mini|Einfahrt zum Fabrikgelände von Toyota GAZOO Racing Europe in Köln Toyota Racing GmbH (TRG) ist eine in Köln ansässige Abteilung des japanischen Automobilherstellers Toyota, die auf Motorsport spezialisiert ist und bis 1993 unter der Bezeichnung Toyota Team Europe (TTE), bis 2020 unter der Bezeichnung Toyota Motorsport GmbH (TMG) und bis 2026 under der Bezeichnung Toyota Gazoo Racing Europe firmierte. Ab 1972 war die 300-köpfige Abteilung verantwortlich für die Entwicklung und Produktion der Werksfahrzeuge für die Rallye-Weltmeisterschaft. 1999 stoppte Toyota seine Aktivitäten im Rallyesport nach vier Fahrer- und drei Markenweltmeistertiteln und wechselte in die Formel 1, an der das Team zwischen 2002 und 2009 mit Rennwagen und Motoren aus eigener Konstruktion teilnahm. Aktuell ist das Team als TOYOTA RACING mit dem TR010 Hypercar (Nachfolger des Toyota GR010 Hybrid) in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft aktiv.

Geschichte Die seit 1979 in Köln ansässige TOYOTA RACING GmbH (TRG) ist eine 100%ige Tochtergesellschaft des japanischen Automobilherstellers Toyota. Damals noch als Toyota Team Europe (TTE) bekannt, war das Unternehmen für die Entwicklung und Produktion der Werksfahrzeuge für die Rallye-Weltmeisterschaft verantwortlich. 1993 wurde aus Toyota Team Europe die Toyota Motorsport GmbH und ab 2020 daraus Toyota GAZOO Racing Europe (TGR-E). Ab Januar 2026, die Firma wurde TOYOTA RACING GmbH.

Zurzeit sind ca. 400 Mitarbeiter auf einem 30.000 m² großen Betriebsgelände beschäftigt und bieten seit November 2009 der Motorsport- und Automobilindustrie Entwicklungs- und Testdienstleistungen im Hochleistungsbereich an. In den 1970er- und 1990er-Jahren gewann Toyota drei Hersteller- und vier Fahrerweltmeisterschaften in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC). Insgesamt gewann Toyota 43 WRC-Rallyes und erzielte mit Fahrern wie Carlos Sainz, Didier Auriol und Juha Kankkunen 137 Mal Platzierungen unter den ersten drei. 1999 zog sich das Unternehmen aus der Rallye zurück, um sich auf die Formel 1 vorzubereiten.

Ab 1994 betrieb TMG zusätzlich noch eine Werkstuningabteilung für Straßenfahrzeuge, die nicht nur sportliche Zubehörartikel für Standardfahrzeuge anbot, sondern auch sportliche Komplettfahrzeuge. 1997 war TMG weltweit das erste ISO-9001-zertifizierte Motorsportunternehmen. 1998 und 1999 trat TMG beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit dem eigens entwickelten Toyota GT-One an. Obwohl die Toyota-GT1-Autos sehr schnell waren, war ihnen das Glück nicht hold. 1999 sicherte Toyota sich zwar die Pole-Position mit dem ersten Fahrzeug, jedoch wurde der Sieg durch eine Reifenpanne vereitelt. Der dritte GT-One fuhr bei dem gleichen Rennen den zweiten Platz ein.

Von 2002 bis 2009 fuhr TMG als Panasonic Toyota Racing Team in der Formel 1 mit. Als eines von insgesamt nur zwei Teams entwickelte und baute es das komplette Fahrzeug in Köln. Toyota nahm insgesamt an 139 Grands Prix teil, fuhr 13 Mal unter die ersten drei (das erste Mal 2005), startete mit Jarno Trulli und Ralf Schumacher dreimal von der Pole-Position und erzielte in ihrer kompletten Formel 1 Zeit insgesamt 278,5 Punkte. Am 4. November 2009 verkündete Toyota den Rückzug aus der Formel 1.

Das Unternehmen in Köln besteht weiterhin, aber mit einem neuen Geschäftsmodell. Sowohl Kunden aus der Motorsport- und Automobilindustrie als auch aus anderen Industriezweigen können Ingenieursdienstleistungen und die Test- und Produktionsstätten in Anspruch nehmen.

Rallyesport mini|Toyota Celica ST185 mini|Toyota Corolla WRC mini|Toyota Yaris WRC mini|Toyota GR Yaris Rally1 Der erste Kontakt und somit der Grundstein von TTE wurde 1972 in London gelegt, als Toyota Repräsentanten an den Rennfahrer Ove Andersson herantraten, der 1971 die Rallye Monte Carlo gewann, um im Herbst des gleichen Jahres die Toyota Celica bei der britischen RAC-Rallye zu fahren. Andersson nahm an und konnte sich schon im ersten Rennen gegen etliche japanische Topteams beweisen, die vorwiegend den Datsun 240Z fuhren. Er belegte den neunten Platz.

