Mark M. Rissi (* 1946 in Sargans) ist ein Schweizer Filmregisseur und Tierschützer.

Leben

Rissi verbrachte seine Jugendzeit in Basel und Richmond (Virginia). Er studierte Kunstgeschichte und politische Wissenschaften an der Virginia Commonwealth University. 1968 wurde Rissi in den Militärdienst eingezogen und verliess die USA als Kriegsdienstverweigerer.

Seinen ersten Spielfilm realisierte Rissi 1975. Der Film De Grotzepuur mit Schaggi Streuli, Walo Lüönd, Walter Morath und Jörg Schneider thematisiert den Überlebenskampf der Kleinbauern im Umfeld zunehmender Industrialisierung der Landwirtschaft. Der Film konfrontierte und sensibilisierte die Schweizer Bevölkerung erstmals mit den Hintergründen der Eierproduktion. Als Folge verbot die Schweiz als erstes Land die Käfighaltung von Legehühnern.

Der Spielfilm Brot und Steine (1978) mit Liselotte Pulver, Sigfrit Steiner, Walo Lüönd und Beatrice Kessler schildert die Probleme der Pachtbauern; mit über 160'000 Kinoeintritten gehört er zu den erfolgreichsten Schweizer Filmen.Bundesamt für Statistik BFS. In der Verfilmung Die schwarze Spinne (1983) nach einer Novelle von Jeremias Gotthelf verknüpft Rissi die mittelalterliche Sage des Schweizer Schriftstellers mit einer Rahmenhandlung in der Gegenwart. Es folgten weitere Spielfilme: die Komödie Lisi und der General (1985), das Flüchtlingsdrama Ghame Afghan – die Trauer der Afghanen (1986) und der Politthriller Der Gatte – Das Dossier (1990).

1983 löste Rissi mit seinen Dokumentarfilmen über Pelztierfarmen eine Antipelzkampagne aus. Als Fernsehjournalist produzierte er mehrere Dokumentarfilme mit tierschutzrelevanten Inhalten, darunter Bärenkämpfe in Pakistan, Dirty Dancing – Tanzbären in Istanbul, Schildkrötenschlachtung auf Bali und Tiere in der Forschung. Zusammen mit dem Publizisten Erich Gysling zeichnete Rissi von 1996 bis 1999 für die Fernsehreihe Tierreport des Schweizer Fernsehens verantwortlich.

Rissi ist Vorstandsmitglied der World Society for the Protection of Animals und Vorsitzender der Stiftung für Bären, die den Alternativen Bärenpark Worbis in Thüringen und den Alternativen Wolf- und Bärenpark Schwarzwald betreibt.

Filmografie 1975: De Grotzepuur 1979: Brot und Steine 1983: Die schwarze Spinne 1985: Lisi und der General 1986: Ghame Afghan – die Trauer der Afghanen 1990: Der Gatte – Das Dossier 1992: Tiere in der Forschung 1994: Die Hundefrauen von Kiew (online) 2003: The Fate of Furbearing Animals on Norwegian Fur Farms 2005: Fun Fur? Pelzproduktion in China 2006: Bärenkämpfe in Pakistan 2008: Dirty Dancing – Tanzbären in Istanbul 2008: Gänsedaunen, Lebendrupf 2009: Die Pelzindustrie Chinas 1997: Schildkrötenschlachtung auf Bali 2015: Earthlings 2014: Die belgischen Reissverschlusskühe Blue Belge 2016: Das brachycephale Atemwegssyndrom 2017: Rassekatzen und Extremzuchten 2018: Extremzuchten bei Hunderassen 2019–22: Sendereihe 'Pronto Veterinario' (teleticino) 2019: Piemonteser, eine Rinderrasse mit Gendefekt 2020: Assistenzhunde für Diabetiker, Blinde, Autisten und Epileptiker 2021: Rehoming Laboratory Rats (online) 2021: Die 7-Generationen Kuhfamilie 2022: Farbhunde: schön aber gefährlich

Auszeichnungen Zürcher Fernsehpreis 1995: Besondere Anerkennung der Jury für Tierreport Internat. Filmfestival Atlanta, Georgia, USA (Bronce Award) International Filmfestival Amsterdam (Silbermedaille) Mediora, Bruxelles, Belgien (Special Merit Citation) US Industrial Film Festival (Creative Excellence Award) Internat. Filmfestival Pardubice, CSSR (Granat Award) Chicago Internat. Filmfestival, USA (Certificate of Merit) 17th Internat. Filmfestival New York, NY, USA (Silver Award) Wirtschaftsfilmtage Kitzbühel, Österreich (Silbermedaille) Verbraucher Filmfestival Berlin, BRD (Silbermedaille) Popular-Scientific Cinematography Award, Academia film Olomouc, 2009Dokfilmer Mark M. Rissi in Tschechien für Lebenswerk geehrt, bz Basel, 22. April 2009

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Mann