mini|hochkant=2|Luftaufnahme der alten Rheinbrücke Leverkusen von Kölner Seite aus aufgenommen, 2017. Links der Brücke wurde der erste Brückenneubau errichtet. Ganz links, am anderen Rheinufer, ist die Altablagerung Dhünnaue zu sehen, die geöffnet werden musste. mini|Symbolischer 1. Spatenstich im Dezember 2017 mini|Bau der linksrheinischen Vorlandbrücke (April 2020) mini|Rheinbrücke Leverkusen und Neubau (links) während des Baustopps im Februar 2021, Blick in Richtung Leverkusen Die Rheinbrücke Leverkusen ist die Überführung der A 1 und damit des nördlichen Kölner Autobahnrings über den Rhein. mini|Baufortschritt der Rheinbrücke Leverkusen am 16. Juli 2023 (Sicht von der Kölner Rheinseite) mit den beiden Pylonen und auskragenden Fahrbahnplatten mit noch deutlicher Lücke mini|Am 5. September 2023 wurde durch Einheben des letzten Stahlbauteils der Lückenschluss des nordwestlichen Teilbauwerkes der Leverkusener Rheinbrücke vollzogen. alt=Eröffnung des 1. Teilstücks der neuen Rheinbrücke Leverkusen, 4. Februar 2024|mini|Wiedereröffnung der neuen Rheinbrücke Leverkusen (erstes Teilstück) am 4. Februar 2024. Von links nach rechts im Bild: Oliver Krischer, Thomas Ganz (Leiter der Autobahn GmbH, Niederlassung Rheinland), Nicole Ritterbusch (Leiterin Rheinbrücken der Autobahn GmbH, Niederlassung Rheinland), Michael Güntner, Hendrik Wüst, Oliver Luksic und Karl Lauterbach mini|Lücke über dem Strom

Die Brücke von 1965 musste rückgebaut werden, weil sich 2012 zeigte, dass sie dem auf das Dreifache angestiegenen Verkehr nicht mehr gewachsen war. Der Ersatzneubau der Rheinbrücke und die prognostizierten zukünftigen Verkehrsstärken erfordern außerdem den Ausbau des Streckenabschnitts der A1 zwischen der Anschlussstelle Köln-Niehl und dem Autobahnkreuz Leverkusen-West auf acht durchgängige Fahrstreifen.A-bei-LEV: Rheinbrücke Leverkusen auf autobahn.deA-bei-LEV: Autobahnausbau bei Leverkusen auf a-bei-lev.de Die Baumaßnahme wurde vom Ingenieurbüro GRASSL geplant, das bei der Gestaltung durch Firmhofer + Günther Architekten unterstützt wurde.Ausbau der A1, inklusive Rheinbrücke Leverkusen auf grassl-ing.deFirmhofer + Günther Architekten auf firmhofer-guenther.de

Neubau Konstruktion Die Rheinquerung wird aus zwei spiegelbildlich gleichen Teilbauwerken bestehen, je eins pro Richtungsfahrbahn. Die Teilbauwerke bestehen jeweils aus einer 688,70 m langen zweihüftigen Schrägseilbrücke als Strombrücke und einer westlich anschließenden 376,95 m langen Vorlandbrücke, insgesamt also einem 1065,65 m langen Bauwerk. Im Endzustand werden sie jeweils vier durchgehende Fahrstreifen und zwei Fahrstreifen für die Ein- und Ausfahrten auf beiden Rheinseiten sowie einen Standstreifen und einen durch transparente Lärmschutzwände abgetrennten, 3,50 m breiten Geh- und Radweg haben.Nicole Ritterbusch1, Hans Grassl, Dominic Reyer: Ersatzneubau der Rheinbrücke Leverkusen – Gesamtplanung des 8-streifigen Ausbaus der A1 zwischen Köln und Leverkusen. In: Tagungsband 30. Dresdner Brückenbausymposium, Dresden 9. und 10. März 2020, S. 123–136.

Die erste Brücke wurde am 4. Februar 2024 dem Verkehr übergeben.Die erste Hälfte der neuen Leverkusener Brücke ist eröffnet (faz.net vom 4. Februar 2024).Verkehrsfreigabe A1 Leverkusen auf grassl-ing.de Über sie wird bis zur Fertigstellung der zweiten Brücke der gesamte Verkehr ohne Tonnagebeschränkung auf je drei verengten Spuren abgewickelt.

Die Brückenhälften der Strombrücke wurden von beiden Seiten im Freivorbau auf die Flussmitte hin gebaut, indem per Schiff angelieferte vorgefertigte Segmente mit Hebezeug zur Einbaustelle gehoben und dort verschweißt wurden. Am 5. September 2023 wurden die letzten beiden Teile der ersten Brückenhälfte eingesetzt. Am 4. Februar 2024 wurde das erste Teilbauwerk für den Verkehr freigegeben, der zweite Abschnitt soll 2027 in Betrieb genommen werden.

