mini|Logo Crossing Europe 2018 mini|Crossing Europe 2008: Moviemento-Kino und O.K. Offenes Kulturhaus OÖ

Crossing Europe Filmfestival Linz ist ein seit 2004 jährlich Ende April in Linz stattfindendes, sechstägiges Filmfestival. Es versteht sich als Präsentationsfläche des vielfältigen, zeitgenössischen europäischen Filmschaffens mit Schwerpunkten in gesellschaftspolitischen Fragen, Jugend- und Musikkultur.

Crossing Europe hat sich der Idee verschrieben, die Lust auf künstlerisches Autorenkino aus Europa beim Publikum zu wecken, die Besucher mitzunehmen auf eine – manchmal auch unbequeme – Reise quer durch das Europa von heute, dabei den Blick auf gesellschaftspolitische Schieflagen und soziale Wunden zu schärfen. Jahr für Jahr tritt das Festival an, eine junge Regiegeneration aus Europa einer breiteren Öffentlichkeit in Österreich zu präsentieren und diese Arbeiten mit Geld- und Sachpreisen auszuzeichnen.

Rund 140 herausragende handverlesene Spiel-, Dokumentar und Kurzfilme aus ganz Europa werden in Linz jährlich auf der Leinwand gezeigt – darunter etliche Uraufführungen sowie international ausgezeichnete Filme, die erstmals in Österreich präsentiert werden. Zu sehen sind zahlreiche filmische Highlights der vergangenen Festivalsaison (von A-Festivals in Berlin, Cannes, Locarno, Venedig, Karlovy Vary, Warschau oder San Sebastían) genauso wie ausgewähltes lokales Filmschaffen.

Dabei geht es Crossing Europe, als zweitgrößtes internationales Filmfestival Österreichs, auch um die Präsentation von Filmen aus sogenannten „low capacity countries“, also Ländern mit einer kleineren bzw. strukturschwachen Filmwirtschaft und um Produktionen, die trotz internationaler Festivalerfolge keinen Platz mehr im regulären Kinobetrieb finden.

Geschichte mini|Die Gründer von Crossing Europe: Christine Dollhofer und Wolfgang Steininger bei Crossing Europe 2023 mini|Logo 2004–2017

Leitung Christine Dollhofer (bis 2021) Das Festival wurde 2004 von Wolfgang Steininger, dem Betreiber der Programmkinos Moviemento und City-Kino in Linz sowie Gründer des Festivals Neuer Heimatfilm, in Freistadt initiiert. Nicht zuletzt in Hinblick auf die anstehende EU-Osterweiterung sowie der Bewerbung von Linz als Europäische Kulturhauptstadt sollte der europäische Film Thema des Festivals sein. Im Sommer 2003 beauftragte er die vormalige Intendantin der Diagonale, Christine Dollhofer, die auch die Idee für den Festivalnamen („Crossing Europe“ war ein Programmschwerpunkt der Diagonale) mitbrachte, mit der Vorbereitung des Festivals.Wolfgang Schmutz: Im Gespräch mit Christine Dollhofer. kulturterrorist.at, 14. August 2003.

Die erste Ausgabe des neuen Filmfestivals fand zwischen 4. und 9. Mai 2004 an sechs Tagen statt – wobei am ersten Tag nur eine Vorstellung des Eröffnungsfilms am „Arenaplatz“ (seit 2007 „OK Platz“) vor dem Moviemento-Kino zu sehen war – mit den sieben Programmschienen „Wettbewerb Europäisches Kino“, „Panorama Europa“, „Tribute“, „Panorama Special“, „Arbeitswelten“, „Local Artists“ und „Atelier“ (im darauffolgenden Jahr zu „Artist in Residence“ umbenannt). Festivalkinos, mit je zwei Sälen, waren die beiden Programmkinos „Moviemento“ und „City-Kino“. Ausgewählte Vorstellungen über Musikgruppen fanden im Kulturzentrum KAPU statt, drei „Local Artists“-Vorstellungen wurden in der Landesgalerie Linz abgehalten. Bei einem Budget von 260.000 EuroEuropa-kreuzweis. In: Rheinische Post, 18. März 2004., wovon etwa zwei Drittel öffentliche Förderungen waren, wurden 181 Filme gezeigt. Das Rahmenprogramm aus Diskussionen mit Regisseuren, Präsentationen von Filmprojekten, Musikveranstaltungen am Ende jedes Festivaltages („Nightline“) sowie Eröffnung, Pressegespräch und Preisverleihung umfasste 14 Programmpunkte, die allesamt in der „Festivallounge“ am Mediendeck des Offenen Kulturhauses „O.K“ abgehalten wurden. Insgesamt wurde die erste Ausgabe des Festivals von rund 8.500 Personen besucht.Magdalena Miedl: Quer-Film-ein in Linz. In: Oberösterreichische Nachrichten, 10. Mai 2004. Aus 12 Wettbewerbsfilmen wählte die Jury Kako ubiv svetec (How I killed a Saint) der mazedonischen Regisseurin Teona S. Mitevska zum Gewinner des ersten, mit 10.000 Euro dotierten, Crossing Europe Award European Competition. Der mit 6.000 Euro dotierte Local Artist Award ging an Michaela Schwentners sechsminütiges Musikvideo Jet.

