Der mit dem Wolf tanzt (Originaltitel Dances with Wolves, ) ist eine US-amerikanisch-britische Literaturverfilmung von 1990 und zugleich das Regiedebüt von Kevin Costner, der an dem Western auch als Hauptdarsteller und Koproduzent beteiligt ist. Für das Drehbuch adaptierte Michael Blake seinen eigenen gleichnamigen Roman. Der Film erzählt von einem Offizier der Union, der sich während des Amerikanischen Bürgerkrieges auf einen Posten im Grenzland versetzen lässt, wo er Freundschaft mit Sioux-Indianern schließt, deren Leben und Kultur kennenlernt und in ihr Volk aufgenommen wird.

Von dem Film existieren zwei Schnittfassungen: eine gut dreistündige US-Kinofassung und eine knapp vierstündige Fassung, die im Ausland vertrieben werden sollte.

Die Rollen der amerikanischen Ureinwohner sind ausschließlich von amerikanischen Ureinwohnern dargestellt; die Dialoge werden über weite Strecken hinweg in der Lakota-Sprache geführt. Diese Brüche mit den Gepflogenheiten des Hollywoodkinos sowie die weitgehend klischeefreie und empathische Darstellung des Indianerlebens fanden bei der Kritik besondere Anerkennung. Einige Kritiker beanstandeten jedoch, dass der Film mit seiner Abkehr von den alten Stereotypen immer noch nicht weit genug gehe.

Da die großen Hollywood-Filmstudios in dem Filmprojekt keine ausreichenden Gewinnchancen sahen und eine Beteiligung ablehnten, gründete Costner ein eigenes Produktionsunternehmen und erreichte mit einem weltweiten Einspielergebnis von über 400 Millionen Dollar einen immensen kommerziellen Erfolg. In Deutschland war Der mit dem Wolf tanzt mit beinahe sieben Millionen Zuschauern der meistgesehene Kinofilm des Jahres 1991. Der Film belebte das Western-Genre neu und wurde vielfach ausgezeichnet, so mit sieben Oscars und drei Golden Globes, darunter in den Kategorien Bester Film und Beste Regie.

Handlung mini|hochkant|Kevin Costner (2013), Regisseur und Darsteller des John Dunbar mini|hochkant|Mary McDonnell (2015), Darstellerin von Steht mit einer Faust Dieser Abschnitt fasst die Handlung der Kurzfassung des Films zusammen. Auf die in der Langfassung enthaltenen, zusätzlichen Szenen gehen die Folgeabschnitte ein.

Der Film spielt im Jahr 1863 zur Zeit des Sezessionskrieges. In einem Lazarett in der Nähe eines Schlachtfeldes in Tennessee droht dem verletzten Nordstaaten-Lieutenant John Dunbar eine Beinamputation. Um dieser zu entgehen, verlässt er in einem unbeobachteten Moment das Lazarett und reitet über das Schlachtfeld auf den Gegner zu, um sich lieber erschießen zu lassen. Er wird nicht getroffen, lenkt jedoch die Aufmerksamkeit der Gegner auf sich, so dass die Unionisten die Schlacht gewinnen. Ein höherer Offizier ist von dieser Aktion so beeindruckt, dass er das Bein durch seinen Leibarzt behandeln lässt, der die Amputation verhindern kann. Sein Pferd Cisco darf Dunbar als Belohnung behalten und sich seinen nächsten Einsatzort aussuchen.

Dunbar lässt sich nach Fort Sedgwick versetzen, einen im Grenz- und Indianerland gelegenen Außenposten, weil er den Westen kennenlernen möchte. Nach tagelanger Reise mit dem Versorgungstreck erreicht Dunbar das Fort im April des Jahres, das vollkommen verlassen und verwahrlost ist. Während er dort auf Mannschaft und neue Befehle wartet, setzt er den Posten allein wieder instand. Währenddessen tötet eine Gruppe Pawnee-Indianer den Wagenführer Timmons auf seiner Rückreise und nimmt seinen Skalp als Trophäe. Da der lebensmüde und geistig verwirrte Major, der Dunbars Versetzung bewilligt hat, sich zudem kurz nach dessen Abreise erschießt, weiß in der Armee niemand, wo Dunbar sich befindet.

Einen Monat später ist Dunbar daher noch immer ohne Verbindung zur Außenwelt, nur sein Pferd und ein einsamer Wolf, den er wegen seiner weißen Pfoten „Socke“ nennt und zu zähmen versucht, leisten ihm Gesellschaft. Über seine Erlebnisse und Eindrücke führt er ausführlich Tagebuch mit Zeichnungen und Texten. Als einige Sioux-Indianer vergeblich versuchen, sein Pferd zu stehlen, folgt er ihnen in ihr Zeltdorf, um seine freundlichen Absichten zu vermitteln. Unterwegs findet er eine verletzte weiße Frau in Indianerkleidung auf, die er mit in das Dorf bringt. Die Sioux verhalten sich zwar sehr abweisend, aber nicht feindselig.