Ove Andersson gründete 1973 „Andersson Motorsport“ in Uppsala, Schweden aus dem Umstand heraus, dass die Rennwagen immer wieder von Japan zu den Europarennen transportiert werden mussten und dabei Beschädigungen am Fahrzeug entstanden. Aus Andersson Motorsport entstand später das erste europäische Toyota-Team. Andersson Motorsport wurde kurze Zeit später nach Brüssel, Belgien verlegt. Von hier aus fuhr das Team, mit Unterstützung des japanischen Unternehmens, erfolgreich mit Toyota Corollas und Celicas bei Rallyes mit.

Im Februar 1975 startete Toyota zum ersten Mal als Toyota Team Europe. Nur sechs Monate später – im August 1975 – gewann Hannu Mikkola in einem Corolla 1600 die erste Rallye für TTE bei der 1000 Lakes Rally.

1979 zog das Toyota Team Europe mit 11 von 20 Mitarbeitern von Brüssel in die Toyota-Allee nach Köln. Im gleichen Jahr setzten sie erstmals die Celica Turbo ein und gewannen die nächsten beiden Safari Rallyes.

Im September 1987 zog das Team wiederum um, dieses Mal in größere Geschäftsräume, allerdings blieben sie in der Toyota-Allee, wo sie auch heute noch ansässig sind. Zu jener Zeit enthüllte Toyota den Celica GT4, ihr erstes allradgetriebenes Auto, das Juha Kankkunen und Kenneth Eriksson fuhren. Carlos Sainz gewann 1990 mit dem ST 165 den Fahrertitel bei der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft. Der neuere GT4, ST 185, gab sein Debüt 1992 bei der Rallye Monte Carlo und verhalf Sainz im gleichen Jahr erneut zum Fahrertitel. Der ST 185 gewann in den folgenden Jahren die WRC-Fahrer- und Herstellertitel: 1993 mit Juha Kankkunen und 1994 mit Didier Auriol.

1993 kaufte die Toyota Motor Corporation (TMC) TTE und firmierte in Toyota Motorsport GmbH um. Das Team nahm weiter unter dem Namen TTE an Rallyes teil. Zu dem Zeitpunkt beschäftigte TMG, als 100%ige Tochtergesellschaft von TMC, rund 300 Mitarbeiter aus 17 Ländern.

1995 wurde TTE für 12 Monate von der WRC ausgeschlossen, wegen eines illegalen Luftmengenbegrenzers an dem ST205, der sowohl einen Bypassmechanismus als auch ein Federkraftbauteil beinhaltete, um ihn vor den technischen Kommissaren zu verbergen.

Wegen des Ausschlusses durfte TTE selbst nicht als Team teilnehmen und unterstützte daher in den Jahren 1996 und 1997 diverse andere Teams, wie das italienische HF Grifone Team, Toyota Team Schweden, Marlboro Toyota Team Belgien und Teint Sport, die mit der Celica ST205 bei ausgewählten WRC-Veranstaltungen teilnahmen, bevor der Corolla WRC 1997 bei der Finnland-Rallye vorgestellt wurde.

1998 war TTE wieder bei der WRC dabei und trat mit zwei Crews Carlos Sainz / Luis Moya und Didier Auriol / Denis Giraudet mit der Corolla WRC an. Sie fuhren auf den zweiten Platz in der Fahrer- und Herstellerwertung. 1999 holten sie sich zum 3. Mal den Herstellertitel in der WRC.

Seit 2017 ist TMG (Toyota Motorsport GmbH) unter dem Teamnamen Toyota Gazoo Racing wieder in der FIA-Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) aktiv. Im Jahr 2018 entschied Toyota die Herstellerwertung für sich. Ott Tänak gewann die Fahrer-WM 2019 und Sébastien Ogier 2020 mit dem Toyota Yaris WRC.motorsport-total.com: Toyota in Köln übernimmt 2021 WRC-Werkseinsatz, abgerufen am 17. Januar 2021.

Anfangs 2021 übergibt Tommi Mäkinen, nach vier Jahren, den Teamchefposten Jari-Matti Latvala. Geleitet werden die Rallye-Einsätze neu von Toyota Gazoo Racing WRT in Jyväskylä (Finnland) sein. Mäkinen bleibt Toyota in den Bereichen Entwicklung, der strategischen Planung von Motorsport -Aktivitäten und der Ausbildung von Rennfahrern erhalten.motorsport-total.com: Toyota in der Rallye-WM: Jari-Matti Latvala wird neuer Teamchef, abgerufen am 17. Januar 2021.

