Die Persian Gulf Pro League () ist die höchste Spielklasse im iranischen Fußball. Sie wurde nach dem Beschluss des Iranischen Fußball-Bundes im Jahre 2000 zur Saison 2001/2002 unter dem Namen Iran Pro League (IPL) eingeführt. In der aktuellen Bewertung des AFC belegt sie den zweiten Rang und ist zudem die stärkste Liga in Westasien.

In der Persian Gulf Pro League werden im Ligasystem, bei dem jeder Verein in Hin- und Rückspielen gegen jeden anderen Verein antritt, der iranische Fußballmeister sowie die Teilnehmer der AFC Champions League ausgespielt. Die zwei letztplatzierten Mannschaften steigen in die Azadegan League ab, die seit der Spielzeit 2001/02 die zweithöchste Spielklasse im Iran bildet. Der Drittletztplatzierte muss in die Relegation gegen den Play-off-Sieger der Azadegan League.

Bis zum Jahr 2006 hieß die Liga Iran Pro League (IPL; ). Zur Saison 2006/07 wurde die Liga in Persian Gulf Cup (PGC) () umbenannt, ehe sie seit der Saison 2014/15 Persian Gulf Pro League heißt.

Modus und Ausrichtung Austragungsmodus Während eines Meisterschaftsjahres, das sich in eine Hin- und Rückrunde unterteilt, treffen alle 16 Vereine der Persian Gulf Pro League anhand eines vor der Saison festgelegten Spielplans zweimal aufeinander; je einmal im eigenen Stadion und einmal im Stadion des Gegners. Eine Saison mit ihren (derzeit) 30 Spieltagen erstreckt sich in der Regel von August bis April oder Mai. In Jahren, in denen eine Weltmeisterschaft stattfindet, endet die Spielzeit zum Teil bereits im April. Die Winterpause verläuft meistens im Januar. Findet jedoch der AFC Asian Cup im Winter statt, wird hier eine längere Winterpause vollzogen. Dadurch beginnt die Saison meistens etwas früher. Die einzelnen Spieltage werden meistens freitags (iranisches Wochenende) um 18:00 Uhr, jedoch auch donnerstags und zu anderen Anstoßzeiten angepfiffen. Teilweise finden auch Spiele am Dienstag und Mittwoch statt. Die Partien der letzten beiden Spieltage werden immer zeitgleich an zwei Freitagen ausgetragen.

Die Mannschaft, die nach der doppelten Punktrunde den ersten Platz belegt, ist iranischer Fußballmeister. Die zwei letztplatzierten Mannschaften müssen in die Azadegan League absteigen, die in zwei Gruppen unterteilt ist. Die beiden Erstplatzierten der Gruppen A und B steigen direkt auf und die beiden Zweitplatzierten treten im Play-off-Modus (Hin- und Rückspiel) gegeneinander an. Der Sieger aus der Play-off-Begegnung trifft im Hin- und Rückspiel auf den Drittletztplatzierten der Persian Gulf Pro League.

Nach jeder Partie erhält die siegreiche Mannschaft drei Punkte und die besiegte keinen Punkt, bei einem Unentschieden jede Mannschaft einen Punkt. Die erreichten Punkte einer Spielzeit werden addiert und ergeben so für jeden Spieltag eine aktuelle Rangliste der Vereine. Bei Punktgleichheit entscheidet die bessere Tordifferenz über die Reihenfolge der Platzierung, bei gleicher Differenz die Anzahl der erzielten Tore. Sollten danach zwei Mannschaften immer noch gleichplatziert sein, entscheidet das Gesamtergebnis aus den Partien gegeneinander, wobei die auswärts erzielten Tore stärker zählen. Falls auch die erzielten Auswärtstore in allen Spielen gleich sind, wird auf neutralem Platz ein Entscheidungsspiel ausgetragen. Dies war bisher in der Persian Gulf Pro League jedoch noch nie der Fall.

Der Modus der Liga ist seit der Erstaustragung 2001 nahezu unverändert. Es schwankte nur die Zahl der teilnehmenden Vereine (14, 16, 18), sowie die Anzahl der Abstiegsplätze (2 bis 4). Relegationsspiele zur Ermittlung von Auf- und Absteigern werden seit der Saison 2012/13 ausgetragen.

