Málaga ist die zweitgrößte Stadt in Andalusien und die sechstgrößte Stadt Spaniens. Die Hauptstadt der Provinz Málaga besitzt einen der größten spanischen Flughäfen, einen Handelshafen und eine Universität. Wegen ihres Klimas ist sie eines der wichtigsten Urlaubsziele der Iberischen Halbinsel.
Geografie Málaga liegt am westlichen Mittelmeer an der Costa del Sol. Die Stadt in der gleichnamigen Bucht ist umgeben von den Gebirgen Sierra de Mijas und Montes de Málaga. Durch die Stadt fließen der Guadalmedina und der Guadalhorce, die beide in Málaga ins Mittelmeer münden.
Stadtgliederung Die Stadt wird an einer Nord-Süd-Achse durch den, auch bedingt durch die Talsperre Embalse de El Limonero oberhalb der Stadt, meistens trockengefallenen Fluss Guadalmedina geteilt. Die Altstadt mit den meisten Sehenswürdigkeiten liegt östlich des Flusses, das sogenannte neue Zentrum mit Einkaufszentren und Hauptbahnhof westlich des Guadalmedina.
Málaga ist in 11 größere Stadtteile (distritos) aufgeteilt:Información General. Ayuntamiento de Málaga, abgerufen am 3. März 2017 (spanisch). Centro, Este (mit Pedregalejo, El Palo und Cerrado de Calderón), Ciudad Jardín, Bailén/Miraflores, Palma/Palmilla, Cruz de Humilladero, Carretera de Cádiz, Churriana (1905 eingemeindet), Campanillas, Puerto de la Torre und Teatinos-Universidad, die sich wiederum in hunderte kleinere Barrios, dies sind Wohn- und Industrieflächen, aufteilen.
Klima mini|Nachts ist der Umfang der maurischen Festung besonders gut zu erkennen mini|Blick auf Málaga aus Cerrado de Calderón Die Stadt hat ein Mittelmeerklima mit heißen Sommer- und milden Wintermonaten. Die relative Nähe der Berge beeinflusst das Küstenklima durch das Zusammentreffen verschieden temperierter Luftmassen. Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt 18 °C. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 24,8 °C beziehungsweise 25,4 °C und die kältesten Januar und Februar mit 11,9 °C beziehungsweise 12,8 °C im Mittel.
Die Sommermonate sind trocken und heiß, die Temperaturen liegen um die 30 °C. In den Sommermonaten kommt es gelegentlich zum Terral-Einfluss. Terral ist ein Föhnwind, der von Norden in das Zentrum und die östlich angrenzenden Stadtteile eindringt und für eine Temperaturerhöhung von ca. 10 °C sorgt, mit sehr trockener Luft. Der Terral-Einfluss dauert bis zu drei Tage und klingt meist mit einem kühleren Levante-Einfluss (Ostwind) aus. Im Juli und August sind acht Terraltage mit Temperaturen von über 35 °C die Regel. Im Juli und August 2008 wurden 23 Terraltage gezählt, die teilweise Temperaturen von über 40 °C bis spät in den Nachmittag hineinreichend mit sich brachten.
Das Wetter in Málaga ist im Winterhalbjahr sehr wechselhaft mit Regenperioden, die meistens um den Jahreswechsel auftreten. Davon abgesehen ist der Winter für europäische Verhältnisse von frühlingshaften bzw. frühsommerlichen Temperaturen begleitet, die zwei bis drei Tage dauernden Polarluftwellen ausgenommen, die für Tagestemperaturen von nur etwa 15 °C sorgen, während dann jedoch der Rest Europas weit unter dem Gefrierpunkt liegt. Im Sommerhalbjahr sind mehrwöchige Perioden ohne Niederschläge die Regel.
Geschichte Malaka Gründung und Etymologie Málaga wurde ca. im 8. Jahrhundert vor Christus von den seefahrenden Phöniziern gegründet, die die Stadt Malaka nannten. Über die Bedeutung des Städtenamens wird spekuliert: Aufgrund der in der Region im Altertum üblichen Garumfabrikation gehen einige Forscher davon aus, dass der Name von der semitischen Wurzel m-l-ḥ (Salz) abgeleitet ist. Gegen diese Hypothese spricht, dass auf punischen Münzen nicht ḥ, sondern k als dritter Konsonant auftritt; dies lässt auf eine andere Wurzel schließen, nämlich m-l-k (herrschen, Herrscher, König). Da auf den Münzen zudem ein Tetrastyl, ein Tempel mit vier Säulen, abgebildet ist, kann vermutet werden, dass der Name der Stadt im Zusammenhang mit dem Namen des Gottes Melkart steht, der im Übrigen auch im benachbarten Cádiz, ebenfalls eine phönizische Gründung, verehrt wurde. Melkart (oder Melqart) ist aus milk (König) und qart (Stadt) zusammengesetzt und bedeutet Herr der Stadt. Auf diesen Gott könnte der ursprüngliche Name Málagas verweisen.vgl. José María Blázquez Martínez: .
