Die Aubergine (IPA: [], ; Solanum melongena) oder Eierpflanze ist eine subtropische Pflanzenart aus Asien, die zur Gattung Nachtschatten (Solanum) innerhalb der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) gehört. Die Frucht wird in Österreich Melanzani (von italienisch melanzana, Plural: melanzane) genannt.
Von der Aubergine gibt es drei Hauptvarietäten: var. esculentum, „“ mit runden eiförmigen Früchten, var. serpentinum, „“ mit langen schlanken Früchten und var. depressum, „“ mit besonders kleinen Früchten.Lawande and Chavan: Eggplant (Brinjal) in Salunke and Kadam: Handbook of Vegetable Science and Technology. Dekker 1998, ISBN 0-8247-0105-4.Descriptor for Eggplant. International Board for Plant Genetic Resources, Rome 1988, ISBN 92-9043-131-8.
Die in Europa bekannteste Form ist Solanum melongena var. esculentum mit ihrer keulenförmigen, dunkelviolett bis schwarz erscheinenden, etwa 20 cm langen Frucht. Andere Formen können aber auch weiß (eierfarbig, daher der Name) oder auch weiß und violett sein. Bei beginnender Überreife treten Verfärbungen zum Braunen und Gelben hin auf, und der Glanz der Früchte verschwindet zunehmend. Da insbesondere unreife und junge Früchte der häufig in Europa angebauten, schwarzen, etwa 20 cm langen Aubergine aufgrund ihres Gehaltes an Bitterstoffen und Solanin nicht zum Rohverzehr geeignet sind, werden sie gedünstet, gebraten oder gekocht als Gemüse gegessen. Andere asiatische Formen sind aber teilweise auch im rohen Zustand genießbar. Auberginen können wie andere Nachtschattengewächse geringe Mengen Nikotin enthalten. Die Menge schwankt je nach Untersuchung zwischen „nicht nachweisbar“ und 100 Mikrogramm pro Kilogramm Frucht. Gelegentlich wird behauptet, der Nikotingehalt der Aubergine sei besonders hoch. Dieses Gerücht beruht auf einer alten Analyse, die sich inzwischen mehrfach als fehlerhaft erwiesen hat.Bundesinstitut für Risikobewertung: Keine Gesundheitsgefahr durch Nikotinspuren im Hühnerei (PDF), S. 4, Tab.1, abgerufen am 24. April 2026.
Ein gesundheitlich nicht ganz unproblematisches Alkaloid, das in den Schalen von unreifen Auberginen vorkommen kann, ist Tomatidin. In reifen Früchten ist die enthaltene Menge so gering, dass keine Vergiftungsgefahr besteht.
Beschreibung Auberginen sind mehrjährige, meist einjährig kultivierte, krautige, teilweise leicht verholzende Pflanzen mit einer Höhe von 50 bis 150 cm. Sie sind fast vollständig mit dichtstehenden, violetten bis grauen, sternförmigen Trichomen behaart. Teilweise sind sie auch bestachelt.
Die gestielten und mehr oder weniger behaarten, seltener auch bestachelten Laubblätter stehen wechselständig; sie sind eiförmig bis rundlich oder elliptisch mit einer Länge von 10 bis 20 cm und einer Breite von 5 bis 10 cm. Sie sind unregelmäßig gelappt mit abgerundeten bis spitzen Lappen, die Blattbasis ist ungleichmäßig, spitz bis abgerundet oder fast stumpf bis leicht herzförmig. Die Trichome der Oberseite sind meist violett, die der etwas stärker behaarten Blattunterseite grau.
Die Aubergine ist andromonözisch; also sind männliche und zwittrige Blüten auf einem Individuum zu finden. Auch liegt eine Distylie vor, weil die zwittrigen Blüten lange Griffel und die funktionell männlichen, die keine Früchte produzieren, kurze Griffel haben. Bei den männlichen Blüten ist auch der Fruchtknoten etwas kleiner oder fehlt ganz. Bei kultivierten Pflanzen sind oft nur zwittrige, langgrifflige Blüten vorhanden.