mini|Regisseurin Pia Marais (links) bei Empfang des Hauptpreises 2007 neben Festivalleiterin Christine Dollhofer und Kulturhauptstadtintendanten Martin Heller. mini|Verleihung der Landeskulturmedaille von Landeshauptmann Josef Pühringer an den in Linz geborenen israelischen Filmproduzenten und -regisseur Micha Shagrir im Rahmen der Eröffnung des Festivals 2009.

2005 fand das Festival von 26. April bis 1. Mai an sechs Tagen statt, wobei am ersten Tag nur der Eröffnungsfilm Lost and Found (2005) in drei Vorstellungen im City-Kino vorgeführt wurde. Die Veranstaltungsorte Landesgalerie und Arenaplatz wurden nicht mehr für Filmvorführungen miteinbezogen. Das Festivalbudget blieb mit 250.000 Euro in etwa gleich und lag somit weiter deutlich hinter dem mit öffentlichen Geldern stärker geförderten Diagonale in Graz zurück.Christoph Huber: Crossing Europe: Junges Kino. In: Die Presse, 3. Mai 2005. In 100 Vorstellungen wurden 150 Filme aus 30 Ländern vorgeführt. Eine Neuerung war, dass vormittags kinder- und jugendgerechte Festivalfilme eigens für Schulklassen vorgeführt wurden. Das Rahmenprogramm bot 20 weitere Veranstaltungen. Insgesamt wurden 12.000 Besucher gezählt.Philipp Wagenhofer: Die Marke Crossing Europe hat sich verfestigt. In: Neues Volksblatt, 2. Mai 2005.

2006 wurde die Festivalabwicklung vom Moviemento an die neu gegründete Crossing Europe GmbH übergeben. Das Budget erhöhte sich zum Teil auch wegen erstmaliger Förderung durch das MEDIA-Programm der EU auf 300.000 Euro, wovon rund die Hälfte öffentliche Fördermittel ausmachten. Der erste der sechs Festivaltage wurde nun bereits mit acht Vorstellungen bespielt, was in den folgenden Jahren beibehalten wurde, und allgemein bekam der europäische Animations- und Kurzfilm eine größere Aufmerksamkeit zugesprochen. Nachdem 2005 mit „Short Matters“ erstmals zwei europäische Kurzfilmprogramme erstellt wurden, wurden 2006 und 2007 „European Animation Highlights“ präsentiert und ergänzend zu den oberösterreichischen Local-Artists-Kurzfilmprogrammen finden seit 2006 Kooperationen mit österreichischen Kurzfilmfestivals statt, die für Crossing Europe eine Auswahl neuer und ausgezeichneter Kurzfilmproduktionen zusammenstellen. Das Festival 2006 endete nach 110 Vorstellungen von 160 Filmen aus 27 Ländern mit 12.000 Besuchern.Filmfestival Crossing Europe mit Besucherplus. In: Salzburger Nachrichten, 30. April 2006.

2007 betrug das Budget, auch dank erstmaliger Förderung aus dem „Kulturhauptstadt 2009“-Topf der Stadt Linz, 350.000 Euro. Das Festival verzeichnete erneut eine Steigerung bei den Besucherzahlen. 120 Filme aus 29 Ländern sowie das Rahmenprogramm erreichten 13.000 Besucher.Stefan Grissemann: Kunstbaustelle. In: Profil, 7. Mai 2007.

2008 wurde die neue Programmsektion „Nachtsicht“ eingeführt, die sich dem europäischen Genrefilm widmet. 2008 waren fünf Horrorfilme zu sehen. Erneut waren österreichische Filmfestivals zu Gast: das Youki – Internationales Jugend-Medienfestival sowie die Wiener Video- und Filmtage (WVFT). Die Zahl der Filmvorstellungen wurde mit der Eröffnung eines zusätzlichen Kinosaals im Moviemento auf 132, inklusive aller Rahmenveranstaltungen, erhöht. Die Festivaldauer betrug sechs Tage, vom 22. bis 27. April. Inklusiver aller Kurzfilme wurden hierbei rund 150 Filme aus 32 Ländern gezeigt. Die Besucheranzahl konnte somit auf rund 16.000 erhöht werden., Newsletter #11, 27. April 2008, abgerufen am 3. Mai 2008.

2009 fand das Festival aufgrund zusätzlicher finanzieller Mittel aus dem Kulturhauptstadt-2009-Budget einen Tag länger, also sieben Tage, statt. Die Zahl der gezeigten Filme erhöhte sich auf 177 (inkl. Kurzfilme) aus 33 Ländern, die in 180 Vorstellungen gezeigt wurden. 130 Regisseure und andere an den gezeigten Filmen beteiligte Personen waren zu Gast und bei den Vorführungen ihrer Filme anwesend. Insgesamt 570 akkreditierte Gäste wurden gezählt. Die Besucherzahl erhöhte sich auf knapp 18.000.

2010 musste das Festival nach drei Jahren Förderung aus dem Linz-’09-Topf mit geringeren Mitteln als im Vorjahr auskommen. Die Festivaldauer betrug nun wieder sechs Tage, an denen 117 Filme aus 25 Ländern in 133 Vorstellungen vorgeführt wurden. 115 Regisseure und Filmschaffende waren nach Vorführungen ihrer Filme für Gespräche mit dem Publikum anwesend, insgesamt wurden 600 Akkreditierungen an Filmschaffende, Branchengäste, Medienvertreter und Filmstudenten vergeben. Aufgrund des Vulkanausbruches in Island fehlten zu Festivalbeginn noch 75 internationale Gäste und 5 % der Filmkopien; mit Verspätung trafen die meisten Gäste sowie sämtliche Filmkopien jedoch noch ein.

Inklusive der 12 Rahmenveranstaltungen, wie etwa der „Nightline“, zählte das Festival rund 17.000 Besucher. Die Auslastung der Kinos erhöhte sich jedoch stark, da die 133 Kinovorstellungen 2010 gleich viele Eintritte (deren Zahl nicht gesondert ausgewiesen wird) verzeichneten wie die 180 Vorstellungen im Vorjahr. (PDF-Datei; 40 kB) Linz, 25. April 2010.

2011 wurden in 155 Vorstellungen 160 Filme aus 35 Ländern gezeigt.. crossingeurope.at, abgerufen am 4. April 2011. Inklusive Rahmenprogramm wurden damit von 12. bis 17. April 19.000 Besucher erreicht.Crossing Europe hat sich übertroffen. In: Oberösterreichische Nachrichten, 18. April 2011.

2012 fand das Festival vom 24. bis 29. April statt. In 160 Vorstellungen wurden 146 Filme aus 43 verschiedenen Ländern gezeigt. Das Festival erreichte damit 21.000 Besucher. (PDF-Datei; 41 kB) Linz, 29. April 2012, abgerufen am 30. November 2012. Als neuer Ort konnte 2012 erstmals der Ursulinensaal im Oberösterreichischen Kulturquartier (vormals als Ursulinenhof bekannt) bespielt werden., abgerufen am 30. November 2012.

Das 10-Jahres-Jubiläum wurde vom 23. bis 28. April 2013 mit einer neuen Spielstätte, dem Kulturquartier Oberösterreich, und rund 20.000 Besuchern begangen. Insgesamt wurden 162 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus 40 Ländern (davon 96 Österreich-Premieren) gezeigt. (PDF) Linz, 28. April 2013 Im Herbst desselben Jahres wurde das Festival vom Land Oberösterreich mit dem Großen Landeskulturpreis für initiative Kulturarbeit ausgezeichnet. Für die Festivalausgabe 2014 wurden über 1000 Filme eingereicht. Das 11. Crossing Europe Filmfestival fand von 25. bis 30. April 2014 statt und konnte über 20.000 Besucher verzeichnen. Insgesamt 184 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus 37 verschiedenen Ländern (davon 98 Österreich-Premieren und 28 Weltpremieren) flimmerten über die Leinwände. Unter den 150 Filmgästen waren u. a. die Regisseure Joanna Hogg, Claire Simon und der Horror-Spezialist Dario Argento.

In den Jahren 2015 bis 2019 gelang es, die Besucherzahl auf 24.000 Personen zu steigern. Mit der Yaaas! Jugendschiene wurde 2019 ein gezieltes Angebot für das junge Kinopublikum in das Festivalprogramm aufgenommen.

Das Festival 2020 sollte ursprünglich vom 21. bis zum 26. April stattfinden, wurde aber aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt. Unter dem Titel Crossing Europe Extracts wurde allerdings ein Alternativprogramm realisiert. In diesem Rahmen fand am 21. April 2020 eine modifizierte Online-Festivaleröffnung statt und von 21. April bis 20. Mai waren zehn ausgewählte Festivaltitel über die beiden Streaming-Plattformen Kino VOD Club und Flimmit einen Monat lang als Video-on-Demand verfügbar.

Die für April 2021 geplante Ausgabe wurde auf Juni 2021 verschoben, die Vergabe der Preise fand am 5. Juni statt. Das Festival zählte 2021 aufgrund der Corona-Maßnahmen rund 10.000 Besucher. Die notwendigen Adaptierungen führten naturgemäß zu weniger Publikum im Vergleich zum Vor-Pandemiejahr 2019.