Der Westweg ist neben dem Mittelweg und dem Ostweg die älteste der drei Nord-Süd-Fernwanderstrecken durch den Schwarzwald. Er führt von Pforzheim nach Basel. Der zirka 285 Kilometer lange Höhenwanderweg wurde im Jahre 1900 als erster Fernwanderweg in DeutschlandDeutscher Wanderverband (Hrsg.): 125 Jahre Wandern und mehr. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2008, ISBN 978-3-86568-221-5, S. 10. angelegt und wird seither vom Schwarzwaldverein gepflegt und betreut. Sein Wegzeichen ist eine rote Raute auf weißem Grund.
Der Westweg ist Teil des Europäischen Fernwanderwegs E1 (Nordkap – Sizilien).
Streckenbeschreibung mini|Die Goldene Pforte Pforzheim – Eingang zum Westweg
Der Westweg beginnt in Pforzheim. Er führt zunächst durch das Enztal nach Dobel und danach durch weite Wälder mit Mooren zum Hohloh. Nach dem Abstieg ins Murgtal steigt der Weg wieder an bis zum höchsten Punkt des Nordschwarzwalds, der Hornisgrinde. Die weitere Strecke verläuft entlang der Schwarzwaldhochstraße bis zur Alexanderschanze und danach durch Wälder ins Kinzigtal nach Hausach. Nach steilem Anstieg berührt der Westweg von der Martinskapelle (Bregquelle) bis zur Kalten Herberge die Europäische Wasserscheide zwischen Rhein und Donau. In Titisee gabelt sich der Westweg in eine westliche und eine östliche Strecke. Die westliche Route (Variante A) verläuft über den Feldberggipfel, den Belchen und den Blauen nach Kandern und danach durch die Wolfsschlucht und das Tal der Wiese nach Basel. Die östliche Strecke (Variante B) zweigt südwärts zum zweithöchsten Schwarzwaldberg, dem Herzogenhorn, ab, geht über die Höhen zwischen Wehra- und Wiesental, führt nach der Hohen Möhr zum Dinkelberg, um bei Rheinfelden hinunter in das Rheintal und nach Basel zu gelangen.
Geschichte Der Westweg wurde im Jahre 1900 als Höhenweg von Pforzheim bis Basel vom Badischen Schwarzwaldverein durch Philipp Bussemer aus Baden-Baden und Julius Kaufmann aus Lahr angelegt. Überlegungen, einen durchgehenden Höhenwanderweg von Nord nach Süd durch den Schwarzwald zu schaffen, gingen bereits auf das Jahr 1894 zurück.
Der Westweg, der 1903 durch den vom Württembergischen Schwarzwaldverein betreuten Ostweg von Pforzheim nach Schaffhausen und den Mittelweg von Pforzheim nach Waldshut ergänzt wurde, wurde zum Vorbild für zahlreiche weitere Fernwanderwege.
Am 15. Dezember 2006 erhielt der Westweg vom Deutschen Wanderverband das Gütesiegel Qualitätsweg Wanderbares Deutschland.Beschreibung der Qualitätskriterien. wanderbares-deutschland.de, abgerufen am 18. September 2012 (PDF, 961 KB). Um dessen Kriterien zu entsprechen – unter anderem dürfen höchstens 20 Prozent der Strecke asphaltiert oder gepflastert sein – mussten im Vorfeld Teilstrecken des Westwegs verlegt oder naturnah zurückgebaut werden. Dabei wurde auch der Trennungspunkt zwischen der östlichen und der westlichen Variante von Bärental nach Titisee verlegt. Die alle drei Jahre notwendige Nachzertifizierung als Prädikatswanderweg erfolgte zuletzt im Januar 2022.schwarzwaldverein.de, abgerufen am 13. Juni 2023. (Stand: Juni 2023)
Der Westweg ist seit 2009 Gründungsmitglied des Marketing-Vereins Top Trails of Germany.