Technische Einzelheiten Die 34,10 m breite Strombrücke wurde als zweihüftige Schrägseilbrücke gebaut. Vom östlichen Ufer aus gesehen betragen die Stützweiten der Strombrücke 60 + 2×74 + 280 + 2×74 + 52,70 m und die der im Westen anschließenden Vorlandbrücke 51,45 + 4×68,00 + 53,50 m.

Ihre beiden A-förmigen Pylone stehen jeweils auf zwei Stahlbetonpfeilern, die auf 40 m tiefen Bohrpfählen und Pfahlkopfplatten gegründet und mit einem breiten Kolkschutz umgeben sind. Die Pylone selbst bestehen aus zwei stählernen Stielen mit einem Hohlquerschnitt aus einem ungleichseitigen Hexagon und einem geneigten Querriegel an den Pylonköpfen. Ihre Höhe über der Fahrbahn beträgt 57 m. Zu Inspektionszwecken befinden sich in ihren Inneren Treppen und ein Aufzug. In der oberen Hälfte der Pylonstiele sind an beiden Seiten jeweils acht Schrägseile verankert. Die oberen vier haben einen Durchmesser von 164 mm, die unteren von 120 mm. Am Fahrbahnträger sind sie außen in seitlichen Konsolen verankert.Thomas Müller, Hans Grassl, Markus Karpa, Dominic Reyer, Thomas Wrage: Ausbau der A1 zwischen AS Köln-Niehl und AK Leverkusen-West – Gesamtplanung des Autobahnabschnitts und Entwurf der Rheinbrücke Leverkusen. In: Stahlbau, 92. Jahrgang, Heft 9, September 20232, S. 544–559. (https://doi.org/10.1002/stab.202300035)

Der konstant 3,80 m hohe Fahrbahnträger ist im großen Stromfeld und in einem Bereich bis zu 14,60 m beidseits der beiden Pylone in Stahlbauweise erstellt, jenseits davon besteht er aus einer Verbundkonstruktion. Im Bereich des Stromfeldes besteht er aus einer orthotropen Platte mit zwei außenliegenden Hohlkästen und einem mittigen Längsträger sowie einer Reihe von Querträgern, die bei den Seilverankerungen gevoutet sind und deren Höhe von 2,50 m in Brückenmitte auf 3,80 m an den gleichhohen Hohlkästen zunimmt. Die Hohlkästen haben einen fünfeckigen Querschnitt mit einer maximalen Breite von 6,00 m. Im Bereich der Seilverankerungen sind sie durch Querschotte mit Durchstiegen versteift.

Die restlichen Bereiche der Strombrücke und die im Westen anschließende Vorlandbrücke sind eine Verbundkonstruktion aus einer Stahlplatte mit einer 35 cm starken Stahlbetonfahrbahnplatte sowie Spannbeton-Hohlkästen mit den gleichen Abmessungen wie im Stromfeld.

Planfeststellungsbeschluss 2016 und Baubeginn Mit dem Sechsten Gesetz zur Änderung des Bundesfernstraßengesetzes wurden im Jahr 2015 zwecks Baubeschleunigung Klagen gegen die Planfeststellung auf das Bundesverwaltungsgericht beschränkt. Der Bund stellt für die Brücke 740 Millionen Euro bereit.Sven Böll, Alexander Neubacher: Ruine Deutschland. In: Der Spiegel. Nr. 41, 2016, S. 26–29.

Am 10. November 2016 erließ die Bezirksregierung Köln den Planfeststellungsbeschluss für die neue Leverkusener Rheinbrücke. Die Bestandsbrücke sollte an gleicher Stelle durch zwei parallele Brückenbauwerke mit je fünf Fahrstreifen, einem Standstreifen und gesonderten Rad/Fußwegen an den jeweiligen Außenseiten ersetzt werden.

Am 24. November 2016 folgte die öffentliche Auslegung, die 14 Tage dauerte., Pressemitteilung des Landesbetriebs Straßenbau NRW vom 24. November 2016. Gegen den Neubau hatte u. a. die Bürgerinitiative NGL – Netzwerk gegen Lärm, Feinstaub und andere schädliche Immissionen e. V. (NGL) geklagt. Die beiden anhängigen Klagen wurden durch das Bundesverwaltungsgericht am 11. Oktober 2017 abgewiesen.Gemeinsame Pressemitteilung des Ministeriums für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, der Bezirksregierung Köln und Straßen.NRW vom 11. Oktober 2017: A1-Rheinbrücke Leverkusen: Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für Neubau (Abruf: 12. Oktober 2017)Pressemitteilung des BVerwG vom 11. Oktober 2017: Rheinbrücke Leverkusen: Bundesverwaltungsgericht weist Klagen ab (Abruf: 12. Oktober 2017).Urteil des BVerwG vom 11. Oktober 2017, Az. 9 A 14/16 (Abrufmöglichkeit bei www.dejure.org; auch Verlinkung auf das zweite Urteil vom 11. Oktober 2017, Az. 9 A 17/16).

