mini|hochkant=1.5|Mercedes-Benz Coupé, Baureihe 140, 1992–1998 Die Mercedes-Benz-Pkw werden von der Mercedes-Benz AG, der Pkw- und Van-Tochter der Mercedes-Benz Group, hergestellt. Dieser Artikel beschreibt Personenkraftwagen, die unter der eingetragenen Handelsmarke Mercedes-Benz angeboten werden. Umgangssprachlich werden diese oft als „Mercedes“, „Daimler“ oder „Benz“ bezeichnet.

Geschichte und Allgemeines Der Name von Mercedes Benz entstand im Jahre 1926 nach dem Zusammenschluss der Firma Daimler-Motoren-Gesellschaft (Marke Mercedes) mit Benz & Cie. zur Daimler-Benz AG.Markenregister Wortmarke Mercedes-Benz Mercedes-Benz-Fahrzeuge waren meist im gehobenen Preissegment angesiedelt. An der Massenmotorisierung nach dem Zweiten Weltkrieg war die Marke (neben dem Einsatz als Taxi) nicht beteiligt, etablierte sich jedoch international in der gehobenen Mittel- und Oberklasse.

Erst mit dem 190er Ende 1982 und der A-Klasse 1997 wurde das Angebot nach unten erweitert. Beide Modelle sind in der jeweiligen Fahrzeugklasse jedoch im oberen Preissegment angesiedelt. Von Mitte der 1980er- (Baureihe 124) bis Ende der 2000er-Jahre litt das Renommee der Marke vermehrt unter Qualitätsproblemen, welche bei gravierenden Mängeln teilweise zu Rückrufaktionen führten.

Für die Entwicklung gibt es verschiedene Designstudios.MercedesNews, 1/2008, Seite 13 Fahrwerk und Karosserie werden im Mercedes-Benz Technology Center des Werkes Sindelfingen entwickelt, wo mehrere hundert Entwickler und Designer tätig sind. In Japan, zwischen Tokio und Yokohama, befindet sich seit 1993 das Mercedes-Benz Advanced Design Center Japan, wo unter anderem der Maybach entwickelt wurde. Im Jahr 1998 wurde in Italien in der Nähe von Como das Advanced Design Studio eröffnet, das auf Interieurgestaltung spezialisiert ist.

Einige Designelemente wurden über viele Jahre beibehalten. So wurde um 1933 mit verschiedenen Modellen ein vertikal zweigeteilter, mit horizontalen Rippen gegliederter Kühlergrill mit dem Mercedesstern auf dem Deckel eingeführt, der bei vielen Modellen lange in unterschiedlich proportionierten Versionen beibehalten wurde (mit Ausnahme seltener Luxusmarken war Mercedes-Benz damit das letzte Unternehmen, das noch serienmäßig Kühlerfiguren einbaute) und heute bei der C-, E- und S-Klasse zu finden ist. 1954 wurde mit dem Flügeltüren-Sportwagen 300 SL ein Kühlergrill mit großem zentralem Mercedesstern und horizontalen Rippen zu beiden Seiten eingeführt, der zunächst den sportlichen Modellen vorbehalten war, ab ca. 2000 jedoch bei immer mehr Typen zu finden ist (wahlweise auch bei C- und E-Klasse). Mit dem SL-Coupé/Roadster von 1971 (R107/C107) wurden gerippte Rücklichter eingeführt, die bis Mitte der 2000er-Jahre an den meisten Modellen zu sehen waren.

Pkw-Neuzulassungen und Marktanteile in Deutschland Jahr Einheiten Marktanteil 2001 406.000 12,1 % 2002 388.545 11,9 % 2003 369.099 11,4 % 2004 360.425 11,0 % 2005 343.895 10,3 % 2006 342.768 9,9 % 2007 327.742 10,4 % 2008 327.965 10,6 % 2009 282.527 7,4 % 2010 281.240 9,6 % 2011 285.651 9,0 % 2012 283.006 9,2 % 2013 277.373 9,4 % 2014 272.566 9,0 % 2015 286.883 8,9 % 2016 311.286 9,3 % 2017 326.188 9,5 % 2018 319.163 9,3 % 2019 339.185 9,4 % 2020 303.185 10,4 % Quelle: Kraftfahrtbundesamt (KBA)

Bezeichnungen Interne Bezeichnungen Während alle Fahrzeuge vor dem Zweiten Weltkrieg sowie auch die frühen Nachkriegstypen allein durch die Modellbezeichnung unterschieden werden konnten (ein 200 unterschied sich grundsätzlich vom 290 oder 320 usw.), war dies nach dem Krieg bald anders. Zwar waren sich alle 170 (V und D sowie S) ähnlich, unterschieden sich aber in baulichen Details.

Es wurde also eine weitere Unterscheidung nötig, die man bereits seit dem Zusammenschluss von Benz und Daimler im Jahr 1926 betrieb. Die interne Bezeichnung „W“ und eine nachfolgende Zahlenkombination war anfangs numerisch geordnet mit W 01, W 02 usw., wurde aber später unsystematisch. So ist beispielsweise der W 110 das Nachfolgemodell des W 120.

Seit 1946 werden alle Mercedes-Benz-Pkw-Modelle intern mit dreistelligen Baureihennummern versehen, denen ein Buchstabe vorangestellt wird. Diese Baureihennummern beschreiben eine bestimmte Modellreihe, enthalten im Gegensatz zu den Verkaufsbezeichnungen jedoch keine spezifischen Merkmale des Fahrzeuges.

Die Buchstaben vor der dreistelligen Nummer bedeuten: W = Wagen (Limousine), früher auch Coupé, Kombi oder Roadster S = Stationswagen (Kombi, T-Modell) R = Roadster C = Coupé A = Autocabriolet (Cabriolet) V = Verlängerte Limousine F = Fahrgestell VF = Verlängertes Fahrgestell VV = Pullman-Limousine X und Z = Sonderaufbauten z. B. Geländewagen, Sport Utility Vehicle (SUV), Shooting Brake, Maybach T = Tourer N = Baureihe mit alternativem Antrieb

Historie der Verkaufsbezeichnungen mini|Typenschild einer Pagode: Sport-Leicht mit 2,8 l Hubraum und Automatikgetriebe

Zahlen in den Verkaufsbezeichnungen Die Verkaufsbezeichnungen von Mercedes-Benz-PKW enthalten meist eine dreistellige Zahl der Form xx0. Früher stand diese Zahl mit wenigen Ausnahmen für ein Zehntel des ungefähren Hubraums in cm³ gemessen. Ein „Mercedes-Benz 200“, oft auch „200er“ oder „200er-Mercedes-Benz“ genannt, hat daher einen Motor mit etwa 2000 cm³ Hubraum. Heute gibt es meist nur wenig unterschiedliche Hubraumklassen, bei denen die dreistellige Zahl zur Unterscheidung der verschiedenen Leistungen genutzt wird.

Buchstaben in den Verkaufsbezeichnungen Nachgestellt waren teilweise ein oder mehrere Großbuchstaben, die den Motor oder die Bauform genauer bezeichneten. Beispiele: Bezeichnungen für Motoren D = Dieselmotor E = Einspritzung (Ottomotor mit Saugrohreinspritzung oder Benzindirekteinspritzung) e = Elektroantrieb h = Hybridantrieb K = Kompressor (SSK), bei neueren Modellen auch ausgeschrieben „Kompressor“ oder „KOMPRESSOR“ CDI = Common Rail Direct Injection (Dieselmotor mit Common-Rail-Einspritzung) CGI = Stratified Charged Gasoline Injection (Ottomotor mit Benzindirekteinspritzung) NGD = Natural Gas Drive (Antrieb mit komprimiertem Erdgas (CNG)) NGT = Natural Gas Technology (Antrieb mit komprimiertem Erdgas (CNG))

