Juiced (von englisch to juice, umgangssprachlich für „etwas mit Energie versehen“) ist ein 2005 für Windows, Xbox und PlayStation 2 erschienenes Streetracer-Spiel, das vom britischen Studio Juice Games entwickelt und vom amerikanischen Konzern THQ veröffentlicht wurde.
Juiced ist der erste Teil der Juiced-Reihe. Das Spiel war ursprünglich für 2004 geplant, doch durch den Konkurs des ursprünglichen Entwicklers Acclaim Entertainment und den Aufkauf durch THQ verzögerte sich die Fertigstellung.
Das Spiel ist angelehnt an Need for Speed: Underground und vergleichbare Titel. Dementsprechend ist neben dem reinen Fahren von Rennen auch das Tunen von Fahrzeugen von Bedeutung. Der Spieler übernimmt die Rolle eines unbekannten Fahrers in der fiktiven amerikanischen Küstenstadt Angel City. Sein Ziel ist es, bei den acht vorherrschenden Rennteams durch den Aufbau eines eigenen erfolgreichen Rennteams zu Respekt in der örtlichen Straßenrennszene zu gelangen. Das Spiel beinhaltet ausschließlich lizenzierte Fahrzeuge und Tuning-Teile. Laut Angaben des Entwicklers lassen sich durch Tuning etwa 7,5 Billionen Anpassungsmöglichkeiten realisieren.
Das Spiel wurde in der Fachpresse gemischt aufgenommen. Von der Webseite Metacritic, die Testberichte auswertet und einen Bewertungsdurchschnitt ermittelt, erhielten die einzelnen Versionen Werte zwischen 63 und 68 von 100 Punkten. Während deutsche Publikationen noch relativ hohe Wertungen vergaben, stuften ausländische Magazine das Spiel schwächer ein. Kritik übten Redakteure an einem zu hohen Schwierigkeitsgrad und einer nicht mehr zeitgemäßen Grafik, während andere den sehr hohen Realismus und die große Fahrzeugvielfalt lobten.
Spielprinzip Allgemein Wie für Rennspiele üblich ist der Kernpunkt des Spiels das Fahren von Rennen. Das Spiel gehört dem Genre der Streetracer an. Das bedeutet, dass die Rennen nicht auf klassischen Rennstrecken, sondern auf normalen Verkehrswegen ausgetragen werden.
Dem Spieler stehen zahlreiche Wagen zur Verfügung, mit denen er Rennen bestreiten kann. In der Standardausführung sind die Fahrzeuge jedoch selten konkurrenzfähig. Denn ein zentrales Element ist das Fahrzeugtuning. Dem Spieler werden eine Vielzahl von Tuning-Elementen geboten, um das Fahrzeug im Bereich der Leistung oder der Optik deutlich zu verbessern. Ein Beispiel ist die mögliche Verwendung von Nitro, welches dem Wagen einen deutlichen Geschwindigkeitsschub geben kann.
Eine Neuheit in diesem Genre ist das Crew-System. Es gibt acht computergesteuerte Teams, die jeweils ein Gebiet mit Rennstrecken kontrollieren. Der Spieler besitzt die Möglichkeit, im Laufe des Spiels ein eigenes Team aufzubauen und damit gegen die anderen anzutreten. In Rennen kann der Spieler das Verhalten seiner Fahrer bis zu einem gewissen Grad durch entsprechende Anweisungen steuern.
Eine weitere Besonderheit des Spiels ist das Respektsystem. Im Spiel gibt es eine Statistik, in der fortlaufend das Ansehen des Spielers bei den übrigen Teams dargestellt wird. Respekt wird durch verschiedene Erfolge des Spielers erworben, beispielsweise durch Rennsiege, Wetterfolg oder durch einen großen Fuhrpark. Jedes Team besitzt einen eigenen Schwerpunkt. Durch Respekt schreitet die Karriere des Spielers maßgeblich voran.
Renntypen Die Rennen, in Juiced Events genannt, unterteilen sich in unterschiedliche Disziplinen. Sprintevents und Rundkursevents unterscheiden sich nur durch die Art der Strecke; im Ersteren wird ein bestimmter Abschnitt gefahren, im Zweiten eine in sich geschlossene Strecke. Ein Rundkursevent kann zwischen zwei und zwölf Runden andauern. Dragevents wiederum bezeichnen sehr kurze, meist geradlinige Streckenabschnitte. Die besondere Schwierigkeit dieses Modus ist, dass der Spieler gezwungen ist, selbst das Getriebe zu schalten.
Außerdem existieren noch Teamrennen, bei denen die eigene Crew gegen die anderen antritt. Sowohl Rundkursrennen als auch Sprintrennen können als Teamrennen veranstaltet werden. Für den Sieg muss der letzte Wagen des eigenen Teams vor den anderen letzten Wagen eintreffen. Zudem gibt es noch die sogenannten Duelle. Diese sind Events, bei denen anstatt um Geld, um das Fahrzeug des Gegners gefahren wird. Das heißt, wenn man gewinnt, erhält man den Wagen des Gegners, gegen den man gefahren ist. Umgekehrt verliert man das eigene Auto, wenn man von dem Gegner besiegt wird.
Karriere-Modus mini|200px|Der Mitsubishi Eclipse ist das erste Fahrzeug, das der Spieler in der Karriere steuern kann.
Die Karriere handelt von dem Aufstieg eines Fahrers in der Rennszene der fiktiven Stadt Angel City. Zu Beginn ist der Spieler in dieser Stadt noch unbekannt, wird aber von einem der Anführer der Teams, genannt T.K., zu einem Rennen bei Nacht herausgefordert. Dazu bekommt er einen Wagen von seinem Gegner, einen Mitsubishi Eclipse GSX gestellt. Die beiden Kontrahenten wetten um etwas Geld und fahren anschließend gegeneinander. Nach dem Rennen, es ist egal, ob der Spieler gewinnt oder verliert, wird der Spieler zum Autohändler geschickt und muss sich dort für einen aus drei Kleinwagen entscheiden. Anschließend sucht er sich ein Mobiltelefon und ein Crew-Logo aus. Beim Mobiltelefon ist es egal, welches Modell der Spieler wählt, die einzigen Unterschiede betreffen die Optik. Über das Handy kommuniziert der Spieler mit den Anführern der anderen Teams. Weiterhin erhält der Spieler Zugang zum zentralen Element der Karriere, dem Rennkalender.
Der Kalender ist nach Monaten gegliedert und zeigt anstehende Renn-Events an. Renn-Events werden von den acht Teams ausgerichtet, können aber auch vom Spieler veranstaltet werden. Nicht alle Events sind von Anfang an anwählbar: Der Spieler muss bei der Gruppe, die das Event veranstaltet, mindestens 300 Respektpunkte verdient haben. Zu Beginn der Karriere ist dies nur bei einer Gruppe der Fall.
Das Spielziel ist es, bei allen Gruppen jeweils mehr als 1000 Respektpunkte zu erreichen und die drei Herausforderungen jeder Gruppe zu meistern. Herausforderungen werden auf den normalen Strecken ohne Gegner ausgetragen, dafür gibt es spezielle Ziele zu erfüllen. Zu beachten hierbei ist, dass die Gruppen dem Spieler vorgeben, welches Auto er verwenden darf, es besteht also keine freie Fahrzeugwahl. Wenn der Spieler das vorgegebene Auto nicht besitzt, kann er die Herausforderung nicht annehmen. Die Herausforderungen sind, anders als die normalen Rennevents, unbegrenzt wiederholbar. Es gibt insgesamt drei Arten von Herausforderungen. Jede Gruppe bietet eine Herausforderung jedes Typs an. Bei Rundenzeit-Rennen erhält der Spieler eine vorgegebene Rundenzeit, die er unterbieten muss. Bei Perfekte Runde-Rennen erhält der Spieler ebenfalls eine vorgegebene Rundenzeit, muss aber zusätzlich darauf achten, nicht die Leitplanke zu berühren. Bei einem Unfall wird das Rennen abgebrochen. Bei Tempo-Rennen erhält der Spieler eine vorgegebene Mindestgeschwindigkeit. Nach dem Start hat er 10 Sekunden, um diese zu erreichen. Anschließend muss er eine ganze Runde fahren, ohne diese Geschwindigkeit zu unterschreiten. Wird die Geschwindigkeit einmal unterschritten, wird das Event sofort abgebrochen.
Respektsystem Die Respektpunkte spiegeln den Ruf des Spielers bei den anderen Teams wider. Der Respekt des Spielers wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Einer der entscheidenden Aspekte ist das Rennresultat. In den meisten Fällen muss man ein Rennen als Erst- oder Zweitplatzierter beenden, um Respektpunkte zu gewinnen. Belegt man die letzten beiden Plätze, werden Punkte abgezogen. Bei Team-Rennen wird die Leistung des gesamten Teams des Spielers betrachtet. Außerdem wird das Fahrverhalten bewertet. Beschädigt man gegnerische Autos, sinkt der Respekt beim betroffenen Team. Durch erfolgreiche Wetten erhält man ebenfalls Respekt, die Höhe des Respektbonus hängt von der Höhe des gesetzten Betrags ab. Zuletzt werden die Fahrzeuge des Spielers bewertet. Je teurer ausgestattet und je leistungsfähiger die Wagen sind, desto mehr Respektpunkte gibt es.
Ab einer bestimmten Zahl von Respektpunkten erhält man bestimmte Privilegien bei dem jeweiligen Team. Diese sind: Das Zuschauen bei Events, Das Teilnehmen bei Events, das Duellieren mit dem Crew-Anführer und das Veranstalten von Renn-Events. Diese Privilegien müssen bei allen Teams separat erworben werden.
Arcade-Modus Der Arcade-Modus ist neben der Karriere der zweite zentrale Bereich des Spiels. In diesem Modus ist das Respektsystem deaktiviert, Fortschritt wird in diesem Modus nur durch Rennsiege erzielt. Es gibt 11 unterschiedliche Serien, die aus je fünf Rennen bestehen. Am Anfang ist nur eine Serie freigeschaltet. Durch das Gewinnen von Rennen schaltet man Strecken und Fahrzeuge für freie Rennen frei. Bei drei Siegen in einer Serie wird die nächsthöhere Serie freigeschaltet. Gewinnt man vier Rennen einer Serie, wird das fünfte Event der Serie freigeschaltet. Gewinnt man dieses, so wird eine Bonus-Strecke freigeschaltet.
Im Arcade-Modus werden die Fahrzeuge für jedes Rennen gestellt, es bestehen also keine freie Fahrzeugwahl und keine individuellen Tuning-Möglichkeiten.
Gewinnt der Spieler den Karriere-Modus, wird eine zusätzliche Serie freigeschaltet, die sich Extreme Nitro Serie nennt. In dieser besonderen Serie fährt der Spieler dauerhaft mit Nitro, er kann es nicht deaktivieren.
Freie Rennen Die Freien Rennen (auch: Angepasste Rennen) können vom Spieler nach seinen Wünschen erstellt und angepasst werden. Der Spieler kann aus den Typen Rundkurs, Sprint, Drag und Solo wählen. Im Solo-Modus kann der Spieler eine Strecke in Ruhe erkunden, Gegner gibt es keine. Bei den Freien Rennen gibt es weder Respektpunkte noch freischaltbare Objekte. Das einzige Ziel ist es, Rennen zu gewinnen (außer im Solo-Modus, da gibt es keine vorgegebenen Ziele). Von Beginn an sind nur wenige Fahrzeuge und Strecken wählbar, nur die, die in der ersten Arcade-Serie vorkommen. Weitere Objekte werden anwählbar, wenn der Spieler Fortschritte im Arcade-Modus erzielt. Wie im Arcade-Modus ist das Tuning-System bei den Freien Rennen nur eingeschränkt verfügbar. Dafür stehen ihm eine erweiterte Zahl an Parametern für die Rennen wie Tageszeit, Wetter oder Gegneranzahl zur Verfügung.
Fahrzeugklassen Die Wagen im Spiel werden in acht Klassen eingeteilt, die sich nach der PS-Zahl der Fahrzeuge richten. Die angebotenen Rennevents gelten mit Ausnahme der Angeber-Rennen alle nur für eine bestimmte Fahrzeugklasse, wodurch Chancengleichheit hergestellt wird. In den Tuningoptionen gibt es eine Funktion, die sich Feintuning nennt. Mit dieser Funktion ist es möglich, die PS-Zahl eines Fahrzeugs in einem kleinen Bereich zu modifizieren. Dadurch kann der ungewollte Sprung in die nächsthöhere Klasse vermieden werden. Fahrzeugklassen Klasse Klasse 8 Klasse 7 Klasse 6 Klasse 5 Klasse 4 Klasse 3 Klasse 2 Klasse 1 PS-Zahl-Bereich 0–199 200–299 300–399 400–499 500–599 600–699 700–799 800–1200 Typische Vertreter Kleinwagen Limousinen CoupesSportwagen US-Coupes Rallye-WagenMuscle-Cars Muscle-Cars Leistungsstarke Sportwagen Leistungsstarke Sportwagen
Rennteams Im Spiel gibt es acht verschiedene Rennteams, die alle ein bestimmtes Gebiet der Stadt kontrollieren. Jedes Team besteht aus vier Fahrern, einer von ihnen ist der Anführer des Teams. In den Rennevents fahren immer die Anführer gegeneinander, nur bei Crew-Rennen fahren auch andere Fahrer eines Teams mit. Im Verlauf der Karriere baut der Spieler sein eigenes Team auf, mit voranschreitendem Erfolg des Spielers rufen ihn Fahrer an, die sich um einen Platz in der Crew bewerben. Bei den Bewerbungen erhält der Spieler lediglich eine Statistik über den Bewerber mit zwei Werten, der Aggressivität und der Fahrzeugbeherrschung. Diese Werte werden durch jede Rennteilnahme kontinuierlich verbessert, der Spieler kann seine Crew also gewissermaßen trainieren.
Fahrzeuge mini|200px|Der Holden Monaro, eines der leistungsstärkeren Fahrzeuge in Juiced