Málaga wird römisch Málaga war lange Zeit unter der Herrschaft Karthagos, geriet aber im Zweiten Punischen Krieg in den römischen Machtbereich, wo es zunächst zur Provinz Hispania ulterior, nach der Provinzreform des Kaisers Augustus zur Provinz Baetica kam. mini|Garum-Fabrik aus dem römischen Malaca. Strabon schreibt in seiner Geographie (3, 4) über Málaga, dass die Stadt ein Handelsplatz (Emporium) für die Nomaden der gegenüberliegenden Küste sei und über große Anlagen zur Fabrikation von eingesalzenem Fisch verfüge. Noch zu seiner Zeit hatte die Stadt offenbar ein phönizisches Gepräge. Um 83 n. Chr., unter Kaiser Domitian, wurde Málaga das flavische Stadtrecht verliehen: die Lex Malacitana. Von der Bedeutung der Stadt in römischer Zeit zeugt heute noch ein römisches Theater. mini|Römisches Theater und Alcazaba Die Völkerwanderungszeit bedeutete für die Provinz Baetica, und damit auch für Málaga, wechselhafte Jahre mit wiederholtem Herrschaftswechsel: Nach den Vandalen und den Alanen stritten Westgoten und Oströmer um die Herrschaft. 571 wurde die zur oströmischen Provinz Spania gehörende Stadt bzw. ihr Umland kurzzeitig von Truppen des westgotischen Königs Leovigild besetzt, doch erst um 616 übergaben die Oströmer die Stadt endgültig an die Westgoten.
Mālaqa Die Mauren eroberten Málaga, das sie Mālaqa nannten, 711. Bedeutung erlangte die Stadt dann im frühen 11. Jahrhundert, als die Hammudiden, die sich als rechtmäßige Erben des Kalifats von Córdoba verstanden, hier eine ihrer Residenzen errichteten. Sie erreichten nie mehr als eine Akzeptanz von Seiten der Berber, unter anderem der Ziriden von Granada, welche de facto aber mehr Macht innehatten als ihre Kalifen. 1053 ließ dann der König von Granada, der Zīrīde Bādīs ibn Habbus, den letzten Hammudiden-Kalifen Muḥammad ibn Idrīs ibn 'Alī al-Mahdī vergiften und eroberte die Stadt. Nach seinem Tod regierte hier sein Enkel Tamīn ibn Buluggīn in Konkurrenz zu seinem Bruder 'Abdallāh ibn Buluggīn, dem König von Granada. 'Abdallāh berichtet im Zusammenhang mit den Kämpfen gegen seinen Bruder, dass die Gebiete um Málaga insbesondere von Christen bewohnt worden seien. Tamīn ibn Buluggīn war der erste andalusische Kleinkönig, der von den Almoraviden entmachtet wurde. Nach den Almoraviden kamen die Almohaden, bis Málaga schließlich ins naṣridische Emirat von Granada inkorporiert wurde. Nach der Eroberung durch die Katholischen Könige im Zuge der Reconquista am 18. August 1487 begannen die „Reformen“, um die Stadt in eine neue christliche Ansiedlung zu verwandeln. In muslimischer Zeit lag das jüdische Viertel im Ostteil der Stadt. Der Friedhof befand sich an den Hängen des Gibralfaro. Im frühen 11. Jahrhundert nahm die Stadt zahlreiche vor den intoleranten Berbern aus Córdoba geflohene Juden auf, wie u. a. den berühmten Samuel ha-Nagid. Zur Mitte des 11. Jahrhunderts lebten bei ungefähr 20.000 Einwohnern um die 200 Juden in Málaga. Nachdem die Stadt 1487 von Kastilien erobert worden war, begann eine Zeit der Intoleranz und man nahm alle Juden Málagas als Gefangene. Um 1490 wurde beschlossen, dass die Stadt durch Christen neu zu besiedeln sei. Juden und Muslime hatten Málaga innerhalb von 15 Tagen zu verlassen. Nachweislich verließen 62 Juden die Stadt.Encyclopaedia Judaica. Band I: Aa-Alp. 2. Auflage, Thomson / Gale, Detroit 2007, ISBN 978-0-02-865929-9, S. 244.
Málaga in der Neuzeit Seit Beginn des 15. Jahrhunderts war Málaga ein Titularbistum. Im Zuge seiner Eroberung des Königreiches Granada durch die Katholischen Könige wurde das alte Bistum Málaga ab 1485 wiederbelebt. Zunächst residierte der Bischof von Málaga in Ronda, da die Stadt erst 1487 erobert wurde. Als Zentrum einer landwirtschaftlich geprägten Region und durch die Textilindustrie, angefangen mit der Fabrik Industria Malagueña des Industriellen Manuel Agustín Heredia, wurde Málaga im 19. Jahrhundert wohlhabend.
Im Spanischen Bürgerkrieg Zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs konnten sich die Republikaner gegen die aufständischen Militärs zunächst durchsetzen. Málaga war allerdings von Beginn an Frontstadt und nur über die Küstenstraße nach Almería mit dem von der Republik gehaltenen Territorium verbunden. Als Hafen der republiktreuen spanischen Marine war die Stadt ein wichtiges strategisches Ziel für beide Bürgerkriegsparteien und so fand 1937 die Schlacht von Málaga statt. Dabei kam es zum Massaker von Málaga, bei dem bis zu 10.000 Menschen starben.
Nach dem Bürgerkrieg In den 1960er-Jahren kam es durch den Zuzug nordafrikanischer Juden zu einer Wiederbelebung des jüdischen Lebens von Málaga.Encyclopaedia Judaica. Band XIII: Lif-Mek. 2. Auflage, Thomson / Gale, Detroit 2007, ISBN 978-0-02-865941-1, S. 424.
Politik Bürgermeister von Málaga Die ersten demokratischen Wahlen nach der Franco-Diktatur gab es 1979.
+ Liste der letzten Bürgermeister von Málaga Periode Name Partei 1970–1977 Cayetano Utrera Ravassa Movimiento Nacional 1977–1979 Luis Merino Bayona 1979–1983 Pedro Aparicio Sánchez Partido SocialistaObrero Español (PSOE) 1983–1987 1987–1995 1995–1999 Celia Villalobos Talero Partido Popular (PP) 1999–2003 Celia Villalobos Talero (bis 2000),Francisco de la Torre Prados 2003–2007 Francisco de la Torre Prados 2007–2011 2011–2015 2015–
Städtepartnerschaften mini|Sonnenuntergang in Málaga
Faro, Portugal Mobile (Alabama), USA Passau, Deutschland Tyros, Libanon El Aaiún, Westsahara Popayán, Kolumbien Damaskus, Syrien Aqaba, Jordanien
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|250x250px|Flughafen Malaga
Luftverkehr mini|Cercanías-Zug der Renfe Málaga besitzt einen der wichtigsten und größten Flughäfen in Südspanien und ist Ankunftsort für fast alle Urlauber an der Costa del Sol, aber auch Drehkreuz zu anderen Zielen mit besonderem Fokus auf nordafrikanische Ziele wie Marokko oder Melilla. Der Flughafen Málaga liegt südwestlich der Innenstadt und ist durch eine Buslinie und eine Station der Vorortbahn angebunden. Er war mit 26,8 Millionen Passagieren im Jahr 2025 der viertgrößte spanische Flughafen. Bei der Luftfracht lag der Flughafen 2025 mit 4,7 Millionen Tonnen auf dem 10. Platz.
mini|Der Hafen von Málaga
Schienenverkehr Der Renfe-Hauptbahnhof Estación de María Zambrano liegt etwas westlich der Innenstadt und ist ein Kopfbahnhof. Seit Ende 2007 besteht eine AVE-Verbindung in Richtung Madrid. Es gibt ferner zwei Vorortbahnlinien des Cercanías Málaga: Die S-Bahn-Linie C-1 fährt unterirdisch von der Haltestelle Centro Alameda zum Hauptbahnhof und dann zum größten Teil oberirdisch auf der Bahnstrecke Málaga–Fuengirola an der Küste entlang bis nach Fuengirola. Die Linie C-2 benutzt ebenfalls den Innenstadttunnel (Centro Alameda-María Zambrano), trennt sich nach der Haltestelle Victoria Kent von der Linie C-1 und führt dann weiter nördlich nach Álora. Darüber hinaus bestehen einige Regionalzugverbindungen in andere Städte Andalusiens.
In der Nähe des Hauptbahnhofs befindet sich auch der Busbahnhof mit Linien in die Umgebung und Fernbussen. Málaga verfügt über ein gut ausgebautes Netz des ÖPNV mit der Alameda als Zentralhaltestelle. Die Metro Málaga soll vor allem den Verkehr in der Innenstadt entlasten und Sportstätten, die Universität und Wohnbezirke besser und schneller anbinden.
Straßenverkehr