mini|280px|Schematischer Netzplan mit S-Bahn, Tram und Metrobüs mini|280px|Stadtplan des Stadtteils Galata von 1922. Der blau eingezeichnete in Nord-Süd-Richtung verlaufende Tünel ist die älteste U-Bahn-Linie Istanbuls. mini|280px|Station Osmanbey
Die Metro Istanbul (türkisch İstanbul metrosu) ist das U-Bahn-System der türkischen 15-Millionen-Stadt Istanbul. Die erste Strecke wurde 1989 eröffnet und heute besteht das Netz aus den Linien M1A / M1B, M2, M3, M4, M5, M6, M7, M8, M9 und M11. Das mit Ausnahme der Linie M11 von der städtischen Nahverkehrsgesellschaft İstanbul Ulaşım betriebene U-Bahn-System befindet sich im Ausbau und umfasst derzeit 168 Stationen, 109 davon auf der europäischen Seite der Stadt und hat eine Streckenlänge von 265,2 km (Stand: Juni 2026). Die Metro gehört neben der Marmaray, der Stadtbahn, der Tram, dem Metrobus und dem Stadtbus- sowie Fährliniennetz zum Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs der Großstadt.
Geschichte mini|280px|Station LeventIstanbul hat die zweitälteste Untergrundbahn auf dem europäischen Kontinent. Die erste und über hundert Jahre einzige unterirdische Bahnlinie ist die kurze Tünel-Bahn. Diese Standseilbahn im Tunnel wurde 1875 eröffnet. In Europa ist nur die Londoner U-Bahn älter (Eröffnung 1863). Die 573 Meter lange Strecke, die über zwei Stationen verfügt, überwindet eine Höhe von 60 Metern, liegt im Stadtteil Beyoğlu und wird heute nicht zur U-Bahn gezählt.
Mit dem Bau moderner U-Bahnen als Massentransportmittel wurde in Istanbul aufgrund zunehmender Staus und dem drohenden Verkehrsinfarkt erst Ende der 1980er Jahre begonnen.urbanrail.net
Bau der modernen U-Bahn-Strecken Anfänge in den 1980er Jahren 1986/87 wurde zunächst der Bau einer Stadtbahn beschlossen, die 1989 von Aksaray nordwestwärts unterirdisch gebaut wurde. Die Linie wurde bis 1995 in den Stadtteil Yenibosna erweitert. Der Ausbau erreichte den Atatürk-Flughafen im Westen der Stadt 2002. Die 20 km lange Linie hat heute 18 Stationen. Sie wurde lange Zeit als Hafif Metro, also wörtlich „Leicht-U-Bahn“ bezeichnet, was man mit Stadtbahn übersetzen könnte. Allerdings ist sie vollständig von anderem Straßen- und Schienenverkehr getrennt und überall ist niveaugleicher Zustieg möglich, was sie zu einer vollwertigen U-Bahn macht. Das einzige, was an eine Stadtbahn erinnert, ist der Betrieb mit Oberleitung, statt mit für U-Bahnen typischer seitlicher Stromschiene. Deshalb wurde die Linie in M1 umbenannt, umgangssprachlich wird sie aber gelegentlich noch als „Hafif Metro“ bezeichnet. Mit der Straßenbahnlinie T4 hat Istanbul aber tatsächlich eine Stadtbahn, die mit den deutschen Stadtbahnen z. B. in Köln, Frankfurt oder Stuttgart vergleichbar ist. Die T4-Züge verkehren im Norden der Linie als Straßenbahn mit Kreuzungen mit dem Straßenverkehr. Einige Stationen sind aber unterirdisch und damit dem U-Bahn-Betrieb ähnlich.
1990 bis 2013 Die Bauarbeiten an der zweiten U-Bahn-Strecke begannen im Jahr 1992. Das erste Teilstück zwischen Taksim-Platz und 4. Levent mit sechs Stationen wurde am 16. September 2000 in Betrieb genommen. Die Züge fuhren zu Spitzenzeiten im Fünf-Minuten-Takt und beförderten täglich 130.000 Passagiere. Eine Fahrt zwischen den beiden Endstationen dauerte rund 12 Minuten. Die U-Bahn wurde nach der Cut-and-Cover-Methode erbaut, um einem Erdbeben der Stärke 9 standzuhalten. Die sechs jeweils andersfarbig gestalteten Stationen des ersten Teilstücks sind 4. Levent, Levent, Gayrettepe, Şişli, Osmanbey und Taksim. Am 30. Januar 2009 wurde die Strecke an beiden Enden verlängert: im Süden um eine Station vom Taksim-Platz nach Şişhane und im Norden um drei Stationen vom 4. Levent bis Atatürk Oto Sanayi. Am 2. September 2010 wurde am nördlichen Ende die Station Darüşşafaka eröffnet. Seit dem 11. November 2010 wird auch durch einen Nebenzweig der Linie die Station Seyrantepe angefahren, bei der sich die Türk Telekom Arena befindet. Am 22. Mai 2011 wurde das Stück nach Hacıosman eröffnet.
