Bunkyō (jap. , ) ist einer der 23 („Spezial-/Sonder-“)Bezirke der japanischen Präfektur Tokio. Bunkyō befindet sich in der Mitte Tokios und ist ein Wohngebiet und Standort vieler wichtiger Bildungseinrichtungen. Beginnend mit der Meiji-Zeit haben Literaten wie Natsume Sōseki, Gelehrte und Politiker hier gelebt.

Geographie Bunkyō ist in folgende Stadtviertel unterteilt:

Siehe auch Liste der Stadtteile des Tokioter Bezirks Bunkyō

Geschichte Der Stadtbezirk entstand am 15. März 1947 aus den alten Stadtbezirken Hongō und Koishikawa der Stadt Tōkyō. Der Name spielt dabei auf die Phrase bunkyō no fu () für „Zentrum der Bildung, Sitz der Bildung“ an, wobei statt des Schriftzeichens das gleichlautende Kanji für Hauptstadt , das auch im Namen von Tokio vorkommt, verwendet wurde.

Sehenswürdigkeiten und bedeutende Einrichtungen mini|hochkant|links|Kathedrale St. Marien Gokoku-ji (Tempel) Denzu-in (Tempel) Harimasaka-Sakura-Kolonnade Kōdōkan-Judoinstitut Koishikawa Botanischer Garten Koishikawa Kōrakuen Tokyo Dome City Nezu-Schrein Rikugi-en (Park) Kathedrale St. Marien Universität Tokio Tokyo Dome Tōyō-Universität Yanaka-Friedhof Yayoi-Museum Yushima Tenman-gū (Schrein) Yushima Seidō (Tempel)

Verkehr Bunkyō ist an die Shuto-Autobahn Nr. 5 (Ikebukuro-Linie) der Stadtautobahn Tokio, die Nationalstraße 17 nach Chūō oder Niigata und die Nationalstraße 254 nach Matsumoto angeschlossen.

Mit der Tōkyō Metro besteht der Anschluss an mehrere Linien. Mit der Marunouchi-Linie von Shin-Ōtsuka, Myōgadani, Kōrakuen, Hongō-Sanchōme oder Ochanomizu nach Suginami oder Ikebukuro, mit der Namboku-Linie von Kōrakuen, Tōdai-mae oder Honkomagome nach Meguro oder Kita, mit der Yūrakuchō-Linie von Gokokuji oder Edogawabashi nach Wakō oder Kōtō sowie mit der Chiyoda-Linie von Sendagi, Nezu oder Yushima nach Shibuya oder Adachi.

Zudem kann man mit der Mita-Linie der Toei von Sengoku, Hakusan, Kasuga oder Suidōbashi nach Meguro oder Itabashi und mit der Ōedo-Linie von Iidabashi, Kasuga, oder Hongō Sanchōme nach Shinjuku oder Nerima.

Wirtschaft Die Verlags- und Druckindustrie sowie führende Gesundheitseinrichtungen sind wichtige Wirtschaftsfaktoren in Bunkyo. In Bunkyo befinden sich mehrere große Krankenhäuser. Außerdem stehen hier der Tokyo Dome, der Kōdōkan und die Universität Tokio. In der neueren Zeit gewann auch die IT-Branche an Bedeutung.

Universitäten und Colleges Öffentliche mini|Akamon ist das berühmte Tor der Universität Tokio Ochanomizu-Frauenuniversität Universität Tsukuba, Ōtsuka-Campus Universität Tokio Hongō-Campus Medizinische und Zahnmedizinische Universität Tokyo

Private mini|Hosuinomori in der Toyo-Universität Atomi-Universität Juntendo-Universität Takushoku-Universität Chuo-University Fakultät für Ingenieurwesen Christliche Frauenuniversität Tokyo Tōyō-Universität Nippon Medical School Japanische Frauenuniversität Bunkyo-Gakuin-Universität und Bunkyo-Gakuin-College International College for Postgraduate Buddhist Studies

Politik

mini|Bunkyō Civic Center

Bezirksbürgermeister und -parlament werden beide bei einheitlichen Regionalwahlen gewählt. Bei den letzten Wahlen 2023 wurde der seit 2007 amtierende Bürgermeister Hironobu Narisawa mit 56,3 % der Stimmen gegen die ehemalige Bezirksparlamentsabgeordnete Keiko Ebisawa (43,7 %) für eine fünfte Amtszeit wiedergewählt. Für die 34 Sitze im Parlament bewarben sich 2023 nur noch 43 Kandidaten.

Bunkyō bildet einen Zweimandatswahlkreis für das Präfekturparlament. Bei der letzten Wahl 2021 gingen die beiden Sitze an Tomin First no Kai und KPJ.

Für das Unterhaus des nationalen Parlaments bildet Bunkyō – nach der Unterhauswahl 1892 für über ein Jahrhundert die politische Heimat der Hatoyama-Familie, die heute aber die Wahlkreise Tokio 2 und Fukuoka 6 bestreitet – seit 2024 zusammen mit Toshima Teil den 10. Wahlkreis Tokio. Bei der Wahl 2024 verteidigte diesen Hayato Suzuki knapp für die LDP gegen Yōsuke Suzuki (KDP), der einen Verhältniswahlsitz gewann.

Söhne und Töchter der Stadt Ryōsei Akazawa (* 1960), Politiker Megu Hamada (* 2000), Fußballspielerin Yukio Hatoyama (* 1947), 93. Premierminister von Japan Shin’ichi Hoshi (1926–1997), Autor Tanrō Ishida (* 1987), Schauspieler Yuriko Miyamoto (1899–1951), Schriftstellerin Hayao Miyazaki (* 1941), Animator und Regisseur Shunsuke Motegi (* 1996), Fußballspieler Atsumu Ōmura (* 1942), Klimatologe Nagai Kafū (1879–1959), Autor Takashi Sasagawa (* 1935), Politiker Asahina Shōjirō (1913–2010), Insektenkundler Iizuka Shōkansai (1919–2004), Kunsthandwerker und Lebender Nationalschatz Keiko Tōyama, Pianistin Matsudaira Yoritsune (1907–2001), Komponist Banana Yoshimoto (* 1964), Schriftstellerin

Berühmte Einwohner Akiko Dōmoto (* 1932), Politikerin, Gouverneurin der Präfektur Chiba Nakamura Kanzaburo XVIII., Kabuki-Schauspieler Miki Takahashi, Seiyū Tōru Takemitsu (1930–1996), Komponist

Städtepartnerschaften Kaiserslautern (seit 1988)

Angrenzende Städte und Gemeinden Tokio: Bezirke Chiyoda, Shinjuku, Taitō, Kita, Arakawa, Toshima

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Stadtbezirk von Tokio