Am 14. Dezember 2017 erfolgte offiziell der erste Spatenstich für den Bau der Brücke. Landesbetrieb Straßenbau NRW, Abruf: 10. Juni 2018. Mit dem Neubau der Rheinbrücke in zwei getrennten Teilbauwerken, Abbruch des Bestandsbauwerks, Abbruch und Neubau der Rampe K3 wurde der österreichische Baukonzern Porr für 362 Mio. Euro netto beauftragt.A1, Neubau Rheinbrücke Leverkusen und Rampe K35. Referenznummer der Bekanntmachung: 05_45-7039-B_45-16-0100.

Mängel bei der Bauausführung und Neuausschreibung 2020 Im April 2020 wurden in der Öffentlichkeit Mängel an Stahlbauteilen der Brücke, die Porr in China hatte anfertigen lassen, bekannt, bevor diese verbaut wurden; auf Seiten des Landesbetriebs Straßenbau waren die Mängel bereits seit 2019 Gesprächsthema mit der Generalunternehmerin Porr.Bericht des nordrheinwestfälischen Ministeriums für Verkehr an den Landtag vom 10. Mai 2020: Sachstand Neubau der Rheinbrücke Leverkusen sowie Probleme beim Bau der neuen Leverkusener Rhein-Brücke als Teil der Autobahn 1 zwischen Köln und Leverkusen, Abruf: 13. Mai 2020. Es blieb zunächst unklar, ob die Mängel vor dem Einbau in Deutschland behoben werden können oder ob eine Neuanfertigung notwendig wäre, wodurch sich die Fertigstellung um mehr als ein Jahr verzögern könnte.

Da über die festgestellten Mängel und deren Beseitigung keine Einigung erzielt werden konnte, kündigte Straßen.NRW den Auftrag mit Porr im April 2020 mit sofortiger Wirkung, es sollte schnell eine Neuausschreibung des Projektes erfolgen. Damit verzögerte sich die Fertigstellung der ersten (Teil-)Brücke bis ins Jahr 2024.Neustart für Leverkusener Brücke: Straßen.NRW kündigt Vertrag mit Bauunternehmen Porr. In: Kölnische Rundschau. 24. April 2020 (rundschau-online.de).Pressemitteilung des Landesbetriebs Straßenbau NRW vom 24. April 2020: Rheinbrücke Leverkusen: Straßen.NRW kündigt Vertrag mit PORR – Neuausschreibung wird nächste Woche veröffentlicht. strassen.nrw.de Ob zudem beim nachfolgenden Abriss der Bestandsbrücke aufgrund von – nach Angaben von Porr – angeblich verbautem Asbest und PCB mit weiteren Verzögerungen des Gesamtprojektes zu rechnen sein wird, war damals nicht absehbar.

Im Januar 2021 meldete die seit Anfang 2021 zuständige Autobahn GmbH, dass der Bauauftrag an eine Bietergemeinschaft um die Unternehmen SEH Engineering, Hochtief und Max Bögl für 216 Millionen Euro brutto neu vergeben wurde. Der Auftrag umfasste die Fertigstellung des begonnenen Brückenteils bis Ende 2023. Im März 2021 wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen.

Im September 2023 trafen sich die von beiden Ufern aus vorgebauten Hälften des Fahrbahnträgers über dem Rhein und das letzte Stück wurde in der Lücke eingeschweißt.

Im Juli 2023 wurde der Auftrag zum Bau des zweiten Teilbauwerks an eine Bietergemeinschaft bestehend aus den Firmen SEH Engineering, Hochtief Infrastructure, Plauen Stahl Technologie, Max Bögl und ZSB Zwickauer Sonderstahlbau vergeben. Der Auftragswert beträgt rund 426 Millionen Euro.

Wiedereröffnung für LKW-Verkehr Am 19. Januar 2024 gegen 21 Uhr wurde die alte Brücke für den Verkehr gesperrt. In den folgenden rund zwei Wochen wurden die Schrankenanlagen abgebaut und die Verkehrsführung auf den ersten Teil des neuen Bauwerks umgelegt.https://www.adac.de/der-adac/regionalclubs/nrw/verkehr-sicherheit/a1-gesperrt-sperrung-leverkusen-bruecke/

Am Nachmittag des 4. Februar 2024 folgte die Freigabe für den Verkehr. Um 13 Uhr feierten Politiker auf der Brücke die Wiedereröffnung.WDR: Gegen 15:30 Uhr fuhren die ersten Autos über die Brücke. Mit Ablauf des Sonntagsfahrverbots um 22 Uhr querten auch die ersten LKW wieder bei Leverkusen den Rhein.Nach zehn Jahren queren Lkw auf der A1 wieder den Rhein Kölner Stadtanzeiger, veröffentlicht und abgerufen am 4. Februar 2024. Anschließend wurde die alte Brücke abgebrochen und der Bau des zweiten Teilbauwerks begonnen. Bis zur Fertigstellung wird der Verkehr auf schmaleren Fahrstreifen durch die Baustelle geführt.

Eisschlag bei Schneefall