Bezeichnungen für Bauformen C = Coupé T = T-Modell, (Transport & Touristik) (Kombi)

Weitere Varianten L = verlängerter Radstand S = S-Klasse (ursprünglich Sonder-Klasse) SL = Sport-Leicht SLC = Sport-Leicht-Coupé SLK = Sport-Leicht-Kurz SLR = Sport-Leicht-Rennsport SLS = Sport-Leicht-Super

Beispiele Ein Modell mit 3,0 Litern Hubraum und Einspritzmotor der Modellreihe W 124 wurde als 300 E bezeichnet, ein gleich motorisiertes Modell des W 126 (S-Klasse) mit 300 SE. Ein Exportmodell des W 126 für den US-Markt, bei dem ein Dieselmotor eingesetzt wurde, trug die Bezeichnung 300 SD. Ein 300 SEL war also ein Fahrzeug mit 3,0 Litern Hubraum (300) der S-Klasse (S) mit Einspritzmotor (E) und verlängertem Radstand (L).

Sonderfälle Hubraumangaben Ausnahmen von der Regel gab es vereinzelt für Modelle mit größeren Motoren. Sie trugen die Bezeichnung des kleineren Modells mit nachgestelltem Hubraum in Litern, Beispiel: 240 D 3.0 stand für einen W 115 mit einem Dieselmotor mit 3,0 Litern Hubraum. Unter der Bezeichnung 300 D wäre das besagte Modell numerisch größer als das Oberklasse-Modell 280 SE. Diese Praxis wurde bis Ende der 1980er-Jahre angewandt, um Überlappungen der Hubraumangabe in der dreistelligen numerischen Modellbezeichnung bei den einzelnen Fahrzeugklassen zu vermeiden. So gab es auch bei der Baureihe W 111 das Modell 280 SE mit einem 3,5-Liter-V8-Motor und beim W 109 den 300 SEL mit demselben Aggregat und sogar noch eine größere Variante, den 6.3. Die Fahrzeuge hießen also folgerichtig 280 SE 3.5, 300 SEL 3.5 oder 300 SEL 6.3. Dasselbe galt für den 450 SEL 6.9 und den 600.

Die Baureihe W 110 verfügte zunächst über einen 190 und einen 190 D, obgleich ersterer tatsächlich ca. 1,9 Liter Hubraum hatte, letzterer aber knapp 2,0 Liter. Jedoch befürchtete man einen Prestigeverlust für den 190 mit Benzinmotor, wenn er einen 200 D mit Dieselmotor an die Seite gestellt bekommen hätte, was nach der Methodik der Verkaufsbezeichnung eigentlich richtig gewesen wäre. Daher wurde die Bezeichnung des Diesel nach unten korrigiert.

Bei der Markteinführung des W 201 im Jahr 1982 wurde dieser als Mercedes-Benz 190 vorgestellt, obwohl er mit dem gleichen Hubraum (1997 cm³, also 2,0 Liter) wie der Mercedes-Benz 200 (Baureihe 123) ausgestattet war. Die Bezeichnungen Mercedes-Benz 190 (Vergasermotor) und Mercedes-Benz 190 E (Einspritzmotor) wurden gewählt, um eine Abgrenzung dieser neu eingeführten Mittelklasse zur oberen Mittelklasse zu gewährleisten. 1985 erhielten dann mit der Einführung neuer Motoren alle neuen Mercedes-190-Modelle eine Bezeichnung mit nachgestelltem Hubraum (190 E 1.8, 190 E 2.0, 190 E 2.3, 190 E 2.6, 190 D 2.5, 190 E 2.3-16 und 190 E 2.5-16), wobei bei den Modellen 190 E 2.3-16 und 190 E 2.5-16 die nachgestellte16 für die Motoren mit 16 Ventilen stand.