Die meist einzeln erscheinenden, gestielten und meist fünfzähligen Blüten mit doppelter Blütenhülle sind achselständig und teils nickend. Die männlichen Blüten erscheinen oft in traubigen Blütenständen neben den weiblichen Blüten. Der violett-grüne, behaarte und teils bestachelte Kelch ist glockenförmig, während der Blüte 1 bis 2 cm lang und hat fünf bis neun unregelmäßige, eilanzettliche Kelchzipfel, die bis zu 12 mm lang werden können. Während der Fruchtreife bleibt der Kelch bestehen, vergrößert sich und liegt an der Frucht an. Die violette, verwachsene und außen haarige Blütenkrone ist fünfzipflig, hat einen Durchmesser von 3 bis 4 cm, selten bis 5 cm, und fünf bis sieben, selten acht dreieckige Zipfel. Die meist fünf bis sieben, selten auch acht kurzen Staubblätter sind mit der Basis der Krone verwachsen, die Antheren sind gelb und öffnen durch Poren an den Spitzen. Der oberständige, mehrkammerige Fruchtknoten ist eiförmig und zottig behaart. Der säulenförmige, teils behaarte, ungleichlange Griffel hat an der Basis einen sternförmigen Querschnitt. Der Griffel ist entweder länger als die Staubblätter oder kürzer, die Narbe ist kopfig und mehrteilig.
Die Früchte sind vielsamige, kahle Beeren, deren Größe stark zwischen 50 mal 50 und 300 mal 150 mm variiert. Auch die Form kann sehr unterschiedlich ausfallen, beispielsweise länglich, eiförmig, rund oder länglich-birnenförmig. Die Farbe des Exokarps ist schwarz-violett, dunkelviolett, gelblich oder weißlich.Shiu-ying Hu: Food Plants of China. The Chinese University Press, Hong Kong 2005, ISBN 962-201-860-2.Thomas Gaskell Tutin et al.: Flora Europaea. Volume 3., Cambridge University Press, 1972, ISBN 0-521-08489-X. Die flachen Samen sind mehr oder weniger nierenförmig bis rundlich, orange-ockerfarben, etwa 2,8–3,5 mm groß und feingrubig.
Die Früchte zählen lebensmitteltechnisch zu den Fruchtgemüsen.Robert Ebermann, Ibrahim Elmadfa: Lehrbuch Lebensmittelchemie und Ernährung. 2. Auflage, 2011, ISBN 978-3-7091-0210-7, S. 382, 385.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24 oder 48.
Systematik und Verwandtschaft Die Aubergine (Solanum melongena , 1753) gehört innerhalb der artenreichen Gattung Nachtschatten (Solanum) zur Untergattung Leptostemonum , Sektion Melongena, die ausschließlich altweltliche Arten umfasst. Mit mehr als 1000 Arten ist die Gattung Solanum eine der größten unter den Samenpflanzen. Die Kulturaubergine ist phylogenetisch die einzige bedeutende Kulturpflanze dieser Gattung mit Ursprung in der Alten Welt.
Molekularphylogenetische Untersuchungen auf Basis von DNA-Sequenzdaten haben ergeben, dass der Ursprung von S. melongena in Afrika liegt, von wo aus sich die Art über den Nahen Osten nach Süd- und Südostasien verbreitet hat. Die Wildform S. melongena var. insanum () gilt als nächster Vorläufer der kultivierten Sorten und kommt in Südasien heute noch vor.
Deutlich von der kultivierten Aubergine ist die Kantakari (Solanum virginianum ) zu unterscheiden. S. virginianum ist eine eigenständige, in Süd- und Südostasien heimische Wildart derselben Untergattung, mit der S. melongena sympatrisch vorkommt und in Kreuzungsversuchen teilweise fertile Hybriden bildet. Morphologisch unterscheiden sich beide Arten erheblich, da S. virginianum stark bestachelte Stängel und Blätter sowie kleine, zunächst grün-gestreifte Beeren hat, die bei Reife gelblich und giftig werden. Die Art trägt im englischsprachigen Raum Volksnamen wie „Yellow-fruit nightshade“, „Surattense nightshade“ oder fälschlicherweise „Thai eggplant“, was leicht zu Verwechslungen mit den Thai-Cultivaren von S. melongena führen kann. In der Ayurveda-Medizin wird S. virginianum unter dem Sanskritnamen Kantkari () als Bestandteil des Dashmula-Rezeptkonzepts verwendet. Eine Verwechslung mit der Kulturaubergine ist in medizinischen und botanischen Kontexten daher auszuschließen.
Zusammensetzung und Brennwert
Es gibt beispielsweise in Ghana und Thailand „süße“ Auberginensorten, deren Früchte roh verzehrbar sind. Die Sorten, die im regulären deutschen Lebensmittelhandel angeboten werden, müssen vor dem Verzehr jedoch erhitzt werden.Deaflora Aromagärtnerei: Aubergine Dies kann durch Grillen, Braten, Kochen oder Backen geschehen. Meist wird die Aubergine wie typisches Gemüse verwendet, es gibt aber auch süße Zubereitungsformen, welche jedoch eher die Ausnahme bilden.
Das Fruchtfleisch unterliegt nach dem Anschneiden der rohen Frucht einer schnellen enzymatischen Bräunung (hohe Phenolase-Aktivität).
Herkunft und Anbau mini|Dieses Bild zeigt, weshalb die Aubergine mancherorts auch Eierfrucht genannt wird. mini|Verschiedene Varianten der Aubergine mini|Farbvarianten (links: Graffity, Mitte: schwarz, rechts: weiß) mini|In der thailändischen Küche bevorzugte kleine, kugelförmige Auberginen mini|Indische Auberginen bei der Qualitätskontrolle nach der Ernte mini|Gelbe Farbvariante Auberginen stammen wahrscheinlich aus Asien, wo sie schon seit mehr als 4000 Jahren angebaut werden. Die Autoren des griechischen und römischen Altertums dagegen erwähnen sie nicht. Erst die Sarazenen in Andalusien scheinen sie als erste in Europa kultiviert zu haben. Sie haben sie wahrscheinlich in Persien kennengelernt. In Italien kocht man mit Auberginen seit dem 15. Jahrhundert.
In Europa und Nordamerika werden vorwiegend Sorten angebaut, die länglich-ovale, 12 bis 25 cm lange und 6 bis 9 cm dicke Früchte mit dunkelvioletter Schale haben. In Indien und anderen Ländern Asiens werden Sorten angebaut, deren Früchte bis zu 1 kg wiegen können. Die Farbe der Fruchtschale kann von weiß über gelb und grün bis zu purpurrot oder dunkelviolett reichen. Einige Sorten haben Früchte mit graduierter Farbe oder Streifen. In China finden sich gewöhnlich längliche, dünne Früchte, die in ihrer Form an Gurken erinnern.
Transgene Aubergine Indien Indische Forschungsinstitute entwickelten in Kooperation mit Monsanto, der indischen Saatgutfirma Mahyco sowie mit Unterstützung der USAID transgene Auberginensorten, die mithilfe eines eingeschleusten Bt-Gens besser vor dem in Indien weit verbreiteten Auberginenfruchtbohrer geschützt sind. 2004 begannen umfangreiche Freilandversuche und Voruntersuchungen. Bei agronomischen Untersuchungen zeigten sich signifikante Pestizideinsparungen und Ertragszuwächse; zudem wurden geringere direkte Pestizidbelastungen für Bauern prognostiziert. 2009 gab die zuständige indische Behörde GEAC bekannt, dass aus wissenschaftlicher Sicht keine Bedenken bezüglich der Sicherheit der Bt-Aubergine bestünden.V. Krishna, M. Qaim: Potential impacts of Bt eggplant on economic surplus and farmers health in India. In: Agricultural Economics. 38, 2008, 167–180. Das indische Umweltministerium erhob aufgrund massiven politischen Widerstands seitens zehn Bundesstaaten, Nicht-Regierungsorganisationen, Kleinbauern, Umwelt- und Verbraucherverbänden im Februar 2010 ein Moratorium. Die Gegner nennen als Gründe für ihre Position Umwelt- und Gesundheitsrisiken sowie mögliche Abhängigkeiten der Bauern von Saatgutherstellern.
Philippinen Auf den Philippinen befindet sich eine Bt-Aubergine in der Testphase durch das Landwirtschaftsministerium, wenngleich konkrete Pläne zur Kommerzialisierung noch nicht vorliegen. Die Bt-Aubergine wurde vom Agricultural Biotechnology Support Project II, einem Public Private Partnership mit Sitz an der Cornell University, entwickelt. Ziel ist, die Pflanze vor verschiedenen Schädlingen zu schützen, die bis zu 50 % der Ernte in der Region vernichten. Nach Angaben des Asian Farmers Regional Network fragen Bauern, wann das Saatgut erhältlich sein wird.Filipinos back GM eggplant (PDF; 179 kB), In: Nature Biotechnology. Vol. 29, Nr. 1, S. 9.
Bangladesch