Die Saison 2006/07 war die 89. reguläre Saison der National Hockey League (NHL). Eigentlich handelte es sich bereits um die 90. Ausgabe, doch durch den Totalausfall der Saison 2004/05 musste bis zum 90-jährigen Jubiläum noch eine weitere Saison gewartet werden. Das NHL All-Star Game fand, nach dem durch die Olympischen Winterspiele in Turin bedingten Ausfall in der Saison 2005/06, im American Airlines Center in Dallas statt.
Die reguläre Saison begann am 4. Oktober 2006 mit der Partie zwischen dem amtierenden Meister, den Carolina Hurricanes, und den Buffalo Sabreslatimes.com, Sabres Beat Hurricanes und dauerte ohne Unterbrechung bis zum 8. April 2007 an. Danach folgten ab dem 11. April 2007 die Stanley-Cup-Playoffs, die am 6. Juni 2007 beendet waren. Der letzte Tag für mögliche Spielertransfers, die sogenannte Trade Deadline, war der 27. Februar 2007.
Den Stanley Cup gewannen erstmals die Anaheim Ducks, die in der Finalserie die Ottawa Senators mit 4:1 besiegten. Im Verlauf der Playoffs waren die hochgehandelten Buffalo Sabres und Detroit Red Wings, die ihre jeweilige Conference als beste Mannschaft abgeschlossen hatten, beide im Conference-Finale an den späteren Finalisten gescheitert. Enttäuschend verlief die Saison für die Philadelphia Flyers, die das Spieljahr als mit Abstand schlechtestes Team der Liga beendeten.
Seit dem 27. Januar 2006 stand fest, dass die Mighty Ducks of Anaheim ihren Namen mit dem Start der neuen Saison in Anaheim Ducks verkürzen.nhl.com, Ducks won't be „Mighty“ next season Dies beinhaltete auch ein neues Logo und neue Teamfarben.nhl.com, Mighty no more: Anaheim Ducks change their name, uniforms, logo Außerdem wechselten auch die Buffalo Sabres ihr Logo und die Teamfarben von silber, rot und schwarz zum traditionellen marineblau, gelb und weiß.sportslogos.net,
Die Salary Cap, die die Gehaltsobergrenze für alle Spieler im NHL-Kader eines Franchise darstellt, wurde auf Basis des NHL Collective Bargaining Agreement vor der Saison auf 44 Millionen US-Dollar festgelegt. Das festgesetzte Gehaltsminimum lag bei 28 Millionen US-Dollar.sports.espn.go.com, Show me the money: Salary cap increased to $44M
Entry Draft rechts|180px|Logo des NHL Entry Draft Hauptartikel: NHL Entry Draft 2006
Der 44. NHL Entry Draft fand am 24. Juni 2006 im General Motors Place in Vancouver, British Columbia, Kanada statt. Die Auswahlreihenfolge wurde bei einer Lotterie am 20. April 2006 festgelegt. Diese gewannen die St. Louis Blues vor den Pittsburgh Penguins und den Chicago Blackhawks.
Als ersten Pick zogen die Blues den von Experten favorisierten US-amerikanischen Verteidiger Erik Johnson. Danach wählte Pittsburgh auf dem zweiten Platz Jordan Staal, den jüngeren Bruder von Eric Staal, gefolgt von Jonathan Toews auf dem dritten Platz. Phil Kessel, lange Zeit aussichtsreichster Kandidat an der ersten Position gezogen zu werden, wurde an fünfter Stelle von den Boston Bruins ausgewählt. Als ersten Torhüter wählten die Los Angeles Kings den Kanadier Jonathan Bernier als Gesamtelften aus.nhl.com, St. Louis Blues make American defenceman Erik Johnson the No. 1 draft pick
Insgesamt sicherten sich die 30 Franchises die Rechte an 213 Spielern. Den Hauptanteil mit über zwei Dritteln aller Spieler stellten die nordamerikanischen Nationen Kanada und die USA. Mit zehn US-amerikanischen Spielern wurden so viele wie noch nie in der ersten Runde des Drafts ausgewählt.nhl.com, Record-setting 10 U.S.-born players selected in first round of 2006 NHL Entry Draft Auf europäischer Seite stellte Schweden mit 8 % aller Spieler das größte Kontingent. Des Weiteren wurden vier Deutsche, drei Schweizer und zwei Österreicher gedraftet.
