlicher Überblick. In: Volker Rodekamp (Hrsg.): (Veröffentlichungen des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig) Die Einwohnerzahl fiel bis Dezember 1945 auf 582.000, stieg bis 1950 wieder auf 617.000, um dann bis zur Wende in der DDR wieder auf 530.000 zurückzugehen. Zwischen 1990 und 1998 verringerte sich die Bevölkerungszahl infolge starker Suburbanisierung (Stadtflucht), überregionaler Abwanderung und des Geburteneinbruchs um etwa 18 Prozent auf 437.000 Personen. Ende 1992 lag die Bevölkerungszahl Leipzigs zum ersten Mal seit Beginn des Jahrhunderts wieder unter 500.000.

Im Jahr 2005 lebten in Leipzig wieder über 500.000 Menschen. Das ist ein Anstieg von 63.000 Einwohnern gegenüber 1998. Zum Teil ist dieser Zuwachs auf Eingemeindungen umliegender Kommunen in den Jahren 1999 und 2000 zurückzuführen. Die Ortsteile Burghausen und Rückmarsdorf gehörten zu den letzten Eingemeindungen der Stadt Leipzig. Bereinigt um Eingemeindungen verlor Leipzig in den Jahren 1990 bis 2012 rund 4,6 % seiner Einwohner, gewann jedoch mit Eingemeindungen 4,0 % hinzu, bei einer Verdoppelung der Stadtfläche. Seit einigen Jahren profitiert die Kernstadt jedoch auch von deutlichen Wanderungsgewinnen. Am 31. Dezember 2011 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Leipzig nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen 510.043 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Während Leipzig auf der Liste der größten deutschen Städte 1946 mit knapp 608.000 Einwohnern noch den vierten Platz hinter München belegte, fiel die Stadt im Jahr 2010 auf Platz dreizehn zurück. Ende 2019 lag sie auf Platz 8.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1825 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Stadtverwaltung (bis 1944), der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik (1945 bis 1989) und des Statistischen Landesamtes (ab 1990). Die Angaben beziehen sich ab 1834 auf die „Zollabrechnungsbevölkerung“, ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1834 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Von 1165 bis 1940 (jeweiliger Gebietsstand) Jahr/Datum Einwohner 1165 500 1466 6.000 1507 9.000 1554 7.883 1600 20.000 1637 16.000 1648 14.000 1699 15.653 1709 24.832 1727 30.000 1750 35.000 1800 32.146 1819 36.093 1825 41.506 3. Juli 1832 ¹ 43.189 3. Dezember 1834 ¹ 46.294 Datum Einwohner 3. Dezember 1843 ¹ 54.519 3. Dezember 1849 ¹ 62.374 3. Dezember 1852 ¹ 66.686 3. Dezember 1855 ¹ 69.746 3. Dezember 1858 ¹ 74.209 3. Dezember 1861 ¹ 78.495 3. Dezember 1864 ¹ 85.394 3. Dezember 1867 ¹ 90.824 1. Dezember 1871 ¹ 106.925 1. Dezember 1875 ¹ 127.387 1. Dezember 1880 ¹ 149.081 1. Dezember 1885 ¹ 170.340 1. Dezember 1890 ¹ ² 295.025 2. Dezember 1895 ¹ ² 399.963 1. Dezember 1900 ¹ 456.124 1. Dezember 1905 ¹ 502.570 Datum Einwohner 1. Dezember 1910 ¹ ² 589.850 1. Dezember 1916 ¹ ² 557.868 5. Dezember 1917 ¹ 542.845 8. Oktober 1919 ¹ 604.380 31. Dezember 1920 620.000 16. Juni 1925 ¹ ² 679.159 31. Dezember 1930 ² 718.200 16. Juni 1933 ¹ 713.470 31. Dezember 1933 712.768 31. Dezember 1934 705.782 31. Dezember 1935 ² 699.300 31. Dezember 1936 ² 697.846 31. Dezember 1937 698.590 31. Dezember 1938 709.800 17. Mai 1939 ¹ 707.365 31. Dezember 1940 709.100 ¹ Volkszählungsergebnis

² Eingemeindungen

Von 1945 bis 1989 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner Wachstumin Prozent 1. Dezember 1945¹ 581.528 − 17.99 29. Oktober 1946¹ 607.655 4.49 31. August 1950¹ 617.574 1.63 31. Dezember 1955 613.707 − 0.63 31. Dezember 1956 607.523 − 1.01 31. Dezember 1957 598.909 − 1.42 31. Dezember 1958 593.902 − 0.84 31. Dezember 1959 592.821 − 0.18 31. Dezember 1960 589.632 − 0.54 31. Dezember 1961 585.258 − 0.74 31. Dezember 1962 587.226 0.34 31. Dezember 1963 588.135 0.15 31. Dezember 1964¹ 594.882 1.15 Datum Einwohner Wachstumin Prozent 31. Dezember 1965 595.660 0.13 31. Dezember 1966 594.099 − 0.26 31. Dezember 1967 591.538 − 0.43 31. Dezember 1968 589.064 − 0.42 31. Dezember 1969 585.803 − 0.55 31. Dezember 1970 583.885 − 0.33 31. Dezember 1971 580.711 − 0.54 31. Dezember 1972 577.495 − 0.55 31. Dezember 1973 574.432 − 0.53 31. Dezember 1974 570.972 − 0.60 31. Dezember 1975 566.630 − 0.76 31. Dezember 1976 564.596 − 0.36 31. Dezember 1977 564.306 − 0.05 Datum Einwohner Wachstumin Prozent 31. Dezember 1978 563.980 − 0.06 31. Dezember 1979 563.225 − 0.13 31. Dezember 1980 562.480 − 0.13 31. Dezember 1981¹ 559.574 − 0.52 31. Dezember 1982 557.923 − 0.30 31. Dezember 1983 558.994 − 0.19 31. Dezember 1984 555.764 − 0.58 31. Dezember 1985 553.560 − 0.40 31. Dezember 1986 550.641 − 0.53 31. Dezember 1987 549.230 − 0.26 31. Dezember 1988 545.307 − 0.71 31. Dezember 1989 530.010 − 2.81 ¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Staatliche Zentralverwaltung für Statistik

