Die Zimbelkräuter (Cymbalaria) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).
Beschreibung und Ökologie mini|Blattober- und Unterseite des Mauer-Zimbelkraut (Cymbalaria muralis) mini|Früchte des Mauer-Zimbelkraut (Cymbalaria muralis)
Vegetative Merkmale Zimbelkraut-Arten sind meist kurzlebige, ausdauernde krautige Pflanzen. Die Stängel sind fadenförmig, lang, niederliegend bis liegend. Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die Blattspreiten sind nieren- bis fast kreisförmig. Es liegt Fiedernervatur vor. Der Blattrand ist glatt bis gelappt.
Generative Merkmale Die gestielten Blüten befinden sich einzeln in den Blattachseln. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und vier- oder fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blüten sind gespornt. Die fünf Kelchblätter sind nur kurz verwachsen und die Kelchlappen sind etwas ungleich. Die Kronblätter sind auf etwa der Hälfte ihrer Länge röhrig verwachsen. Die Krone ist zweilippig. Die Oberlippe endet in zwei Kronlappen. Die Unterlippe endet in drei Kronlappen. Die vier Staubblätter überragen die Blütenkrone nicht. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen.
In den Kapselfrüchte sind meist viele Samen vorhanden.
mini|Cymbalaria aequitriloba mini|Cymbalaria hepaticifolia mini|Blasses Zimbelkraut (Cymbalaria pallida) mini|Illustration aus Sturm des Mauer-Zimbelkraut (Cymbalaria muralis)
Ökologie
Aufgrund des langen Blütensporns werden die Blüten bevorzugt von Hummeln angeflogen.
Systematik Taxonomie Die Gattung Cymbalaria wurde 1756 von John Hill in The British Herbal: a history of plants and trees, Seite 113–114, Tafel 17 aufgestellt. Hill hatte den Namen von Caspar Bauhin übernommen. Typusart ist Cymbalaria muralis Ein Homonym ist Cymbalaria , das 1791 in Vorlesungen der Churpfälzischen physicalisch-ökonomischen Gesellschaft, Band 1, Seite 230 veröffentlicht wurde.
Äußere Systematik Die Gattung Cymbalaria gehört zur Subtribus: Antirrhininae der Tribus: Antirrhineae innerhalb der Familie der Plantaginaceae. Die Gattung Cymbalaria ist eng mit den Gattungen Linaria und Antirrhinum verwandt.
Arten und ihre Verbreitung Die Arten kommen vor allem im südeuropäischen und vorderasiatischen Raum vor.
Es gibt seit 2021 etwa zwölf Arten: Cymbalaria acutiloba ( & ) : Sie kommt in Griechenland, auf Kreta und auf Inseln in der Ägäis vor. Cymbalaria aequitriloba : Sie kommt in Spanien, auf den Balearen, auf Korsika, Sardinien und in Italien vor. Cymbalaria ebelii : Sie kommt in Albanien und im früheren Jugoslawien vor. Cymbalaria glutinosa : Sie kommt nur in Italien vor. Cymbalaria hepaticifolia : Sie ist ein Endemit von Korsika. Cymbalaria longipes : Sie kommt in Griechenland, auf Inseln in der Ägäis, auf Kreta, Zypern und in der Türkei vor. Cymbalaria microcalyx : Sie kommt in Kroatien, Albanien, Griechenland, auf Inseln in der Ägäis, auf Kreta und im asiatischen Teil der Türkei vor. Es gibt zwei Unterarten: Cymbalaria microcalyx subsp. heterosepala : Diese Endemit kommt nur auf Kreta und Karpathos vor. Cymbalaria microcalyx subsp. microcalyx Cymbalaria minor () : Sie kommt in Griechenland vor. Cymbalaria muelleri : Sie ist ein Endemit von Korsika, Sardinien und Sizilien. (Mauer-)Zimbelkraut (Cymbalaria muralis ): Es kommt in Italien, Kroatien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro sowie in der Schweiz vor. In zahlreichen anderen Ländern der Erde ist es ein Neophyt. Cymbalaria muralis subsp. muralis Cymbalaria muralis subsp. pubescens : Sie ist ein Endemit von Sizilien. Cymbalaria muralis subsp. visianii Blasses Zimbelkraut (Cymbalaria pallida ): Es kommt nur in Kroatien und Italien vor. Cymbalaria paradoxa (Syn.: Cymbalaria microcalyx subsp. paradoxa ): Den Rang einer Art hat sie seit 2021. Es gibt Vorkommen auf Inseln in der östlichen Ägäis. Behaartes Zimbelkraut (Cymbalaria pilosa ): Es kommt nur in Italien und auf Sardinien vor. Cymbalaria spetae : Sie wurde 2021 aus der griechischen Halbinsel Peloponnes erstbeschrieben.
mini|Sorte ‘Globosa Alba’
Nutzung Eigentlich eine Wildpflanze, werden Cymbalaria-Arten teilweise im Garten eingesetzt. Im frühen 20. Jahrhundert wurde Cymbalaria muralis sogar in Sorten gehandelt: ‘Compacta Alba’ (mit weißen Blüten, kürzere Triebe), ‘Globosa’ (deutlich kürzere Triebe, verträglicher für Pflanzungen).
Quellen Literatur
David A. Webb: 15. Cymbalaria Hill. S. 236–238. In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Cambridge University Press, Cambridge, Volume 3: Diapensiaceae to Myoporaceae. 1972, ISBN 0-521-08489-X.
Einzelnachweise Karol Marhold: Cymbalaria Hill sec. Marhold, K. (2011+) Datenblatt Cymbalaria In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2011. Datenblatt Cymbalaria In: Flora of Greece web - An annotated checklist Vascular plants of Greece. John Hill: The British Herbal: a history of plants and trees, 1756, S. 113–114, Tafel 17. eingescannt. Ernst Emanuel von Silva-Tarouca (Hrsg.): Unsere Freilandstauden. Hölder-Pichler-Tempsky, Wien 1934. David A. Webb: 15. Cymbalaria Hill. S. 236–238. In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Cambridge University Press, Cambridge, Volume 3: Diapensiaceae to Myoporaceae. 1972, ISBN 0-521-08489-X.
Weblinks
Kategorie:Wegerichgewächse