Die Klippenland-Chroniken (englischer Originaltitel: The Edge Chronicles) ist eine Fantasy-Jugendromanreihe des britischen Autors Paul Stewart und des Illustrators Chris Riddell. Der erste Band der Chronik wurde 1998 im Vereinigten Königreich von dem Verlag Doubleday veröffentlicht. Die deutsche Erstausgabe, übersetzt von Wolfram Ströle, erschien 2001vgl.: Angaben im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek im Verlag Sauerländer. Die Erscheinungsreihenfolge der Bände weicht von der chronologischen Handlungsreihenfolge ab.
Gliederung der Buchreihe
Die Reihe besteht aus dreizehn Büchern. Diese teilen sich in vier Trilogien auf, die nach den jeweiligen Hauptfiguren benannt sind, und einem Einzel-Band nach der dritten Trilogie. Hinzu kommen vier an die neuesten Bücher angeschlossene Kurzgeschichten und ein e-bookvgl.: Angaben auf der offiziellen Webseite (englisch), abgerufen am 18. Oktober 2024. Die Handlung beginnt mit einer Erzählung in Band 9½ der Reihe (Die verschwundenen Schriftrollen), die unmittelbar vor dem ersten Band der Quint-Trilogie spielt und diese ergänzt, und endet mit dem 13. Band (The Descenders).
Die Quint-Trilogie besteht aus den Bänden Twig – Fluch über Sanktaphrax, Quint und die Eisritter und Quint und der Kampf der Himmelsgaleonen. Diese sind als 4., 8. und 9. Band der Klippenland-Chroniken erschienen. Ergänzt wird die Trilogie durch die Erzählung Wolkenwolf, die in Band 9½ Die verschwundenen Schriftrollen enthalten ist. Diese ist chronologisch vor dem ersten Band der Trilogie einzuordnen. Die ebenfalls in Band 9½ enthaltene Erzählung Die Steinpilotin spielt zwischen dem 2. und 3. Band der Quint-Trilogie. Den Übergang zur folgenden Trilogie bildet die nicht ins Deutsche übersetzte Geschichte The Sky Chart.
Fortgesetzt wird die Reihe von der Twig-Trilogie. Diese besteht aus den Bänden Twig im Dunkelwald, Twig bei den Himmelspiraten und Twig im Auge des Sturms, die als 1., 2. und 3. Band der Klippenland-Chroniken erschienen sind.
Als loses Bindeglied zwischen dieser und der folgenden Trilogie fungiert die Erzählung Die Suche des Schlächtermädchens, die in Band 9½ Die verschwundenen Schriftrollen enthalten ist.
Die Rook-Trilogie setzt die Chroniken fort. Sie besteht aus den Bänden Rook und Twig, der letzte Himmelspirat, Rook und der schwarze Mahlstrom und Rook in den freien Tälern.
Der Band 9½ Die verschwundenen Schriftrollen enthält neben den drei oben genannten Erzählungen, welche Handlungslücken in den Trilogien schließen und diese miteinander verbinden, eine vierte Erzählung, die nach den Ereignissen der drei Trilogien spielt: Die Bluttaufe des Rufus Zirbelstock. Diese Erzählung markiert den Übergang zu einem neuen Zeitalter, das die zeitliche Kulisse für den letzten Band der Reihe Das Buch der unsterblichen Helden ist.
Weitere Bände wurden bisher nur in englischer Sprache veröffentlicht. Chronologisch ist nach dem Band Das Buch der unsterblichen Helden der Band The Nameless One im Februar 2014 im Vereinigten Königreich erschienen. Dieser stellt das erste Buch der Cade-Trilogie dar. The Nameless One wurde 2015 mit dem Band Doombringer fortgesetzt. Der dritte Teil The Descenders ist 2019 erschienen.
Inhaltsangabe
Die Chroniken erzählen Geschichten aus dem Klippenland, das aus sieben unterschiedlichen Landesteilen besteht. Diese unterliegen im Laufe der sich über mehrere Jahrhunderte hinziehenden Handlung einem ständigen Wandel. Unterhalb der Klippe liegt Groundrise. Von dort trägt ein Sturm Gleißer genannte Sporen in die Tiefe des Landes, ohne die es im Klippenland kein Leben gäbe. Direkt an der Klippe ist der Steingarten, in dem fliegende Steine wachsen. Diesem folgen der Ort Unterstadt und das schwebende Sanktaphrax. In den angrenzenden Modersümpfen und im Dämmerwald ist kaum Leben möglich, doch in dem sich anschließenden Dunkelwald sprießt das Leben. Von hier entstammen die meisten Bewohner im Klippenland. Am Rand ist der Nachtwald mit dem Quellgrund, in dem der Klippenfluss entspringt, der durch alle Landesteile fließt und letztlich die Klippe hinabstürzt.
