mini|„Allied Arts Building“, Lynchburg, erbaut 1931 Lynchburg ist eine US-amerikanische Stadt im Bundesstaat Virginia. Das U.S. Census Bureau hat bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 79.009 ermittelt.

Sie trägt als eine von 43 Städten den Titel „Independent City“. Gelegen an den Ausläufern der Blue Ridge Mountains, nennt man sie in den USA auch die „Stadt der sieben Hügel“.

Geographie Nach dem United States Census Bureau (Behörde für Bevölkerungsstatistik), hat die Stadt eine Größe von 128,9 km² davon sind 0,74 % (1,0 km²) Wasserfläche.

Geschichte Lynchburg wurde 1757 von John Lynch gegründet, der dort im Alter von nur 17 Jahren einen Fährdienst über den James River einrichtete, 1786 erhielt die Stadt die Gründungsurkunde. John Lynch war auch verantwortlich für den Bau von Lynchburgs erster Brücke über den Fluss 1812. Nach ihrer Fertigstellung wurde der Fährdienst eingestellt. Die Stadt wuchs im 19. Jahrhundert zu einem Handels- und Produktionszentrum heran. Hauptindustriezweige waren das Geschäft mit Tabak sowie die Eisen- und Stahlindustrie. Mit dem Kanawha-Kanal und später vier Eisenbahnstrecken verliefen wichtige Teile der Infrastruktur Virginias durch Lynchburg.

Während des Sezessionskriegs diente Lynchburg als Versorgungsbasis für die konföderierten Truppen und fungierte dank der Virginia & Tennessee Railroad als wichtiger Verschubbahnhof für Einheiten und Nachschub zwischen dem östlichen und dem westlichen Kriegsschauplatz. 1864 näherte sich eine Unionsarmee unter General David Hunter bis auf etwa eine Meile der Stadt, dieser Vorstoß konnte jedoch von dem konföderierten General Jubal Early am 18. Juni 1864 zurückgeschlagen werden, wobei dieser die Vorteile der Eisenbahn nutzte, um rechtzeitig Verstärkung aus der Nähe von Cold Harbor heranzuführen. Nahe Lynchburg liegt Appomattox Court House, Schauplatz der Schlacht von Appomattox und der Kapitulation der Südstaaten im Sezessionskrieg.

Tankzug-Unglück vom 30. April 2014 Am 30. April 2014 entgleiste kurz vor der Einfahrt in die Lynchburg – Kemper Street Station ein Tankzug der CSX Transportation, aus Chicago kommend. In der Folge gingen vier der fünfzehn Waggons in Flammen auf und explodierten.Oil tanker train derails in Lynchburg, Va., triggering fire and spill Weite Teile der Umgebung rund um den Unfallort am James River brannten nieder.Train derails and explodes in Lynchburg, Va. Rund 300 Menschen aus den umliegenden Häusern wurden aus Sicherheitsgründen zwangsevakuiert.

Demographie Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner¹ 1980 66.743 1990 66.049 2000 65.269 2010 75.568 2020 79.009

1980–2020: Volkszählungsergebnisse;, Source: U.S. Census Bureau, Population Division

Daten aus dem Jahr 2000 Nach einer Erhebung aus dem Jahr 2000 hatte Lynchburg 65.269 Einwohner, 25.477 Haushalte und 15.591 dort lebende Familien. Die Bevölkerungsdichte lag bei 510 Einwohnern je km² und es gab 27.640 Wohneinheiten mit einer durchschnittlichen Verteilung von 216 je km². Ethnische Zugehörigkeiten: 66,63 % Weiße, 29,70 % Afroamerikaner, 1,35 % hispanischer Herkunft, 1,28 % asiatischer Herkunft, 0,26 % indianischen Ursprungs und 0,78 % Zugehörigkeit zu anderen Gruppen.

Von den 25.477 Haushalten lebten in 27,8 % Kinder unter 18 Jahren, 41,6 % waren verheiratete Paare, 16 % alleinerziehende Mütter und 38,8 % Singles. Die durchschnittliche Größe eines Haushalts war 2,3, die durchschnittliche Familiengröße 2,92.

Bevölkerungsstruktur: 22,1 % unter 18 15,5 % 18 bis 24 25,3 % 25 bis 44 20,8 % 45 bis 64 16,3 % 65 und älter

Durchschnittseinkommen pro Jahr: Pro-Kopf-Einkommen: 18.263 USD pro Haushalt: 32.234 USD pro Familie: 40.844 USD

15,9 % der Bevölkerung lebten unter der Armutsgrenze, 22,4 % der unter 18-Jährigen, 10,7 % der Menschen älter als 65.

Bildung Lynchburg ist Sitz des Randolph-Macon Woman’s College, des Lynchburg College, der Liberty University, des Central Virginia Community College und der Virginia University of Lynchburg.

Lynchburg ist in den USA vor allem als Wirkungsstätte des umstrittenen Fernsehpredigers Jerry Falwell bekannt, der Ende der 1980er Jahre das Schlagwort von der Moral Majority prägte und in der Stadt die private Liberty University unterhielt.VDOE :: Virginia Department of Education Home

Medien Die Tageszeitung „The News & Advance“ wird von Media General herausgegeben.