Top-5-Picks Spieler Nationalität Pos NHL-Team College/Junior/Klub-Team 1. Erik Johnson D St. Louis Blues US National Team Development Program (NAHL) 2. Jordan Staal C Pittsburgh Penguins Peterborough Petes (OHL) 3. Jonathan Toews C/W Chicago Blackhawks University of North Dakota (NCAA) 4. Nicklas Bäckström C Washington Capitals Brynäs IF Gävle (Elitserien) 5. Phil Kessel C/W Boston Bruins University of Minnesota (NCAA)
Regeländerungen Im Gegensatz zum Vorjahr gab es nur kleinere Regeländerungen, wobei die größere zugelassene Biegung der Kelle des Eishockeyschlägers die bedeutendste war. Für eine Missachtung der neuen Regel wurden für die reguläre Spielzeit, die Overtime und den Shootout neue Strafmaße festgelegt. Zudem durfte das Heimteam erstmals festlegen, ob es den Shootout beginnen wollte oder das Gastteam das Recht des ersten Versuchs haben sollte. Eine weitere Änderung war die schärfere Ahndung von „Schwalben“, sogenannten Diving attempts.nhl.com, NHL board approves minor rules changes
Vertragsabschlüsse, Transfers und Wechsel Spieler Vor der Saison gab es einige interessante Transfers und Vertragsabschlüsse. So wurden die Torhüter Roberto Luongo und Andrew Raycroft von Florida zu den Vancouver Canucks bzw. von Boston zu den Toronto Maple Leafs transferiert.nhl.com, On eve of NHL Draft, Bertuzzi goes to Florida for Luongo Brendan Shanahan verließ die Detroit Red Wings nach zehn Jahren, um einen Vertrag bei den New York Rangers zu unterschreiben,nhl.com, Shanahan agrees to deal with Rangers Associated Press vom 10. Juli 2006 und Star-Verteidiger Chris Pronger wechselte von Edmonton zu den Anaheim Ducks.nhl.com, Edmonton Oilers trade Chris Pronger to Anaheim for package with Lupul Der Schweizer Torhüter Martin Gerber, der in der vergangenen Saison mit den Carolina Hurricanes den Stanley Cup gewann, bestritt die Spielzeit bei den Ottawa Senatorsnhl.com, Senators sign Gerber to multi-year contract; say goodbye to Hasek und Rob Blake kehrte zu seinem Ex-Team nach Los Angeles zurück.nhl.com, BLAKE RETURNS TO KINGS DEFENSEMAN SIGNS TWO-YEAR CONTRACT. Außerdem wechselte Eric Lindros, 1995 mit 22 Jahren zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt, zu den Dallas Stars.nhl.com, Torwart-Oldie Ed Belfour unterschrieb mit 41 Jahren bei den Florida Panthers einen Einjahresvertrag.nhl.com, Florida Panthers sign free-agent goalie Ed Belfour to one-year contract Eine große Überraschung war auch die Rückkehr von Dominik Hašek zu den Detroit Red Wings.USA Today, Red Wings sign veteran goaltender Hasek, 31. Juli 2006, abgerufen am 5. März 2014 mini|hochkant|Dominik Hašek wechselte vor der Saison von den Ottawa Senators zurück zu den Detroit Red Wings Am meisten diskutiert wurde der Wechsel des jungen Russen Jewgeni Malkin. Der 20-jährige Superstar des russischen Clubs Metallurg Magnitogorsk, der ein Erstrunden-Draftpick der Pittsburgh Penguins war, ging nach langen Verhandlungen zwischen den Offiziellen der National Hockey League und der russischen Superliga in seine erste NHL-Saison.nhl.com, Malkin signs with Penguins after mystery-cloaked journey to USA Des Weiteren verpflichteten die Nashville Predators mit Jason Arnott und Jean-Pierre Dumont, der den Buffalo Sabres zu teuer geworden war, gleich zwei Topspielernhl.com, Nashville Predators sign centre Jason Arnott to five-year dealnhl.com, Predators sign Dumont to two-year deal (Kentucky New Era – 30. Aug. 2006) und die New York Islanders statteten ihren Torhüter Rick DiPietro mit einem 67,5 Millionen US-Dollar dotierten 15-Jahres-Vertrag aus.nhl.com, DiPietro sticking around Long Island for a long time
Während der Saison verpflichteten die Phoenix Coyotes am 29. Oktober den kanadischen Center Yanic Perreault, der bis dahin vertragslos gewesen war.nhl.com, Centre Yanic Perreault signs one-year deal with Phoenix Coyotes Auch die Chicago Blackhawks verstärkten sich am 10. Dezember mit dem slowakischen Außenstürmer Peter Bondra, der vor Saisonbeginn kein neues Team gefunden hatte, nachdem sein Vertrag bei den Atlanta Thrashers in der Vorsaison ausgelaufen war.nhl.com, Blackhawks sign veteran forward Peter Bondra Der erste große Transfer vor dem Ende der Wechselfrist Ende Februar fand am 10. Februar statt. Die Boston Bruins schickten Brad Stuart, Wayne Primeau und einen Draftpick zu den Calgary Flames. Im Gegenzug erhielten sie Andrew Ference und Chuck Kobasew.nhl.com, Bruins send Stuart and Primeau to Calgary for Ference and Kobasew Zwei Tage später gaben die Phoenix Coyotes ihren Topscorer Ladislav Nagy an die Dallas Stars ab für Mathias Tjärnqvist und einen Erstrunden-Draftpick im NHL Entry Draft 2007.nhl.com, Den spektakulärsten Transfer gab es am 15. Februar, als Superstar Peter Forsberg für Scottie Upshall, Ryan Parent sowie einen Erstrunden- und einen Drittrunden-Draftpick von den Philadelphia Flyers zu den Nashville Predators transferiert wurde.nhl.com, Decision made: Flyers send Forsberg to Nashville Am 25. Februar wurde Keith Tkachuk von den St. Louis Blues für Glen Metropolit und vier Draftpicks zu den Atlanta Thrashers transferiert.nhl.com, Blues trade Tkachuk to Thrashers
Richtig aktiv wurden die Teams noch einmal wenige Stunden vor dem Ende der Transferperiode am 27. Februar. So wurde Torhüter Martin Biron von den Buffalo Sabres zu den Philadelphia Flyers für einen Zweitrunden-Draftpick geschickt.nhl.com, Flyers shore up goaltending, acquire Biron Todd Bertuzzi verließ nach nur einem halben Jahr die Florida Panthers und ging zu den Detroit Red Wingsnhl.com, und Bill Guerin wechselte zu den San Jose Sharks.nhl.com, Sharks grab Guerin from Blues Für die größte Aufregung sorgte der Transfer von Ryan Smyth von den Edmonton Oilers zu den New York Islanders wenige Minuten vor dem Transferschluss, da Smyth lange zum Team der Oilers gehört hatte und als Identifikationsfigur des Franchise galt.nhl.com, Oilers trade Smyth to Islanders for prospects and picks
Cheftrainer und General Manager Vor der Saison tauschten acht der 30 Franchises ihren Cheftrainer aus und sechs wechselten den General Manager. Davon vollzogen die New York Islanders, Boston Bruins und Los Angeles Kings auf beiden Positionen einen Wechsel. Die weiteren Trainerwechsel gab es bei den New Jersey Devils, Montréal Canadiens, Toronto Maple Leafs, Calgary Flames und Vancouver Canucks. Den General Manager tauschten die Florida Panthers, Pittsburgh Penguins und Colorado Avalanche.
Während der Saison ereignete sich die erste Kündigung auf dem Posten des Cheftrainers bereits am 22. Oktober 2006, also 18 Tage nach dem Saisonbeginn. Nach einem katastrophalen Start mit nur einem Sieg und drei Punkten aus den ersten acht Spielen, dem schlechtesten seit 17 Jahren, entließen die Philadelphia Flyers Ken Hitchcock. Zugleich erklärte General-Manager Bobby Clarke seinen Rücktritt. Als neuer Trainer wurde John Stevens präsentiert, der bis dahin als Assistent an Hitchcocks Seite gearbeitet hatte. Zum neuen General Manager wurde Paul Holmgren, zuvor Assistenz-General Manager, ernannt.nhl.com, Broad Street breakup: Flyers GM Clarke resigns, Hitchcock fired Am 13. November 2006 kündigten dann die Columbus Blue Jackets ihrem Trainer Gerard Gallant den Posten.nhl.com, Blue Jackets fire coach Gallant; expected to name replacement Tuesday Diese bestimmten zunächst Gary Agnew zum Interimstrainer, ehe sie am 22. November Ken Hitchcock als neue Person hinter der Bande präsentierten.nhl.com, Blue Jackets hire former Stars, Flyers head coach Ken Hitchcock Nur zwei Wochen nach der Entlassung Gallants entschloss sich auch das Management der Chicago Blackhawks einen Trainerwechsel zu vollziehen. Trent Yawney musste für Denis Savard weichen.nhl.com, Chicago Blackhawks fire coach Trent Yawney, hire Denis Savard Als letztes Franchise im Jahr 2006 wechselten die St. Louis Blues am 11. Dezember ihren Cheftrainer aus. Auf den erfolglosen Mike Kitchen folgte Andy Murray, der zuvor unter anderem als Trainer des Team Kanada gearbeitet hatte.nhl.com, Blues fire head coach Mike Kitchen