Die Liste magischer Schriften gibt einen Überblick überlieferter Grimoires, Zauberschriften, magischer Manuskripte und Papyri bis um das Jahr 1800. Je nach Inhalt der Schrift ist eine Einteilung in unten stehende Kategorien erfolgt, der Übergang ist oft fließend und einige Schriften lassen sich auch in mehrere Kategorien einordnen. Die Schriften sind versehen mit Erscheinungsjahr und Urheber, soweit bekannt, oder einem Hinweis auf die angebliche Autorschaft durch eine legendäre Figur, soweit gegeben.
Vorchristliche magische Schriften Diese Schriften, die auf Tontafeln, Steinwänden, Schriftrollen oder frühen Codices erhalten sind, beinhalten eine Mischung zwischen Religion und Magie. In zahlreichen antiken Kulturen war Magie fester Bestandteil der Religion.
TitelInhalt/AnmerkungenAutorZeitalter/JahrOrt/Aufbewahrungsort80pxPapyri Graecae MagicaeKarl Preisendanz: Papyri Graecae magicae. Die griechischen Zauberpapyri: Sammlung wissenschaftlicher Commentare (SWC). Bd II (Bibliotheca Teubneriana). Saur, K G; Auflage: Bilingual, Stuttgart 2001, ISBN 3-598-74277-0.Eine Sammlung von Papyri. Die Texte sind in griechischer Sprache verfasst und enthalten Invokationen, Sprüche und Formeln zu verschiedenen Zwecken für Nutz- und Schadenzauber, Beschwörungen von Geistwesen und Göttern und eine genaue Beschreibung einer Initiation. Diese Schriften enthalten das esoterische Weltbild der späten Antike und geben die damalige griechische, ägyptische und jüdische Weltanschauung wieder. Unter den Papyri befinden sich auch liturgische Texte, die in der ägyptischen Spätzeit im Tempelkult verwendet wurden. unbekannt150 v. Chr. bis 500 n. Chr. Zeit des von den Römern besetzten ÄgyptenÄgyptenDas achte und zehnte Buch MosesEin Papyrus, der zu den Papyri Graecae Magicae zählt, enthält ein langes Ritual in drei Fassungen. Dazu kommen eine Unterweisung durch den Erzengel, das 10. Buch Mose und ein Gebet des Mose, an die Mondgöttin Selene gerichtet. Der Text enthält den Hinweis auf einen Schlüssel des Moses, in dem zusätzliche Riten und Geheimnamen zu finden sind. Die Bezeichnung als 8. und 10. Buch Mose erklärt sich daraus, dass diese Zahlen in der spätantiken Symbolik als vollkommen galten. Die heute existierenden 9., 11., 12. und 13. Bücher Mose sind neuzeitliche Sammelwerke, die aus verschiedenen alten Schriften erstellt wurden angeblich Mose4. Jahrhundert n. Chr.Leiden/Holland80pxPapyrus BM 10808Eine Beschwörung dreier Fieberdämonen, bestehend aus drei Sprüchen, die nacheinander Sro, Kai und Tepie ansprechen. unbekannt2. Jahrhundert n. Chr.Oxyrhynchos/Ägypten80pxMerseburger ZaubersprücheZwei Zauberformeln germanisch-heidnischer Religiosität in althochdeutscher Sprache unbekannt9./10. JahrhundertMerseburger Domstiftsbibliothek, Codex 136, f. 85r80pxCodex Tro-CortesianusEin Zauberbuch der Maya, das Einblicke in deren religiöses Leben gibt. Es enthält Venustafeln und einen Abschnitt, der sich mit Bienenzucht beschäftigt. Vermutlich wurde das Buch für astrologische Weissagungen verwendet und erlaubte die Festlegung der besten Saat- und Erntedaten, sowie des Zeitpunktes für Opferrituale. Es besteht aus dem Codex Tro und dem Codex Cortesianus. unbekanntunbekanntMuseo de las Americas, Madrid
Schwarzmagische Schriften Oft anonym oder unter einem Pseudonym verfasste Schriften, die Schwarze Magie, Schadenzauber, Dämonenbeschwörung, Nekromantie oder die Herbeirufung Luzifers enthalten.
Schriften bis 500 n. Chr. TitelInhalt/AnmerkungenAutorZeitalter/JahrOrt/Aufbewahrungsort80pxFluchtafelnBleibleche (Blei von Larzac) mit Inschriften für Schadenzauberunbekanntab 6. Jahrhundert v. Chr.unbekanntTestament SalomosEin in Griechisch verfasstes Zauberbuch. Darin wird beschrieben, wie ein Engel Gottes König Salomo einen Ring gibt, mit dessen Hilfe er alle Dämonen dienstbar machen kann, weil sie ihm ihren Namen nennen müssen. Es werden Dämonennamen aufgezählt und deren Funktion angegeben.unbekannt4. Jahrhundert n. Chr. unbekannt
Schriften des Mittelalters TitelInhalt/AnmerkungenAutorZeitalter/JahrOrt/Aufbewahrungsort80pxDas Schwurbuch des HonoriusGösta Hedegård, Liber Iuratus Honorii: A Critical Edition of the Latin Version of the Sworn Book of Honorius, Studia Latina Stockholmiensia 48. Almqvist & Wiksell, 2002, ISBN 978-91-22-01970-1. Liber JuratusEin Beschwörungsbuch, das in mehreren Ausgaben vorhanden und weitgehend mit der Ars Notoria identisch ist. Andere Versionen richten sich nach Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim und Pietro d’Abano. Eine Ausgabe, Sloane MS 313, beinhaltet handschriftliche Notizen von John Dee.Pseudonym Honorius, Magister von Theben und Sohn Euklidserste Hälfte des 13. JahrhundertsBritish Museum of LondonHöllenzwang auch GeisterzwangBezeichnung verschiedener Schriften der schwarzen Magie. Neben den sogenannten Jesuitenhöllenzwängen tragen weitere Schriften Titel, wie Libellus Magnus oder der Hauptzwang der Geister, Ludwig von Cyprian des weltweisen Höllen-Zwang, Trinum Perfectum Albae et Nigrae oder Zwang des Albiruth.unbekanntab 1403unbekanntConjurationes adversus principem tenebrarumJohannes Staricius: Geheimnisvoller Heldenschatz oder der vollständige egyptische [ägyptische] magische Schild [1.–3. Tsd.], Vollst., originalgetreuer Nachdr. d. Ausg., Köln u. Weimar 1750. Kleiner Wunder-Schauplatz der geheimen Wissenschaften, Mysterien, Theosophie, göttlichen und morgenländischen Magie, Naturkräfte, hermetischen und magnetischen Philosophie, Kabbala und andern höhern Kenntnissen, Divination, Offenbarung, Vision, Combination [Kombination] und schwer begreiflichen Thatsachen [Tatsachen]. Edition Ambra Aurum-Verl., Freiburg im Breisgau 1978, ISBN 3-591-08081-0.auch: Coniurationes DemonumEine geistliche lateinische Schrift. Eine Anleitung zur Dämonenbeschwörung, sowie Schutzgebeteangeblich Papst Honorius III.15. Jahrhundert unbekanntDas Schwert des MosesDas Schwert des Moses.Eine Zusammenstellung von Zaubersprüchen in hebräischer Spracheangeblich MoseMittelalter unbekannt
16. Jahrhundert TitelInhalt/AnmerkungenAutorZeitalter/JahrOrt/AufbewahrungsortHerpentils Schwarze MagieEduard Hoffmann-Krayer, Hanns Bächtold-Stäubli: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Verlag Walter de Gruyter, Reprint. De Gruyter, Berlin 1987/2000, ISBN 3-11-016860-X.Der vollständige Titel gibt auch den Inhalt des Buches wieder: Des hochwürdigen Herpentils, der Gesellschaft Jesu Priester, kurzer Begriff der übernatürlichen schwarzen Magie, enthaltend Beschwörungen und Namen der mächtigen Geister und deren Siegeln, oder das Buch der stärksten Geister, eröffnend die großen Heimlichkeiten aller Heimlichkeitenangeblich J. A. Herpentil1505SalzburgGrimorium Verum (PDF; 184 kB).Herausgeber (Hrsg.): Christian Eibenstein Grimoirium Verum und der Schlüssel der Weisheit: Drei Zauberbücher von König Solomon. epubli GmbH, Deutschland 2010, ISBN 978-3-86931-525-6.Grimorimium VerumEs lehnt sich an den Schlüssel Salomons (Clavicula Salomonis) an. Das Buch besteht aus drei Teilen. Der erste Teil beschreibt Charakter und Siegel der Dämonen, es folgt die Beschreibung der übernatürlichen Kräfte, die Dämonen vermitteln können. Der dritte Teil enthält die Anwendung für das Ritual zur Dämonen-Anrufungangeblich Alibeck1517angeblich Memphis (Ägypten)Inbegriff der übernatürlichen MagieGeorg Conrad Horst: Zauber=Bibliothek. 6 Bände, Florian Kupferberg (Verleger), Mainz 1821–1826.Laut Titelseite: Buch von den Beschwörungen einiger Dämonen ersten Rangsangeblich J. A. Herpentil1519unbekanntDas Grand Grimoire (PDF; 779 kB).Der Rote DracheEin französisches Zauberbuch, das im Jahr 1522 entstanden sein soll, aber wahrscheinlich eine Fälschung des 19. Jahrhunderts darstellt, die das Werk als Vorläufer des Schlüssel Salomons und Agrippas von Nettesheim ausgeben will. Eine deutsche Fassung hat den Titel Die Kunst, den Geistern des Himmels, der Luft, der Erde und der Hölle zu befehlen, nebst dem großen Gremoire, der schwarzen Kunst und den höllischen Kräften des Dr. J. Karter, der Clavicula Salomonis, und dem wahren Geheimnisse, die Todten sprechen zu lassen und alle verborgenen Schätze zu entdecken. Im ersten Buch wird auf die Voraussetzungen und Vorbereitungen eingegangen, die der Magier zu erfüllen und auszuführen hat. Danach folgen vier Beschwörungen und der Pakt mit Luzifer. Das zweite Buch gibt einen Katalog von Geistern und deren Beschwörungen an. Hier lehnt sich das Grimoire an das Lemegeton und an das Pseudomonarchia Daemonum.unbekanntangeblich 1522unbekanntDe pseudomonarchia daemonumPseudomonarchia Daemonum.Die falsche Herrschaft der DämonenEs beinhaltet eine Liste von 72 Dämonen, die auf den ersten Teil des Lemegetons (Goetia) zurückgeht. Angeblich schloss König Salomo diese Dämonen in ein Gefäß ein und versenkte es dann in einem tiefen See. Die Babylonier, die es gefunden haben sollen, zerbrachen das Gefäß, da sie glaubten, einen verborgenen Schatz entdeckt zu haben. Dadurch erlangten die Dämonen wieder ihre Freiheit. Nur Belial wird anders dargestellt, als Weissager, der für ihm dargebrachte Opfer die Zukunft voraussagtJohann Weyer1568unbekanntDiscovery of witchcraftDiscovery of witchcraft.Eine Schrift mit Anleitungen und Erklärungen über Geister- und Dämonenbeschwörung. Enthält neben dem Pseudomonarchia daemonum auch die Stunden, in denen man Dämonen herbeirufen kann, wie man einen Geist in eine Kristallkugel bannt, einen Exorzismus etc.Reginald Scott1584London
17. Jahrhundert TitelInhalt/AnmerkungenAutorZeitalter/JahrOrt/Aufbewahrungsort80pxGrimoire du pape Honorius (PDF; 506 kB).Der große Grimoir des Papstes HonoriusEin Geisterzwang mit Beschwörungen, magischen Tagen und Anweisungen zur Herbeirufung von helfenden Geisternangeblich Papst Honorius III.Erstdruck 1629unbekannt80pxLemegeton Clavicula SalomonisMathers, S. L. MacGregor (trans.), Crowley A. (ed.): The Goetia: The Lesser Key of Solomon the King. 1904. 1995 reprint: ISBN 0-87728-847-X.Ein schwarzmagisches Zauberbuch, das eine Liste und Anweisungen zur Beschwörung von Dämonen, Zaubersprüche und Schadenzauber enthält. Die Schrift setzt sich aus folgenden Teilen zusammen: Ars Almadel (arab.: magische Offenbarung). Die älteste Form des Clavicula Salomonis. Das Almadel ist eine nekromantische Schrift, die ausführlich die Dämonennamen, deren Charaktere und Anrufung beschreiben. Wird in der Literatur oft auch als der echte Schlüssel Salomos bezeichnet Ars Notoria Zeremonien und Gebete um alles Wissen der Welt, Wissen um die Zukunft und verborgene Dinge zu erlangen. Beinhaltet auch einen Pakt mit Dämonen und Amulettzauber Ars Nova, enthält magische Kreise, Hexagramme, die göttlichen Namen und Gebete bzw. Beschwörungen Ars Paulina, beinhaltet die Tages- und Nachtdämonen sowie die Tierkreiszeichen Ars Goetia Theurgia Goetia, hier sind die Dämonen der Kardinalpunkte und ihre Gehilfen enthaltenangeblich Salomo17. JahrhundertunbekanntLe véritable Dragon RougeCollectif: Le Grand Grimoire ou Dragon rouge: L'Art de commander les esprits célestes, aériens, terrestres, infernaux, avec le vrai secret (Broché). Collection: Grimoires de magie. Les Introuvables, Bussière 1999, ISBN 2-85090-160-1.auch Le véritable Dragon NoirEin parodistisches Zauberbuch (Verballhornung), das ein langes Ritual zur Anrufung Luzifers enthält. Manche Textteile werden in die Zeit der Französischen Revolution eingeordnet. Die deutsche (etwas abgewandelte) Übersetzung ist der Wahrhaftige feurige Dracheunbekanntca. 17. JahrhundertFrankreich
18. und 19. Jahrhundert