mini|Coschütz von der Gemarkungsgrenze Saarstraße/Kreuzung Karlsruher Straße Richtung Süden gesehen mini|Altcoschütz mini|Bebauung in Altcoschütz mini|Coschützer Rathaus Coschütz ist ein Stadtteil in Dresden. Er liegt etwa 4 Kilometer südlich der Innenstadt, aber dennoch am südlichen Stadtrand zwischen 140 und 255 m NN hoch.

Coschütz bildet mit Gittersee den statistischen Stadtteil Coschütz/Gittersee im Stadtbezirk Plauen.

Lage Coschütz liegt am südlichen Hang des Elbtalkessels. Nördlich von Coschütz schließen sich Plauen und östlich die Stadtteile Kleinpestitz und Kaitz an. Südlich schließen sich die Stadtteile Cunnersdorf, Gittersee, Birkigt und Potschappel an.

Westlich von Coschütz befindet sich der Plauensche Grund, ein tief eingeschnittenes Tal der Weißeritz. Auf der anderen Talseite liegt Dölzschen. Altcoschütz liegt auf einem flachen Bergrücken, an dessen Ende sich die Heidenschanze befindet. In der amtlichen Gemarkung reicht der Stadtteil Coschütz bis zur Weißeritz, also in den Grund hinein.

Name Mundartlich wird Coschütz kušds gesprochen.Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, S. 153.

Die wahrscheinlichste und damit am meisten rezipierte Übersetzung von coswiz (1279/1284) ist

‘Leute eines Koš’ (Kos)’.

Kos wird als Lokator des Rundlings Coschütz verstanden. In den Jahrzehnten um 1200 wurden im Raum Dresden die ehemaligen sorbischen Streusiedlungen durch die neue deutsche Grundherrschaft zu Rundlingsdörfern zusammengefasst. Diese Verdorfung führte zu einer effizienteren landwirtschaftlichen Produktion.

Andere Etymologien gehen auf Bezeichnungen des Dorfes nach dem Begriff 'Korb' (oder 'Amsel') zurück und würden dann in die Zeit der vordeutschen sorbischen Streusiedlung zurückreichen (vor etwa 1150).

Zu altsorbisch *koš ‘Korb’ wurde alternativ die Übersetzung

‘Siedlung, wo (mittels eines korbartigen Gerätes) Fische oder Krebse gefangen werden o. ä.’

entwickelt. Wegen aso. *Kosovic- zu *kos ‘Amsel’ wäre auch

‘Siedlung, wo es Amseln gibt’

als Übersetzung möglich.Da -schw- auf aso.š-v oder s-v beruhen kann, kommen mehrere Grundformen in Betracht: 1. aso. *Košovic- zu *koš ‘Korb’ #3 oder zum PN *Koš (auch zu *koš- ‘küssen’ #4 usw., s.a. Gaschütz) + Suffix -ovica bzw. -ovici #5. – ‘Siedlung, wo (mittels eines korbartigen Gerätes) Fische oder Krebse gefangen werden o. ä.’ bzw. ‘Siedlung der Leute eines Koš’; 2. aso. *Kosovic- zu *kos ‘Amsel’ #3 bzw. einem PN *Kos + Suffix -ovica bzw. -ovici #5. – ‘Siedlung, wo es Amseln gibt’ o.ä. bzw. ‘Siedlung der Leute eines Kos’. Aso. s-v konnte, falls die Silbengrenze vor dem s lag, im Dt. zu [šw] werden, zwischen dem wieder ein Gleitvokal e möglich war. --> Cossa, Kossa, Coswig, Koßwitz. Zur Entwicklung der Endung -schütz --> Auerschütz. In: Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. S. 153.

Geschichte Coschütz wurde 1284 als Coswiz erstmals erwähnt. Damit geht der Name auf slawischen Ursprung zurück. 1479 erstmals als Koschitz. Die slawische Endung „wicz“-wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte in ein „itz“.

Eine erste Festungsanlage wurde bereits in der späten Mitteleuropäischen Bronzezeit auf der Heidenschanze angelegt. Etwa ab dem Jahr 900 wurde das Gebiet von den Elbslawen bewohnt. Ab dem 12. Jahrhundert hatte die Burganlage keine Bedeutung mehr.

Das Dorf wurde in Form eines Rundlings angelegt. Der alte Dorfkern ist bis in die Gegenwart in der Form erhalten. Altcoschütz reiht sich in eine Menge von Dorfkernen im Dresdner Süden und Osten ein. Die älteste erhaltene Bebauung geht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Diese wurden nach einem Großbrand der Gebäude im Dorfkern am 29. April 1829 erbaut. 1785 gab es Verbindungen zu umliegenden Ortschaften. Von Plauen nach Coschütz war im ersten Stück die heutige Coschützer Straße bis zur Einmündung der Leibnizstraße. Danach folgte der Weg der heute noch vorhandenen Straße Am Hohen Stein. Über die Kohlenstraße gelangte man nach Kleinpestitz und über den Achtbeeteweg nach Kaitz. Richtung Süden kam man über die Cunnersdorfer Straße nach Cunnersdorf und über die Kleinnaundorfer Straße nach Gittersee. In den Plauenschen Grund führte der Coselweg. 1841 erwarb der Dorfschmied Karl Gebauer das Schankrecht und baute seine Schmiede zum Gasthaus um. 1879 baute der neue Besitzer Herbert Kippenhahn das Gebäude um und erweiterte es um einen Tanzsaal. Er gab der Gastwirtschaft den Namen "Gasthof zu Altcoschütz". 1919 übernahm Max Glöckner die Gastwirtschaft und erweiterte den Saal durch eine Bühne. Er gab ihm den bis heute gültigen Namen "Gasthof Coschütz". Seit Anfang der 1950er Jahre befindet sich der Gasthof im Besitz der Familie Bukan. Die erste Schule befand sich im Hirtenhaus am Dorfplatz. Nach der Gründung eines gemeinsamen Schulbezirkes mit Gittersee wurde der Bau einer neuen Schule notwendig. Sie wurde 1839 an der Kleinnaundorfer Straße eingeweiht. 1875 folgte erneut ein Schulneubau an der gleichen Straße. Um die Jahrhundertwende lernten hier 1000 Schüler in 20 Klassen. 1907 wurde das Hinterhaus errichtet. Im Erdgeschoss befand sich eine große Turnhalle. Die Schule wurde in der DDR als 72. Polytechnische Oberschule genutzt. Nach der Wende wurde sie als 72. Mittelschule Dresden-Coschütz genutzt und 2005 geschlossen. 1844 wurde die heutige Karlsruher Straße als Chaussee unter dem Namen Kohlenstraße neu angelegt. Sie zweigt 50 m südlich der Ortsgrenze mit Plauen von der Cunnersdorfer Straße ab und wurde in gerader Linie bis zur Potschappler Straße in Gittersee geführt. Im weiteren Verlauf folgt sie einer vorhandenen Straße. Ab 1895 begann ausgehend von der Ortsgrenze mit Plauen die Bebauung der Karlsruher Straße. In diesem von 1895 bis 1905 währenden Bauboom wurden auf dem alten Kohlenweg zwischen Altcoschütz und der Karlsruher Straße die Windbergstraße angelegt. Bis 1910 wurde die Saarstraße angelegt und die Bebauung der Karlsruher Straße erreichte den Achtbeeteweg. Die Kreuzung Karlsruher Straße, Windbergstraße und Kohlenstraße entwickelte sich zum neuen Ortszentrum. 1897 wurde am Ortseingang von Coschütz im Dreieck zwischen der Cunnersdorfer Straße und der Karlsruher Straße der Gasthof „Coschützer Höhe“ erbaut. Neben zwei Vereinszimmern verfügte das Gasthaus auch über eine Kegelbahn. 1949 wurde es von der HO übernommen. Ab der 1980er Jahre stand es überwiegend leer. Nach einer 2002 erfolgten Sanierung wird die Gaststätte seit 2004 von wechselnden Unternehmen betrieben. Im Jahr 1900 wurde an der Windbergstraße das Pfarr- und Gemeindehaus Coschütz als Pfarrhaus mit Betsaal erbaut. Zwischen 1902 und 1903 folgte an derselben Straße das Coschützer Rathaus. 1900 wurde im Gelände der Finkenmühle das erste E-Werk für Coschütz errichtet. Heute das Gelände zwischen der Coschützer Straße und dem Collmweg. Neben Coschütz wurden auch die Ortsteile und Orte Naußlitz, Birkigt, Boderitz, Cunnersdorf, Dölzschen, Gittersee, Großburgk, Kleinburgk, Kleinnaundorf und Zschiedge mit Strom versorgt. 1937 wurde der Betrieb eingestellt. Nach der Stilllegung der Lehmtagebaue östlich der Karlsruher Straße begann die Bebauung zwischen der Karlsruher Straße und der Cunnersdorfer Straße. Nach der Eingemeindung im Jahr 1921 kam es zwischen 1923 und 1935 zu einem zweiten Bauboom. Mehrere Vereine errichteten in Anwendung des Reichsheimstättengesetzes links der Karlsruher Straße Wohnsiedlungen. Gebaut wurden vorwiegend Eigenheime und Reihenhäuser. Dabei entstanden die Straßenzüge Mannheimer Straße, Rastatter Straße, Ölsaer Weg, Marienschachtweg, Coschützer Höhe, Vierbeeteweg, Niederhäslicher Weg, Brendelweg und Poisenweg. Die Häuser von Marienschachtweg, Coschützer Höhe und Vierbeeteweg, sowie drei Häuser am Achtbeeteweg entstanden in der Lehmgrube der zweiten Ziegelei. Die Besonderheit an diesen Zweifamilienhäusern ist das Dach in Kielbogenform. Einige Häuser in der Coschützer Höhe erhielten ein Zollingerdach und wurden mit dem von Friedrich Zollinger entwickelten Schüttbetonverfahren errichtet. Die geplante Bebauung südlich der Coschützer Höhe an der Rastatter Straße und dem noch zu bauenden Bruchsaler Weg kam nicht mehr zur Ausführung. Weiterhin wurden im Bereich Saarstraße, Saarplatz, Gebauer Straße und Kinderhortstraße im größeren Stiel Mietshäuser errichtet. Mit dem rasanten Wachstum von Coschütz musste die Versorgung mit Trinkwasser gesichert werden. Ab etwa 1910 nutzte man dafür die Brunnen der Felsenkellerbrauerei im Kaitzbachtal. Dazu wurde am Ende des heutigen Niederhäslichen Weges ein Hochbehälter erbaut. 1935 begannen auf Grund eines Vertrages zwischen der Landesregierung und der Stadt Dresden die Planungen für ein neues Wasserwerk für die Stadt Dresden. Errichtet wurde es ab 1939 auf einer Freifläche zwischen der Kohlenstraße und dem Achtbeeteweg. Kriegsbedingt ging es erst am 26. August 1946 in Betrieb. Das Wasserwerk liefert heute etwa 60 Prozent des Dresdner Trinkwassers. Das Wasser bezieht es über ein 20 km langes Stolln-Rohrsystem aus den Talsperren Klingenberg und Lehnmühle. Im Zweiten Weltkrieg war Coschütz zwei Mal von den alliierten Bombardements betroffen. Bei dem Angriff auf das Werk der Rheniana Ossag AG in Gittersee am 24. August trafen Fehlabwürfe die Heidenschanze und Altcoschütz ohne Schäden anzurichten. Am 17. April 1945 erfolgt die Bombardierung der Dresdner Bahnhöfe ab dem Bahnhof Altplauen. Eine Reihe von Fehlwürfen trafen dabei Coschütz, Kaitz, Räcknitz und Plauen. In Coschütz wurden drei Häuser schwer und fünf Häuser mittelschwer beschädigt. 60 weitere Häuser wurden leicht beschädigt. Das Zentrum war die Coschützer Höhe und der Saarplatz. 1943 waren in Coschütz 52 Geschäfte registriert. Sie umfassten die gesamte Bandbreite der Versorgung der Bevölkerung sowie Reparatur- und Dienstleistungen. In der Felsenkellerstraße 4 war die Verbrauchergenossenschaft Dresden e.G.m.b.H., bis 1933 Konsumgenossenschaft und in der Saarstraße 2 der Waaren-Einkaufs-Verein zu Görlitz ansässig. In der Karlsruher Straße 5 firmierte eine Kfz-Werkstatt mit Tankstelle. Die per Hand betriebene Zapfsäule war noch in den 1960er Jahren in Betrieb. In den 1970er Jahren waren von den Geschäften noch 35 übrig. Aber auch hier hatte sich das Waren- und Dienstleistungsangebot verändert. Im Jahr 2025 gibt es noch ca. 20 Geschäfte und Dienstleistungen. An der Gleisschleife der Straßenbahn hat sich ein Discounter angesiedelt.

1914 wurde an der Karlsruher Straße ein Kinderhort erbaut. Von 1915 bis 1920 wurde er als Genesungsheim genutzt. Danach wurde er seinem ursprünglichen Verwendungszweck als Kinderhort zugeführt. Nach 1945 fungierte er bis 1983 als Kindergarten. Im Zuge des Baues der Coschützer Brauerei errichtete diese 1975/76 an der Rastatter Straße einen Kindergarten und eine Kinderkrippe. Bis 1982 wurden die Gebäude als Lagerraum genutzt. Ab 1983 wurden Kindergarten und Kinderkrippe eröffnet. Der Kindergarten an der Karlsruher Straße wurde daraufhin geschlossen. Seit 1971 lag er in der neu erbauten Wendeschleife der Straßenbahn. Während der Kindergarten an der Rastatter Straße auch heute noch existiert, wurde die Kinderkrippe 1995/96 abgerissen.

Seit 1971 befand sich an der Heidenschanze 6–8 die Zentralen Ausbildungsstätte für Bohr- und Sprengtechnik Dresden (ZABS). 1992 wurde Ausbildungsstätte in die Sprengschule Dresden GmbH umgewandelt. 1998 wurde daraus die Dresdner Sprengschule GmbH gegründet.

Zu Coschütz gehörte bis 1896 auch das um 1850 gegründete Neucoschütz.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1547/51 12 besessene Mann, 1 Gärtner 1764 14 besessene Mann, 2 Gärtner,1 Häusler 1834 262 1871 1.585 1890 2.354 1910 3.347 1925 3.457

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts verharrte Altcoschütz – wie die ganze ländliche Region um Dresden – in etwa auf dem Entwicklungsstand der vorherigen Jahrhunderte (von 1547 bis 1764 kamen zu 12 Hufnern lediglich zwei hinzu).