Verkehr Die Stadt besitzt neben einem Bahnhof in der „Kemper Street“ einen Flughafen mit Verbindungen nach Charlotte, North Carolina und Atlanta, Georgia.Alicia Petska: , newsadvance.com. Abgerufen am 4. Februar 2010.

Sehenswürdigkeiten Monument Terrace „Old depot train station“ (altes Eisenbahndepot) Amazement Square, multidisziplinäres Kindermuseum Langley Fountain Point of Honor Poplar Forest: Thomas Jeffersons Ferienhaus. Fort Early: Benannt nach dem Konföderierten-General Jubal Anderson Early, der von hier aus die Stadt gegen Truppen der Nordstaaten verteidigte. The Old Court House Crabtree Falls Appomattox Court House: Robert Edward Lee und Ulysses S. Grant unterzeichneten hier am 9. April 1865 den Waffenstillstand, der das Ende des amerikanischen Bürgerkriegs bedeutete. National D-Day Memorial

Städtepartnerschaften Partnerstädte Lynchburgs sind Rueil-Malmaison, Frankreich, und die deutsche Stadt Glauchau in Sachsen.

Söhne und Töchter der Stadt George Adams (1784–1844), Politiker und Jurist, Bundesrichter Rice Garland (um 1795–1861), Politiker, Vertreter von Louisiana im US-Repräsentantenhaus Archibald Stuart (1795–1855), Politiker, Vertreter von Virginia im US-Repräsentantenhaus Pleasant Moorman Miller (vor 1796–1849), Politiker, Vertreter von Tennessee im US-Repräsentantenhaus Allen G. Thurman (1813–1895), Politiker, Vertreter von Ohio im US-Kongress James Philemon Holcombe (1820–1873), Jurist, Lehrer und Politiker John Echols (1823–1896), Politiker und Brigadegeneral der Konföderierten im Sezessionskrieg Robert Ridgway (1823–1870), Politiker, Vertreter von Virginia im US-Repräsentantenhaus Robert Emmett Rodes (1829–1864), Generalmajor der Konföderierten im Sezessionskrieg Samuel Garland junior (1830–1862), General der Konföderierten im Sezessionskrieg Peter J. Otey (1840–1902), Politiker, Vertreter von Virginia im US-Repräsentantenhaus John W. Daniel (1842–1910), Politiker, Vertreter von Virginia im US-Kongress Robert P. Morris (1853–1924), Politiker, Vertreter von Minnesota im US-Repräsentantenhaus Robert Latham Owen (1856–1947), Politiker, Vertreter von Oklahoma im US-Senat Carter Glass (1858–1946), Unternehmer und Politiker, US-Finanzminister Samuel Untermyer (1858–1940), Rechtsanwalt und Politiker William Alphonso Murrill (1869–1957), Mykologe Samuel D. Rockenbach (1869–1952), Offizier der US Army, Brigadegeneral im Ersten Weltkrieg Meriwether Lewis Walker (1869–1947), Ingenieur und Oberst der US Army, Gouverneur der Panamakanalzone Walter Browne Woodson (1881–1948), Konteradmiral der United States Navy und Judge Advocate General of the Navy (JAG) Douglas Southall Freeman (1886–1953), Historiker und Journalist Edward H. Griffith (1888–1975), Regisseur und Filmproduzent J. Rives Childs (1893–1987), Diplomat und Literaturwissenschaftler Lewis Preston Collins (1896–1952), Politiker, Vizegouverneur von Virginia Watkins Moorman Abbitt (1908–1998), Staatsanwalt und Politiker, Vertreter von Virginia im US-Repräsentantenhaus Walter H. Gottschalk (1918–2004), Mathematiker Desmond Doss (1919–2006), Sanitäter der US Army im Zweiten Weltkrieg Creed Taylor (1929–2022), Musikproduzent und Jazzlabel-Gründer Jerry Falwell (1933–2007), baptistischer Pastor und Fernsehprediger Henry H. Mauz Jr. (* 1936), Admiral der United States Navy Charlie Thomas (1937–2023), Sänger Lucius Shepard (1943–2014), Schriftsteller Carl Anderson (1945–2004), Sänger und Schauspieler Meg Christian (* 1946), Sängerin der Folkmusik Romeo Crennel (* 1947), American-Football-Trainer Roberta Alexander (1949–2025), Opernsängerin (Sopran) Deborah Adair (* 1952), Schauspielerin Nat Reeves (* 1955), Jazzmusiker und Hochschullehrer Jerry Falwell Jr. (* 1962), Jurist

Gregory Best (* 1964), Springreiter und Trainer Leland D. Melvin (* 1964), Astronaut und American-Football-Spieler Phil Vassar (* 1964), Country-Musiker Skeet Ulrich (* 1970), Schauspieler Brandon Inge (* 1977), Baseballspieler Logan Thomas (* 1991), American-Football-Spieler

Literatur Steven Elliot Tripp: Yankee Town, Southern City: Race and Class Relations in Civil War Lynchburg. NYU Press, New York 1997, ISBN 978-0-8147-8205-7.

Einzelnachweise

Weblinks

Website der Stadt

Kategorie:Gemeindegründung 1786