Verlauf + Übersicht über die Etappen des Westwegs Nr. Etappenstart Etappenziel Strecke(km) Gehzeit(h) 1. Pforzheim Dobel 24,7 6,5 2. Dobel Forbach 26 7 3. Forbach Unterstmatt 19,4 6,5 4. Unterstmatt Alexanderschanze 27,8 8 5. Alexanderschanze Auf der Hark 16,9 4,5 6. Auf der Hark Hausach 16,5 4 7. Hausach Wilhelmshöhe bei Schonach 21 6,5 8. Wilhelmshöhe bei Schonach Kalte Herberge 21 6 9.A Kalte Herberge Hinterzarten 26,5 6,5 10.A Hinterzarten Wiedener Eck 24,5 6 11.A Wiedener Eck Blauen (Hochblauen) 21 5,5 12.A Blauen (Hochblauen) Wollbach 16,5 4 13.A Wollbach Basel 19 5 9.B Kalte Herberge Bärental 26,5 7 10.B Bärental Hochkopfhaus 25,5 7 11.B Hochkopfhaus Hasel 18,5 5 12.B Hasel Degerfelden 23 5,5 13.B Degerfelden Basel 16,5 4
Tagestouren/Etappen Gemeinsame Etappen der Varianten A und B Erste Etappe: Pforzheim – Dobel Hauptvariante Übersicht Distanz: 24,7 km Gehzeit: ca. 6,5 Stunden Schwierigkeit: schwer Ort/Sehenswürdigkeit Strecke(km) Höhe(m ü. NHN) Weitere Informationen Pforzheim-Kupferhammer 0 260 Ausgangspunkt der drei Schwarzwaldhöhenwege Westweg (Pforzheim – Basel), Mittelweg (Pforzheim – Waldshut) und Ostweg (Pforzheim – Schaffhausen) Ruine Hoheneck 1,1 330 Dillweißenstein 1,2 265 Unterer Enzsteg 3,0 290 Abzweigung der Höhenvariante Grösselbachfurt 3,8 310 Schloss Neuenbürg 2,4 400 Marktplatz Neuenbürg 0,5 323 Buchberg, Abenteuerspielplatz 0,5 460 zu NeuenbürgZusammenkunft des Westwegs mit der jetzt Höhenvariante genannten ehemaligen Strecke (bis 2006) der ersten Etappe Schwanner Warte 3,6 490 Schwann ist ein Teilort von StraubenhardtSegelflugplatz Herzogswiesen 1,0 520 Dreimarkstein 4,0 675 Schutzhütte und Grillplatz Großer Volzemer Stein 1,2 700 Felsenmeer Dobel 2,4 710
Wegbeschreibung Der Westweg beginnt ebenso wie die beiden anderen Schwarzwaldhöhenwege Mittelweg und Ostweg beim Gasthaus Kupferhammer in der Nähe des Zusammenflusses von Würm und Nagold. Vom Hauptbahnhof Pforzheim bis zum Anfang der Wege ist die Strecke bereits ausgeschildert. Sie führt an der Kirche St. Michael entlang in die Fußgängerzone, über die Guernika-Brücke und vorbei am Kongresszentrum CCP zum Reuchlinhaus, das das Schmuckmuseum Pforzheim beherbergt. Danach geht es an der Nagold entlang zum Kupferhammer, dem eigentlichen Ausgangspunkt der Wanderung.
mini|Tornadostein mini|Schwanner Warte Vom Kupferhammer verläuft der Weg zunächst bergauf zur Ruine Hoheneck und von dort wieder bergab nach Dillweißenstein. Dort wird die Nagold überquert, und es geht am Friedhof vorbei weiter über das zum Pforzheimer Ortsteil Büchenbronn gehörende Arboretum zum Tornadostein, der an den Tornado über Pforzheim am 10. Juli 1968 erinnert. Von dort aus geht es zunächst eben weiter und dann hinab ins Enztal. Am Unteren Enzsteg trennt sich der heutige Westweg von der Höhenvariante, auf der der Weg bis zum Jahr 2006 verlief. Der Weg geht von dort aus enzaufwärts bis zur Grösselbachfurt, wo der Grösselbach über Trittsteine überquert wird. Dort liegt auch die nach einem ehemaligen Vorstand des Schwarzwaldvereins Neuenbürg benannte Eberhard-Essich-Hütte. Weiter entlang der Enz führt der Weg nach Neuenbürg und dort über die Hintere Schlosssteige vorbei am Wanderheim hinauf zum Schloss Neuenbürg. Über die Vordere Schlosssteige geht die Wanderung hinab in die Ortsmitte von Neuenbürg und von dort über die Hafnersteige und durch ein Stück Wald hinauf zum Wohngebiet Buchberg, wo die Höhenvariante wieder mit der Hauptvariante des Wegs zusammenkommt. Durch den Wald geht es weiter zum Ortsteil Schwann der Gemeinde Straubenhardt. Schwann wird nur am Ortsrand beim Schützenhaus berührt. Der Weg führt weiter zur Schwanner Warte, einem Aussichtspunkt mit Blick nach Norden in die Rheinebene. An der Schwanner Warte wird die Landesstraße 339 überquert. Von dort geht es weiter durch den Wald vorbei an den Herzogswiesen zum Dreimarkstein. Der Dreimarkstein hat seinen Namen, weil dort die Markungen der ehemaligen Gemeinden Dennach, das heute zum Neuenbürg gehört, und Conweiler, das heute zu Straubenhardt gehört, mit der Markung der Gemeinde Dobel zusammenkommen. Beim Dreimarkstein befinden sich eine Schutzhütte und ein Grillplatz. Der Weg überquert die Landesstraße 340 und führt über den Hüttwaldweg weiter zum Großen Volzemer Stein. Das Etappenziel Dobel wird, nachdem der Weg den Wald verlassen hat und zunächst über Wiesen führt, über die Neuenbürger Straße erreicht.
Höhenvariante Im Jahre 2006 wurde die erste Etappe des Westwegs verlegt. Die ehemalige Etappe ist als Höhenvariante weiter ausgeschildert. Ort/Sehenswürdigkeit Strecke(km) Höhe(m ü. NHN) Weitere Informationen Pforzheim-Kupferhammer 0 260 Ausgangspunkt der drei Schwarzwaldhöhenwege Westweg (Pforzheim – Basel), Mittelweg (Pforzheim – Waldshut) und Ostweg (Pforzheim – Schaffhausen) Ruine Hoheneck 1,1 330 Dillweißenstein 1,2 265 Unterer Enzsteg 3,0 290 Abzweigung der Höhenvariante Birkenfeld 2,0 358 Wilhelmshöhe 6,5 429 zu Neuenbürg Buchberg, Abenteuerspielplatz 0,5 460 zu NeuenbürgZusammenkunft der Höhenvariante der ersten Etappe mit dem Westweg
Zweite Etappe: Dobel – Forbach Übersicht Distanz: 26 km Gehzeit: ca. 7 Stunden Schwierigkeit: schwer Ort/Sehenswürdigkeit Strecke(km) Höhe(m ü. NHN) Weitere Informationen Dobel 0 710 Wasserturm Dobel 0,5 720 Weithäusle 4,6 825 Schutzhütte Schweizerkopfhütte 1,5 850 Aussichtspavillon Hahnenfalzhütte 3,3 890 Hütte der Skizunft Bad Herrenalb Langmartskopfhütte 1,0 915 Kreuzlehütte 2,5 892 Kaltenbronn 2,3 880 Hohlohsee 1,2 990 Hochmoor Hohlohturm 0,7 984 Aussichtsturm Kaiser-Wilhelm-Turm, Schutzhütte Prinzenhütte 1,5 976 Schutzhütte Latschigfelsen 2,3 750 Hexenbrunnen Gausbach 2,5 400 Gausbach ist ein Teilort von Forbach Forbach 2,1 300
Wegbeschreibung mini|Hohlohsee Von der Ortsmitte in Dobel führt der Weg durch das Portal Sonnentor beim Kurhaus zum 1937 erbauten Wasserturm an der Höhenstraße. Nachdem die Höhenstraße beim Bauhof überquert wird, geht der Weg in den Wald und über den Hahnenfalzweg, den Otto-Ochner-Weg und den Althäuslesweg zum Weithäusle. Am Weithäuslesplatz kommen verschiedene Wanderwege zusammen. Dort befindet sich auch eine Schutzhütte, an der der hier wiederum als Hahnenfalzweg bezeichnete Westweg rechts vorbeiführt. Vorbei an der Schweizerkopfhütte führt der Weg zur Hahnenfalzhütte, die hauptsächlich an Wochenenden und Feiertagen von der Skizunft Bad Herrenalb bewirtschaftet wird. An der Hahnenfalzhütte geht der Weg zunächst schräg links steil bergauf bis zur Langmartskopfhütte und weiter zur Kreuzlehütte. Dort geht es rechts zunächst auf einem leicht ansteigenden Forstweg und dann über einen Wanderpfad bis zum Wildgehege beim Kaltenbronn. Dort überquert man die Landstraße, bevor der Weg steil hinauf zum Hohlohsee führt. Am Hohlohsee geht es über einen Bohlenweg und dann weiter zum Hohlohturm. Von dort führt der Weg weiter über die Prinzenhütte hinab zu den Latschigfelsen mit Ausblick ins Murgtal. Über Serpentinen geht es dann zum Hexenbrunnen und weiter über Gausbach bis zum Etappenziel Forbach.
Dritte Etappe: Forbach – Unterstmatt Übersicht Distanz: 19,4 km Gehzeit: ca. 6,5 Stunden Schwierigkeit: mittel Ort/Sehenswürdigkeit Strecke(km) Höhe(m ü. NHN) Weitere Informationen Forbach 0 300 Maria-Hilf-Kapelle 1,2 380 Auf Wegscheiden 3,0 750 Schwarzenbachtalsperre 1,3 675 Herrenwieser See 2,3 835 Bussemer-Denkstein 1,2 1.001 Der Bussemer-Denkstein ist benannt nach Philipp Bussemer. Badener Höhe 1,2 1.002 Aussichtsturm Großherzog-Friedrich-Turm Herrenwieser Sattel 1,8 879 Sand 2,5 828 Teilort von BühlSchwarzwaldhochstraße (B 500) Hundseck 1,1 856 Hochkopf 2,9 1.039 Unterstmatt 0,9 930
Wegbeschreibung mini|Forbach – Holzbrücke