Big ist ein US-amerikanischer Spielfilm der Regisseurin Penny Marshall aus dem Jahr 1988. Die Fantasy-Komödie entstand nach einer Idee von Anne Spielberg und Gary Ross nach deren gleichnamigem Fernsehspiel. Erzählt wird die Geschichte eines Zwölfjährigen (gespielt von David Moscow), dem durch einen Zoltar-Jahrmarktsautomaten der Wunsch erfüllt wird, über Nacht erwachsen () zu werden. Das „Kind im Manne“ (Tom Hanks) wird aber vom Großteil seines Umfelds nicht mehr wiedererkannt. Mit Hilfe eines Freundes (Jared Rushton) versucht sich die Hauptfigur in der komplizierten Erwachsenenwelt zurechtzufinden und macht kurzzeitig Karriere in der New Yorker Yuppie-Welt. Der seinerzeit von Publikum als auch Kritikern geschätzte Film, von den Gesellschaften Gracie Films und 20th Century Fox produziert,Company credits in der Internet Movie Database; abgerufen am 18. Mai 2011. verschaffte Tom Hanks den Durchbruch als Filmschauspieler.
Handlung Der zwölfjährige Josh aus Cliffside Park, New Jersey, ist in die blonde Cynthia verliebt. Auf dem Jahrmarkt überwindet er seine Schüchternheit und spricht sie an, wobei er sich besonders lässig gibt, indem er erzählt, eine besondere Looping-Bahn bereits mehrfach gefahren zu sein. Doch Josh wird vor Cynthia und ihrem älteren Freund gedemütigt, da er augenscheinlich zu klein ist, um mit dieser Looping-Bahn fahren zu dürfen. Enttäuscht und frustriert schlendert er über den Jahrmarkt, bis er vor einem alten Wahrsageautomaten mit dem Namen Zoltar Speaks steht. Er wirft eine Vierteldollarmünze ein und wünscht sich, groß zu sein (). Als er am anderen Morgen in seinem Bett erwacht, ist er ein erwachsener Mann im Alter von etwa 30 Jahren. Er versucht, seiner Mutter zu erklären, wer er ist, doch diese hält ihn für einen Einbrecher, der ihren Sohn entführt hat, und geht mit einem Küchenmesser auf ihn los.
Auch Joshs bester Freund Billy kann erst nicht glauben, dass Josh nun ein erwachsener Mann ist. Nachdem er überzeugt ist, hilft er Josh, indem er Geld und Kleidung besorgt und ihn in einer Absteige in New York City unterbringt. Am nächsten Tag versuchen sie, den Standort der Zoltar-Maschine herauszufinden, um Josh zurückzuverwandeln. Da diese nicht auffindbar ist, wenden sie sich an die städtische Verwaltung, um alle Informationen über Jahrmärkte herauszufinden. Doch die Beschaffung dieser Informationen kann vier bis sechs Wochen oder noch länger dauern und Billys Geld wird nicht so lange ausreichen, sodass Josh gezwungen ist, sich einen Job zu beschaffen. In der Zeitung finden sie eine Jobanzeige für einen Sachbearbeiter bei MacMillan Spielzeug und Josh erhält nach erfolgreicher Bewerbung den Job. Durch Zufall trifft er einige Tage später in Manhattans Fifth Avenue den Firmenchef MacMillan im FAO Schwarz, dem ältesten Spielzeughaus Nordamerikas. MacMillan ist begeistert von Joshs kindlich naiver Art und dessen Enthusiasmus für Spielzeug. Nachdem beide auf dem großen Fußbodenklavier die Lieder Heart and Soul und Chopsticks gespielt haben, befördert MacMillan Josh zum Vizepräsidenten für den Bereich Produktentwicklung, sodass Josh den ganzen Tag spielen kann und dafür auch noch bezahlt wird. Sein höheres Einkommen ermöglicht es ihm nun, eine größere Wohnung zu beziehen, welche er wie ein Kinderzimmer einrichtet.
Josh nimmt an einem Meeting teil, wo ein neues Spielzeug präsentiert wird. Dabei ist er anscheinend der Einzige, der sich über den Sinn des neuen Spielzeugs Gedanken macht. Paul Davenports Präsentation über die Neuausrichtung am Spielzeugmarkt gegenüber den Gobots und den Transformers zeigt einen Kampfroboter, der sich in ein Hochhaus verwandeln kann. Josh allerdings wünscht sich etwas Spannenderes, beispielsweise einen Dinosaurier oder eine Spinne, und hat die Stimmen der Belegschaft sofort auf seiner Seite, während Pauls Vorschlag verworfen wird. Dies macht Josh in Pauls Augen zum Konkurrenten, der ausgeschaltet werden muss. Paul setzt seine Geliebte, die junge, ehrgeizige und aufstrebende Susan Lawrence, auf Josh an, um dessen Pläne herauszufinden. Doch Susan entdeckt das freundliche und kindliche Gemüt Joshs und ist zunächst verwirrt. Erst als er von ihr verlangt, auch Spaß zu haben, gibt sie ihre starre Haltung auf und verliebt sich in ihn.
Sie ermutigt ihn, seine Spielzeug-Affinität zu nutzen und in die Firma einzubringen, um neues Spielzeug zu erfinden, welches dem Unternehmen hohe Gewinne einbringen könnte und Spaß brächte. Doch als Josh erkennt, welchen Arbeits- und Finanzaufwand ein solches Projekt bedeutet, zweifelt er daran, dies alleine zu schaffen. Erst durch Susans Zureden entwickelt er einen digitalen Comic, der je nach Nutzeranwendung mehrere unterschiedliche Geschichten aufbereiten kann. Doch die viele Arbeit führt dazu, dass Josh sein ursprüngliches Ziel, die Zoltar-Maschine zu finden und wieder Kind zu werden, aus den Augen verliert. Dabei vernachlässigt er sogar seinen besten Freund Billy. Dieser hat es jedoch nicht vergessen und versucht permanent, Kontakt zu Josh aufzubauen, was ihm allerdings nicht immer gelingt. Als Billy schließlich von der städtischen Verwaltung den momentanen Aufenthaltsort des Zoltar-Automaten erfährt, reist er nach New York, knallt Josh frustriert die Papiere auf den Schreibtisch und wirft ihm vor, dass er ihn nicht wiedererkenne. Josh sei kein Erwachsener, sondern immer noch ein Kind, welches gar jünger ist als Billy selbst. Enttäuscht von Joshs Wandlung reist Billy wieder ab.
Josh zweifelt indessen immer mehr, ob sein Erwachsenendasein das ist, was er sich tatsächlich wünscht. Er sieht auf dem Weg zur Arbeit spielende und unbeschwerte Kinder, während er Termindruck, Stress und jede Menge Verantwortung hat. Er wünscht sich diese Freiheit zurück und findet heraus, wo die Zoltar-Maschine steht. Während der Präsentation seines interaktiven Comics, die mit großem Wohlwollen aufgenommen wird, verlässt Josh den Raum nach wenigen Minuten. Susan merkt, dass etwas mit ihm nicht stimmt, und folgt ihm. Zuvor hatte Josh ihr gestanden, ein 13-jähriges Kind zu sein, was sie ihm nicht glaubte. Susan folgt Josh zum Hafen, wo er zur Zoltan-Maschine geht und sich wünscht, wieder klein zu sein. Susan ist enttäuscht, aber Josh erklärt ihr, dass sie bisher der einzige Grund für ihn gewesen sei, erwachsen zu bleiben, während ihm tausend Gründe einfielen, wieder ein Kind sein zu wollen. Er bittet sie, mit ihm zu kommen, doch sie will nicht wieder 13 sein – vielleicht könne er sich in zehn Jahren noch einmal melden. Nachdem sie ihn nach Hause gefahren hat und ihn wehmütig aus dem Auto steigen lässt, sieht sie, dass Josh sich in ein Kind zurückverwandelt hat, und fährt traurig davon.
Mit dem freudigen Wiedersehen vom jungen Josh und seiner Mutter endet der Film.
