Die Eisenbahn.exe-Reihe ist eine Reihe von kostenpflichtigen Modelleisenbahnsimulationen für den PC. Veröffentlicht wird die Reihe von der deutschen Trend Redaktions- und Verlagsgesellschaft mbH in Buggingen, entwickelt werden die einzelnen Programme vom polnischen Software-Studio Soft-Pro. Die Reihe besteht aus den Versionen 1.0 bis 18.0 von Eisenbahn.exe professionell (EEP) sowie des Vorgängers Eisenbahn.exe european class. Einzelne Versionen werden auch als Eisenbahn-Simulator 2012, Eisenbahn-Simulator 2013 bzw. Eisenbahn X bezeichnet.

Grundkonzept Mit den Programmen der Eisenbahn.exe-Reihe kann man virtuelle Modelleisenbahnen planen, erstellen und simulieren. Hierzu werden unterschiedliche Editoren bereitgestellt. Für die Zugbildung stehen mehrere Dampf-, Diesel-, und E-Lokomotiven sowie Personen- und Güterwagen zur Verfügung, die beliebig in den Gleisplan eingesetzt und gekuppelt werden können.

Das Konzept ist grob vergleichbar z. B. mit dem gratis erhältlichen RailSim II aus Japan, das jedoch seinen Schwerpunkt eher auf das Befahren setzt.

Eisenbahn.exe european class

Das erste Spiel der Reihe, Eisenbahn.exe european class (EEEC), erschien 1998 und erhielt durchweg gute Kritiken.Testergebnis: gut, Computerbild 18/99

Gameplay Im 2D-Modus kann aus einer leeren, rechteckigen Karte eine Landschaft geformt werden, indem Erhebungen und Senken eingefügt werden. Anschließend gilt es, Gleise, Straßen und Wasserwege zu legen. Diese Verkehrswege sind später die Fahrstrecken, auf denen sämtliches Rollmaterial verkehrt. Schließlich folgt die Ausstattung der Anlage mit Bahnhöfen, Gebäuden, Bäumen, Büschen sowie sonstigem Zubehör. Während dieser Arbeiten kann in der zusätzlichen 3D-Ansicht ein Überblick über den Baufortschritt der Anlage erlangt werden. Nachdem die Anlage fertiggestellt ist, werden im 3D-Bereich sämtliches Rollmaterial wie Lokomotiven, Fahrzeuge, Schiffe oder Flugzeuge auf den entsprechenden Verkehrswegen eingesetzt.

Sämtliche Weichen können sowohl in der dreidimensionalen Ansicht als auch im 2D-Modus manuell geschaltet werden. Sämtliches Rollmaterial wird im 3D-Modus manuell gesteuert, ein Automatikmodus ist nicht vorhanden.

EEEC bietet die Möglichkeit, Kamerastandpunkte auszuwählen und festzulegen. In der 2D-Ansicht kann die Kamera an jeder beliebigen Stelle positioniert werden. Als weitere Möglichkeit kann die Kamera auch auf Rollmaterial stationiert werden. In dieser Mitfahransicht wird die Ansicht periodisch aktualisiert und auf das gewählte Rollmaterial ausgerichtet.

Gold-Edition Die 2003 erschienene Gold-Edition enthält neben der Vollversion von Eisenbahn.exe European Class folgende Add-ons mit insgesamt 340 neuen Modellen: Volume 1: Lokomotiv- und Wagenbau Wuppertal Volume 2: Lokomotiv- und Wagenbau Wuppertal Volume 3: Nahverkehr Volume 5: Moderne ÖBB Volume 7: Deutsche Reichsbahn

ViewEEEC ViewEEEC stellt eine private Weiterentwicklung von EEEC dar, in der nahezu alle Modelle aus EEEC weiter verwendet werden können, bei der aber ein Automatikbetrieb möglich ist, da sowohl Weichen als auch Zug-beeinflussende Signale per Kontaktpunkt gesteuert werden können. Die Grafik wurde gegenüber EEEC verbessert, so sind bei ViewEEEC auch Führerstandsmitfahrten möglich.

Eisenbahn.exe professional Eisenbahn.exe professional (EEP) kam 2001 erstmals auf den Markt und wurde stetig weiterentwickelt. Markenzeichen der Verkaufsversionen wurde die Verpackung in einer Relief-Box aus Blech. Heute gibt es EEP in einer handelsüblichen DVD-Verpackung, Metallbox oder als Download. Eine leere Metallbox kann kostenpflichtig bei Trend erworben werden.Trend-Shop eepshopping.de, abgerufen am 8. Juni 2013.

Version 2 bis 6

In EEP wurde eine rechteckige Anlage in 2D entworfen. Schienen, Straßen und Trambahnen wurden durch einen grafischen 2D-Editor verlegt. Die Landschaft besteht aus einem 2D+Höhe-Modell, das um 3D-Objekte in Form von Immobilien oder Pflanzen ergänzt werden kann. In 3D wurden dann die Züge zur Anlage hinzugefügt, die dann in einem automatischen Modus, der versucht eine angegebene Geschwindigkeit zu halten und sich an Signale hält, oder einem manuellen Modus, in dem Zug- und Bremskraft bei jedem Fahrzeug des Zugverbandes einzeln eingestellt werden konnten, gefahren werden.

Zum Stellen der Signale und Weichen standen sogenannte Kontaktpunkte zur Verfügung, die beim Befahren der Zugspitze ein Signal oder eine Weiche in eine angegebene Stellung stellen konnten. Da diese Funktionen sehr primitiv sind, entwickelten sich sogenannte Schaltkreise, in der Regel Straßenbahnstrecken ohne jeglichen Fokus auf die Optik, die einzig das Ziel haben, die Logik der Anlage zu steuern und auf denen in der Regel (schnelle) Autos(!) fuhren. So konnten Zeitverzögerungen, automatische Fahrstraßen in Abhängigkeit von Gleisbelegung und ähnliches gesteuert werden.

Eine Beladungsfunktion ermöglicht, Container oder andere Güter per Kran auf LKW oder Güterwaggons zu verladen und diese an einen anderen Ort seiner Anlage zu verbringen.

Im November 2005 ist die Version EEP 4.0 auf dem Markt erschienen. Ab dieser Version war nicht mehr Software Untergrund, sondern das osteuropäische Software-Studio Soft-Pro für die Programmierung verantwortlich. Die Version schaffte enorme Fortschritte im Bereich der Anlagenautomatisierung. Kontaktpunkte können Zeitverzögerungen enthalten, bei Zugschluss ausgelöst werden und es wurden Möglichkeiten geschaffen, dass Kontaktpunkte nur von Fahrzeugen mit bestimmten Fahrplänen ausgelöst werden. Neue Arten von Kontaktpunkten, die auch die Geschwindigkeit oder die Fahrtrichtung von Fahrzeugen beeinflussten, ersetzten Softwarebugs, die zuvor zu diesem Zweck ausgenutzt wurden. Auch wurde ein sogenannter Fahrplan eingeführt, der es ermöglicht, Signale in Abhängigkeit einer beliebig schnell laufenden Uhrzeit zu schalten. In der Summe konnten diese Maßnahmen den Umfang der Schaltkreise erheblich reduzieren.

EEP4 setzte als eines der ersten Spiele auf eine Onlineaktivierung als DRM, was viel Kritik hervorbrachte. Später wurde die Aktivierung mit einem Softwareupdate wieder aufgehoben und der DRM-Server abgeschaltet.

Gegen Ende 2006 ist die Version EEP 5.2 erschienen. Sie hat eine Reihe von Detailverbesserungen gebracht, unter anderem die Möglichkeit, Führerstände einzubauen, wofür aber bis zuletzt nur wenige Modelle eingerichtet wurden.

Trend entschied, das Programm zukünftig durch sogenannte Plugins zu erweitern. Die Plugins waren separat kostenpflichtig in einem der beiden Web-Shops zu erwerben (etwa je 10–20 €, während das Programm etwa 50 € kostete). Die insgesamt fünf erschienenen Plugins brachten neben einigen zusätzlichen Grafikeffekten, wie etwa Feuer, Rauch und Schnee, auch Möglichkeiten von regionenbezogenem Wetter. In der Automatisierung brachten sie die Möglichkeit, Kontaktpunkte mit einzelnen Vorbedingungen sowie einer Folgeabhängigkeit auszurüsten. In Plugin 4 wurde Möglichkeit geschaffen, bei der Erstellung einer neuen Anlage die 2D+Höhe-Karte automatisch mit Vorschlagwerten zu füllen. Zudem neu war die Möglichkeit, zahlreiche der bisher in 2D gemachten Bearbeitungen auch in einem 3D-Editor durchzuführen. Mit dem Plugin 5 ist die 3D-Engine etwas verbessert worden. Später entschied Trend, doch nicht auf ein Hauptprogramm mit zahlreichen optionalen Plugins zu setzen, sondern die Plugins als Vorschau auf zukünftige EEP-Versionen zu nutzen. Die Bewerbung der Plugins wurde entsprechend angepasst.

Kritikpunkt an EEP war zu dieser Zeit jedoch die 3D-Engine, die inzwischen nicht zu den modernsten ihrer Art zählte.Kurztest: Eisenbahn.exe Professional 5.0, GBASE.ch vom 15. November 2006. Trend gab daher noch Version 6.0 heraus, in der alle 5 bisher erschienenen Plugins integriert waren und begann mit der Entwicklung einer neuen Grafik-Engine.

3D-Modelle in EEP wurden von lizenzierten Konstrukteuren über zwei Webshops kostenpflichtig angeboten. Diese Konstrukteure stellen auf ihren Homepages zusätzlich auch eine geringe Anzahl ihrer Modelle (ca. 5 %) gratis bereit. Dazu gab es ein eigenes Konstruktionsprogramm. Später stand auch eine Privatversion, der Home-Nostruktor, für private Konstrukteure zum Kauf, deren Modelle jedoch wegen Begrenzungen bei den Texturen nicht weitergegeben werden können.

Diese Vertriebspolitik hatte insgesamt zur Folge, dass es keine Freeware-Community wie bei anderen Eisenbahn-Spielen – z. B. Microsoft Train Simulator oder Trainz – gibt und dass es fast nur deutschsprachigen neuen Content gibt.

Ab Version 7

Seit September 2010 wird die Version 7.1 von EEP verkauft. Für diese Version wurde die Grafik-Engine völlig neu aufgebaut und ein wirksamer Kopierschutz in die Software eingebaut.

Die Grafik unterstützt unter anderem Schatten und Lichteffekte.

EEP muss seit Version 7 per Internet aktiviert werden und ist an einen User-Account gebunden. Dazu bestand ein Aktivierungslimit von fünf Aktivierungen pro Jahr. Musste EEP7 mehr als fünf Mal aktiviert werden, musste Trend weitere Aktivierungen freischalten. Dies kann bedeuten, dass, wenn Trend keiner weiteren Aktivierung zustimmt, EEP vom Käufer nicht mehr benutzt werden kann. Seit EEP9 ist das Aktivierungslimit auf zwei herabgesetzt worden.

Auch in die 3D-Modelle wurde ein Kopierschutz eingebaut. Man kann sie nur mit dem EEP-Programm verwenden, das der User gekauft hat. Damit kann weder das Hauptprogramm noch jegliches Zusatzmaterial verkauft, verschenkt oder sonst weitergegeben werden, sobald es mit einem Account bei Trend registriert ist. Das alte Format für 3D-Modelle wurde nicht mehr in die Software implementiert. Ursprünglich sollten alle Modelle aus EEP bis Version 6 aufgegeben werden, sofern sie der Konstrukteur nicht für EEP 7 überarbeitete. Nach zahlreichen Protesten und Hinweisen darauf, dass einige Leute bis dato viel Geld im EEP-Shop ausgegeben hatten, wurde von Trend jedoch ein Modellkonverter zum Kauf angeboten, mit dem die Modelle konvertiert werden können. Allerdings war der Preis dieses Konverters nahezu genauso hoch wie der von EEP7.EEP-Shop eepshopping.de, abgerufen am 16. Juli 2011. Nach Protest einiger Konstrukteure, die einer Konvertierung ihrer Modelle von EEP6 nach EEP7 widersprochen haben, wurden die Modelle dieser Autoren im Modell-Konverter gesperrt und können nicht mehr umgewandelt werden.

Die neuen Modelle sind nur noch in dem Shop des Trend-Verlages zu erwerben, der unabhängige Shop bietet Modelle nur bis EEP6 an.

Die vom Nutzer mit dem Programm gebauten Modellbahnanlagen blieben hingegen ohne Kopierschutz und können auch weiterhin zwischen verschiedenen Nutzern ausgetauscht werden.

Da die Kopierschutz-Maßnahmen weder mit der Community oder den Konstrukteuren abgesprochen war, noch Anstrengungen übernommen wurden, sie von der Sinnhaftigkeit der Maßnahmen zu überzeugen, verlor Trend mit der Einführung einen Teil der Community und der Konstrukteure, die bis heute (Stand 2016) die EEP-Version 6 mit neuen Modellen im unabhängigen Shop weiter pflegen.

Kritik gab es auch am Publisher Rondomedia, der eine eigene Version von EEP7 unter dem Namen „Eisenbahn-Simulator 2012“ veröffentlicht hatte, ohne jedoch darauf hinzuweisen, dass auch diese Version mit einem Account verknüpft und aktiviert werden muss.

EEP7 wurde wieder um fünf Plug-ins erweitert, die Funktionen aus den Plug-ins von Version 5 wiederherstellten oder neue Funktionen hinzufügten. Die Funktionen umfassten beispielsweise aufwirbelnden Staub, funktionierende Blinklichter bei Straßenfahrzeugen oder animierte Tachometer in Schienenfahrzeugen.