Carlos Manuel Brito Leal Queiroz (* 1. März 1953 in Nampula, Mosambik) ist ein mosambikanisch-portugiesischer Fußballtrainer. Er gewann mehrere Auszeichnungen als Jugendtrainer und gilt als Entdecker der portugiesischen „Goldenen Generation“ der 1990er Jahre, zu der Spieler wie Luís Figo und Rui Costa gehörten. Er führte die portugiesische U-20-Fußballnationalmannschaft 1989 und 1991 zu zwei Weltmeistertiteln.
Werdegang Queiroz war in seiner Jugend Torhüter bei Ferroviário Nampula in der damaligen portugiesischen Kolonie Mosambik. Er siedelte zur Zeit der Unabhängigkeitserklärung Mosambiks nach Portugal um.
Mit Queiroz als Trainer qualifizierte sich die südafrikanische Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft 2002. Queiroz trat vor dem Turnier zurück – aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Sportdirektor Jomo Sono. Er ging zu Manchester United als Co-Trainer von Sir Alex Ferguson und gewann in der Saison 2002/03 den englischen Meistertitel. Der Erfolg führte zum Interesse von Real Madrid, die ihren Coach Vicente del Bosque mit Queiroz Anfang der Saison 2003 ersetzten. Nach bereits 10 Monaten wurde er bei Real freigestellt und kehrte im Juli 2004 zurück zu Manchester United, wo er wieder einen Vertrag als Co-Trainer erhielt.
Im Juli 2008 wechselte er als Nachfolger des Brasilianers Luiz Felipe Scolari, der das Traineramt beim englischen Spitzenklub FC Chelsea übernahm, als Trainer der portugiesischen Nationalelf zurück nach Portugal.„Carlos Queiroz beerbt Scolari“ – Artikel auf kicker.de (abgerufen am 11. Juli 2008) Nach der erfolgreichen Zeit unter Scolari führte Queiroz die Nationalelf zur WM 2010. Wegen Beschimpfungen von Offiziellen während Dopingkontrollen vor der Weltmeisterschaft wurde Queiroz zunächst von der Anti-Doping-Agentur für sechs Monate gesperrt. Der portugiesische Fußballverband FPF zog hieraus Konsequenzen und entließ den Trainer am 9. September 2010 aus seinen PflichtenVerband entlässt Queiroz.
Am 4. April 2011 unterschrieb er einen Dreieinhalbjahresvertrag als Trainer des Irans. Nach der historischen Niederlage am 11. September 2012 gegen den Libanon während der WM-Qualifikation in Beirut geriet er in Kritik. Er konterte und warf dem AFC vor, nicht nach internationalen Standards zu arbeiten. Bereits im nächsten Spiel schlug seine Mannschaft den Hauptkonkurrenten Südkorea und qualifizierte sich schließlich als Gruppensieger direkt für die WM-Endrunde. (abgerufen am 25. Oktober 2012) Am 19. Juni 2014 gab er bekannt, nach der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien den Iranischen Fußballverband zu verlassen.Kicker online: WM-Splitter: Queiroz hört auf - Hazard übt sich in Demut vom 19. Juni 2014 Zu einer Kehrtwende kam es Mitte September 2014. Plötzlich fanden beide Seiten eine finanzielle Basis, um die Zusammenarbeit doch fortführen zu können. Queiroz nahm das nachgebesserte Angebot des Verbandes an und verlängerte seinen Vertrag bis zur WM 2018.reuters.com: , abgerufen am 11. Oktober 2019 2017 führte er die Nationalmannschaft zum zweiten Mal zu einer WM-Endrunde, nachdem die Asien-Gruppe A gewonnen wurde.reuters.com: Queiroz to quit as Iran coach after World Cup (24. Mai 2018), abgerufen am 11. Oktober 2019
Am 7. Februar 2019 wurde er in Bogotá als Verantwortlicher für die kolumbianische Fußballnationalmannschaft vom nationalen Verband vorgestellt. Nach verpatztem Start in die Qualifikation für die WM 2022 wurde er Anfang Dezember 2020 entlassen.sport1.de: Kolumbien wirft Trainer raus Es folgten Stationen als Nationaltrainer Ägyptens, Katars und des Omans.
Im April 2026 wurde er als Nachfolger von Otto Addo Cheftrainer der Ghanaischen Fußballnationalmannschaft und betreut die Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026.
Erfolge U-20-Weltmeisterschaft Weltmeister: 1989, 1991 U-19-Europameisterschaft Vize-Europameister: 1988, 1990 U-17-Europameisterschaft Europameister: 1989 Vize-Europameister: 1988 Sporting Lissabon Portugiesischer Pokalsieger: 1995 Portugiesischer Supercupsieger: 1995 Nagoya Grampus Eight Japanischer Supercupsieger: 1996 Real Madrid Spanischer Supercupsieger: 2003
Weblinks
Einzelnachweise
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