Das Kahle Kreuzlabkraut (Cruciata glabra) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Cruciata innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).
Beschreibung Das Kahle Kreuzlabkraut ist eng mit dem in Mitteleuropa meistverbreitet vorkommenden Gewimperten Kreuzlabkraut (Cruciata laevipes) verwandt. Es unterscheidet sich von diesem unter anderem durch kahle Blütenstiele und fehlende Hochblätter.
Vegetative Merkmale Das Kahle Kreuzlabkraut wächst als sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern. Es wird ein kriechendes Rhizom gebildet. Der aufsteigende oder aufrechte Stängel wirkt zart und ist im Querschnitt vierkantig, kahl oder im unteren Teil auch schwach behaart.
Die hell-grünen Laubblätter sitzen jeweils zu viert in einem Quirl. Die einfache Blattspreite ist ei-länglicher bis elliptisch mit stumpfem oder etwas spitzem oberen Ende, deutlich dreinervig und am Rand bewimpert.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von April bis Juni. Die drei bis neun Blüten befinden sich in Quirlen jeweils oberhalb an den Blattwirteln.
Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vierspaltige Krone hat eine Breite von etwa 2 Millimetern und ist gelb bis grünlich-gelb; sehr selten kann sich auch ganz weiß sein.
Die kahlen Blütenstiele sind zur Fruchtzeit herabgebogen. Die Frucht ist bei einer Breite von etwa 2,5 Millimetern fast zweikugelig geformt, glatt und wird zuletzt schwärzlich.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22 oder 44.
Ökologie Beim Kahlen Kreuzlabkraut handelt es sich um einen mesomorphen Hemikryptophyten.
Vorkommen Cruciata glabra ist vom nordwestlichen Afrika und von Südwesteuropa über die Südschweiz, Österreich, Südpolen bis zur Balkanhalbinsel und dem Kaukasusraum und Südrussland verbreitet. Sie ist ein gemäßigt-kontinental-submediterranes Florenelement. In Mitteleuropa kommt sie meist selten vor. In Deutschland ist das Kahle Kreuzlabkraut selten und zerstreut vor allem im mittleren und südlichen Gebiet zu finden. In Österreich ist es in allen Bundesländern zerstreut auftretend. In der Schweiz kommt es vor allem im Tessin und Graubünden vor.
Cruciata glabra wächst an Wald-, Weg- und Wiesenrändern sowie in lichten Wäldern. Es gedeiht meist auf frischen und nährstoffreichen Lehmböden. Es kommt in Mitteleuropa vor allem in Origanetalia-Gesellschaften oder Carpinion-Gesellschaften vor.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).
Bilder
Systematik Die Erstveröffentlichung erfolgte unter dem Namen (Basionym) Valantia glabra durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2. Auflage, 1762, Band 2, Seite 1491. Die Neukombination zu Cruciata glabra wurde 1852 durch Philipp Maximilian Opiz in Seznam rostlin květeny české Seite 34 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Cruciata glabra sind: Valantia bauhini nom. superfl., Galium glabrum nom. illeg., Galium bauhini , Galium vernum var. bauhini , Cruciata verna
Von Cruciata glabra gibt es je nach Autor etwa vier Unterarten: Cruciata glabra subsp. balcanica (Syn.: Cruciata balcanica , Galium verum var. pseudocruciata , Galium pseudocruciata : Dieser Endemit kommt nur in Bosnien vor. Cruciata glabra subsp. glabra: Sie ist von Europa bis Sibirien und zum Kaukasusraum verbreitet und kommt auch in Nordwestafrika vor. Cruciata glabra subsp. hirticaulis (Syn.: Galium vernum var. hirticaule ): Sie kommt in Südeuropa und im südlichen Mitteleuropa vor. Cruciata glabra subsp. krylovii (Syn.: Galium krylovii , Cruciata krylovii ): Sie kommt vom Kaukasusraum bis Sibirien vor.
Literatur
Einzelnachweise Karol Marhold: Rubiaceae. 2011: Datenblatt Cruciata glabra In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Zuletzt eingesehen am 12. April 2026
Weblinks
Thomas Meyer: Kreuzlabkraut Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
Kategorie:Rötegewächse