Motorbauarten Für einige Modelle wurden auch Turbodiesel-Motoren angeboten, so zum Beispiel bei der Baureihe 123 des Typs 300 TD Turbodiesel. Bei diesen Fahrzeugen wurde die Zusatzbezeichnung „Turbodiesel“ auch beim Modellschriftzug am Fahrzeugheck ausgeschrieben, wobei der Turbodiesel-Schriftzug rechts an der Heckklappe angebracht wurde. Bei einem 300 TD bedeutet daher der Zusatz TD nicht, wie oft üblich „Turbodiesel“, sondern T-Modell (T) mit Dieselmotor (D).

Heutige Bezeichnungen mini|Bei den heutigen Bezeichnungen ist die Klasse vorangestellt 1993 wurden neue Modellbezeichnungen eingeführt. Damit wurde eine Unterteilung der einzelnen Modellreihen in Klassen begründet. Erstes Modell war die E-Klasse mit Bezeichnungen wie E 250 Diesel. Hierbei wird zuerst die Klasse, dann der Hubraum und zuletzt ein eventueller Zusatz wie „L“ für Langversion oder „Diesel“ (später „CDI“) für Diesel genannt. Diese Bezeichnungen gelten derzeit noch. Die Hubraumbezeichnungen stimmen bei wenigen Modellen nur noch mit einer Variante des Motors überein, da aus Kostengründen gleiche Motorblöcke für unterschiedlich starke Motoren verwendet werden. Beispielsweise haben die Modelle 200 CDI und 220 CDI in allen Klassen den gleichen Motorblock mit 2148 cm³. Modelle mit der Bezeichnung „240“ haben seit dem Jahr 2000 2597 cm³ Hubraum.

Der aktuelle Benzinmotor mit der Bezeichnung 500 besitzt eigentlich einen Hubraum von fast 5,5 Litern, weswegen Autos mit diesem Motor in den USA auch als „550“ verkauft werden. Die 63-AMG-Modelle haben 6,2 bzw. 5,5 oder 4,0 Liter Hubraum, und auch der S 600 besitzt „nur“ einen 5,5-Liter-V12-Motor.

Der Begriff S-Klasse ist hierbei eine Ausnahme und fand schon viele Jahre vor der Einführung dieser Klassenbezeichnungen Verwendung, allerdings nicht in Form der Verkaufsbezeichnungen neuerer Modelle seit den 1990er-Jahren. Eine andere Ausnahme im weiteren Sinn ist die heute sogenannte G-Klasse, die zuvor lange Jahre als „G-Modell“ bezeichnet wurde.

Im Sommer 2009 trat eine neue Nomenklatur in Kraft, die besagt, dass es unterhalb des 220 CDIs in 20er-Schritten abwärtsgeht. So wurde der (A) 170 in (A) 180 umbenannt. Oberhalb des 250 CDI/CGI wird die Klatur in 50er-Schritten fortgeführt. Der (S) 320 CDI und (S) 420 CDI wurden zu (S) 350 CDI bzw. (S) 450 CDI. Außerdem wurde der (C) 280 in (C) 300 umbenannt.

Da die Verkaufsbezeichnungen meist keine Zuordnung zum Baujahr zulassen, werden zur Bezeichnung der jeweiligen Baureihe auch von Außenstehenden häufig die internen Bezeichnungen verwendet.

Klassenbezeichnungen Seit Frühjahr 1993 werden die Baureihen in Klassenbezeichnungen eingeteilt:

Limousinen (inklusive Schrägheck und T-Modelle) Mercedes-Benz A-Klasse Mercedes-Benz C-Klasse (auch als T-Modell erhältlich) Mercedes-Benz E-Klasse (auch als T-Modell erhältlich) Mercedes-Benz S-Klasse (auch mit verlängertem Radstand erhältlich)

Coupés/Cabrios Mercedes-Benz C-Klasse Coupé