Das erste Flugzeitalter
Die Erzählung um das Klippenland setzt am Ende des ersten Flugzeitalters an. Eine fortgeschrittene Zivilisation gibt es nur am Rand der Klippe in Unterstadt und auf dem die Universitäten beherbergenden, fliegenden Felsen Sanktaphrax. Es herrscht ein fragiles Gleichgewicht der Macht zwischen den Händlern von Unterstadt, den Bewohnern von Sanktaphrax und den Himmelspiraten. Insbesondere die Händler und die Piraten wetteifern um die Handelsrouten, die den notwendigen Nachschub an Rohstoffen aus dem Dunkelwald in die zivilisierten Gebiete bringen. Die Gründung der Freien Täler im Dunkelwald bedeutet die Entstehung erster größerer Orte in dem ansonsten wilden Waldgebiet. Das erste Flugzeitalter nähert sich seinem Ende, als eine Steinkrankheit die fliegenden Steine zerstört und damit die Luftfahrt unmöglich macht.
Quintinius Verginix
Wolkenwolf Quint und sein Vater Windschakal, ein bekannter Himmelspirat, kämpfen in der Schlacht des großen Himmelswals für die Armada der Himmelspiraten. Der Liga-Hochmeister Marl Mankroyd will die Himmelspiraten besiegen. Quint hat mit Schwierigkeiten an Bord des Himmelwals zu kämpfen, aber er bewährt sich in der Schlacht und erhält von seinem Vater seinen zukünftigen Namen „Wolkenwolf“.
Twig – Fluch über Sanktaphrax Quint wird von seinem Vater als Geselle in die Obhut von dessen Vertrauten, dem Allerhöchsten Akademiker, Linius Pallitax, gegeben. Quint, der in der fliegenden Stadt der Akademiker fremd ist, muss sich erst mit den Eigenheiten der Stadt und deren Bewohnern vertraut machen. Maris, die Tochter des Allerhöchsten Akademikers, ist ihm dabei keine Hilfe, denn sie macht aus ihrer Abneigung gegenüber Quint keinen Hehl. Spätestens als Linius Pallitax Quint darum bittet, ihn mit dem sogenannten Tiefflugkäfig ins Innere des Fliegenden Felsens von Sanktaphrax zu bringen, ahnt Quint, dass der Akademiker etwas im Schilde führt und es allen verheimlicht. Die Tatsache, dass der Akademiker erst nach mehreren Stunden und dann auch noch blutverschmiert das Innere des Felsens verlässt, verstärkt Quints Ahnung. Als er Linius zum zweiten Mal ins Innere bringt, folgt ihm Quint, verirrt sich jedoch im Labyrinth aus Tunneln und Schächten und findet nur mit Mühe wieder heraus.
Maris, die von Quints Beobachtung erfährt, ändert schnell ihre Einstellung zu Quint, denn ihr sind die Veränderungen an ihrem Vater auch schon aufgefallen. Gemeinsam wollen sie hinter sein Geheimnis kommen und begeben sich ins Innere von Sanktaphrax, in den sogenannten Wabenstein. Doch sie finden sich nicht in dem Wabengewirr zurecht und können sich nur mit Hilfe des Erdwissenschaftlers und Freundes von Linius Bungus Septrill, von dessen Wissenschaftsgebiet die arroganten Himmelswissenschaftler Sanktaphrax’ nichts wissen wollen, aus ihm befreien und einem gefährlichen Raubgleißer entkommen. Dabei werden Maris und Bungus von Quint getrennt und verlassen schließlich den Wabenstein. Quint dagegen entdeckt im Innern des Felsens das Geheimnis des Allerhöchsten Akademikers: ein lange aufgegebenes Labor. In diesem Raum hält er ein armes, kleines, schwaches Wesen gefangen.
