Radviliškis (deutsch Radwilischken) ist eine Stadt in der gleichnamigen Rajongemeinde im Nordwesten Litauens. Sie liegt 14 km südöstlich der Großstadt Šiauliai an der Fernverkehrsstraße A 9 von Šiauliai nach Panevėžys (Teil der Verbindung von Šiauliai nach Vilnius) und ist Eisenbahnknotenpunkt.
Geschichte Der Ortsname kennzeichnet die Stadt als Gründung bzw. Eigentum derer von Radvila, einem Geschlecht des litauischen Hochadels. Der Ort wurde erstmals 1529 erwähnt und erhielt 1710 das Stadtrecht.
Militärstandort Aktuell sind zwei Einheiten der litauischen Streitkräfte in Radviliškis stationiert. Es handelt sich dabei zum einen um das Luftverteidigungsbataillon, das zu den Luftstreitkräften gehört. Zeitweise war zudem das Artilleriebataillon Brigadegeneral Motiejaus Pečiulionio in Radviliškis stationiert, bis es 2019 nach Pajūris verlegt wurde. Dieses wurde vom neu aufgestellten Infanteriebataillon Fürst Margiris abgelöst, welches in den kommenden Jahren ebenfalls verlegt werden soll.
mini|270px|Panorama von Radviliškis
Verkehr In der Stadt befindet sich als Zentrum des Güterverkehrs der größte Rangierbahnhof des Baltikums, bei dem Strecken zu den wichtigsten Städten Litauens und Lettlands zusammentreffen. Mit dem starken Rückgang des Eisenbahnpersonenverkehrs in Litauen ließ dessen Bedeutung im Reiseverkehr des Landes deutlich nach.
Durch die Stadt führt die E 272 von Palanga (nördlich von Klaipėda) über Šiauliai und Panevėžys nach Vilnius, ab Panevėžys unter der Nummer A 2 als Autobahn geführt.
Gebäude
Partnerstädte Mit folgenden Städten besteht eine Zusammenarbeit: Skara, Schweden – seit 1991 Speyer, Deutschland – seit 1993 Grodzisk Mazowiecki, Polen – seit 1995 Lillehammer, Norwegen – seit 1997 Valka, Lettland – seit 1999 Stathelle, Kommune Bamble, Norwegen – seit 2003 Valga, Estland – seit 2004 Njaswisch, Belarus – seit 2006 Gniezno, Polen – seit 2006 Karmi’el, Israel – seit 2008 Uman, Ukraine – seit 2013Website von Uman, abgerufen am 8. November 2021
Söhne und Töchter der Stadt Konstantinas Romualdas Dobrovolskis (1939–2021), Radiologe Vytautas Simelis (* 1957), Politiker Vytautas Juozapaitis (* 1963), Opernsänger, Politiker und Professor Jolita Vaickienė (* 1970), Politikerin Saulius Luščikas (* 1979), Politiker Mantas Poškus (* 1980), Politiker Gidas Umbri (* 2001), italienischer Radrennfahrer
Literatur Radviliškis, in: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Jerusalem : Yad Vashem, 2009, ISBN 978-965-308-345-5, S. 639
Weblinks
Nachweise
Kategorie:Stadtamt in Litauen Kategorie:Ersterwähnung 1529 Kategorie:Ghetto Kategorie:Ort in der Rajongemeinde Radviliškis