Kampala [; , engl. ] ist die Hauptstadt von Uganda mit etwa 1,8 Millionen Einwohnern und gleichzeitig eine der 127 Verwaltungseinheiten auf Distriktebene von Uganda. Sie liegt einige Kilometer vom Victoriasee entfernt.

Geschichte Der Name „Kampala“ leitet sich von Kasozi K’Empala her, was „Hügel der Antilopen“ in der Luganda-Sprache bedeutet.

Kampala wuchs um ein Fort herum, das von Frederick Lugard 1890 für die British East Africa Company gebaut worden war. Der zentrale Nakasero-Hügel in Kampala soll zur Zeit der Stadtgründung von domestizierten Impala-Antilopen beweidet worden sein, die im Besitz des Königs von Buganda standen. Von 1900 bis 1905 war der Ort Hauptstadt des britischen Protektorats Uganda.

Seit 1953 ist die Stadt Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Kampala, das bis 1962 den Namen Erzbistum Rubaga trug und auf das 1880 errichtete Apostolische Vikariat von Nyanza zurückging. Hauptkirche ist die Kathedrale St Mary’s, auch Rubaga-Kathedrale genannt.

1962 löste Kampala Entebbe als nationale Hauptstadt ab. Große Teile der Stadt wurden nach dem Sturz des Diktators Idi Amin im Jahr 1979 und in dem nachfolgenden Bürgerkrieg zerstört, seither aber wieder aufgebaut.

Bevölkerung mini|Satellitenbild von Kampala mini|Das Haus der Andacht der Bahai mini|Gaddafi National-Moschee mini|Blick auf Kampala mini|Kampala Anfang der 1950er Jahre Kampala ist ursprünglich eine Siedlung der Luganda sprechenden Baganda, die noch immer einen großen Teil der Bevölkerung stellen. Daneben leben auch Mitglieder vieler anderer ugandischer Ethnien sowie Asiaten und Europäer in der afrikanischen Metropole.

Jahr Einwohner Zensus 1959 46.000 Zensus 1969 330.700 Zensus 1980 458.503 Zensus 1991 774.241 Zensus 2002 1.208.544 Schätzung 2005 1.353.236 Schätzung 2008 1.420.000 Zensus 2014 1.507.080Zensus 20241.797.722 In der Agglomeration von Kampala leben 2.843.000 Einwohner (Stand: 2017). Da die Bevölkerung Ugandas stark wächst und zudem eine Abwanderung in die Städte erfolgt, gehört Kampala zu den am rasantesten wachsenden Metropolen weltweit. Im Jahr 2050 wird mit einer Einwohnerzahl von 9,4 Millionen in der Agglomeration gerechnet. Für das Jahr 2100 liegt die Prognose sogar bei 40,1 Millionen. Auch wenn derart langfristige Prognosen mit starken Unsicherheiten belegt sind, verdeutlichen sie die enormen Herausforderungen, mit denen sich die Stadt aufgrund ihres extremen demographischen Wachstums in Zukunft konfrontiert sieht.

Kultur In Kampala haben die 1922 gegründete Makerere-Universität und die 1954 gegründete Technische Universität Kampala ihren Sitz.

Seit alters her ist Kampala ein Zentrum der christlichen Mission. Zwischen den Städten Kampala und Jinja findet eine alljährliche Marienpilgerfahrt statt, der sich regelmäßig bis zu 300 christliche Pilger anschließen.

An Sakralbauten existieren unter anderem die römisch-katholische Rubaga-Kathedrale und die anglikanische Namirembe-Kathedrale, die jeweils Sitz eines Bischofs sind, die islamische Kibuli-Moschee, Sikh- und Hindu-Tempel sowie das erste Haus der Andacht der Bahai in Afrika. Mit finanzieller Unterstützung des ehemaligen Staatsoberhauptes Libyens Muammar al-Gaddafi wurde die große Gaddafi National-Moschee errichtet, die besichtigt werden kann. Vom Minarett ist das Stadtzentrum gut zu überblicken.

Einige Kilometer außerhalb des Stadtzentrums von Kampala befinden sich die Kasubi Tombs, die Gräber der Könige von Buganda. Sie sind 2001 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen worden. Im März 2010 brannte die zentrale Grabstätte unter bisher ungeklärten Umständen ab. Damit verlor die Hauptstadt ihre wichtigste kulturhistorische Sehenswürdigkeit. Im Sommer 2023 waren die Renovationen erfolgreich abgeschlossen. Somit war das zentrale Bestattungsgebäude Muzibu Azaala Mpanga und das Haus des Wächters Bujjabukala wieder rekonstruiert, zudem wurde ein Brandbekämpfungssystem und die Ausbildung freiwilliger Feuerwehrleute aus der örtlichen Gemeinde installiert.UNESCO: Uganda’s Tombs of the Kings of Buganda at Kasubi removed from the List of World Heritage in Danger, 31. März 2026

Für das Jahr 2017 hat die ISESCO Kampala zur Hauptstadt der Islamischen Kultur der afrikanischen Region ernannt.

Wirtschaft Unter anderem werden in Kampala Möbel und Maschinenteile gefertigt. Landwirtschaftliche Exporte schließen Kaffee, Baumwolle, Tee und Zucker ein. Des Weiteren ist Kampala Sitz der East African Development Bank sowie der Uganda Communications Commission.

Auch die nationale Wertpapierbörse, die Börse von Uganda befindet sich hier.

Auf dem Nakasero-Hügel in zentraler Lage befindet sich heute ein Hotel der Sheraton-Kette inmitten der Jubilee Gardens, einem ausgedehnten Park.

Von der staatlichen Kiira Motors Corporation wird Afrikas erste Fabrik für elektrisch betriebene Autos und Busse am Standort Kampala gebaut. Das Werk sollte ab Juli 2021 seine Produktion von 5.000 Fahrzeugen pro Jahr aufnehmen.

In Kiteezi, etwa elf Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, befindet sich nach Eigenangabe die einzige Abfalldeponie der Stadt. Im August 2024 kam es dort nach Starkregen zu einer Rutschung, wobei mehrere anliegende Häuser verschüttet wurden. Dabei kamen 35 Menschen ums Leben.

Verkehr Der internationale Flughafen Ugandas, der Entebbe International Airport, befindet sich in der 35 km entfernten Stadt Entebbe. Er ist seit 2018 durch den Entebbe-Kampala-Expressway mit der Hauptstadt verbunden. Der wichtigste Hafen für die Stadt ist das etwa 10 km entfernte Port Bell. Mit der von den britischen Kolonialherren zwischen 1896 und 1931 errichteten Uganda-Bahn existiert eine Bahnverbindung vom 2024 wiedereröffneten Bahnhof Kampala in Richtung Nairobi und Mombasa und damit an den Indischen Ozean, weitere Bahnverbindungen nach Malaba, Kasese und Pakwach werden nur für den Güterverkehr genutzt.

Kampala besitzt ferner einen aktiven Busbahnhof.

Klima Das tropische Klima ist durch die Lage in der Nähe des Äquators ganzjährig ausgeglichen warm, aber aufgrund der Höhenlage nicht übermäßig heiß, jedoch dauerfeucht (Typ Af nach Köppen).

In Kampala gibt es im Durchschnitt an 290 Tagen im Jahr Gewitter – es ist damit das gewitterreichste Gebiet der Erde.Sir Ranulph Fiennes, Sebastian Junger, u. a.: Extreme der Erde, National Geographic Deutschland, Hamburg 2004, ISBN 3-936559-31-7, Seite 154

UN Kampala ist (Stand Juni 2010) Sitz von elf „UN Agencies“, also Agenturen verschiedener Organisationen oder Programme der Vereinten Nationen. In: United Nations Information Centre in Nairobi – Kenya, Uganda and The Seychelles

Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) Internationaler Währungsfonds (IMF) = IWF Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen – Kenya Country Office (UNICEF-Uganda) Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen (UNIFEM) Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) – Uganda Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS) Weltbank Welternährungsprogramm (WFP) Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Wegen des langjährigen Bürgerkrieges in Uganda sind einige dieser „Agencies“ eher Zweigstellen der UN in Nairobi; die UN hat eine Organisationseinheit „Kenya, Uganda and The Seychelles“.

Bürgermeister mini|Eingang des Ugandischen Parlaments 1950–1955 Amar Nath Maini 1955–1956 K. H. Dale 1956–1958 C. Lewis (Kampala) 1958–1959 C. E. Develin 1959–1961 S. W. Kulubya 1962 B. Saben 1963 P. I. Patel 1963–1965 P. N. Kavuma 1965–1968 W. Y. Nega 1968–1969 A G. Mehta 1969–1971 E. W. Nakibinge 1971–1982 George Franck Walusimbi Mpanga 1982–1986 Fred Ssemaganda 1987–1989 Joseph Wasswa Ziritwawula 1989–1997 Christopher Iga 1998 Haji Nasser Ntege Ssebagala 1999–2005 John Ssebaana Kizito 2006–2011 Haji Nasser Ntege Ssebagala 2011– Erias LukwagoErias Lukwago the new Kampala city mayor 2011-2016. In: asubaluku.wordpress.com, 15. März 2011Lukwago takes Kampala Mayor seat again. In: newvision.co.ug, 24. Februar 2016

Sport Kampala ist die Heimat mehrerer Fußballklubs. Darunter Kampala Capital City Authority FC, Express FC und Blue Bats Kampala.

Söhne und Töchter der Stadt

Politiker Rahim Jaffer (* 1971), kanadischer Politiker Rhoda Kalema (1929–2025), Politikerin Victoria Kawesa (* 1975), schwedische Politikerin Maria Kiwanuka (* 1955), Ökonomin, Politikerin und Managerin Zohran Mamdani (* 1991), US-amerikanischer Politiker Haji Nasser Ntege Ssebagala (1947–2020), mehrfacher Bürgermeister von Kampala

Sportler Evelyn Adiru (* 1964), Leichtathletin Iddi Batambuze (* 1972), Fußballspieler Dirk Beuchler (* 1971), deutscher Handballtrainer Herbert Bockhorn (* 1995), deutsch-ugandischer Fußballspieler Tenywa Bonseu (* 1976), Fußballspieler Cornelius Boza Edwards (* 1956), Boxer Elvis Bwomono (* 1998), Fußballspieler Elio Capradossi (* 1996), ugandisch-italienischer Fußballspieler Charles Kagimu (* 1998), Radrennfahrer Ayub Kalule (* 1954), Boxer Kennedy Katende (* 1985), schwedischer Boxer Brian Masaba (* 1991), Cricketspieler Joseph Mpande (* 1994), Fußballspieler John Mugabi (* 1960), Boxer Magid Musisi (1968–2005), Fußballspieler Sarah Nambawa (* 1985), Leichtathletin Savio Nsereko (* 1989), deutscher Fußballspieler David Obua (* 1984), Fußballspieler Peter Okhello (* 1972), Boxer Ibrahim Sekagya (* 1980), Fußballspieler Pione Sisto (* 1995), südsudanesisch-dänischer Fußballspieler Eugene Sseppuya (* 1983), Fußballspieler Mike Sserumagga (* 1989), Fußballspieler Brolin Mawejje (* 1992), US-amerikanisch-ugandischer Snowboarder

Weitere Azawi (* 1996), Afrobeats-Sängerin und Tänzerin Leilah Babirye (* 1985), Bildhauerin Jonathan Clayden (* 1968), britischer Chemiker Jaqee (* 1977), schwedisch-ugandische Sängerin Florence Kasumba (* 1976), deutsche Schauspielerin Danny Keogh (1948–2019), südafrikanischer Schauspieler Joseph Kizito (* 1967), römisch-katholischer Bischof von Aliwal Simon Kuper (* 1969), britischer Journalist Sarah Kyolaba (1955–2015), Tänzerin, Model, Friseurin sowie fünfte Ehefrau von Idi Amin und damit First Lady Ugandas (1975–1979) Phiona Mutesi (* 1996), Schachspielerin und Queen of Katwe Isaac Nabwana (* 1973), Regisseur und Begründer des Wakaliwood-Filmstudios Varsha Nair (* 1957), indische Künstlerin Gita Ramjee (1956–2020), südafrikanische Virologin und HIV-Forscherin Margaret Sekaggya (* 1949), Anwältin und Menschenrechtsaktivistin Sala Senkayi (* 20. Jh.), Biologin John Sentamu (* 1949), Erzbischof von York und Primas von England und damit nach dem Erzbischof von Canterbury der zweithöchste Würdenträger der Church of England Pilkington Ssengendo (* 1942), Maler Marcel Theroux (* 1969), britischer Dokumentarfilmer und Schriftsteller Philipp Wachsmann (* 1944), englischer Violinist Ayeta Anne Wangusa (* 1971), Autorin und Bürgerrechts-Aktivistin Dick Watling (* 1951), fidschianisch-britischer Ornithologe, Ökologe und Naturschützer

Weblinks

Kampala Stadtplan

Einzelnachweise

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