Mit dem Bau einer weiteren Strecke, diesmal auf der asiatischen Seite, deren Vorplanungen bis ins Jahr 2005 reichen, wurde 2010 begonnen. Die dort verkehrende Linie M4, die unter der Schnellstraße D-100 verläuft, wurde am 17. August 2012 eröffnet. Sie führt vom Stadtteil Kadıköy nach Kaynarca und hat vorerst 19 Stationen. In İbrahimağa/Ayrılıkçeşme ist ein Umstieg zum Marmaray-Netz bzw. zur S-Bahn und in Kadıköy zur Straßenbahnlinie T3 möglich. In Ünalan kann zum Metrobüs umgestiegen werden, der zur europäischen Seite Istanbuls fährt.
Eine vierte U-Bahn-Strecke, die auf der europäischen Seite im Nordwesten der Stadt liegt und von der Linie M3 bedient wird, wurde am 10. September 2012 dem Fahrgastbetrieb übergeben. Der Lückenschluss vom Busbahnhof Esenler zur Station Kirazlı an der M3 wurde mit der Fertigstellung der M1B am 14. Juni 2013 vollendet.
Neu- und Ausbau weiterer Linien ab 2014 Im September 2014 wurden neben der M2 auch die Linien M1A und M1B an den Marmaray-Bahnhof Yenikapı angebunden. Nach dem Ende des Testbetriebes erfolgt die offizielle Einweihung am 29. Oktober 2014. Mit der Schließung der 700 m langen Lücke zwischen der bisherigen Endstation Aksaray und dem S- und U-Bahnknotenpunkt Yenikapı ist somit in Istanbul erstmals ein größeres geschlossenes Schnellbahnnetz entstanden.emlakwebtv.com
Vier weitere U-Bahnlinien, die M5 auf der asiatischen Seite, die M6, M7 und M9 im europäischen Teil der Stadt, wurden seitdem gebaut. Eröffnungstermine waren Dezember 2017 für die M5, April 2015 für die M6 und im Oktober 2020 ging das westliche Teilstück der M7 in Betrieb. Das erste Teilstück der M9 wurde am 29. Mai 2021 in Betrieb genommen.
Farbschema und Liniensymbole Jeder Metrolinie ist im Verkehrsliniennetz Istanbuls eine Linienkennfarbe und ein Liniensymbol zugeordnet. Istanbul Ulasim verwendet in der graphischen Darstellung für alle Schienensysteme und den Metrobüs runde Liniensymbole, die jeweils durch die Buchstaben 'M’ Metro, 'B’ für Banliyö Trenı (S-Bahn) und 'T' für Tramvay (Straßenbahn) unterschieden werden.
Linienverläufe Linie M1A Der südöstliche Ausgangspunkt beider Linien der M1 ist der S- und U-Bahnhof in Yenikapı. In Aksaray – westlich der historischen Halbinsel – besteht eine Umsteigemöglichkeit zur T1. Bis zur Station Ulutbatlı-Topkapı, der Umsteigestation zur Haltestelle Vatan der Stadtbahnlinie T4, läuft die Strecke unterirdisch unterhalb des Adnan Menderes Boulevard nach Nordwesten. Von dort verläuft sie oberirdisch zur Station Kartaltepe-Kocatepe, wo sich der Linienverlauf nach Südwesten wendet Richtung Station Otogar (deutsch Busbahnhof). Nach dieser Station verzweigen sich die Linien M1A und M1B. Die Strecke der Linie M1A nimmt hier Kurs Richtung Südwesten über den Bahnhof Zeytinburnu, einer Umsteigemöglichkeit zur Straßenbahnlinie T1; sie passiert die Stadtviertel Ataköy, Bahçelievler und das Messezentrum und führt unterirdisch zu ihrem Endbahnhof, dem Atatürk-Flughafen. Die Stationen Aksaray, Emniyet-Fatih, Topkapı-Ulubatlı, Bakırköy-İncirli, Bahçelievler und Flughafen liegen unterirdisch. Ebenerdig, aber auf einem eigenen Gleiskörper angelegt, sind die Stationen Bayrampaşa-Maltepe, Sagmalçılar, Kartaltepe-Koçatepe, Otogar, Terazidere, Zeytinburnu, Ataköy/Şirinevler und Yenibosna. Die U-Bahnhöfe Davutpaşa, Merter und DTM-Fuar (Messezentrum) liegen auf einem Viadukt. (türkisch)
