Der Ort Löpten ein Ortsteil der Gemeinde Groß Köris im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg.
Geographische Lage Der Gemeindeteil liegt südöstlich des Zentrums und dort südlich des Ortsteils Klein Köris. Nordöstlich liegt der Wohnplatz Neubrück. Es folgen im Uhrzeigersinn der Ortsteil Hermsdorf der Gemeinde Münchehofe, Märkisch Buchholz und Halbe im Süden und – durch die Bundesautobahn 13 voneinander räumlich getrennt – die Stadt Teupitz. Durch die Gemarkung führt im östlichen Teil in Nord-Süd-Richtung die Bundesstraße 179. Zu Löpten gehören die Wohnplätze Forsthaus Löpten, Hammer, Löpten-Nord und Löpten-Süd. Im Norden grenzt das Flächennaturdenkmal Siebsluch an Löpten.
Geschichte und Etymologie Frühzeit bis 17. Jahrhundert Historiker gehen davon aus, dass der Ort ursprünglich als slawische Siedlung im 3. oder 4. Jahrhundert angelegt wurde. Sie begründen dies mit der einstigen Lage am Wasser sowie der Hufeisenform der historischen Gebäude. Erste Siedlungsspuren sind aus dem 14. Jahrhundert nachgewiesen. Das Gebiet wurde 1353 von den Rittern der Schenken von Landsberg als Lehen übernommen. 1546 wurde der Ort als lupten erstmals urkundlich erwähnt.Märkische Oderzeitung (MOZ), 31. März 2005, S. 9. Die Bedeutung des Namens ist umstritten. Eine Erklärung bezieht sich auf das altsorbische Wort Lubtin, der auf den Personennamen Lubta zurückzuführen ist. Ob ein Bewohner dieses Namens den Ort gründete, ist jedoch bislang nicht bekannt. 1572 erfolgte die Erwähnung als Loptem und 1608 als Lepten. Im Jahr 1624 ist aus dem Teupitzer Schloßkataster bekannt, dass im Ort ein Schultheiß lebte, der 11 Hufner im Auftrag derer von Landsberg betreute. Sie bewirtschafteten 12 Hufe Land. Daneben existierten zwei Kötter, ein Pachtschäfer sowie ein Hirte. Der Schulze gab einen Taler und 18 Groschen Abgaben, die Kötter 12 Groschen, der Schäfer und der Hirte je einen Gulden. Wie viele andere Orte auch war Löpten vom Dreißigjährigen Krieg stark betroffen und fiel annähernd wüst. Im Jahr 1649 übernahmen der Ratsverwandter Ideler aus Cölln, eine Frau Schillung und Schaums Erben wiederverkaufsweise den Ort. Später übergaben sie ihn an Frau von Burgsdorff (eine geborene von Löben), anschließend an einen Herrn Friese. 1652 lebten gerade noch einmal zwei Bauern im Ort.
18. Jahrhundert mini|Oberförsterei Hammer. 1711 hatte sich Löpten ein wenig von den Kriegseinwirkungen erholt. Es gab sechs Giebel (=Wohnhäuser), den Hirten und zwei Kostknechte. Sie gaben für 12 Hufen ja vier Groschen Abgaben. Im 18. Jahrhundert erwarb König Friedrich Wilhelm I. das Dorf. Unter seiner Federführung wurde das Land urbar gemacht. Er nutzte das waldreiche Gebiet zur Jagd und ließ in Hammer die Oberförsterei errichten. 1743 entstand ein einzelnes Vorwerk mit einer Schäferei. Dort gab es zwei Familienhäuser. Außerdem erschien in diesem Jahr erstmals das Vorwerk Buschmeierei, das älteren Ursprungs gewesen sein muss, da es „vor diesem ein bewohntes Dorf gewesen“ sein soll. 1771 lebten im Ort ein Hirte, ein Schäfer, ein Großknecht und ein Kleinknecht. Sie gaben für acht Hufen je vier Groschen. Die anderen Hufen waren in Groß Köris abgabepflichtig geworden. 1773 erschien ein prinzliches Vorwerk.
19. Jahrhundert 1801 sind zwei Büdner, 12 Einlieger, eine Schäferei und 12 Feuerstellen (=Haushalte) überliefert. In der Gegend rund um die Dorfaue entstanden in den Jahren 1800 bis 1870 Gebäude für Tagelöhner. Es gab 1840 das Vorwerk und die Kolonie Buschmeierei und Replinchen mit insgesamt 23 Wohnhäusern. Anfang des 19. Jahrhunderts gründete sich eine Freiwillige Feuerwehr. 1858 bestand der Ort aus der Kolonie mit dem Rittergut Löpten sowie der Buschmeierei. Dort lebten ein Pächter mit neun Knechten und Mägden sowie 25 Tagelöhnern. Es gab 13 nebengewerbliche Landwirte und 14 Besitzungen. Die größte Besitzung war 2655 Morgen groß. 13 weitere Besitzungen waren zwischen fünf und 30 Morgen groß und kamen zusammen gerade einmal auf 70 Morgen. Es hatte sich mittlerweile ein Schneidermeister mit einem Lehrling im Ort niedergelassen. Der Ort wuchs, hatte 14 Wohnhäuser in 1860, sowie 13 Wirtschaftsgebäude. Hinzu kamen fünf Wohnhäuser und sieben Wirtschaftsgebäude in der Domäne; die Einwohnerzahl stieg 1875 auf 172 Einwohner. 1878 erhielt Gemeinde-Vorsteher Hentze das Allgemeine Ehrenzeichen des Preußischen Staats.Königlich Preußische Ordens-Liste. 1886. Teil 2/2: u. a. Allg. Ehrenzeichen, Reichsdruckerei, Berlin 1886, S. 437. 1886 hieß der Verwalter des Gutes Herr Kopp und unterstand mit dem Pachtvorwerk Löpten als Teil des Königlichen Haus- und Kronfideikommiss in der Provinz Brandenburg der Hofkammer in Berlin.Handbuch über den Königlichen Preußischen Hof und Staat für das Jahr 1886/87. R. (L). v. Decker`s Verlag G. Schenck, Berlin 1. November 1886, S. 9. Die Bürger des Ortes begannen im August 1891 mit dem Bau einer eigenen Schule, die ein Jahr später eröffnet werden konnte. Damit entfiel für die Kinder der Weg nach Klein Köris. 1894 errichtete ein Unternehmer eine Ziegelei. In dieser Zeit erfolgte 1896 der Ausbau des Knüppeldamms nach Groß Köris zu einer befestigten Straße. 1896 hatte das Gut Löpten einen Umfang von gesamt 293 ha, Verwalter der Kgl. Oberförster Gallach.Paul Ellerholz, u. v. a.: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche. : Das Königreich Preussen. I. Lieferung: Die Provinz Brandenburg. 3. Auflage, Nicolai R. Stricker, Berlin 1896, S. 256 f.
20. Jahrhundert mini|Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Löpten. Vor 1900 betrieb die Familie Woblick im Ort eine Gaststätte. Es gab im Dorf 20 und in der Domäne acht Häuser. 1907 errichteten Handwerker für den Kaiser Wilhelm II. an der Straße Zur Buschmeierei ein Jagdschloss mit 16 Zimmern auf drei Etagen. Überlieferungen zufolge soll er es jedoch nur einmal besucht haben. Vermutlich um 1909 kam durch den Gastwirt August Hentze an der Dorfstraße die Gaststätte Deutsche Eichen in einem eingeschossigen Bauwerk hinzu. 1920 übernahm sein Bruder Ernst Hentze I. den Betrieb. Vor 1914 war die Witwe Emma Kopp die Pächterin der Domäne, welcheErnst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. . Handbuch der Königlichen Behörden. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Band Regierungsbezirk Potsdam. Kreis Teltow, Reichenbach`sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 146 f. damals noch Teil des Königlichen Haus-Fideikommiss mit Hauptverwaltung in Berlin war.
Im gleichen Jahr pachtete der BankdirektorAdreßbuch der Direktoren und Aufsichtsräte. 1929. Finanz-Verlag, Berlin 1929, S. 1615. und Jurist August Weber die Domäne Löpten, die auch die Ziegelei umfasste. Auf seine Initiative hin baute das Land eine Verbindungsstraße nach Groß Köris, die Bahnhofstraße, die von Norden kommend durch Löpten-Nord führt. Sie zweigt an der Straße Zum Finkenherd in westlicher Richtung ab und wird aufgrund ihrer Lage gelegentlich auch als Löptener Dreieck bezeichnet. A. Weber setzte sich weiterhin dafür ein, dass der Ort einen Anschluss an das elektrische Stromnetz erhielt und die Arbeiterwohnungen saniert wurden. Nördlich des Löptener Dreiecks ließ er mit Hilfe einer Wohnungsbaugesellschaft insgesamt 16 Arbeiterhäuser errichten, die im 21. Jahrhundert am Weberweg stehen. Unter A. Weber wurde im Zentrum des Ortes in den 1920er Jahren ein Feuerwehrhaus errichtet sowie auf dem östlich gelegenen Friedhof eine Kapelle erbaut. Etwa zur gleichen Zeit wurde die Gaststätte um ein weiteres Geschoss mit einem großen Saal aufgestockt, den unter anderem ein Turnverein nutzte. Zu dieser Zeit lebten 1925 insgesamt 275 Einwohner im Ort. Im Jahr 1928 wurde die Domäne mit dem Gutsbezirk einschließlich Försterei, Ausbau Buschmeierei und Ziegelei mit dem Gemeindebezirk von Löpten vereinigt. Dies beinhaltete keine Veränderungen am privaten oder fiskalischem Besitz. 1929 wurden Teile des Gutsbezirks des Hammerschen Forstes, die Oberförsterei Hammer, das Chausseehaus Hammer, das Sekretärgehöft Hammer, das Pächtergehöft Hammer sowie as Forsthaus Klein-Hammer nach Löpten eingemeindet. Das Domänengut umfasste vor 1930 etwa 248 ha, davon 14 ha Forsten. Verwalter war Oberinspektor Kurt Rühe.Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. . Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts, Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher Band VII, 4. Auflage, Band Regierungsbezirk Potsdam. Kreis Teltow, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Verlag Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 116. Seit den 1920er Jahren war Löpten und der Gutsbeszoirk Löpten nach der neu gebildeten Kirchengemeinde Groß-Köris eingepfarrt.Amtsblatt der Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. 1920. Stück 13, A. W. Hayn`s Erben, Potsdam, 3. April 1920, S. 145. 1930 kandidierte Dr. Weber mit der BerufsbezeichnungRegierungsblatt für Mecklenburg-Schwerin. Nr. 38-1930, Bärensprung-Hofbuchdruckerei, Schwerin, Dienstag den 9. September 1930, S. 194. als Domänenpächter auf Listenplatz 7 für die Deutsche Staatspartei für den Deutschen Reichstag.
1931 gab es 44 Wohnhäuser. 1932 wurde eine steinerne Brücke über den Löptener Hauptgraben errichtet, mit der die Verbindung nach Klein Köris und Groß Köris verbessert wurde. Im gleichen Jahr wurde die Oberförsterei in Hammer sowie die Forsthäuser Buschmeierei und die Gemarkung um Klein Hammer nach Löpten eingemeindet.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Bankdirektor A. Weber gezwungen, die Domäne Löpten aufzugeben. Historiker vermuten, dass ein Grund seine jüdische Ehefrau war. A. Weber versuchte schon ab 1932 als Wirtschaftsprüfer eine neue Tätigkeit.Martina Neumann: Theodor Tantzen. Ein widerspenstiger Liberaler gegen den Nationalsozialismus. Zugleich Diss. Univ. Hannover 1995; In: Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen. Veröffentlichungen. Band 39: Niedersachsen 1933 - 1945. Band 8, Verlag Hahn, Hannover 1998, ISBN 3-7752-5835-3, S. 190. Aufgrund der einsetzenden Kriegshandlungen konnten die Ziegel nicht mehr per Lkw transportiert werden. Die neuen Besitzer nutzten eine Feldbahn, um das Material zum Hafen nach Klein Köris zu bringen. Im August 1941 wurde der Betrieb schließlich eingestellt und die Tongrube geflutet. Dadurch entstand im Südwesten der Gemarkung der Tonsee. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort durch Kriegseinwirkungen teilweise zerstört; die Gaststätte geschlossen. Den rechten Teil des Schulgebäudes mit der Lehrerwohnung zerstörte eine Bombe. Am 27. April 1945 erreichte die Rote Armee den Ort und besetzte das Jagdschloss.