Währenddessen beichtet Linius Maris und Bungus, dass er im alten Labor, wie das geheime Labor heißt, ein furchtbares Wesen erschaffen habe – den Dämon Schleimschmeichler. Das Mädchen und der Erdwissenschaftler begeben sich zurück in den Wabenstein, um Quint daran zu hindern, das vermeintlich harmlose Geschöpf freizulassen. Im Wabenstein wird Maris vom Raubgleißer angegriffen und Bungus rettet sie unter Hingabe seines Lebens. Indessen hintergeht der Schleimschmeichler Quint, der dabei verletzt wird. Das fürchterlichste Wesen, das sich die Bewohner des Klippenlandes vorstellen können, kommt dadurch frei: Es verbreitet nur Lügen. Befriedigung bringen ihm einzig die Leiden und Schmerzen anderer. Linius hatte es in dem alten Labor mit Hilfe eines mächtigen Blitzes und eines der kleinen harmlosen Gleißer zum Leben erweckt und dabei den gleichen Fehler gemacht wie einer der alten Wissenschaftler, der den Raubgleißer erschuf und darauf das Labor verließ und es wegen der ständigen Verschiebungen der Tunnel innerhalb des Wabensteins vergeblich hinter Felsen verbarg.
Quint gelingt es, den Schleimschmeichler aus Sanktaphrax zu vertreiben – jedoch nicht ohne dass dieser den Schattenpalast in Brand steckt, was der Allerhöchste Akademiker selbst nur dank seines treuen Dieners, des Spindelkäfers Zwiesel, überlebt. Der Schleimschmeichler schwört Quint und seiner Familie Rache.
Quint und die Eisritter Als Linius Pallitax nach längerer Leidenszeit doch noch seinen im Labor und durch den Brand erlittenen Verletzungen erliegt, muss Maris zu einem Verwandten in die Unterstadt ziehen. Dieser hält sie mehr oder weniger gefangen. Quint dagegen wird in die Ritterakademie aufgenommen.
Ein langer und ungewöhnlich kalter Winter bricht an, sodass Sanktaphrax zu großen Auftrieb bekommt und die Ankerkette zu reißen droht. Hax Vostillix, der Rektor des Instituts für Wolkenkunde, gibt den Erdwissenschaftlern und allen mit ihnen sympathisierenden Professoren die Schuld daran. Durch geschicktes Taktieren wird er so zum einflussreichsten Akademiker auf Sanktaphrax. Er schickt ungewöhnlich viele Ritter auf Sturmjagd, um Sturmphrax zu finden und den Felsen damit zu beschweren. Allerdings schafft es keiner der ausgesendeten Ritter, Sturmphrax zu erbeuten – die meisten kommen sogar bei dem Versuch ums Leben.
Als Vostillix ermordet wird, versuchen die „Torwächter“ mit Gewalt die Kontrolle über Sanktaphrax zu erlangen. Nur mit viel Mühe und Glück kann dies verhindert werden. Maris kann ihrem Verwandten in Unterstadt entkommen und nach Sanktaphrax fliehen.
Quint und seine Freunde bekommen von einem der durch Vostillix entmachteten Professoren den Hinweis, wie der ungewöhnlich lange Winter beendet werden und damit Sanktaphrax gerettet werden könnte. Denn die Versuche von Linius Pallitax im alten Labor haben den Aufzeichnungen auf einer alten Rindenrolle folgend eine Veränderung des Klimas bewirkt.
Unter dem Namen Eisritter segeln die Freunde mit einem Himmelsschiff über den Rand der Klippe hinaus und finden ein gestrandetes, riesiges Wesen, das die Kälte erzeugt. Unter Einsatz von Sturmphrax gelingt die Heilung des Ungetüms, das daraufhin in die Weite verschwindet. Die Wärme kehrt ins Klippenland zurück. Um das Ansehen von Linius Pallitax nicht zu schädigen, müssen die Freunde ihre Rettungstag verschweigen.
Windschakal kehrt nach Sanktaphrax zurück und nimmt Quint und Maris mit auf sein Schiff.
Die Steinpilotin Die junge Höhlenfurie Maugin verpasst ihre Bluttaufe durch ihre Entführung von Sklavenhändlern und wird so nie zu einer erwachsenen Furie. Auf dem Sklavenmarkt wird sie von dem jungen Quint befreit und entdeckt auf dem Himmelschiff von Quints Vater Windschakal ihre Bestimmung als Steinpilotin.
Quint und der Kampf der Himmelsgaleonen Gerüchten zufolge ist Turbot Schmierz, der ehemalige Quartiermeister Windschakals, noch am Leben. Da er für den Tod seiner Familie verantwortlich ist, sinnt Windschakal nach Rache und begibt sich auf die Jagd nach seinem Feind. Auf der Suche nach Schmierz setzen sich Quint und sein Vater vielen Gefahren aus und durchforsten fast das gesamte Klippenland. Obwohl offensichtlich ist, dass ihnen Schmierz immer wieder tödliche Fallen stellt, verbeißt sich Windschakal immer mehr in die Suche.