Dunbars furchtloses Verhalten beeindruckt vor allem den Schamanen „Strampelnder Vogel“, der ihn kurz darauf mit dem temperamentvollen „Wind in seinem Haar“ und weiteren Begleitern auf seinem Posten besucht. Durch gegenseitige Geschenke – Dunbar gibt den Sioux Kaffee und Zucker und erhält von ihnen ein Büffelfell – und nachdem Dunbar die Sioux über eine lange Zeit erwartete große Büffelherde informiert hat, wächst das Vertrauen. Die Sioux-Jäger lassen sich durch Dunbar beim Aufspüren der Herde begleiten, wobei sie zunächst etliche Kadaver von Büffeln auffinden, die offensichtlich von weißen Jägern gehäutet und dann liegengelassen wurden. Bei der anschließenden Büffeljagd, die den Sioux zur Sicherung der Nahrungsmittelvorräte dient, unterstützt Dunbar die Sioux mit seinem Gewehr und rettet auch dem jungen und momentan wehrlosen „Lächelt viel“ das Leben, indem er einen angreifenden Bison erschießt.

Nachdem den Sioux eines Abends aufgefallen ist, wie Dunbar den ihm nachlaufenden „Socke“ vergeblich mit Gesten zu vertreiben versucht, erhält er seinen titelgebenden Indianernamen „Der mit dem Wolf tanzt“ (wörtlich: „Tanzt mit Wölfen“). Dunbar lässt „Strampelnder Vogel“ über dessen Frage, wie viele Weiße noch kommen werden, bewusst im Unklaren, um ihm nicht die Hoffnung auf ein Überleben seines Stammes zu nehmen. Er erhält im Sioux-Dorf ein eigenes Zelt und verbringt dort mehr und mehr Zeit, wobei er die Kultur der Sioux als sehr wohltuend erlebt. Von der weißen Frau „Steht mit einer Faust“, die ihrem Adoptivvater „Strampelnder Vogel“ als Dolmetscherin dient, erlernt er das Lakota. „Steht mit einer Faust“ entkam als Siedler-Kind einem tödlichen Pawnee-Überfall auf ihre Eltern und wuchs bei den Sioux auf. Aus Verzweiflung über den kürzlichen Kriegstod ihres Ehemanns gegen die Utas wollte sie sich das Leben nehmen. Dabei wurde sie von Dunbar aufgefunden.

Während viele der männlichen Sioux des Dorfes zu einem Kampf ausgeritten sind, wird das Sioux-Dorf von Pawnee-Kriegern angegriffen, die den Sioux die Nahrungsmittelvorräte rauben wollen. Dunbar rüstet die verbliebenen Sioux mit Schusswaffen aus dem Fort aus, so dass das Dorf erfolgreich verteidigt werden kann, wobei allerdings der freundliche „Steinkalb“ getötet wird. Dunbar steigt in der Achtung auch der zunächst skeptischen Sioux, und schließlich wird sogar „Wind in seinem Haar“ sein Freund. Dunbar beherrscht mehr und mehr ihre Sprache und heiratet „Steht mit einer Faust“ nach Sioux-Tradition. Erst nach der Hochzeit gibt er „Strampelnder Vogel“ zu bedenken, dass die Sioux sich wahrscheinlich auf die Ankunft noch sehr vieler Weißer einstellen müssen.

Als die Sioux in ihr Winterquartier umziehen, fällt Dunbar ein, dass sein Tagebuch noch in Fort Sedgwick liegt, und er reitet zurück, um es zu holen und damit alle Spuren zu verwischen. Doch dort haben mittlerweile andere Soldaten der Union Stellung bezogen, die ihn wegen seiner Kleidung zunächst für einen Indianer halten, auf ihn schießen und sein Pferd töten. Um seine Identität zu beweisen, beruft sich Dunbar auf sein Tagebuch, doch ist es nicht zu finden, da es bereits der ehrlose Soldat Spivey an sich genommen hat und gegenüber den Offizieren leugnet, es gesehen zu haben. Die Unionisten drohen Dunbar mit einer Anklage wegen Hochverrats, wenn er nicht im Kampf gegen Indianer mit ihnen kooperiert. Dunbar weigert sich und wird in Ketten aus dem Fort gebracht. „Socke“ folgt dem Zug und wird trotz Dunbars Widerstand von Soldaten aus dem Konvoi zum Spaß niedergeschossen, die dabei allerdings nicht bemerken, dass sich Sioux an sie heranschleichen, um Dunbar zu befreien. An einer Furt überfallen die Sioux den Konvoi und töten alle Soldaten.

