mini|Schulterabzeichen der Americal Division

Die 23rd Infantry Division () war eine Division der US-Army, die ursprünglich im Zweiten Weltkrieg unter dem Namen Americal Division (für American, New Caledonian Division) aufgestellt und während des Pazifikkriegs auf den Salomonen und den Philippinen eingesetzt wurde. Nach ihrer Deaktivierung 1945 wurde die Division für einen eineinhalbjährigen Kurzeinsatz in Panama reaktiviert und 1956 erneut aufgelöst. 1967 stellte die US-Armeeführung die Division für den Vietnamkrieg neu auf. Dort führte sie bis 1971 Operationen im Chu-Lai-Gebiet durch.

Zweiter Weltkrieg

mini|Einheitsabzeichen der Americal Division

Als nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 die USA in den Zweiten Weltkrieg eintraten, beschloss das militärische Oberkommando, zusätzliche Verbände für den Einsatz im Pazifikraum zu bilden. Nachdem Japan die Philippinen, Teile Südostasiens und viele pazifische Inseln besetzt hatte, sollte eine weitere Expansion gestoppt werden.

Am 14. Januar 1942 wurde die Einsatzgruppe 6814 im New Yorker Hafen aktiviert und unter das Kommando von Brigadegeneral Alexander M. Patch gestellt. Ihr Einsatzziel war der Pazifik, speziell die Insel Neukaledonien. Die Gruppe erreichte den Hafen von Nouméa am 12. März. Der Einsatzbefehl lautete, Neukaledonien gegen jeden japanischen Übergriffsversuch zu verteidigen.

Das 164. Infanterieregiment löste am 19. April die beiden Regimenter 132 und 182 der Einsatzgruppe 6184 ab. Zusätzlich wurde Feldartillerie angelandet. Anschließend durchliefen die Einheiten eine Reorganisation.

Gründung der Division

Die Americal Division wurde am 24. Mai auf Neukaledonien gegründet. Sie war die einzige amerikanische Division, die nicht mit einer Nummer gekennzeichnet wurde.

Nach der Erfüllung ihrer Aufgaben lösten neue Kräfte der Einsatzgruppe 6814 die Americal Division ab, deren 164. Infanterieregiment nach Guadalcanal verlegt wurde.

Salomonen

mini|Major General Alexander M. Patch, Jr. beobachtet die Ankunft der Truppen auf Guadalcanal mini|Die Americal Division lädt Nachschub am Strand von Kukum auf Guadalcanal ab mini|Zu den an Land gebrachten Waffen gehören auch leichte bis mittlere Artilleriegeschütze

Die Salomoneninsel Guadalcanal wurde am 13. Oktober von den ersten Einheiten erreicht. Dort griff die Americal Division das erste Mal ernsthaft in das Kampfgeschehen des Pazifikkriegs ein, als Japaner am 26. Oktober die Positionen des 2. und 3. Bataillons des 164. Regiments angriffen, um zum Flugplatz Henderson Field durchzubrechen. Nach zwei schweren Kampftagen setzten sich die Truppen der Americal Division durch und die japanische Armee zog sich unter Verlusten von rund 1.000 Mann zurück.

Nachdem die komplette Division am 12. November auf Guadalcanal angekommen war, beteiligten sie sich an der Offensive westlich des Matanikau-Flusses. Anfang Dezember übernahm sie dann die volle Kontrolle über alle Kampfplätze auf der Insel. Damit löste sie die 1. US-Marinedivision ab.

Schwere Kämpfe um die starke japanische Position am Berg Austen bestimmten das Ende des Jahres, jedoch konnte der Berg von den Japanern gegen die starken amerikanischen Kräfte nicht gehalten werden und fiel bei einem Sturmangriff.

Im Hauptquartier des XIV. Korps planten die Generale Alexander M. Patch und Edmund Sebree, der zu Jahresbeginn General Patch als Kommandeur der Americal Division abgelöst hatte, eine Großoffensive zur Einnahme der noch besetzten Gebiete der Insel. Land- und Seeeinheiten setzten sich in Richtung Westen in Bewegung um das Areal bei Kokumbona zu erobern. Truppenteile des 132. Infanterieregiments erreichten auf dem Seeweg Verahue, um den Japanern in den Rücken zu fallen. Am 9. Februar vereinten sich die amerikanischen Einheiten am Tenamba-Fluss und Guadalcanal war komplett in ihrer Hand.

