mini|Nördliche Sanriku-Küste: Kap Kitayama (, Kitayama-saki) bei Tanohata, Präfektur Iwate mini|Südliche Sanriku-Küste: Goishi-Küste (, Goishi-kaigan) bei Ōfunato, Präfektur Iwate Die Sanriku-Küste (jap. , Sanriku-kaigan) ist ein japanisches Küstengebiet am Pazifik.
Name Der Name Sanriku – wörtlich „drei Riku“ – bezieht sich auf die drei Provinzen Rikuzen, Rikuchū und Rikuō, die sich vor Einrichtung des Präfektursystems über das Gebiet erstreckten. Deren Namen wiederum beziehen sich auf die (Vorläufer-)Provinz Mutsu.
Geografie Die Sanriku-Küste liegt auf der nordöstlichen Seite der Honshū-Insel, in der Tōhoku-Region, und erstreckt sich über eine Länge von 600 km von Hachinohe in der Präfektur Aomori im Norden über die Präfektur Iwate bis zur Oshika-Halbinsel in der Präfektur Miyagi im Süden. Der Nordteil ist durch Steilklippen geprägt und der Südteil, ab Miyako in der Präfektur Iwate, durch seine Ria. mini|Typisches Beispiel einer V-förmigen Bucht (Stadt Onagawa/Miyagi) mit Tsunami-verstärkender Wirkung.
Die Küste, insbesondere der Südteil, ist aus mehreren Gründen stark durch Tsunami-Schäden gefährdet. Zum einen liegt die Küste gegenüber einer Subduktionszone der Pazifischen Platte, was sich in einer erhöhten Anzahl von Erdbeben mit großen Stärken äußert, die wiederum starke Tsunamis auslösen. Zum anderen verstärkt die charakteristische Geografie mit ihren steilen Talwänden und tiefen Inlets der Sanriku-Küste die Wellen und machen die Städte und Dörfer anfällig für Tsunamis. Die stark irregulär geformten Buchten der Riasküste verursachen bei Wellen ein hohes Maß an Refraktion (Brechung), was wiederum die Fluthöhe vergrößert, so dass dadurch die Zerstörungskraft von Tsunamis noch verstärkt wird. Die Sanriku-Küste umfasst viele V-förmige Buchten, die bewirken, dass sich die Tsunami-Energie bündelt und verstärkt. Das vom Meer in die Bucht strömende Wasser wird aufgrund der immer weiter zunehmenden Verjüngung der Bucht von links und rechts zusammengedrückt und weicht nach oben aus, so dass sich der Meeresspiegel hochwölbt und die Wellenhöhe ansteigt. Im Vergleich zu sich nicht verjüngenden (rechteckigen) Buchttypen und noch stärker im Vergleich zu linearen Küstenabschnitten (ohne Einbuchtung) weist diese sich verjüngende Buchtform (V-Form) die höchste Tendenz zu hohen Wellen auf., jwa.or.jp (一般財団法人日本気象協会; Japan Weather Association), (Ohne Datum. An anderer Stelle wird das Datum mit dem 21. Januar 2013 zitiert), S. 4, Abbildung 4 (湾の幅の変化による津波の波高変化) und 5 (海岸線の形と津波の波高の傾向(平面図)). Als typisches Beispiel für eine der V-Form nahekommend ausgeformten Bucht gilt die Bucht von Onagawa, die an der Mündung der Bucht breit und tief, am Ende der Bucht jedoch schmaler und flacher ist, und so möglicherweise die Wellenhöhe des durch das Tōhoku-Erdbeben 2011 ausgelösten Tsunamis verstärkt hat., 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency) des 総務省 (Ministry of Internal Affairs and Communications), März 2013, hier in Kapitel 2 (第2章 地震・津波の概要 ) das Unterkapitel 2.2 (2.2 津波の概要(1)) (), S. 40, Abbildung 2.2-11 ("V 字型の典型的な場所の例(女川町").