Mit der Rallye-Weltmeisterschaft 2022 gab es ein komplett neues Reglement für die Fahrzeuge. Das Rally1-Reglement besagt unter anderem, dass zu 100 % nachhaltiger Treibstoff (P1 Racing Fuels) und ein Drei-Modi-Hybridsystem genutzt werden muss. Kalle Rovanperä wurde mit dem Toyota GR Yaris Rally1 Weltmeister in der Saison 2022.

24-Stunden-Rennen von Le Mans mini|Toyota GT-One mini|Toyota TS050 Hybrid in Le Mans Zusätzlich zur Spitzenführung in der Rallye-Weltmeisterschaft entwickelte das Kernteam in Köln den Toyota GT-One für Le Mans. Der GT-One trat 1998 und 1999 beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans an. Innerhalb dieser zwei Jahre war Toyotas bestes Ergebnis der 2. Platz beim Rennen 1999. Wegen einer Reifenpanne in der letzten Rennstunde gelang der Sieg nicht.

2011 belieferte Toyota das Schweizer Sportwagenteam Rebellion Racing mit Motoren. Im Oktober 2011 gab TMG die Wiederaufnahme seines Sportwagen-Programms für die Saison 2012 bekannt.Offiziell: Toyota kehrt nach Le Mans zurück! (Motorsport-Total.com am 14. Oktober 2011) Mit dem TS030 Hybrid startete Toyota in der LMP1-Klasse der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft, zu der auch das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gehört. Das Chassis des Prototyps wurde von TMG in Köln entwickelt, der Hybrid-Benziner-Antrieb stammt aus Japan. Oreca unterstützt den Einsatz der FahrzeugeToyota holt Oreca an Bord! (Motorsport-Total.com am 26. Oktober 2011). Der Wagen sollte bei dem 6-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps debütieren, aufgrund eines Unfalles bei einem Test nahm er jedoch erst bei den 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil. Keines der zwei eingesetzten Fahrzeuge erreichte das Ziel, ein TS030 verunfallte, der andere schied aufgrund eines technischen Defektes aus. Von den übrigen fünf Rennen der Meisterschaft gewann der Toyota drei, in der Gesamtwertung konnte der zweite Platz erreicht werden. 2013 wurde Toyota in Le Mans zweiter, mit zwei Siegen erzielte Toyota auch in der Langstrecken-Weltmeisterschaft das Ergebnis aus dem Vorjahr wiederholen.

Der Nachfolger des TS030, der TS040 Hybrid, konnte die Weltmeisterschaft 2014 gewinnen. Die Wagen konnten vier Pole Positions und fünf Rennsiege erringen, in Le Mans kam er wegen technischer Probleme nicht über einen dritten Platz hinaus. 2015 konnte an den Erfolg nicht angeknüpft werden, zwei dritte Ergebnisse waren die besten Ergebnisse.

Ab 2016 wurde der TS050 Hybrid eingesetzt, in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft 2016 gewann er in Fuji und erreichte in der Gesamtwertung den zweiten Platz. In Le Mans stand Toyota kurz vor dem ersten Sieg in Le Mans, der in Führung liegende Wagen erlitt jedoch drei Minuten vor Rennende einen technischen Defekt. Zwei Jahre später gelang der lang ersehnte Erfolg mit einem Doppelsieg durch Kazuki Nakajima (mit Sébastien Buemi und Fernando Alonso) vor Kamui Kobayashi (mit Mike Conway und José María López). Es folgten die Gesamtsiege 2019, 2020, 2021 und 2022.

Das Team gewann die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft von 2018/19 bis 2024. Seine Fahrer holten sich den Weltmeistertitel von 2018/19 bis 2023. Im Jahr 2026 gewannen Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries die 24-Stunden-Rennen von Le Mans in einem TR010 Hybrid.

Entwicklungen für Serienfahrzeuge Sondermodelle Neben ihren Motorsportaktivitäten untersuchte und entwickelte TMG im Auftrag von Toyota auch noch Fahrzeugproduktionen und bot hochqualifizierte und reaktionsschnelle Engineering-Dienstleistungen an. Vom Kölner Werk kamen so diverse modifizierte Toyota und Lexus-Straßenmodelle auf den Markt. Toyota Aygo TTE Toyota MR2 Edition S Toyota Corolla Verso TTE Lexus GS 300 T3 mini|Toyota MR2 Edition S (2005)

Motortuning für Serienfahrzeuge mini|links|TTE Turbo im MR2 W3 mini|TTE Turbo im MR2 W3 – hier zu sehen der Ventilator zur Kühlung 2001 veröffentlichte TTE für den Lexus IS 200 ein Kompressor-Kit, nach Einbau stieg die Motorleistung von 155 PS auf 204 PS an. Die Maßnahme passte die erreichbare Höchstgeschwindigkeit des Automatikgetriebes an die des Schaltgetriebes an, zudem verbesserten sich die Beschleunigungswerte.Test Lexus IS 200 Kompressor