Linie M1B Der Linienast der M1B verlässt den gemeinsamen Verlauf mit der M1A nach der Station Otogar und führt Richtung Westen. Die Strecke liegt zuerst oberirdisch bis Esenler, wo sich auch das gemeinsame Betriebswerk und Zugdepot befindet, und ab dem umgebauten U-Bahnhof Esenler in unterirdischem Verlauf westwärts bis Kirazlı,urbanrail.netrailwaygazette.com wo sie aktuell an der M3 endet. Eine neun Kilometer lange Strecke zwischen Kirazlı und dem südwestlich gelegenen Bahnhof Halkalı ist im Bau und soll Ende 2028 in Betrieb gehen. Für die Verlängerung wurde der Bahnhof Kirazlı als Kreuzungsbahnhof ausgebaut. Auf der Zweigstrecke der M1B liegen die Stationen Menderes, Üçyüzlü, Bağcılar Meydan und Kirazlı unterirdisch, lediglich die Station Esenler ist ebenerdig, aber auf einem eigenen Gleiskörper angelegt. Acht der neun Stationen der Verlängerung werden ebenfalls unterirdisch liegen, lediglich die Endstation Halkalı wird ebenerdig sein.
Linie M2 Die Strecke der Linie M2 beginnt im S-Bahnhof Yenikapı und verläuft unterirdisch in nördlicher Richtung durch die historische Halbinsel. Das Goldene Horn überquert sie auf der Metrobrücke über das Goldene Horn, auf der sich auch der U-Bahnhof Haliç (Goldenes Horn) befindet. Nach der Querung erreicht der Linienverlauf den wiederum unterirdisch gelegenen U-Bahnhof Şişhane im Stadtteil Beyoğlu. Nordöstlich liegt auf dem Streckenverlauf der Taksim-Platz; von dort aus kann in die unterirdische Standseilbahn F1 und zur Nostalgie-Straßenbahn T5 umgestiegen werden. Nördlich des modernen Zentrums liegen u. a. Osmanbey, Şişli (mit Anschluss zum Metrobüs), Gayrettepe und der Finanzdistrikt Levent. In Sanayi verzweigt sich die Linie nach Westen zur Fußballarena in Darüşşafaka sowie nach Norden Richtung Hacıosman. Bis auf die Brücke über das Goldene Horn ist der komplette Linienverlauf unterirdisch. Die Inbetriebnahme der südlichen Verlängerung nach Yenikapı ist am 15. Februar 2014 erfolgt. Dabei befindet sich der U-Bahnhof Haliç in die Mitte der Brücke.
Linie M3 Die Austragung der Olympischen Spiele 2012, für die sich Istanbul letztlich erfolglos bewarb, setzte eine Anbindung der Sportstätten an das öffentliche Bahnnetz voraus. Die Strecke der Linie M3 beginnt heute an ihrem südlichen Ende in Bakırköy Sahil, hat an der folgenden Station Özgürlük Meydanı einen Anschluss an die Marmaray, in der früheren Endstation Kirazlı eine Umsteigemöglichkeit zur M1B Richtung Osten zum Busbahnhof und erreicht dann die Station İkitelli Sanayi. Hier zweigte früher ein Streckenast zum Atatürk-Olympiastadion ab, der 2021 der seither kreuzenden Linie M9 zugeschlagen wurde. Die M3 setzt sich nach Norden fort und endet nach acht Stationen in Kayaşehir Merkez im Stadtteil Başakşehir mit Anschluss an die M11 zum neuen Internationalen Flughafen.
Linie M4 In Kadıköy nimmt die Strecke der Linie M4 ihren Ausgang am dortigen Fährhafen auf der asiatischen Seite Istanbuls; dort befinden sich in fußläufiger Entfernung auch die Straßenbahnringlinie T3 und ein Busbahnhof. Die Linie ist bis zur Station Ayrılıkçeşme, wo mit der Fertigstellung des Marmaray-S-Bahn-Projekts am 29. Oktober 2013 ein Umsteigebahnhof entstanden ist, auf nordöstlichem Kurs. Sie knickt dann nach Osten ab und verläuft ab Ünalan, wo Anschluss zum Metrobus in Richtung der europäischen Seite besteht, in südöstlicher Richtung, größtenteils unter der D-100-Schnellstraße bis Tavşantepe, ihrem vorläufigen Endpunkt. mini|Automatische Stationsansage für den Bahnhof Acıbadem in einem M4-Zug
Linie M5