AFC-Ranking +WestasienRangVerbands-mitgliedPunkteStartplätzeGruppenphasePlay-offRunde 3Runde 2Runde 11908.4740002869.6240003848.9430104848.5620205693.381020 Wertung für die AFC Champions League 2014

Lizenzierung Zur Teilnahme an der Persian Gulf Pro League benötigt jede Mannschaft eine vom iranischen Fußballverband FFIRI vergebene Lizenz. Die Lizenz wird aufgrund sportlicher, rechtlicher, personell-administrativer, infrastruktureller und finanzieller Kriterien vergeben. Hierbei stehen die genannten Voraussetzungen gleichgewichtig nebeneinander, jedoch entscheidet sich die Vergabe einer Lizenz regelmäßig an den finanziellen Kriterien, welche die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Vereine sicherstellen sollen.

Geschichte Vor 1970 Vor den 1970er Jahren gab es im Iran nur regionale Ligen und Meisterschaften, bei denen sich Taj, das heutige Esteghlal und Shahin Teheran als die bedeutendsten Teams im Land etablieren konnten, da sie als Sieger der Teheraner Meisterschaft als nationale Meister betrachtet wurden. Weitere erfolgreiche Mannschaften in dieser Zeit waren PAS Teheran und Daraei FC. Persepolis konnte seine ersten Erfolge erst ab den 1970er Jahren erzielen. + Local League Saison Meister 1970/71 Taj 1971/72 Persepolis

Local League Anfang der 1970er Jahre gab es mit der Local League erstmals eine Liga, bei der auch Teams außerhalb Teherans teilnehmen konnten. Zu diesen gehörten u. a. die heute sehr beliebten Klubs Tractor Sazi aus Täbris und Sepahan aus Isfahan. Persepolis konnte in der Local League die erste seiner bis heute insgesamt 9 landesweiten Meisterschaften gewinnen und damit den Grundstein seiner erfolgreichen Historie legen.

+ Takht Jamshid Cup Saison Meister 1973/74 Persepolis 1974/75 Taj 1975/76 Persepolis 1976/77 PAS Teheran 1977/78 PAS Teheran

Takht Jamshid Cup Nachdem der Fußball im Iran zu Beginn der 1970er Jahre immer beliebter wurde, entschied sich der Verband für die Einführung einer nationalen Liga, welche nach dem Vorbild europäischer Ligen arbeiten sollte. 1973 erfolgte schließlich die Gründung des Takht Jamshid Cup, an dem Mannschaften aus dem gesamten Land teilnehmen konnten. Nachdem in den ersten beiden Saisons 12 Mannschaften teilnahmen, expandierte man die Liga ab der Saison 1975/76 auf 16 teilnehmende Klubs. Dominiert wurde die Liga jedoch weiterhin von den Hauptstadtvereinen.

Persepolis konnte in der ersten Saison 1973/74 und zwei Jahre später in der Spielzeit 1975/76 den Titel holen und sich endgültig als Spitzenteam des iranischen Fußballs festsetzen. Maßgeblichen Anteil hatten hierbei Spieler wie Ebrahim Ashtiani, Hossein Kalani, Homayoun Behzadi, Mahmoud Khordbin oder Ali Parvin, welcher bis heute als einer der erfolgreichsten Spieler in der Geschichte des iranischen Fußballs angesehen wird. Des Weiteren entwickelte sich hier auch die Rivalität zwischen Persepolis und Esteghlal, dem damaligen Taj, welche bis heute immer weiter gewachsen ist. Taj wurde einmal Meister des Takht Jamshid Cups und konnte zudem mit Spielern wie Hassan Rowshan und Nasser Hejazi zwei der besten iranischen Spieler dieser Zeit herausbringen. Die zwei anderen Titel gingen an PAS Teheran, welches erst 1992 wieder Meister werden konnte. Die Saison 1978/79 konnte wegen der Islamischen Revolution nicht beendet werden. Shahin FC war hier nach den bis dahin absolvierten 12 Spieltagen Tabellenführer.

Die Qualität der Liga spiegelte sich an den Erfolgen der Iranischen Fußballnationalmannschaft wider. Zu dieser Zeit gewann der Iran nach 1968 und 1972 zum dritten Mal den Asian Cup und konnte sich erstmals für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Der Takht Jamshid Cup bildete somit die Grundlage für die Goldene Generation des iranischen Fußballs.

1980er Jahre Aufgrund des Iran-Irak-Kriegs schwand das Interesse der Gesellschaft am Fußball. Der Takht Jamshid Cup wurde nicht weiter fortgeführt und bis zur Saison 1989/90 gab es keine nationale Liga mehr. Versuche, wieder eine nationale Liga einzuführen, scheiterten an mangelnder Unterstützung und den Geldproblemen fast aller Vereine. Der Meister der Teheran Provincial League wurde daher als iranischer Meister angesehen. Persepolis konnte zwischen 1980 und 1990 fünfmal den Titel der Tehran Provincial League holen (1979/80, 1982/83, 1986/87, 1987/88, 1988/89, 1989/90). In der Saison 1987/88 wurde die Liga zudem erstmals seit Kriegsbeginn wieder mit Teams außerhalb Teherans ergänzt. Die Liga trug in dieser Saison den Namen Shahrivar League. Persepolis' Erzrivale Esteghlal sicherte sich in den Spielzeiten 1983/84 und 1985/86 den Titel. + Qods League Saison Meister 1989/90 Esteghlal

Qods League Eine erste richtige landesweite Meisterschaft nach dem Takht Jamshid Cup wurde wieder 1989/1990 ausgespielt. Die teilnehmenden 22 Mannschaften waren in zwei Gruppen mit je 11 Teams unterteilt. Die Gruppenersten und Zweiten beider Gruppen qualifizierten sich für das Halbfinale. Einziger Sieger der Qods League war Esteghlal, welches sich im Finale gegen Persepolis mit 2:1 durchsetzen konnte. Durch den Sieg über Persepolis war Esteghlal in der darauffolgenden Spielzeit für die Asian Club Championship startberechtigt, der heutigen asiatischen Champions League und konnte den zweiten Titel nach 1970 einfahren. Nach der erstmaligen Austragung wurde allerdings beschlossen, die Qods League mit diesem Modus nicht weiter fortzuführen. Daher spielten die Klubs in der Saison 1990/91 wieder in den regionalen Ligen. Sieger der Tehran Provinicial League 1990/91 wurde Persepolis. + Azadegan League Saison Meister 1991/92 PAS Teheran 1992/93 PAS Teheran 1993/94 Saipa 1994/95 Saipa 1995/96 Persepolis 1996/97 Persepolis 1997/98 Esteghlal 1998/99 Persepolis 1999/00 Persepolis 2000/01 Esteghlal

Azadegan League Die Liga wurde zum Gedenken an die iranischen Kriegsgefangenen des Ersten Golfkriegs in Azadegan League umbenannt. Zwischen 1991 und 2001 wurde in ihr der iranische Meister ausgespielt, bei dem es sich jedoch immer um einen Klub aus oder in der direkten Nähe von Teheran handelte. In den ersten beiden Spielzeiten sicherte sich PAS Teheran den Titel, wobei der Spielmodus in den ersten beiden Jahren der Azadegan League unterschiedlich war. In der Saison 1991/92 spielten 12 Mannschaften in einer Liga durch Hin- und Rückspiele den iranischen Meister aus. Allerdings wurde die Liga für die Saison 1992/93 in zwei Gruppen mit je 8 Teams unterteilt. Nachdem man 1993/94 wieder in einer einheitlichen Liga mit 14 Mannschaften spielte und sich Saipa zum ersten Mal zum iranischen Meister krönen durfte, wurde die Liga für das Spieljahr 1994/95 erneut in zwei Gruppen unterteilt, dieses Mal in Gruppen mit je 12 Teams. Saipa konnte seinen Titel durch einen 1:0-Finalsieg gegen Esteghlal verteidigen. In den Spieljahren 1995/96, 1996/97, 1997/98 und 1998/99 wurde die Liga mit 16 Vereinen im klassischen Ligaformat ausgetragen. Persepolis erreichte 1995/96, 1996/97 und 1998/99 die Meisterschaft. Hauptstadtkonkurrent Esteghlal wurde in der Saison 1997/98 Meister der Liga. Auch die letzten beiden Jahre der Azadegan League wurden von den Hauptstadtvereinen dominiert. Persepolis wurde 1999/00 in der mit 14 Teams ausgetragenen Liga vor Esteghlal Meister, während sich Esteghlal ein Jahr später in einer 12er Liga vor Persepolis durchsetzen konnte.

Die Gründung einer professionellen Liga wurde 2001 vom iranischen Fußballverband beschlossen und sollte für eine höhere Qualität der Spieler sorgen. Die Azadegan League wurde nach der Gründung der Profi-Liga die zweite höchste Spielklasse des iranischen Ligensystems, welche seither in zwei Gruppen aufgeteilt ist. Des Weiteren sollte sich die Azadegan League auch immer stärker an den Profi-Statuten orientieren und letztlich auch eine Profi-Liga werden.

Iran Pro League