Zur Verteidigung der Fidschi-Inseln wurden am 1. März große Teile der Americal Division dorthin verlegt, da die Inseln einen wichtigen Kommunikationspunkt zwischen den USA und den im Pazifik kämpfenden Truppen darstellten. Im Mai übernahm General John R. Hodge das Kommando. Die Division nutzte die Zeit auf Fidschi zu Trainingszwecken und besetzte Beobachtungsposten und Aufklärungspatrouillen.

Gegen Jahresende 1943 erreichte die Division ein Alarmruf zum Einsatz auf Bougainville in den nördlichen Salomonen. Im frühen Januar 1944 löste die Division die 1. Marine Division dort ab und alle Truppenteile der Americal Division verlegten nach Bougainville. In der Kaiserin-Augusta-Bucht übernahm sie die Sicherung des Brückenkopfes. Dazu wurden Patrouillen entlang des Torokina-Flusses und des Ost-West-Pfades geschickt, die nach feindlichen japanischen Aktivitäten Ausschau hielten. Nördlich der Torokinamündung gerieten sie in heftige Kämpfe. Daher erarbeitete die Führung Ende Januar Pläne zu einer Offensive, um das Mündungsgebiet ostwärts zu erobern. Die Schützeneinheiten des 132. Infanterieregiments kamen trotz Panzerunterstützung auf ihrem Vorstoß unter starkes Feuer. Da die Panzer oben geschlossen waren, waren sie kaum im Stande, die feindlichen Positionen auszumachen. Ein Sergeant der Einheit leitete sie unter Vernachlässigung seiner eigenen Sicherung nah an die japanischen Unterstände, so dass die Amerikaner letztendlich ausbrechen konnten.

mini|links|Der Dschungel an der Höhe 260 auf Bougainville

Im Verlauf des Folgemonats konnten die Soldaten immer weiter in das japanisch besetzte Gebiet vordringen. Zudem wurden weitere feindliche Stellungen weit im Osten ausgespäht, um die japanische Stärke zu erkunden. Am frühen Morgen des 8. März begannen die Japaner mit heftigem Artilleriebeschuss der amerikanischen Stellungen. Damit begann ein einmonatiger Kampf um die strategische Höhe 260 am Torokina-Fluss. Nach langer Belagerung konnten die Amerikaner die Position nicht mehr halten. Nach einem kurzen Rückzug begannen sie aber wieder, in Richtung der Höhe 260 vorzudringen. Am Folgetag versuchte die F-Kompanie, die Japaner im Nahkampf zu bezwingen. Nach schweren Gefechten zogen sich die Japaner zurück, beschossen aber die Hauptlinien der Division weiterhin mit ihrer Artillerie. Welle für Welle versuchten die Japaner durch die US-Linien zu brechen. Die Kämpfe dauerten einige Tage. Erst am 28. März gelang der Americal Division die Rückeroberung des Hügels.

Das Kommando über die Division wechselte am 1. April von General Hodge auf General Robert B. McClure. Aufklärungspatrouillen sicherten das Gebiet um den Torokina und bis Ende Mai war das amerikanisch kontrollierte Gebiet bis zum Vulkan Bagana ausgedehnt worden. Dort errichtete die Division eine starke Verteidigungslinie.

Das nächste Ziel war das Zurückdrängen der Japaner an die Küste. Mit zunehmender Erfahrung im Dschungelkampf errangen die vordringenden Infanteristen der Americal Division unter den Japanern einen gefürchteten Ruf als harte, unnachgiebige Kämpfer.

Im November verlegte die 3. Australische Division nach Bougainville und löste die Americal Division ab. Gleichzeitig wechselte das Kommando der Division von General McClure auf Brigadegeneral William H. Arnold. Er begann umgehend mit den Vorbereitungen für die nächste Einsatzstation der Division während des amerikanischen Island Hopping (Inselspringen) im Pazifik.

Philippinen Anfang Januar 1945 verließ die erste Abteilung der Americal Division Bougainville mit Kurs auf die Philippinen. Schon am 19. Oktober des Vorjahres waren dort die ersten amerikanischen Einheiten der 6. US-Armee gelandet und die Schlacht um Leyte entbrannte. Zwar besaßen die USA die Seeherrschaft, da sie die Japaner in der See- und Luftschlacht im Golf von Leyte entscheidend geschlagen hatten, aber die Landungstruppen waren immer wieder hartnäckigen Luftattacken, auch von Kamikazefliegern, ausgesetzt. Am 9. Januar startete die Operation Mike I mit den Landungen im Norden der Philippinen auf Luzon im Golf von Lingayen.

mini|US-Infanteristen pirschen sich auf Leyte an ein japanisches Maschinengewehrnest heran

Die ersten Abteilungen der Americal Division trafen am 21. Januar auf Leyte ein und wurden dem X. Korps unterstellt. Die Soldaten der 164. Regimentskampfgruppe hatten auch hier wieder die schwierige Aufgabe, japanische Stellungen auszumachen und zu bekämpfen. Als Ablösung von Truppenteilen des XXIV. Korps standen sie den Japanern auf der Linie Jaro – Valencia – Palompon gegenüber, um sie nach Norden in Richtung Villaba zu drängen. Andere Truppenteile der Division rückten zusammen mit philippinischen Soldaten, die ihnen zugeteilt worden waren, von Nordosten an, um den Druck auf die Japaner zu erhöhen. Der Plan sah einen sich langsam zuziehenden Ring um die japanischen Stellungen vor, die sich auf Hügeln im Ormoc-Valencia-Tal besonders stark konzentrierten.

Am 12. Februar begann die eigentliche Schlacht mit der Säuberung der den Bataillonen jeweils zugeteilten Sektoren. Bis zum 14. Februar zählten die Amerikaner 288 japanische Tote. Gegen Ende des Monats hatte sich der Ring um die Japaner geschlossen. Nach teils schweren Kämpfen starben insgesamt rund 3.500 Japaner und 68 gingen in amerikanische Gefangenschaft.

Weitere Einsätze auf den Philippinen führten Einheiten der Americal Division nach Samar. Dort sollten sie die amerikanischen Transportschiffe in der San-Bernardino-Straße schützen und die Balicuatro- und Nornajo-Inseln säubern. Dieser Einsatz konnte am 6. März erfolgreich beendet werden, obwohl in heftigem tropischem Regen und stickiger Luft gegen unablässig kämpfende Japaner vorgegangen werden musste.

Im April befand sich fast die komplette Division auf Cebu, während kleinere Abteilungen auf der Insel Bohol und Negros Oriental kämpften. Die Inseln wurden bis zum 24. Juni von japanischen Guerilleros befreit. Am 14. August erfolgte die Bekanntgabe des Kriegsendes und am Folgetag stellten alle amerikanischen Truppen auf den Philippinen die Kampfhandlungen ein.

Die Americal Division verließ Cebu am 1. September in Richtung der japanischen Hauptinseln, um dort an der Besetzung teilzunehmen. Ab dem 10. September übernahm sie das Gebiet bei Yokohama-Kawasaki-Yokosuka. Sie blieben dort bis Ende Oktober und wurden dann von der 1. US Cavalry Division abgelöst.

Im Rahmen der Operation Magic Carpet landeten die ersten Truppenteile der Americal Division am 19. November in Seattle. Die komplette Division war am Ende der ersten Dezemberwoche zurück in den Staaten, wo die Americal Division am 12. Dezember offiziell außer Dienst gestellt wurde.

Panama

Nach dem Ende des Koreakriegs aktivierte General Matthew Ridgway, der 1953 Chief of Staff of the Army geworden war, einige Divisionen, um das Kräfteverhältnis von 22 aktiven Divisionen aufrechtzuerhalten. So stimmte das Verteidigungsministerium Ende 1954 auch der Reaktivierung der nun als 23. US-Infanteriedivision bezeichneten Einheit zu, die in der Panamakanalzone im Fort Amador ihr Hauptquartier aufschlug. Der Einsatz der Americal Division dauerte bis zum 10. April 1956. Danach erfolgte unmittelbar die Deaktivierung.

Vietnam

Im Februar 1967 stellte General William C. Westmoreland, der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte in Vietnam, eine Planungsgruppe für eine Armeeeinsatzgruppe zur Entsendung in das Operationsgebiet des I. Korps auf. Diese Planungsgruppe unter dem Kommando von Major General William B. Rosson organisierte eine brigadenübergreifende Einsatzgruppe, die aus Elementen der 196. Leichten Infanteriebrigade, der 1. Brigade der 101. US-Luftlandedivision und der 3. Brigade der 25. Infanteriedivision (später 4. Infanteriedivision) bestand.

Einsatzgruppe Oregon

mini|Die taktische Zone des I. Korps im nördlichen Südvietnam