Erdbeben und Tsunamis Tsunamis können als integraler Bestandteil der Geschichte der Sanriku-Region betrachtet werden. Die Sanriku-Küste ist als eine Zone häufig auftretender Tsunamis bekannt, die in der Vergangenheit eine Reihe besonders schwerer Tsunamikatastrophen erlebt hat (wie 1896, 1933, 1960 und 2011).Miyako City Great East Japan Earthquake and Tsunami Records Editorial Committee: (PDF), Miyako City Iwate Prefecture, 15. März 2015 (Japanische Originalfassung: 1. September 2014). Konkrete Beispiele für Tsunamis an der Sanriku-Küste sind das Jōgan-Sanriku-Erdbeben 869, das Keichō-Sanriku-Erdbeben 1611, das Meiji-Sanriku-Erdbeben 1896 mit insgesamt 22.000 Toten und einer maximalen AuflaufhöheAls Auflaufhöhe (englisch: run-up height) wird hier die Höhe des Landes, bis zu dem der Tsunami vorgedrungen ist, bezeichnet. (Quelle: Miyako City Great East Japan Earthquake and Tsunami Records Editorial Committee: (PDF), Miyako City Iwate Prefecture, 15. März 2015 (Japanische Originalfassung: 1. September 2014).) von 38 m in Ryōri-Shirahama (heute: Ōfunato, Präfektur Iwate), das Shōwa-Sanriku-Erdbeben 1933 mit 3000 Toten und einer maximalen Auflaufhöhe von 29 m in Ryōri-Shirahama, der Chile-Erdbeben von 1960 das Tokachi-Seebeben 1968 und das Tōhoku-Erdbeben 2011 mit insgesamt rund 20.000 Toten und einer maximalen Auflaufhöhe von 40,1 m in Ōfunato, Präfektur Iwate. + Übersicht historischer Tsunamis im Sanriku-Gebiet Datum Name Erdbeben-Magnitude Opfer Schaden Maximale Höhe des Tsunamis (Ort) 9. Juli 869 Jōgan(-Sanriku) >8,3 >1.000 Tote 2. Dezember 1611 Keichō-Sanriku >8,1 >5.000 Tote 15. Juni 1896 Meiji-Sanriku 8,5 21.959 Tote >10.000 Häuser zerstört 38,2 m (Ryōri-Gebiet/Ōfunato) 3. März 1933 Shōwa-Sanriku 8,1 3.064 Tote 1.810 Häuser zerstört 28,7 m (Ryōri-Gebiet/Ōfunato) 22. Mai 1960 Großes Chilenisches (Valdivia) 9,5 142 (in Japan) 1.625 Häuser zerstört 11. März 2011 Großes Ost-Japanisches (Tōhoku) 9,0 >19.000 Tote >836.500 Häuser beschädigt oder zerstört 40,1 m (Ryōri-Bucht/Ōfunato)40,5 m (Omoe-Aneyoshi-Gebiet/Miyako) mini|Historische Tsunamis in der Sanriku-Region und Auswahl von Gebieten, die vom Tōhoku-Tsunami von 2011 betroffen waren.
Nach dem Tsunami 2011 wurden an der Sanriku-Küste insgesamt 400 Kilometer Schutzwälle gebaut. Die Höhe beträgt zwischen sechs und 14 Meter. Die Schutzwälle decken 23 Prozent der Küstenlinie ab. Außerdem dürfen hinter den Mauern keine Wohnhäuser mehr stehen. Jan Keith, Getrennt vom Meer, in Mare, Nr. 169, 04/2025, S. 76,81
Gemeinden Die Gemeinden entlang der Küste sind: Präfektur Aomori: Hachinohe, Hashikami Präfektur Iwate: Hirono, Kuji, Noda, Fudai, Tanohata, Iwaizumi, Miyako, Yamada, Ōtsuchi, Kamaishi, Ōfunato, Rikuzentakata Präfektur Miyagi: Kesennuma, Minamisanriku, Onagawa, Ishinomaki
Wirtschaft Wichtige Einnahmequellen der Region sind die Fischerei und der Tourismus.
Fischerei Vor der Küste treffen die von Norden kommende kalte Meeresströmung Oyashio und die vom Osten kommende warme Meeresströmung Kuroshio zusammen. Auf Grund dieser Besonderheit zählen die vor der Küste gelegenen Gewässer – Sanriku-oki () genannt – zu den drei reichsten Fischgründen der Welt.
Sanrikus Seeohren, Sepien und Seeigel genießen hohes Ansehen in den Sushi-Küchen Japans.
Tourismus Die zerfurchte Sanriku-Küste der Tōhoku-Region mit ihren steilen Talwänden und tiefen Inlets wird zu den schönsten Gegenden Japans gezählt.
Der Abschnitt von Kesennuma in Miyagi bis nach Kuji in Iwate gehört zum Sanriku-Fukkō-Nationalpark (vormals Rikuchū-Kaigan-Nationalpark). Über eine Ausdehnung von über 150 km seiner Meeresküste finden sich spekatukäre Felssäulen, steile Kliffwände, tiefe Inlets und enge Flusstäler., nytimes.com, 19. März 2011, von Ian Jared Miller.
Der Südteil der Sanriku-Küste gehört zum Minamisanriku-Kinkazan-Quasinationalpark.
Einzelnachweise
Weblinks
Anmerkungen
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