Hintergrund Regisseurin Penny Marshall hatte ursprünglich Warren Beatty für die Hauptrolle verpflichten wollen. Dieser hatte aber eine Gage von 7,5 Mio. US-Dollar verlangt. Weil Tom Hanks mit dem Dreh der Filme Schlappe Bullen beißen nicht und Punchline – Der Knalleffekt beschäftigt war, sollte er als Erstbesetzung durch Robert De Niro ersetzt werden, der allerdings das Angebot von 6 Mio. US-Dollar (anderen Angaben zufolge soll er drei Mio. verlangt haben) als zu niedrig empfand. De Niro ließ sich außerdem drei Monate Zeit, um über das Angebot nachzudenken.Lawrence O’Toole: NY CLIPS Hey doctor, tell me the prognosis. In: The Globe and Mail, 27. Februar 1987 (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft)n Hanks erhielt später erneut die Möglichkeit den Film zu drehen, allerdings für eine Gage von zwei Mio. US-Dollar.Trivia zum Film auf imdb.com abgerufen am 17. Mai 2011Informationen zum Film auf presseportal.de 17. Mai 2005 (deutsch); abgerufen am 17. Mai 2011 Um die Authentizität der Szenen zu gewährleisten, ließ Marshall alle Szenen mit Tom Hanks zuerst von David Moscow spielen, damit Hanks beobachten konnte, wie sich der Junge in den Szenen verhielt, um später das kindliche Verhalten besser imitieren zu können.James Berardinelli: Big. reelviews.com, 20. Juli 2009 (englisch); abgerufen am 17. Mai 2011
Das Big-Piano 248px|mini|Das Bodenpiano in FAO Schwarz Eine der berühmtesten Szenen des Films ist die Tanzeinlage von Hanks und Loggia auf dem Fußbodenklavier im Kaufhaus FAO Schwarz. Laut Aussage von Robert Loggia standen für die berühmte Piano-Szene Tanzdoubles zur Stelle, falls beide nicht in der Lage gewesen wären, die Szene synchron zu spielen. Diese Szene fand nicht nur Eingang in den Trailer des Films, sondern wurde auch häufig von der Popkultur übernommen, erwähnt und parodiert. So spielte beispielsweise Homer Simpson in der vierzehnten Folge der fünften Staffel, mit dem deutschen Titel Lisa kontra Malibu Stacy, der Simpsons ebenfalls auf einem Fußbodenklavier.
Nachdem bereits 1968 das erste Fußbodenklavier mit acht Tasten, die unterschiedliche Töne von sich gaben, entwickelt wurde,Design News, 1988 (Fotokopie des Beitrages auf flickr.com abgerufen am 17. Mai 2011) war es Remo Saraceni, der das im Film verwendete Piano 1976 entwickelte. Das Piano ist eigentlich ein Synthesizer und kostete bei Veröffentlichung des Films in der Ein-Oktaven-Version 3.500 US-Dollar und in der Drei-Oktaven-Version 15.000 US-Dollar. Nach eigenen Angaben wollte Saraceni dem Piano als konventionellem Instrument jede Ernsthaftigkeit und Strenge nehmen und es in ein verspieltes Instrument verwandeln, auf dem ein Dreijähriger genauso herumspringen kann, wie ein 90-Jähriger drüber laufen könnte.Elaine Louie A Piano You Can Walk On. In: New York Times, 29. September 1988 (englisch); abgerufen am 17. Mai 2011. „I wanted to take the piano, a conventional instrument that was invented by another Italian, and remove all its seriousness and austerity and make it an instrument that you can walk across, […] I wanted to make technology playful and utilitarian at the same time. A 3-year-old can jump on the piano, and a 90-year-old man can walk on it.“
Motiv des Rollentausches In Hollywood werden alle Jahre immer wieder unterschiedlichste Komödien mit dem Thema Rollentausch produziert und veröffentlicht. Die häufigsten Themen sind dabei neben dem Geschlechtertausch (Hot Chick – Verrückte Hühner) vor allen Dingen Tausch der Rollen, im Sinne von Vater und Sohn (Ich bin Du, Wie der Vater, so der Sohn), Mutter und Tochter (Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag, Ein ganz verrückter Freitag) oder anderen Verwandten der Familie, wie beispielsweise Großvater und Enkel (Endlich wieder 18). Ebenfalls wurden unterschiedliche Komödien über den Rollentausch zwischen Tier und Mensch gedreht (Ein Himmelhund von einem Schnüffler).
Bei Filmen, in denen der Rollentausch durch das unterschiedliche Alter ein und derselben Person gezeigt wird, werden zur Begründung des Rollentausches häufig Magie (17 Again – Back to High School, 30 über Nacht und Big) und selten Technologie (Eine verhängnisvolle Erfindung) angeführt. Ebenfalls ist der Rollentausch selten mit einer Zeitreise in die Vergangenheit (Peggy Sue hat geheiratet) oder in die Zukunft (30 über Nacht) verbunden.
Insgesamt waren zwischen 1987 und 1989 parallel zu Big mit Ich bin Du, Wie der Vater, so der Sohn, Endlich wieder 18, Eine verhängnisvolle Erfindung und Dream a Little Dream fünf weitere Filme mit demselben Grundthema erschienen. Dies führte dazu, dass einzelne Gerüchte zum Film über alternative Szenen kursierten, die allerdings lediglich Handlungsabläufe der anderen fünf Filme wiedergaben.
Veröffentlichung und deutsche Fassung Josh Baskin Tom Hanks Joachim Tennstedt Susan Lawrence Elizabeth Perkins Susanna Bonasewicz MacMillan Robert Loggia Wolfgang Völz Paul Davenport John Heard Norbert Gescher Scotty Brennen Jon Lovitz Ulrich Gressieker