Die Prinzmetal-Angina (Synonyme: Variantangina, vasospastische Angina, Angina variansReinhard Larsen: Anästhesie und Intensivmedizin in Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. (1. Auflage 1986) 5. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg/New York u. a. 1999, ISBN 3-540-65024-5, S. 181 (dort unterteilt in zwei Gruppen: ohne bzw. mit hochgradig fixierter Obstruktion).), benannt nach ihrem Erstbeschreiber im Jahre 1959, Myron Prinzmetal (1908–1987),Ole Daniel Enersen: bei Who Named It? stellt eine Sonderform der Angina pectoris dar. Dabei wird eine vorübergehende Durchblutungsstörung (Ischämie) des Herzmuskels (Myokards) durch einen Krampf (Vasospasmus) eines oder mehrerer Herzkranzgefäße ausgelöst.

Die Dauer des damit verbundenen, meist heftigen Brust- und Herzschmerzes liegt zwischen Sekunden und Minuten. Diese Form der Angina pectoris tritt belastungsunabhängig auf, vor allem in den frühen Morgenstunden. Als schlimmste Folge kann bei längerandauernder Ischämie ein Herzinfarkt ausgelöst werden.Netters Innere Medizin. 2., vollständig überarbeitete und aktualisierte Ausgabe. Georg Thieme Verlag, 2014, S. 36.

Diagnostisch sind reversible ST-Hebungen im EKG bei fehlendem Troponin- und CK-Anstieg wegweisend. Die Behandlung erfolgt mit Nitraten und Calciumantagonisten. Kontraindiziert sind Betablocker. Die Krankheit manifestiert sich vor allem im 3.–4. Lebensjahrzehnt. Gefährdet sind vor allem starke Raucher und wie bei der von Reindell und Klepzig beschriebenen Angina pectoris vasomotoricaHerbert Reindell, Helmut Klepzig: Krankheiten des Herzens und der Gefäße. In: Ludwig Heilmeyer (Hrsg.): Lehrbuch der Inneren Medizin. Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 450–598, hier: S. 554 f. jüngere Menschen (Frauen sind ebenso häufig betroffen wie Männer).

Literatur

Weblinks Prinzmetal-Angina bei emedicine.com

Einzelnachweise

Kategorie:Krankheitsbild in der Kardiologie