mini|Um 1575/80 entstanden die Treppenanlage und die Hofgänge auf der Trausnitz mini|Sogennnate Badstuben im Haus von Hans Fugger in Augsburg (1569–1573) mini|Sustris leitete die Stukkierung und Ausmalung des Antiquariums in der Münchner Residenz mini|Triumphzug des Marius über Jugurtha (um 1580/90?) mini|Um 1585 wurde der Grottenhof in der Münchner Residenz erbaut und nach Vorlagen von Sustris ausgemalt mini|Die Jesuitenkirche St. Michael in der Münchner Altstadt

Friedrich Sustris (* um 1540 in Italien; † 1600 in München) war ein deutsch-niederländischer Maler, Dekorateur und Architekt. Er war der Sohn des niederländischen, in Italien tätigen Künstlers Lambert Sustris.

Leben Über die Kindheit Sustris ist kaum etwas bekannt. Erst ab der Zeit seiner Lehre weiß man mehr über ihn. Zunächst ging er bei seinem Vater Lambert Sustris in Venedig und Padua in die Lehre. Von 1563 bis 1569 war er Schüler und Gehilfe Giorgio Vasaris in Florenz, nachdem er um etwa 1560 eine Zeit lang in Rom gelebt hatte. Nach diesen Lehrjahren bekam er 1569 einen ersten selbstständigen Auftrag: Hans Fugger beauftragte ihn mit der Ausschmückung und der Dekoration des neuerbauten rückwärtigen Teils des Fuggerhauses in Augsburg.

Bis 1573 arbeitete er dann zusammen mit verschiedenen Gehilfen, darunter auch Carlo Pallago, in Augsburg an den Räumen für die Kunstsammlung des Hans Fugger im rückwärtigen Teil der Fuggerhäuser.Dorothea Diemer: Hans Fuggers Sammlungskabinette. In: Renate Eikelmann (Hrsg.): Die Fugger und die Musik. Anton Fugger zum 500. Geburtstag. Ausstellung der Städtischen Kunstsammlungen Augsburg und des Hauses Fugger in den Historischen „Badstuben“ im Fuggerhaus aus Anlass des 500. Geburtstages von Anton Fugger 10. Juni 1993 bis 8. August 1993. Städtische Kunstsammlungen, Augsburg 1993, ISBN 3-922865-48-8, S. 13–40. Hier begann auch seine Zusammenarbeit mit dem Augsburger Kunsttischler Wendel Dietrich.

Nach der Ausführung dieses Auftrags trat Sustris 1573 als Maler, Architekt und Kunstintendant in die Dienste des bayerischen Herzogs und Thronfolgers Wilhelm V. Ein Hauptaufgabenfeld war die Leitung der Umgestaltung der Burg Trausnitz über Landshut. Hier arbeitete er mit dem Baumeister Georg Stern dem Jüngeren zusammen.

Mit seiner Regierungsübernahme und Übersiedlung in die Residenzstadt nahm ihn Wilhelm V. 1579 nach München mit, um ihm die Direktion über alle wichtigen künstlerischen Projekte zu übertragen. 1583 wurde er Maler und oberster Baumeister im Hofdienst. Er brachte die Formensprache des italienischen Manierismus aus Florenz nach München und trug dadurch wesentlich dazu bei, dass München zur deutschen Kunstmetropole der Spätrenaissance aufstieg. Nachdem der Herzog 1597 abgedankt hatte, stand Sustris in den persönlichen Diensten des Herzogs.

In München beteiligte sich Sustris am Ausbau des Antiquariums der Münchner Residenz, an das er einen privaten Garten anbaute, den Grottenhof.

Von 1583 bis 1597 entstand das wichtigste und bekannteste Werk Sustris: die Jesuitenkirche St. Michael sowie vermutlich auch das angrenzende Kolleg.Alte Akademie. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege. Hier arbeite er wieder mit Wendel Dietrich zusammen.

In München, im Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg, ist die Sustrisstraße nach ihm benannt.

Werke Sustris’ wichtigste Werke sind: Fuggerhaus in Venedig 1569–1573: Kunstkabinette (sogenannte Badstuben) und (verlorene) Obergeschossräume im hinteren Teil der Fuggerhäuser in Augsburg um 1575–1579: Ausbau und Ausmalung des Residenzschlosses Trausnitz über Landshut 1581–1586: Münchner Residenz (Grottenhof und Umbau des Antiquariums) 1584: Plan für den Turm der Katholischen Pfarrkirche St. Georg in Otterfing 1583–1597: Jesuitenkirche St. Michael und das anschließende Kollege (heute: Alte Akademie) 1584–1586: Umbau von Chor und Turm der katholischen Pfarrkirche St. Jakob in Dachau

Literatur Susan Maxwell: The court art of Friedrich Sustris. Patronage in late Renaissance Bavaria. Ashgate, Farnham u. a. 2011, ISBN 978-0-7546-6887-9. Juliane von Åkerman: Friedrich Sustris (Suster, Sustrich, Ruster). In: Jürgen Wurst, Alexander Langheiter (Hrsg.): Monachia. Von Carl Theodor von Piloty im Münchner Rathaus. Städtische Galerie im Lenbachhaus, München 2005, ISBN 3-88645-156-9, S. 97. Heinrich Geissler: Neues zu Friedrich Sustris. In: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst, 3. F. (1978) 29, S. 65–91. Heinrich Geissler: Unbekannte Entwürfe von Friedrich Sustris. In: Kunstgeschichtliche Studien für Kurt Bauch. München / Berlin 1967, S. 151–160. Manfred Hock: Friedrich Sustris. München 1953 (München, Univ., Diss. v. 11. Juni 1953).

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Architekt (Niederlande) Kategorie:Architekt (Deutschland) Kategorie:Architekt der Renaissance Kategorie:Baumeister Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Maler (Niederlande) Kategorie:Deutscher Kategorie:Niederländer Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1600 Kategorie:Mann