Der Flugplatz Hamburg-Finkenwerder ist ein Sonderlandeplatz im Südwesten von Hamburg und Teil des Werksgeländes der Airbus Operations GmbH in Hamburg-Finkenwerder an der Elbe. Er verfügt über eine Start- und Landebahn, auf der im Rahmen von Test- und Auslieferungsflügen sowie Materialtransporten und Werksflugverkehr werktäglich etwa 10 bis 15 Flugzeuge starten und landen.

Geschichte Werksflugplatz von HFB Der Flugplatz entstand 1954 ursprünglich als Werksflugplatz der damaligen Hamburger Flugzeugbau. Im Jahr 1964 startete von hier der dritte Prototyp der Transall C-160 seinen Erstflug.

Werksflugplatz von Airbus Der Flugplatz Hamburg-Finkenwerder ist als Werksflugplatz von Airbus der Ort des Erstfluges aller Airbus A318, A319, A321 und auch eines Teiles der A320, die in Hamburg endmontiert und an Kunden ausgeliefert werden. Airbus A380 fliegen seit 2007 den Flugplatz zum Zweck des Innenausbaus, der Lackierung und der Auslieferung an. Der Airbus Beluga, eine Frachtversion des Airbus A300 und sein Nachfolger der auf Basis des Airbus A330 entwickelte Airbus Beluga XL, liefern die größeren Flugzeug-Sektionen (Airbus-A320-Familie) bzw. holt sie ab (Airbus-A330-Familie und Airbus A350). Zu verschiedenen europäischen Airbus-Standorten verkehrten im Werksverkehr auch Passagierflugzeuge der Ostfriesische Lufttransport (OLT) des Typs Fokker 100, die ab November 2011 durch A319 der Fluggesellschaft Germania ersetzt und anschließend durch die britische Charterfluggesellschaft Titan Airways durchgeführt wurden., abgerufen am 2. Juli 2012 Seit 2019 wird diese Dienstleistung durch die spanische Fluggesellschaft Volotea erbracht.

Im April 2006 wurde mit der Verlängerung der Start- und Landebahn für die Frachtversion des A380, der A380F, begonnen. Die Bahn wurde dabei von 2684 m Länge nach Südwesten auf 3183 m verlängert. Am 16. Juli 2007 wurde die verlängerte Landebahn nach Abschluss der Bauarbeiten an Airbus übergeben.ReGe Hamburg Projekt-Realisierungsgesellschaft: . Damit wurde die Verlängerung der Landebahn etwa zwei Monate früher fertig als ursprünglich geplant. Bevor die Landebahnverlängerung beginnen konnte, waren gerichtliche Klagen von 184 Klägern abgewiesen worden, die sich wegen der Landverluste und der Lärmbelastung gegen den Ausbau der Landebahn gewandt hatten, so dass im März 2006 der Baustopp vollständig aufgehoben wurde und am 19. April 2006 der erste Spatenstich erfolgte.

Lage Das Airbus-Betriebsgelände liegt etwa 10 Kilometer Luftlinie westlich des Hamburger Stadtzentrums. Es gehört zum Stadtteil Finkenwerder und somit zum Bezirk Hamburg-Mitte. Ein Großteil des Werkes liegt auf der Aufschüttungsfläche im ehemaligen Mühlenberger Loch. Die Einflugschneise verläuft im Norden über die Hamburger Elbvororte und über die Elbe, im Süden über den Stadtteil Neuenfelde.

Verkehrsanbindung Zur Bushaltestelle des HVV Airbus fahren die Linien X46 von Harburg Rathaus, 146 vom Freizeitbad Midsommarland (über Harburg Rathaus), 150 vom Bahnhof Altona bzw. vom Estebogen, 350 vom Norderkirchenweg bzw. Seehofring (Nord), 450 vom Norderkirchenweg, 550 vom Fähranleger „Finkenwerder“ (Fährlinie 62, 64, 65 und 66) bzw. Im Fischbeker Heidbrook (Ost), 551 von Hohenwisch (Kirche) und 4714 aus Winsen (Luhe). Die Buslinie 4714 fährt anschließend auf das Airbusgelände und hält an ausgewählten Haltestellen des Airbusser Werksverkehrs (Airbus-Linie 1), so auch dem Schiffsanleger der Linie 68 (Haltestelle Haus 25 Schiffsanleger/Casino).

Die Fährlinie 68 der HADAG verkehrt an Werktagen morgens und nachmittags zwischen dem Fähranleger Teufelsbrück und dem Schiffanleger AIRBUS. Das Aussteigen ist nur für Beschäftigte des Werks gestattet. Zu ausgewählten Zeiten fährt eine verlängerte 62 von Finkenwerder weiter über Rüschpark zur Haltestelle Airbus und bereits von Airbus über Teufelsbrück nach Finkenwerder.

Der Flughafen ist über die Anschlussstelle Hamburg-Waltershof an die A7 angebunden.

Passagierflüge

Linienflüge werden nicht durchgeführt. Die einzigen Passagierflüge sind die des „Werkscharters“ nach Toulouse. Fluggesellschaft Flugnummer Ziel Flugzeugtyp Frequenz Volotea (für Airbus) – Toulouse A319 2× täglich

Flughafenfeuerwehr Die Flughafenfeuerwehr gehört zur Werkfeuerwehr der Airbus Operations GmbH. Sie ist auch für den Winterdienst auf dem Rollfeld zuständig. Die Fahrzeuge sind mit der Silhouette eines A380 beklebt. Neben dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug und dem Teleskopmast stehen auch ein Flugfeldlöschfahrzeug und drei Wechselladerfahrzeuge mit einem Abrollbehälter-Löschmittel zur Brandbekämpfung zur Verfügung.

Zwischenfälle Am 16. September 1959 stürzte eine Nord Noratlas 2501D der Luftwaffe mit dem Luftfahrzeugkennzeichen GC+106 (Werknummer: D062) während eines Werkstestfluges bei Oederquart ab, knapp 50 Kilometer vom Start- und Zielflugplatz Hamburg-Finkenwerder. Die vier Besatzungsmitglieder waren Angehörige von HFB Finkenwerder und kamen ums Leben.Unfallbericht Noratlas GC+106, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 6. Februar 2019. Am 31. Mai 1967 landete der Chefpilot der spanischen Chartergesellschaft Spantax mit einer Convair CV-990 auf der damals nur 1360 m langen Landebahn von Hamburg-Finkenwerder, weil er sie mit einer etwa 3000 m langen Landebahn des internationalen Flughafens Hamburg-Fuhlsbüttel verwechselt hatte. Er brachte die Maschine gerade noch vor dem Bahnende zum Stehen.

Weblinks

Airbus Finkenwerder: Führung über das Werksgelände

Einzelnachweise

Hamburg-Finkenwerder Finkenwerder Kategorie:Hamburger Hafen Kategorie:Hamburg-Finkenwerder Kategorie:Verkehrsbauwerk im Bezirk Hamburg-Mitte Hamburg-Finkenwerder Kategorie:Erbaut 1954