Seit 1990 (jeweiliger Gebietsstand) Datum Einwohner Wachstumin Prozent 31. Dezember 1990 511.079 − 3,57 31. Dezember 1991 503.191 − 1,54 31. Dezember 1992 496.647 − 1,30 31. Dezember 1993 490.851 − 1,16 31. Dezember 1994 481.121 − 1,98 31. Dezember 1995 470.778 − 2,15 31. Dezember 1996 457.173 − 2,89 31. Dezember 1997 446.491 − 2,34 31. Dezember 1998 437.101 − 2,10 31. Dezember 1999¹ 489.532 12,00 31. Dezember 2000¹ 493.208 0,75 31. Dezember 2001 493.052 − 0,03 Datum Einwohner Wachstumin Prozent 31. Dezember 2002 494.795 0,35 31. Dezember 2003 497.531 0,56 31. Dezember 2004 498.491 0,12 31. Dezember 2005 502.651 0,83 31. Dezember 2006 506.578 0,78 31. Dezember 2007 510.512 0,78 31. Dezember 2008 515.469 0,97 31. Dezember 2009 518.862 0,66 31. Dezember 2010 522.883 0,77 9. Mai 2011² 502.979 n/a 31. Dezember 2011 510.043 1,40³ 31. Dezember 2012 520.838 2,12 Datum Einwohner Wachstumin Prozent 31. Dezember 2013 531.562 2,06 31. Dezember 2014 544.479 2,43 31. Dezember 2015 560.472 2,94 31. Dezember 2016 571.088 1,89 31. Dezember 2017 581.980 1,90 31. Dezember 2018 587.857 1,01 31. Dezember 2019 593.145 0,90 31. Dezember 2020 597.493 0,73 31. Dezember 2021 601.866 0,70 15. Mai 2022² 598.899 n/a 31. Dezember 2022 603.578 0,78³ 31. Dezember 2023 608.013 0,7331. Dezember 2024 611.850 0,63 ¹ Eingemeindungen ² Volkszählungsergebnis (Zensus 2011, Zensus 2022) ³ Zunahme gegenüber Zensus im Mai

Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, mini|Bevölkerung der Stadt Leipzig von 1990 bis 2013 mini|Bevölkerungswachstum der Stadt Leipzig von 1990 bis 2013

Bevölkerungsstruktur

Bevölkerung Stand 31. Dezember 2009Stand 31. Dezember 2015Stand 31. Dezember 2019 Einwohner mit Hauptwohnsitz 518.862 560.472 593.145 davon männlich 251.748 (48,5 %) 274.414 (49,0 %) 291.450 (49,1 %) davon weiblich 267.114 (51,5 %) 286.058 (51,0 %) 301.695 (50,9 %) Deutsche 486.564 518.473 535.813 davon männlich 233.397 (48,0 %) 250.522 (48,3 %) 259.368 (48,4 %) davon weiblich 253.167 (52,0 %) 267.951 (51,7 %) 276.445 (51,6 %) Ausländer 32.298 41.999 57.332 davon männlich 18.351 (56,8 %) 23.892 (56,9 %) 32.082 (56,0 %) davon weiblich 13.947 (43,2 %) 18.107 (43,1 %) 25.250 (44,0 %) Ausländeranteil in Prozent 6,2 7,5 9,7 Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen; Amt für Statistik und Wahlen Leipzig

Bevölkerung mit Migrationshintergrund

+ Größte Gruppen der Leipziger mit Migrationshintergrund für das Jahr 2019Migrantinnen und Migranten in Leipzig 2020 (PDF; 764 kB), S. 2. Rang Staat Ausländer Deutsche mit Migrationshintergrund Migranten Gesamt(31. Dezember 2019) Entwicklung gegenüber 2018(in %) 1. 3.291 6.421 9.712 + 10,7 2. 8.894 604 9.498 + 4,8 3. 3.170 3.109 6.279 + 25,1 4. 4.153 519 4.672 + 12,3 5. 2.430 1.068 3.498 + 2,0 6. 2.256 1.194 3.450 − 1,2 7. 2.007 766 2.773 − 1,5 8. 1.651 950 2.601 + 5,4 9. 2.006 282 2.288 + 5,4 10. 1.633 457 2.090 + 5,4

Ende 2019 waren in Leipzig insgesamt 92.921 Migranten aus 176 verschiedenen Staaten ansässig (61.170 Ausländer, 31.751 deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund). Davon kommen 28.920 Migranten aus EU-Ländern (20.654 Ausländer, 8.266 deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund).