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Mukrena ist ein Ortsteil von Könnern in Sachsen-Anhalt. Das Dorf liegt rechts der Saale gegenüber der Stadt Alsleben (Saale).

Lage

Mukrena liegt im Harzvorland und somit im Regenschatten des Harzes und leidet unter Wassermangel. Mit weniger als 500 mm Jahresniederschlag registriert dieses Gebiet die niedrigsten Niederschläge in Sachsen-Anhalt. Die Saale ist hier nur ganz schwach eingesenkt. Der Unterpegel der Saaleschleuse im Ort beträgt 60,01 m NN, und der Radeberg hat eine Höhe von https://geodienste.bfn.de/flussauen/#?centerX=3686081.955?centerY=5733279.795?scale=10000?layers=20483. Abgerufen am 1. Mai 2019. Der Name Mukrena kommt aus dem Sorbischen, mok = nass, auf Deutsch etwa nasse Wiese oder nasser Wald.

Geschichte Frühgeschichte der Region

König Heinrich I. (919–936) teilte die neueroberten slawischen Gebiete in Gaue ein. Diese Gebiete waren rechts der Saale. Diese Gaue erhielten zumeist die Namen der sorbischen Volksstämme. Der Saalkreis (bis 1952) umfasste zwei Gaue, den Gau Nudzici und Gau Neletici mit den gleichlautenden Hauptorten Neutz bei Wettin und Nehlitz.

Der Nudzicigau erstreckte sich etwa von der nördlichen Spitze des Saalkreises, dem Pfuhlschen Busch, bis zur Mündung der Götsche in die Saale. Eine Urkunde von Otto I. vom Jahre 961Urkunde Nr. 231 in: nennt die Siedlungen und Burgen Vitin (Wettin), Liubuhun (Löbejün), Sputinesburg (Rothenburg), Loponoh (Laublingen), Trebonici (Könnern-Trebnitz), und Brandanburg (Brinzenburg, Brentin). Im Westen wurde der Gau von der Saale und zwar im Norden von dem alten Saalearm Kuhfurt, Strengebach begrenzt, so dass Kustrena, Beesedau, Poplitz und Mukrena jenseits auf linkssaalischem Gebiete lagen und zum Nordschwabengau gerechnet wurden. Im Norden schuf die Fuhne von Plötz bis zum Pfuhlschen Busch die Grenze. Die Ostgrenze des Gaues bildete eine Linie von Plötz an der Fuhne bis zum Petersberg und an dessen östlichem Fuß an der Götsche entlang bis zu deren Mündung in die Saale.

Der nördliche Teil dieses Gaues zwischen Saale und Fuhne, im Norden vom Pfuhlschen Busch, im Süden von der Könnernschen Mulde begrenzt, bildet den kleinen Untergau Zitici. Sein Name ist noch in Amt Zeitz – Haus Zeitz – erhalten. In einer Urkunde vom 4. Mai 945Urkunde Nr. 65 in: zum ersten Male genannt. In dieser Urkunde wird Tribunice (Trebnitz) als Haupt- und Kultort dieses Untergaues genannt. Ein Untergau entsprach einer fränkischen Hundertschaft, welche hundert waffenfähige Männer aufbringen mussten.

Dieser kleine Untergau wie der Untergau Coledici gehörten um 937 dem Gau Serimunt zwischen Saale, Elbe, Mulde und Fuhne an. Aus dem Gau Serimunt entwickelten sich die Herrschaften Köthen und Dessau. Vor dieser Zeit hat es als Grenzgebiet sicher dem Suebengau gehört. Dieser Gau erstreckte sich links der Saale und stand unter der Herrschaft Siegfrieds. Als Siegfried starb (937), wurde der berühmte Markgraf Gero sein Nachfolger. Es wird auch ein Graf Christian genannt, der Schwager Geros; er hatte die Schwester Hidda zur Frau.

Ortsgeschichte (Abriss)

Trebunice (Trebnitz) war königliches Gut. Schon in der Urkunde vom 29. Juli 961 (Urkunde über Laublingen) werden die Orte erwähnt, dass sie im Nudzici Gau liegen. Der Nudzici Gau zerfiel und die Grafschaft Wettin entstand. Der kleine Zitici Gau ging in der reichsunmittelbaren Grafschaft Alsleben auf. Nach dem Tod des letzten Grafen von Alsleben, Heinrich I. im Jahr 1126 kam die Grafschaft 1128 an das Erzstift Magdeburg.

Die Kirche erhielt immer mehr Macht. Unter dem Schutze des Erzbischofs trieb das Kloster Neuwerk bei Halle (Saale) eine bedeutsame Besitzpolitik in der alten Grafschaft. Zuerst erwarb das Kloster die Pregelmühle bei Mukrena. Am 6. Januar 1135 erhielt es von der Witwe des Grafen Rudolf von Stade-Alsleben 16 Hufen und Höfe in Oberitz, 1 Hof in Mukrena, 6 Morgen in Laublingen, 1 Hof in Poplitz, alles mit Zubehör an Zinsen usw. 1162–1164 erhielt es sogar Uferland, eine Mühle in Oberitz und Beesedau.

Die kriegerischen Magdeburger Kirchenfürsten stürzten sich immer mehr in Schulden. Diese Fürsten verkauften und verpfändeten im 15. Jahrhundert ihren reichen Besitz und die Herren von Krosigk wurden Nachfolger der Grafen von Alsleben. So kam das Dorf Mukrena in den Besitz der Krosigk. Der Ort stand somit unter adliger Gerichtsbarkeit, gehörte aber zum Saalkreis des Erzstifts Magdeburg, das 1680 als Herzogtum Magdeburg unter brandenburg-preußische Herrschaft kam.Mukrena im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 131 Der gewaltige Besitz der von Krosigk wurde infolge von Erbteilung, Vergeudung, üppigem Leben und Verschwendung durch Preußen und Anhalt erworben. Während Mukrena unter adliger Gerichtsbarkeit blieb, kam ein Gasthof des Orts im Jahr 1747 durch Verkauf an Fürst Leopold von Anhalt-Dessau, ohne dass davon die preußische Landeshoheit berührt wurde. Dieser Gasthof gehörte zum „Fürstlich Anhalt-Dessauischen Amt Alsleben“ mit Sitz im Dorf Alsleben.Das Amt Alsleben im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 129

Mit dem Frieden von Tilsit wurde Mukrena im Jahr 1807 dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Der Ort kam zum Kanton Cönnern.Beschreibung des Saale-Departements Nach der Niederlage Napoleons und dem Ende des Königreichs Westphalen befreiten die verbündeten Gegner Napoleons Anfang Oktober 1813 den Saalkreis.

Bei der Neuordnung des preußischen Gebiets nach dem Wiener Kongress 1815 wurde die Saale als Westgrenze des neu zugeschnittenen Saalkreises genommen. Alsleben kam dadurch zum Mansfelder Seekreis. Die sogenannten „adligen“ Dörfer Poplitz, Mukrena und Unterpeißen wurden staatlich und bekamen eigene Verwaltung und wurden der Regierung unterstellt. Sie kamen zum Saalkreis im Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen.

Bis 1780 baute man von Gröna bis Mukrena einen Damm auf Kosten des anhaltischen und preußischen Staates sowie der daran beteiligten Gemeinden. Im Februar 1799 wurden Einwohner von Mukrena durch eine Überschwemmungskatastrophe auf dem Radeberg angesiedelt, wodurch die „Kolonie Zweihausen“ entstand.

Am 20. Juli 1950 wurde Mukrena zu einem Ortsteil von Beesenlaublingen, welches am 1. Januar 2005 in die Stadt Könnern eingemeindet wurde. Der Ort kam durch eine Kreisreform in der DDR zum Kreis Bernburg im Bezirk Halle, der 1990 zum Landkreis Bernburg wurde und 2007 im Salzlandkreis aufging.

Ausführliche Geschichte des Ortes Sorbische Burg und Siedlung

Die Geschichte von Mukrena beginnt um 375. Um diese Zeit verließen germanische Stämme den östlichen Teil hinter Saale und Elbe und zogen nach Westen und Süden. In dieses verlassene Land zogen slawische Stämme aus dem Osten Europas und gründeten Ansiedlungen, welche meistens mit den Endsilben itz, itsch, ük, ow usw. endeten und errichteten ein Sorbenreich mit der Hauptstadt Zörbig. Der Hofchronist Karls des Großen, Einhard, schrieb über die Grenze Limes Sorabicus: Sie siedelten sich gern in der Nähe von fischreichen Gewässern an, trieben Fischfang, Jagd, Handel und Ackerbau. Zum Schutze ihres Reiches erbauten sie Burgen in Sümpfen und Inseln, wie Mukrena, Phule und Trebnitz, während die Sachsen, Thüringer und Franken ihre Burgen auf Bergen bauten, wie Alsleben und Friedeburg.

Die Sorbenburg Mukrena lag an der Saale, an der Stelle der jetzigen Gartensparte Mukrena, im früheren Eichholz. Die Burg lag auf einer Insel. Die letzten Reste der Burg wurden 1840 durch den Amtsmann Schmidt, Pächter der Ökonomie Poplitz, abgefahren, um einen Teil des Dammloches und des Wallgraben auszufüllen.

Die Burg der Sorben südlich der Linie Bernburg-Torgau war in gleicher Weise gebaut. Grundkonstruktion war die Schalenbauweise, an der Vorderfront aufgeschichtete Steine und Erde, die bis ca. 1 Meter breit sein konnte. Im Abstand von mehreren Metern errichtete man in ähnlicher Technik die Walrückfront. Zwischen beiden Mauern wurde Erde oder Steinschutt eingefüllt. Damit der Druck dieser Schüttung die Trockenmauern nicht auseinander pressen konnte, verband man beide Mauern mit Holzanker. Zum Teil wurden auch Palisaden statt Mauern errichtet. Die Burg war bis zum 14. Jahrhundert Sitz der Herren von Mukrena.

Deutsche Ostkolonisation

1209 erscheint ein Wichmann von Mukrene, er war Marschall des Erzbischofs. In Urkunden erscheint dieser Name 1220, 1226, 1269, 1274. Eine Verwandtschaft bestand mit den Grafen von Mansfeld. Der Name des Ortes wechselte von Mucrene, Muckerene, Mokerene, Mogkerenen, Mokren, Mucrena und jetzt Mukrena.

In einer Urkunde vom 6. Januar 1135 wird in einer Schenkung Graf Rudolfs von Stade Witwe und Erben verschiedener Güter an das Kloster zum Neuen Werk unter anderem ein Hof im Dorfe Mukrena genannt. Eine andere Urkunde erwähnt 2 Hufen und 2 Höfe in Mukrena.

Mittelalter

In dem jetzigen Wohnbereich Rosenhagen und Wohnschiff Fabich, Nr. 43 und 43a, stand einst ein Gasthof Zu den dreyen Enden (drei Enten). Hier war auch einer der Saaleübergänge. Der Weg führte über die Insel zur Lyra, über den Alslebener Pfingstanger oder Schinderanger, Stichelsburg, Georgenberg zur Kocherbrücke in das Dorf Alsleben. Der letzte Besitzer verkaufte 1684 den Gasthof an die von Krosigk. Lorenz von Krosigk-Mukrena baute dieses Gelände in ein Adliges Haus und den dazugehörigen Garten in ein Lustgarten um. Reste der Mauern sind noch vorhanden. Die weiteren Krosigk-Mukrena waren Eccard Christoph († 1711) und dessen Sohn Friedrich August († 1767). Die Linie der Krosigk-Mukrena starb aus, da keine Erben vorhanden waren. Die Gastgerechtigkeit des Gasthofes Zu den drei Enten erhielt der Fährhof gegenüber vom Schloss Alsleben. Der Fährhof gewann dadurch an Bedeutung. Das Adlige Haus wurde Rittergut und der Ort Mukrena hatte viele Eigentümer.

1400 hatte ein Tilo von Dieskau ein Hof und ein Weingarten, ein Schock Hühner und eine Mark Einnahme. Kuno von Quartier hatte einen Anteil von 3 Mantel Hühner. Albert und Bethmann Voit 5 Höfe und 7 einzelne Morgen Acker. Zwei Weingärten besaß von Rotendorf. Carl von Dieskau erwirbt Güter in Mukrena. Curt von Dieskau kaufte Dorf und Ritterlehn, er starb 1471. Mukrena hatte zu dieser Zeit 10 Gehöfte.

In einer Urkunde vom 16. Juni 1535 verleiht der Kardinal Albrecht allen Erben des verstorbenen Lorenz von Krosigk in männlicher Linie den Wohnhof zu Mukrena und das Dorf Mukrena mit Gerichten, Recht über Hals und Hand im Felde und im Dorfe, mit Geld, Zinsen, Diensten und mit allem seinen Einwohnern.

Das Dorf Mukrena erstreckte sich ungefähr dort, wo die Häuser 1–6, 7–17 und 21 und 42 sowie das Adlige Haus stehen. In dieser Urkunde wurde auch ein Eichholz genannt, es lag zwischen der B 6 und den Häusern 12, 13 und 42. Weiterhin ein Wasser namens Brutzschen. Brutzschen ist wahrscheinlich der Pritschkenanger der östlich von einem großen Teich und östlich neben dem Eichholz lag, die ehemalige Schule Mukrena, Nr. 41. Weiter von einer Zartarie (scirta regia, später Zcortrega = Teufelsfluss), es war die ehemalige Wasserverbindung zwischen Mukrena und Laublingen, wo ein Hof lag (Sattelhof).

In der alten Chronik von Alsleben, welcher ein Bolting verfasst hatte, steht folgendes:

Bei Punkt 51: „Ao 1585 In diesen jare, den 30. Octobris, starben des edlen gestrengen und ehrnuesten Heinrich von Krosig zwene tochter, die erste, Anna Maria, in der nacht um 10 uhr, ward 12 jar 18 wochen alt; die andere tochter Catharina ward ein jar junger; wurden alle beide in den thum under den turme begraben, deren seelen gott genedig sein wolle!“

Bei Punkt 52: