mini|Eduard V. und Richard of Shrewsbury: Die Prinzen im Tower; Romantisierendes Gemälde 400 Jahre später von Paul Delaroche mini|Die Ermordung der Söhne Eduards IV., Theodor Hildebrandt, 1835 Richard of Shrewsbury, 1. Duke of York and 1. Duke of Norfolk (* 17. August 1473 in Shrewsbury; † 1483?) war das sechste Kind und der zweitälteste Sohn von Eduard IV. und seiner Ehefrau Elizabeth Woodville. Er und sein älterer Bruder Eduard V. wurden nach dem Tod ihres Vaters und ihrem Verschwinden 1483 als die Prinzen im Tower bekannt.

Leben mini|Hochzeit der Kinder Anne Mowbray und Richard Duke of York, Schabkunstblatt 1821, William Say nach James Northcote mini|Wappen Richards of Shrewsbury Richard war der jüngere Bruder des Prince of Wales und späteren Königs Eduard V. und wurde 1474 mit dem Titel des Duke of York bedacht.F. Maurice Powicke and E. B. Fryde (Hrsg.): Handbook of British Chronology (= Royal Historical Society. Guides and handbooks. Vol. 2). 2nd Edition. Royal Historical Society, London 1961, S. 456. Bereits im Alter von vier Jahren, am 15. Januar 1478,F. Maurice Powicke and E. B. Fryde (Hrsg.): Handbook of British Chronology (= Royal Historical Society. Guides and handbooks. Vol. 2). 2nd Edition. Royal Historical Society, London 1961, S. 440. wurde er mit der fünfjährigen Anne Mowbray, der Erbin der Dukes of Norfolk, verheiratet, so dass sein Vater Eduard IV. nun über diese Erbschaft verfügen konnte. 1481 wurde Richard auch der Titel des Duke of Norfolk (mit dem nachgeordneten Titel Earl of Nottingham) verliehen, was zu erheblichen Missstimmungen bei Verwandten und somit möglichen anderen Erben der Mowbrays, insbesondere bei John Howard, führte. Im gleichen Jahr verstarb die junge Anne Mowbray und Richard wurde mit acht Jahren Witwer.

Nach dem Tod Eduards IV. am 9. April 1483 wurde Richards Bruder als Eduard V. König und Richard selbst Thronfolger. Allerdings kam es schnell zu Auseinandersetzungen zwischen der Familie Eduards V. und Richards Mutter, Elizabeth Woodville, und dem von Eduard IV. als Regent eingesetzten Onkel der beiden Jungen, Richard, Duke of Gloucester. Als Eduard V. in die Gewalt Gloucesters geriet, zog sich Elizabeth Woodville mit Richard und ihren Töchtern in das Kirchenasyl der Westminster Abbey zurück.Natalie Fryde, Hanna Vollrath: Die englischen Könige im Mittelalter. Von Wilhelm dem Eroberer bis Richard III. (= Beck’sche Reihe 1534). Beck, München 2004, ISBN 3-406-49463-3, S. 216.

Etwa zur gleichen Zeit wurde durch den Bischof von Bath und Wells, Robert Stillington, die Behauptung propagiert, die Ehe zwischen Eduard IV. und Elizabeth Woodville sei ungültig, da Eduard IV. zur Zeit seiner Hochzeit bereits verlobt gewesen sei.Natalie Fryde, Hanna Vollrath: Die englischen Könige im Mittelalter. Von Wilhelm dem Eroberer bis Richard III. (= Beck’sche Reihe 1534). Beck, München 2004, ISBN 3-406-49463-3, S. 218 Es gibt keinen Nachweis, dass Gloucester hinter diesem Gerücht steckte oder ob er nur zum Handeln genötigt war, da nun die Regentschaft eines illegitimen Königs drohte. Nach langwierigen Verhandlungen übergab Elizabeth Woodville auch ihren zweiten Sohn Richard in die Obhut ihres Schwagers.

Am 25. Juni 1483 wurde Gloucester als Richard III. zum König proklamiert, während Eduard V. und Richard im Tower festgesetzt wurden. Die vom Parlament erlassene Akte Titulus Regius deklarierte die Ehe Eduards IV. für ungültig und die Söhne für illegitim. Weiteres hierzu ist den Prinzen im Tower zu entnehmen. Beide starben vermutlich dort oder wurden ermordet.

Da die Leichen der beiden Jungen nie gefunden wurden, gab es zu Beginn der Tudorzeit immer wieder Hochstapler, die sich als einer der Söhne Eduards IV. ausgaben. Der bekannteste von ihnen war Perkin Warbeck, der 1490 behauptete, Richard of Shrewsbury zu sein, und unterstützt von zahlreichen Gegnern der Tudors fast ein Jahrzehnt lang die Krone Heinrichs VII. bedrohte.

Die später im Jahr 1674 gefundenen Kinderskelette sind den Prinzen nicht mit Bestimmtheit zuzuweisen. Siehe auch hierzu die Prinzen im Tower.

Vorfahren

Literatur Rosemary Horrox: Richard, duke of York and duke of Norfolk (1473–1483) Oxford Dictionary of National Biography, Oxford University Press, 2004 Alison Weir: The Princes in the Tower. Ballantine Books 2005. ISBN 0-345-39178-0 David Baldwin: The Lost Prince: The Survival of Richard of York. History Publishing Group, Sutton 2007, ISBN 978-0-7509-4336-9

Weblinks

Einzelnachweise

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