Im Winterlager des Sioux-Stammes kündigt Dunbar an, mit seiner Frau den Stamm zu verlassen, um ihn nicht in Gefahr zu bringen, da er nun von der Armee gesucht werden wird. Zum Abschied gibt ihm „Lächelt viel“ unter Tränen sein Tagebuch zurück, das dieser im Fluss gefunden hat. Während die Soldaten mit Hilfe der Pawnee bereits die Spuren der Sioux finden, reiten Dunbar und „Steht mit einer Faust“ unter den Abschiedsrufen von „Wind in seinem Haar“ davon. Die US-Truppen finden aber weder die Sioux noch Dunbar und seine Frau, nur das bereits verlassene Lager.

Zum Schluss wird ein Text eingeblendet, nach dem Jahre später das freie Leben der Sioux durch das weitere Vordringen der Weißen endete und der Wilde Westen Geschichte wurde.

Entstehungsgeschichte Idee und Finanzierung In den 1980er Jahren war der Schriftsteller Michael Blake als Drehbuchautor zunächst weitestgehend erfolglos, mehrere von ihm verfasste Drehbücher blieben unbeachtet. Lange Zeit schon an der Geschichte amerikanischer Indianer interessiert, ließ er sich von dem Sachbuch Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses und einer wahren Begebenheit über einen Mann, der für eine Nachschublieferung zu einem Fort der US-Armee im Westen geschickt wird, inspirieren. 1986 empfahl ihm der befreundete Schauspieler Kevin Costner, einen Roman zu verfassen. Der in ärmlichen Verhältnissen lebende Blake schrieb den Roman binnen neun Monaten. Der befreundete Filmproduzent Jim Wilson half ihm dabei, einen Verlag zu finden. Noch bevor der Verlag Fawcett Books das Buch 1988 unter dem Titel Dances with Wolves und mit einer Erstauflage von 30.000 Exemplaren veröffentlichte, sicherte sich Costner die Filmrechte und beauftragte Blake damit, den Roman als Drehbuch zu adaptieren.Dances With Wolves – History, AFI Catalog of Feature Films, Webpräsenz des American Film Institute, abgerufen am 10. Januar 2019

Costner und Wilson arbeiteten mit 70.000 US$ Eigenkapital in ihrem neugegründeten Produktionsunternehmen Tig Productions fortan gemeinsam an der Verfilmung des Drehbuchs. Entsprechend Costners Aussage in einem Zeitschrifteninterview wollte er zunächst nicht selbst als Regisseur fungieren. Wegen der bezweifelten Erfolgsaussichten seines Projektes fand er allerdings keinen Regisseur.Sassan Niasseri: Der wilde, aber romantische Westen: „Der mit dem Wolf tanzt“, in: Rolling Stone vom 26. Dezember 2017, abgerufen am 8. September 2019 Zwei große Filmstudios wiesen das Projekt zunächst ab, weil ein Drittel der Dialoge in Lakota und mit englischen Untertiteln vorgesehen war.Geraldine Baum: MOVIES: Kevin Costner’s Dance With the Sioux: How the director and star achieved authenticity in his unusual film tribute to the Sioux, ‘Dances With Wolves’, in: Los Angeles Times vom 28. Oktober 1990, abgerufen am 1. September 2019 Hintergrund für die mangelnden Erfolgsaussichten war auch der Umstand, dass das Westerngenre wegen des großen Misserfolgs von Heaven’s Gate (1980) als unprofitabel galt.26. März 1991 – Sieben Oscars für „Der mit dem Wolf tanzt“, in: Webpräsenz des WDR vom 26. März 2016, abgerufen am 8. September 2019 Dann beteiligten sich der französisch-kanadische Filmproduzent Jake Eberts und der britische Produzent Guy East an dem Projekt, indem sie 1 Million US$ zur Verfügung stellten, um damit die Vorproduktion fortzusetzen. Zudem akquirierten sie 6,7 Millionen US$ von ausländischen Investoren.Produktionsbericht auf der Webpräsenz von Michael Blake, 8. September 2019 Der ursprünglich für den Vertrieb in den Vereinigten Staaten vorgesehene Verleih Island Pictures zog sich von dem Projekt zurück und wurde daraufhin durch die Orion Pictures Corporation ersetzt, die nach Beginn der Dreharbeiten 10,5 Millionen US$ in das Budget einbrachte. Unterschiedlichen Quellen zufolge betrug das Filmbudget zwischen 15 und 19 Millionen US$, zu dem Costner mit 2,5 bis 3 Millionen US$ einen hohen Anteil aus seinem eigenen Honorar beisteuerte, welches etwa 3 Millionen US$ betrug.

Vorproduktion